Anime Movie Review: Project Itoh – Genocidal Organ

Genocidal Organ

Etwa Ende 2014 las ich irgendwo in den weiten des Internets das es eine 3-teilige Moviereihe der Romane von Project Itoh geben sollte und nachdem mir die Handlung von Metal Gear Solid 4, die ebenfalls von ihm geschrieben wurde, schon gefallen hat war ich unglaublich gespannt auf die 3 Filme. Ironischerweise hatte ich das ganze zum Zeitpunkt des ersten Filmes bereits wieder vergessen und wurde erst wieder daran erinnert, als ich die Meldung von Kazé, dass der 1. Film „The Empire of Corpses“ hierzulande erscheinen solle, gesehen habe. Da ich beim 40k Gewinnspiel von Kazé leider leer ausgegangen bin, hab ich selbigen also bisher noch nicht gesehen. Dafür hatte ich aber das Glück, den 3. Teil (bei uns der 2. warum auch immer) diese Woche im Kino sehen zu dürfen und das sogar völlig kostenlos, da ich das Event-Gewinnspiel bei Facebook gewonnen haben. Yay!! Danke noch mal Kazé Deutschland sowohl für das Gewinnspiel, wie auch für einen coolen Filmabend (wenn auch unter der Woche, was für die Arbeitende Bevölkerung vielleicht nicht so optimal gewählt war).

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Nach dem Anschlag auf das World Trade Center im Jahr 2001 veränderte sich etwas in den Menschen. Sicherheitsstandards wurden erhöht und es gab in Folge dessen weltweit Unruhen. Als Jahre später ein erneuter Anschlag Sarajevo in Schutt und Asche legte, schritt diese Veränderung nur weiter voran. Menschen verzichtenden im Zuge der Sicherheit auf ihre Freiheit. In den Industriestaaten ging man sogar soweit eine vollständige Kameraüberwachung in Kombination mit Erweiterter Realität (AR) zu etablieren. Die Industrienationen florierten während in den 2. und 3. Weltländern die Konflikte bis zum Genozid, dem Völkermord, voranschritten. Der ehemalige Diplomatische Gesandte John Paul, steht im Mittelpunkt der weltweiten Konflikte. In jedem Land in dem er einkehrt brechen Bürgerkriege aus. Somit sendet die Amerikanische Regierung den Supersoldaten Clavis Shepard und sein Team aus, um den gefährlichsten Mann der Welt Dingfest zu machen. Mithilfe von Biomodifizierungen und Nanobots, die sowohl Emotionen wie auch Schmerzempfinden unterdrücken, macht sich die Gruppe auf eine gefährliche Mission die ihren Horizont nicht nur erweitern, sondern deren komplette Weltanschauung verändern wird.

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Ich fange bei dem Punkt an der mich am meisten stört, für den aber weder der Film noch Kazé etwas kann. Unser Mainzer Cinestar ist eine Zumutung. Ich meine okay, es ist ja zu erwarten, dass Dienstags um 20 Uhr die Zuschauerzahlen vielleicht nicht die Besten sind, allerdings war in dem ganzen Kino kaum was los. Warum hockt man die Leute dann in den kleinsten Kinosaal ganz unten? Noch dazu war in dem Ding eine Bullenhitze und da die Boxen in Kinosaal 2 scheinbar kaputt sind und die rechten Boxen eine einsekündige Verzögerung hatten, macht man den Ton einfach so leise, dass es für den Zuschauer eine Zumutung ist. Da das Cinestar aber ohnehin mit dem Anime-Klientel nichts zu tun haben möchte, versucht man die Kunden eben so abzuschrecken um das leidige Thema Anime an dem man kaum etwas verdient weg zu bekommen. Über die restlichen Problem fange ich gar nicht erst an, die haben hier nichts zu suchen.

Nun aber zum Film, der mir dafür umso besser gefallen hat. Denn ich lasse mich von nem schlechten Service ja nicht unterkriegen. Er war vielleicht stellenweise etwas zu ruhig und langatmig für einen Arbeitstag aber das hat mich weniger getroffen als Mia. Die Story des Filmes fand ich nämlich unheimlich philosophisch, denn sie spricht eigentlich viele Probleme unserer Menschheit an und geht mit ihnen ins Gericht. Ist es tatsächlich das Richtige auf Freiheit im Zuge der Sicherheit zu verzichten? Ich persönlich muss mich der Frage ja eigentlich ein Stück weit anschließen, in soweit das ich da gerne an das Bild des gläsernen Menschen erinnere oder anders ausgedrückt um es mit den Worten von Mark Zuckerberg zu sagen, Privatsphäre ist nicht mehr zeitgemäß. Denn ganz nüchtern betrachtet, konnte man auch schon vor 50 Jahren alles über einen Menschen herausfinden, wenn man es denn wollte. Es war vielleicht etwas schwerer als heute, aber letztendlich war es nichts anderes und wenn es doch hilft? Ebenso wird im Film auch der Unterschied zwischen den Industrienationen und dem Rest der Welt angesprochen, den in der Argumentation eines Charakters ist es vollkommen okay wenn die restliche Welt ja ohnehin nicht zur Ruhe kommt, wenn sie sich per Genozid selbst auslöscht und das eigentliche Problem sich damit auflöst. Ob das jetzt wiederum tatsächlich der richtige Ansatz ist, wage ich doch stark zu bezweifeln, es wird aber sicherlich genug Menschen geben die genau diese Meinung vertreten.

