Comic Review: Aquaman Band 1 – Rebirth

Ich bin tatsächlich positiv Überrascht worden von dem Comic von Aquaman. Ich muss dazu sagen, dass ich Aquaman schon immer doof fand. Jedes mal wenn ich ihn in der Justice League gesehen habe, hat er mich nur genervt und war mir als Leserin ein Dorn im Auge. Ich fand ihn einfach Null symphatisch und überflüssig. Daher hatte ich auch eigentlich keine Lust den Sammelband über ihn zu lesen. Jetzt bin ich aber froh, es getan zu haben. Da sieht man mal wieder, dass man sich auch täuschen kann, wenn es darum geht, ob einem etwas gefallen könnte oder nicht.

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Aquaman, König von Atlantis, ist gemeinsam mit seiner Verlobten Mera sehr bemüht, eine positive diplomatische Beziehung zum Landvolk aufzubauen. Doch das ist viel leichter gesagt als getan. Die Menschen sind nicht begeistert darüber, stimmen aber einer Versammlung in der Botschaft von Atlantis zu. Doch dann passiert genau das, was nicht hätte passieren dürfen: durch einen Anschlag von Black Manta kommt es zu einem Kampf, bei dem 9 Menschen ihr Leben lassen müssen. Die Politiker des Landvolks sind erzürnt und sauer, dass dies geschehen ist und machen Aquaman und sein Volk dafür verantwortlich. Sie sperren die Botschaft von Atlantis ab und als Folge dessen stattet Aquaman dem Präsidenten der USA im weißen Haus einen Besuch ab. Das kann ja nur schiefgehen…

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Ich habe bisher nur wenig von Aquaman gelesen. Panini Comics beschreibt Aquamans Popularität im Einleitungsbeitrag dieses Comics als Wellenbewegung, was ich auch gut nachvollziehen kann. Wie gesagt, mich hat er nie davon überzeugt, einen Comic über ihn zu lesen. Durch den Rebirth wollte Chief Creative Officer Geoff Johns die Gelegenheit nutzen und Aquaman wieder zu einem großen Fisch im DC Unisverum verhelfen. Und ich würde sagen, dass dies gelungen ist anhand des ersten Sammelbandes. Der Band ist über 100 Seiten lang und vor dem Lesen habe ich mich darüber noch beschwert, das lesen selbst ist mir aber sehr leicht von der Hand gegangen, ich war so eingefangen in die Geschehnisse, dass ich gar nicht mitbekommen habe, wie leicht mir das Lesen doch fiel. Ich hatte bei der Anzahl an Seiten damit gerechnet, dass ich 1,5-2 Stunden daran lese aber im Enteffekt war ich nach genau einer Stunde durch. Das liegt zum einen wirklich daran, dass mich die Geschichte fesseln konnte und zum anderen auch daran, dass der Band eine gute Mischung bildet aus Panels, die über eine ganze Seite gehen und wenig Texte beinhalten, als auch viele Panels auf einer Seite wo viel Text ist. Das kommt daher, dass es in dem Comic zu einem großen Teil um Action geht und zum anderen Teil aber auch um Politik. Davor war ich bereits vor dem Lesen etwas abgeschreckt. Allerdings hatte Fuma den Sammelband vor mir gelesen und gesagt “Im entfernesten Sinne kann man den Comic mit House of Cards vergleichen.” und da muss ich ihm doch ehrlich Recht geben, auch wenn ich vor dem Lesen noch an dieser Aussage gezweifelt habe. Ich habe mich nie für Politik interessiert und mein Wissensstand ist auch eher gering was dieses Thema angeht, ich fand es schon immer langweilig. Dennoch hat mir Frank Underwood in House of Cards gezeigt, dass Politik durchaus auch sehr interessant sein kann. Mit den vielen Intrigen und Machtbeweisen. Und das spürt man hier in dem Comic auch.

