Film Review: Ralph reichts

Ein Film, auf den ich mich schon Monate vor dem erscheinen im Kino gefreut habe wie ein kleines Kind! Und ich wurde überhaupt nicht enttäuscht, auch wenn das der ein oder andere vielleicht anders sieht. Vorallem haben sie mit Vanellope einen Charakter erschaffen, den ich liebendgerne totknuddeln möchte und sie passt einfach perfekt in diesen Film.

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Der Protagonist „Randale-Ralph“ ist nach 30 Jahren unzufrieden mit seiner Rolle als Bösewicht in dem fiktiven 8-Bit-Ära-Arcade-Spiel „Fix-It Felix Jr.“, da er auch nach Feierabend von den übrigen Charakteren ausgegrenzt wird. Nach einem Treffen der Selbsthilfegruppe „Anonyme Bösewichte“ innerhalb des Pacman-Labyrinths trifft er in dem Barkeeper-Spiel Tapper einen ausgebrannten Soldaten aus dem Ego-Shooter Hero’s Duty. Er schmuggelt sich in das fremde Science-Fiction-Spiel, um die eigentlich für den Spieler vorgesehene Heldenmedaille zu ergattern und damit Felix und die anderen Charaktere zu beeindrucken. Zunächst überwältigt von der düsteren Umgebung und der hektischen Spielemechanik, klettert er in einer Spielepause den zu erstürmenden Turm hinauf und nimmt die Heldenmedaille entgegen, die ihm von holographischen Militärs in Ehrenformation überreicht wird. Versehentlich beschädigt er ein Ei der zu bekämpfenden „Cy-Bugs“ und fliegt mit einer Rettungskapsel in das niedliche Kart-Rennspiel „Sugar Rush“. Dabei scheint er den Käfer zunächst loszuwerden, was sich aber später als Irrtum herausstellt, da die Käfer sich aufgrund ihrer einfachen Programmierung wie ein Computervirus verhalten und unbemerkt vermehren. Bei dem Versuch, seine verlorengegangene Medaille zurückzuholen, trifft Ralph auf Vanellope von Schweetz, die seine Medaille kurzerhand entwendet und als Wetteinsatz zum Qualifying für den Auswahlbildschirm des nächsten Spieltags benutzt. Da Vanellope als Programmierfehler (Glitch) ebenfalls eine Außenseiterin ist und wie Ralph unter Ausgrenzung leidet, verbünden sie sich, um in einem integrierten Mini-Spiel einen Rennwagen zu backen und für das anstehende Rennen zu trainieren.

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Ralph reicht’s heißt im Original Wreck-It Ralph und ist ein US-amerikanischer Animationsfilm, der 2012 sein Kinodebüt feierte. Die Regie führte Rich Moore, der bereits bei Die Simpsons und Futurama als Regisseur tätig war. Der Film ist von Disney produziert und vertrieben.

Zufällig hatten wir den Film damals sogar zweimal im Kino gesehen. Einmal sind wir Sonntags zur Vorpremiere darin gewesen, weil wir uns beide sehr auf den Film gefreut haben. Und dann waren wir am Montag darauf in der Sneak-Preview, wo der Film ebenfalls lief. Die Sneak-Preview ist ein Angebot in einigen Kinos wo man nur 5€ für die Kinokarte zahlt, dafür weiß man aber im Vorfeld nicht, welcher Film gezeigt wird. Die Vorpremiere war in 3D und die Sneak in 2D. Im Enteffekt war das aber gar nicht schlimm ihn zweimal zu sehen, auch, wenn es überraschend war. Er hat mir einfach so gut gefallen, dass ein zweites mal ansehen so nah beieinander nicht weh getan hat. Ich hatte beide Male meinen Spaß und mittlerweile steht auch die Blu-Ray bei uns im Regal.

Ralph ist so ein Liebevoller Charakter, ohne den der Film nicht das wäre, was er schlussendlich war. Ich habe ihn total verstanden – wer will schon erzwungenermaßen der Bösewicht sein, den keiner mag und der immer alleine ist? Wobei ich auch sagen muss, dass Felix zu anfang ziemlich schlecht reagiert hat, wenn man Ralph etwas mehr Zuwendung geschenkt hätte, wäre bestimmt alles anders gekommen. So habe ich ihn auch definitiv verstanden, als er sich aufmachte um sich eine Medaillie zu holen um zu zeigen, was er auf dem Kasten hat. Vorallem war die Szene so geil, wo es dann hieß „Achtung, der Ego-Shooter kommt; macht Platz für den Ego-Shooter!“ Es gab so viele lustige Szenen in dem Film. Und ziemlich zeitnah zu Beginn war dann auch der Auftritt von der kleinen Vanellope. Bei mir war es Liebe auf den Ersten Blick kann ich da nur sagen, aber vorallem ihre Sprüche sind einfach der Wahnsinn! Generell – die Charaktere, die hier erschaffen wurden, gibt es selten ein zweites Mal. Der wohl Beste Witz schlecht hin war wohl der Spruch, dass die eine Frau aus Hero’s Duty mit einer schrecklichen Vorgeschichte Programmiert wurde. So Anspielungen oder Witze mag ich echt, da schlägt mein Gamer-Herz einfach höher. Ich habe auch so oft Gänsehaut gehabt beim ersten ansehen, vorallem wie die Freundschaft zwischen Ralph und Vanellope immer tiefer wurde. Genauso erschüttert war ich, als Ralph sich dann – im Glauben, es würde Vanellope helfen – gegen sie gestellt hat. Das Ende fand ich absolut episch. Sehr gute Höhepunkte und Spannung war auch dabei. In dem Film hat man einfach so viele tolle Elemente zusammengefügt, dass ich es nur lieben kann. Natürlich hat der Film auch seine Schwächen und kleine Hänger, wo es mal nicht so lustig oder interessant ist, aber ich bin der Meinung, dass, solange das Gesamtbild stimmt, alles okay ist. Außerdem braucht man ja auch mal eine Auszeit für die Lachmuskeln.

