Manga Review: Die Stadt in der es mich nicht gibt

Die geschätzte Lesezeit für diesen Beitrag beträgt 6 Minuten.

Die Stadt in der es mich nicht gibt

Ich weiß gar nicht so recht, wo ich anfangen soll. Ich habe mich so dermaßen stark verliebt in diesen Manga! Der ist in Null Komma nix in meiner Topliste gelandet – zu Recht!

Satoru Fujinuma ist angehender Mangaka und hat eine besondere Fähigkeit: Wenn ein Unglück um ihn herum geschieht, reist er unkontrolliert solange einige Minuten in der Zeit zurück, bis er das Problem erkennen und das Unglück verhindern kann. Durch ein Ereignis wird er an eine Mordserie aus seiner Kindheit erinnert und dies hat fatale Folgen für sein weiteres Leben.

   

Ich hatte ja durch den Anime schon die Vermutung, dass der Manga gut ist. Aber ich hätte niemals geahnt, dass er so gut ist! Wer den Anime kennt und mag, sollte unbedingt zum Manga greifen – glaubt mir, ihr werdet nicht enttäuscht. Ich kam mit der Reihe das erste mal in Kontakt, als Anfang 2016 der Anime in Japan lief. Allerdings sind wir nur ein paar Folgen weit gekommen, ich weiß ehrlich gesagt auch nicht mehr warum. Aber im August 2016 haben wir den Anime dann endlich komplett von vorne gesehen und ich war richtig begeistert!

Bevor ich jetzt aber abdrifte und zu viel zum Anime sage, möchte ich euch gerne erklären, was mich an dem Manga so begeistert und wieso der Manga jeden Cent Wert ist. Aber keine Sorge, ich spoilere nichts. Ich würde es nicht wagen irgendwem die Story kaputt zu machen – die muss man einfach selbst erleben, selbst fühlen und selbst darin eintauchen! Und das geht in meinen Augen mit dem Manga sehr viel besser als mit dem Anime.

An dieser Stelle möchte ich auch noch kurz erwähnen – weil sehr viele das nicht wissen – das komplette Ende des Animes unterscheidet sich von Grund auf vom Anime. Und dennoch sind beide gut durchdacht und auf ihre Weise geben sie dem jeweiligen Medium einen perfekten Abschluss. Es lohnt sich hierbei also tatsächlich beides zu Konsumieren. Ich würde es empfehlen, wie bei mir erst den Anime anzusehen. In meinen Augen würde man, wenn man erst den Manga liest und dann den Anime anschaut, zu viel darauf achten, was alles weggelassen wurde und könnte das Werk wohl nicht mehr richtig genießen.

Es geht hier um ein Slice-of-Life-Drama mit einem absolut spannenden Mystery-Thriller! Ich habe nun öfter gehört, dass den meisten der Manga zu teuer ist. Er ist mit 8 Bänden komplett bei Tokyopop erschienen (Leseprobe)  Die Serie ist als großformatige Klappenbroschur erschienen. Außerdem sind in jedem Band zu Beginn Farbseiten zu sehen. Die Mangas umfassen jeweils um die 200 Seiten und am Ende jedes Bandes findet man eine kleine Story vom Mangaka über sein Leben gezeichnet. Die Mangas sind von vorne bis hinten ein absolutes Kunstwerk! Die Cover sind richtig hübsch, generell finde ich auch den Zeichenstil sehr ansprechend! Von vielen Seiten habe ich gehört, dass der Zeiechnstil einigen nicht gefällt. Ich persönlich kann das weder verstehen noch nachvollziehen. Wer aber Shoujos gewohnt ist, mit viel Details und Glitzer-Rasterfolie, der wird sich mit dem Manga wohl eher unwohl fühlen oder schwer tun. Aber genau deshalb finde ich den Stil so schön – kein nerviger Schnickschnack, nicht viel Rasterfolie, das Bild ist nicht überladen, die Hintergründe sind unheimlich schön ausgearbeitet und die Charaktere sind allesamt sehr liebevoll gestaltet. Wer überwiegend Shounen mag darf hier also ohne zu zögern zugreifen. Wer eher der Shoujo-Fan ist sollte sich vorher Gedanken darüber machen, ob ihr den Manga denn lesen könnt. Ich bin ein Mensch, der auf sowas wie Zeichenstil nicht großartig achtet. Ich habe in der Welt der Animes und Mangas schon so viele Perlen entdeckt, von denen ganz viele sagen “voll der schlechte Zeichenstil, das lese/gucke ich nicht!” wo ich dann über diese Meinung wirklich nur mit dem Kopf schütteln kann. Eine gute Story kann auch ohne, dass man die Zeichnungen mag, überzeugen! (wenn man sich darauf einlassen kann).