Auch das typische 1. Welt-Thema zur Essensverschwendung wird aufgegriffen. Um diese ganze Philosophie noch abzurunden, muss Clavis natürlich auch noch die Schattenseiten der Modifikation mit ansehen, als einer seiner Teamkameraden elendig verblutet, und das ganze nicht mal spürt bis er im wahrsten Sinne des Wortes tot umkippt. Das zentrale Element des Filmes ist aber das Thema Sprache, denn genau hierum dreht sich der Titel. Das Genozide Organ in unserem Gehirn. Das der Antagonist mithilfe von bewusst gewählten Sprachmustern aktivieren kann und Menschen damit kontrollieren kann. Aber der Film bietet neben der ganzen Philosophie auch eine gute (blutige) Portion Aktion, die ein gutes Gleichgewicht einbaut. Auch die Charaktere finde ich an sich sehr gut geschrieben, wobei gerade der Emotionslose Clavis, dennoch durchaus nachvollziehbar geschrieben ist. Das Ende des Filmes bot dann noch mal ein kleines fieses Grinsen voller Genugtuung mit sich und vollstes Verständnis für die Handlungen von Clavis.

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Ich kann mich Fuma’s Begeisterung über den Film nur anschließen. Es war wirklich eine wunderbare Mischung aus philosophischer Kritik an der Menschheit, sowie Action und Kampfszenen, in denen das Blut in Strömen floss. Auch habe ich mich sehr darüber gefreut, dass ich bei dem Film Storytechnisch ohne Probleme mitgekommen bin. Oftmals habe ich Verständnisprobleme bei solchen tiefgründigen Filmen. Clavis fand ich überraschend sympatisch, trotz seiner Emotionslosigkeit. Ich wurde den kompletten Film über sehr gut unterhalten und habe auch große Lust auf die anderen Project Itoh Teile bekommen, auch, wenn die Filme im Prinzip nichts miteinander zu tun haben. Die Zeichnungen und Effekte waren sehr gut gemacht und haben mir zu gefallen gewusst. Was Fuma aber leider oben schon angesprochen hat, nach der Arbeit bin ich oft müde und da ist es vielleicht nicht die Beste Idee, ins Kino zu gehen, wo es dunkel, warm und der Ton sehr leise ist. Trotz dem Kampf mit der Müdigkeit hatte ich definitiv meinen Spaß und war sehr glücklich darüber, dass Fuma die Kinokarten gewonnen hat. Auch von mir ein riesen Dankeschön für das tolle Gewinnspiel!

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Ich hatte an dem Film trotz der Umstände durchaus meinen Spaß. Empfehlen kann ich den Film auf jeden Fall, allerdings weiß ich nicht so recht, wem xD Am ehesten wohl denjenigen denen auch Ghost in the Shell (Anime) gefallen hat. An dieses Meisterwerk kommt er zwar bei weitem nicht dran, es ist allerdings ein sehr guter Philosophischer Film der mit seinen Actionsequenzen sein leckeres Süppchen kocht. Ich empfehle den Film aber tagsüber/abends wenn man hellwach ist, zu sehen, da man doch kopfmäßig wirklich dabei sein sollte. Ich gebe dem Film 8 von 10 gelungenen Genoziden Unterhaltungen.

Euer

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3 Antworten

  1. Shirisu sagt:

    Wir haben den ja auch im Kino gesehen – fanden ihn auch super gut gemacht und spannendes Thema! :)
    Das Problem mit dem Ton hatten wir aber auch!
    Da waren dann auch 4 Kinomitarbeiter im Saal, aber gemacht hat keiner was, haben alle nur komisch geguckt und sind von oben nach unten und andersrum gelaufen, mehr war da auch nicht dann.
    Schade, sonst hätte das ganze sicherlich noch viel mehr Spaß gemacht!

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