Übrigens fand ich die Synchro alles in allem sehr gut. Vor allem die Stimme von Vanellope hat einfach richtig schön gepasst, da wären wohl mit einer anderen Synchro die Witze teilweise einfach verloren gegangen. Die englische Originalstimme habe ich leider bis heute nicht gehört. Auch bei Ralph fand ich es wirklich sehr passend.

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Damals in der Sneak gab es eine, die vor mir stand beim rausgehen. Sie sagte „Noch nie haben 5€ so wehgetan“. Das kann ich persönlich absolut nicht verstehen, aber da sieht man eben, wie ein Film wohl bei jemandem ankommt, der mit dem Ganzen nichts anzufangen wusste. Die Witze waren wirklich zum einen auf das ältere Publikum ausgelegt und zum anderen waren doch ziemlich viele nerdige Anspielungen dabei, die ich echt liebe, aber es geht eben nicht jedem so. Generell hatte es mich echt gewundert, dass in der Vorpremiere zum Film so extrem viele Kinder saßen… Animationsfilm ist nicht gleich Kinderfilm und ich fand auch, dass viele Witze für Kinder nicht zu verstehen sind. Dennoch hatten diese wohl auch ihren Spaß beim Film und haben dann eben über andere Witze gelacht. Daher finde ich den Streifen vor allem als Familienfilm oder für Gamer ein absolutes Muss. Es wurde sich hier wirklich unheimlich viel Mühe gegeben und man merkt die Liebe zum Detail. Es gab auch kleinere “Gastauftritte”, z. B. von Sonic oder Bowser. Das ist einfach genau das, was ich sehen möchte. Schlussendlich kann ich nur sagen 9 von10 Oreo-Soldaten!

Eure
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3 Antworten

  1. Shirisu sagt:

    Muss ich mir demnächst auch mal angucken, bisher iwie nie geschafft, aber steht auf meiner Liste weit oben :D

  2. Mhh ich fand den Film damals leider auch nicht sonderlich gut obwohl ich mich darauf gefreut hatte. Im Prinzip ist der Ansatz, einen Videospielbösewicht zu zeigen der es satt hat immer zu verlieren ganz nett. Es gab auch einen Shakes und Fiddget Comic zu dem Thema der ganz cool war. Das Problem: Der Film bewegt sich auf einem Level wo er einfach nicht weis wem er gefallen will. Entweder er will ein Familienfilm sein, dafür ist er aber zu Actionreich und ein wenig zu nerdig. Für die wirklichen Nerds ist er hingegen zu oberflächlich und zu wenig nerdig.

    Ein guter Vergleich ist für mich Scott Pilgrimm. Der Film hat Nerd-Ideen an jeder Ecke. Jede verdammte Szene ist eine Verbeugung vor Nerds, vor Musik, vor Indi-Lifestyle… “Ralph reichts” ist hingegen ein Film der in einer Videospielwelt spielt, eine Hand voll Anspielungen bringt aber sich ansonsten nicht für das Thema interessiert. Weil der Film ähnlich wie auch der miese Pixels von und mit Adam Sandler Videospiele nicht lebt und liebt. “Ralph reichts” wirkt für mich wie ein Film der für Leute gemacht ist die vielleicht mal was von Videospielen gehört haben aber nie wirklich intensiv gespielt haben :(

    Noch ein Beispiel wo jemand Videospiele liebt wäre Epic NPC Man: https://youtu.be/G97xdpy6Am4

  3. phayla sagt:

    In dem Film war ich auch drin, als er im Kino lief.
    Es ist finde ich mal eine etwas andere Sicht auf Spiele und wirklich unterhaltsam umgesetzt, deswegen hat mir der Film damals ebenfalls sehr gefallen und vieles habe ich sogar jetzt noch in Erinnerung.
    Der Film ist auf jeden Fall empfehlenswert, egal ob für Gamer oder Familien. :)

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