Zu der Story an sich kann und werde ich kaum mehr sagen als das, was ich im Inhalt geschrieben habe. Ich finde sogar, dass die offizielle Storybeschreibung zu viel preisgibt. Egal, ob man sich damit im vorhinein befasst hat oder nicht, eins steht fest: ihr werdet von der Story von Anfang bis Ende gefesselt und nicht mehr losgelassen. Für mich war es wirklich schwer den Manga im Rahmen der Everyday Manga Challenge zu lesen. Es war wirklich schwer, nicht sofort zum nächsten Band zu greifen vor lauter Spannung. Mindestens zwei Bände haben sogar einen üblen Cliffhanger am Ende, richtig gut gemacht. Der Manga macht Lust auf mehr und sogar jetzt, wo ich den Anime und den Manga kenne, will ich am liebsten noch mehr! Diese großartige und packende Story hat so viel Spaß gemacht. In den ersten paar Kapiteln braucht man noch etwas Zeit zum einsteigen, weil man die Charaktere noch nicht kennt. Spätestens aber bei Band 2 habe ich schon angefangen, richtig mit den Charakteren mit zu fühlen. Ich musste sowohl beim Anime als auch beim Manga mehrfach heulen. Ist mir sogar einmal in der Mittagspause auf der Arbeit beim lesen passiert – das Zusammenspiel der unheimlich gut ausgearbeiteten Story und dieser perfekte Einklang der verschiedenen Charaktere und den liebevollen Details hat auf mich einfach eine magische Wirkung gehabt, die ich niemals für möglich gehalten hätte. Vor allem, was man sich mal klar machen muss: Ich kannte den Anime. Bis zu einem gewissen Punkt sind der Anime und der Manga sehr ähnlich. Aufgrunddessen, dass der Anime nur 12 Folgen hat musste die Story auf das aller wichtigste runtergebrochen werden. Dadurch sind leider viele Details kaputt gegangen, die der Mangaka aber im Manga natürlich ausgelebt hat. Und obwohl ich noch gut im Kopf hatte was als nächstes passiert war ich dennoch so gefesselt von dieser beim lesen aufgebauten Spannung. Ich liebe alles, was mit Mystery zu tun hat und Thriller, sowie auch Drama konsumiere ich ebenfalls sehr gerne. Mit diesem Manga wurde eine exzellente Mischung geschaffen. Der Leser ist dem Hauptcharakter ganz nah, man wird quasi mit in die Story hinein gesogen und ist Teil davon. Und das ist es auch, warum ich diesen Manga auf jeden Fall empfehle und zwar jedem, der sich nun angesprochen fühlt und interesse hat. Ich kann wirklich nur nochmal betonen, dass dieser Manga für mich auf jeden Fall das Geld wert war und ich muss auch ganz ehrlich sagen – Ich kaufe mir lieber einen Band davon als zwei Bände von einem Manga, der mich nicht mal halb so gut unterhalten und mitreißen kann. Eben Qualität statt Quantität und das sagt euch jemand, der bereits über 2500 Mangas in seinen Regalen stehen hat.