Generell finde ich die Story äußerst interessant. Es gibt die Meereslebewesen und die Menschen an Land. Die beiden haben Angst voreinander, weil ihre Kulturen und Lebensweisen so unterschiedlich sind. Und da kommt Aquaman, der König von Atlantis ins Spiel. Er ist halb Mensch und halb Meeresbewohner und dennoch führt er die Bewohner von Atlantis an. Er möchte gerne die beiden Welten miteinander verbinden, in der Hoffnung, sich dann endlich irgendwo heimisch zu fühlen. Denn aktuell hat er nicht das Gefühl, dass er zu einer der beiden Rassen dazu gehört, was absolut verständlich ist. Daher verstehe ich auch seine Bemühungen. Und dann passiert ein Unglück, ein terroritischer Anschlag von einem Erzfeind von ihm, die seine Bemühungen zu Nichte machen. Aquaman versucht dennoch so diplomatisch wie möglich zu sein. Die Amerikaner wollen es aber durch die Umstände nicht wahrnehmen. Sie denken, Aquaman hätte sie hintergangen und in Gefahr gebracht. Ein sehr böses Spiel, was eine Organisation im versteckten dort treibt, sie möchten einen Keil zwischen den Rassen treiben und scheinen auch Erfolg damit zu haben. Ich habe richtig Lust weiter zu lesen, weil ich die Story bisher wirklich spannend und mitreißend fand. Keiner weiß so Recht, wem er trauen kann und den Meeresbewohnern wird vorgeworfen, die Amerikaner anzulügen und an der Nase herum zu führen, während diese aber ehrlich sind und nur gutes wollen. Eine sehr verzwickte Situation, die sowohl im Kampf als auch in diplomatischen Gesprächen zum Ausdruck gebracht wird.

Auch der Zeichenstil hat mir gut gefallen in dem Band. Leider merkt man sehr, dass der Zeichner zwischendrin sich ändert, was mir durch die spannende Story aber auch gar nicht so richtig aufgefallen ist. Über Aquamans Outfit kann aber streiten, das finde ich echt hässlich. Da hätte er ruhig was ganz neues spendiert bekommen sollen. Wenn ich Aquaman angucke muss ich auch leider immer an den Meerjungsfraumann aus Spongebob denken, dabei ist der ja eine Parodie auf Aquaman. Aber das Outfit ist und bleibt einfach scheiße, egal wer es trägt und wie gut die Zeichnungen auch sind.

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Auch ich hatte bisher relativ wenig Schnittpunkte mit dem König der Meere. Der allgemeine Medien “hass” auf ihn, war dann wohl doch etwas zu präsent. Allerdings muss ich Mia zustimmen das mir das Kostüm so gar nicht gefällt, ich sehe da jedes mal nur Raj von The Big Bang Theory in dem schlechten Halloweens-Kostüm vor mir. Was seinen Charakter wiederum angeht, muss ich sagen das er mir durchaus Sympathisch war.  Er ist halb Mensch, halb Atlanter, wobei auch im Band schon gesagt wird das die Atlanter letztlich nichts anderes als Menschen sind, die eben einen anderen Weg gewählt haben. Doch sein hybrid da sein bringt auch vieles negatives mit sich. Er ist Teil beider Welten und gehört doch zu keiner von beiden. Deshalb ist es ihm auch so wichtig eine gute Beziehung zwischen Oberfläche und Meer herzustellen. Runter gebrochen kenne ich sein Problem da ich 2 ältere und 2 jüngere Cousins habe. Für die alten zu jung, für die jungen zu alt. Das macht mir Aqaman durchaus noch mal sympathischer. Ich finde auch die Geduld die er hier an den Tag legt, erstaunlich. Aber er hat ja ein höheres Ziel also muss man da ab und zu einfach die Zähne zusammen beißen. Ich finde meinen House of Cards vergleich gar nicht so schlecht, da der Comic doch sehr politisch angehaucht ist nur eben ohne die ganze Korruptionssache von HoC. Ich hatte definitiv meinen Spaß und freue mich jetzt schon auf Band 2.

P.S.: Wichtigste Info des Bandes: Aquaman kann nicht mit Fischen sprechen, denn sie sind zu dumm zum Sprechen. Elender Aberglaube der Oberflächen Bewohner XD

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Ich bin wirklich sehr positiv überrascht worden, obwohl ich mich anfangs so dagegen gesträubt habe, dass mir der Comic gefällt. Das zeugt wirklich von guter Qualität und jetzt hat mich der Band ja sogar dazu gebracht, dass ich unbedingt weiterlesen möchte. Leider geht es erst am 20. Juni mit dem zweiten Sammelband weiter aber bis dahin gibt es ja zum Glück noch genug, das man von dem Rebirth Neustart von DC lesen kann.

Eure
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