Übrigens, es gibt auch einen Spin-Off-Manga mit 5 Kapiteln, der in Deutschland leider nicht erschienen ist. Den werde ich mir aber in naher Zukunft ebenfalls ansehen. Außerdem hat mich dieses Werk des Mangakas absolut überzeugt und ich werde mir auch weitere seiner Werke anschauen. Fuma hat bereits vor Die Stadt in der es mich nicht gibt / Boku dake ga Inai Machi / Erased die Mangas von Cradle of Monsters und The Island of Hoozuki gelesen (sind leider beide nicht in Deutschland erschienen) und von Kamiyadori haben wir sogar den ersten von drei Bänden hier stehen. Ich wusste zwar, dass wir den haben, hatte aber so gar nicht auf dem Schirm, dass er derselbe Mangaka sein könnte. Und das sind bei weitem nicht seine einzigen Werke. Im Übrigen finde ich den deutschen Titel von Die Stadt in der es mich nicht gibt unheimlich schön und passend. Zwar etwas lang, aber wenn man mal genau darüber nachdenkt passt es soo verdammt gut zu diesem Manga.

In meinen Augen bekommt man hier eine meisterhafte und unheimlich gut durchdachte Story aufgetischt, die sich im Manga über mehrere Jahre zieht. Trotz der Zeitsprünge des Hauptcharakters verliert man als Leser niemals den Überblick. Denn in jedem Kapitel steht das Datum, wann das Kapitel gerade spielt. Ich hoffe doch sehr, dass ich meine Begeisterung diesem Werk gegenüber gut ausdrücken konnte. Der Manga hat sich sowas von in meine Top-Manga-Liste gequetscht, das ist unfassbar. Und sogar der Anime hat sich einen Platz in meiner Top-Anime-Liste gesichert – ja sogar das Opening hat in meinem Herzen einen Platz in meiner Top-Opening-Liste erkämpft – ist das zu fassen? Ich rede hier in meinen Augen tatsächlich über ein Meisterwerk von vorne bis hinten, diese Menschen die am Anime gearbeitet haben und dieser Mangaka der mich zu verzaubern wusste – die Story und das Setting hat das alles sowas von verdient. Glaubt mir, wenn ich sage, dass ihr diesen Manga garantiert nicht nur einmal lesen werdet und leiht ihn euren Freunden aus, damit möglichst viele Menschen von diesem Meisterwerk erfahren. Vielen lieben Dank fürs Lesen dieser für mich doch sehr emotionalen Review. Obwohl ich es immer sehr schwer finde und lieber vermeide Mangas oder Animes zu bewerten, bekommt der Manga von mir seine wohlverdienten 10 von 10 Zeitsprüngen.

Eure

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Mia

Hallo ihr lieben. Mein Name ist Mia und ich bin 25 Jahre alt. Ich liebe Animes und Mangas über alles, bin aber auch ein absoluter Film- und Serienjunkie oder lasse meinen Abend auch gerne mit zocken ausklingen und habe auch nichts gegen ein gutes Buch am Wochenende.

5 Antworten

  1. Shirisu sagt:

    Ne, das klappt auch nicht XD wie groß ist eure Wohnung denn? und wieviel Zimmer habt ihr? ^^

  2. Shirisu sagt:

    Sehr schönes Review! 🙂

    Und das hat mich jetzt auch recht neugierig gemacht – 8 Bände sind bei mir auch die magische Grenze.
    Aber mir fehlt aktuell einfach der Platz für Manga, Comics und Bücher T___T
    Ich hab wirklich jede Lücke gefüllt, die der Schrank hergibt… |D

    • Mia sagt:

      Dankeschön, das freut mich sehr zu hören! 🙂 Also den solltest du dir echt unbedingt zulegen und lesen! Und wem sagst du das mit dem Platz. Untere Mangas müssen teilweise in zweiter Reihe stehen, könnte heulen >__< Kaufen bald neue Regale. Wäre vielleicht ne überlegung Wert? 😉

  1. 23. März 2018

    […] „Hoozuki no Shima“(„Hohzuki Island“) vom Mangaka Kei Sanbe, bestens bekannt für sein Werk Boku dake ga Inai Machi (Erased bzw. Die Stadt, in der es mich nicht gibt). Aber das ist eine Geschichte für einen anderen […]

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