Manga Review: Kamo – Pakt mit der Geisterwelt Band 1

Tokyopop hat am 11. Mai den Manga Kamo – Pakt mit der Geisterwelt herausgebracht und das für nur 4,95€. Da kann man in meinen Augen auf jeden Fall ohne Bedenken zugreifen. Wer immer noch zweifelt, ob es der richtige Manga für euch ist, sollte sich meine Review durchlesen. Zudem sei noch gesagt, dass Ban Zarbo eine Künstlerin aus der Schweiz ist. Trotzdem können es ihre Zeichnungen mit denen von japanischen Mangakas auf jeden Fall aufnehmen.

Der Junge Kamo kämpft vergeblich. Er ist herzkrank und liegt im Krankenhaus, als er seinen letzten Atemzug macht. Zu diesem Zeitpunkt ändert sich jedoch sein Leben. Er bekommt Besuch von einem Geist, der sich selbst als Crimson vorstellt. Er macht ihm ein Angebot, dass Kamo nicht abschlagen kann: Er soll Crimson dabei helfen 12 Geister zu besiegen und ihre Seelen einzufangen. Im Gegenzug erhält Kamo Energie von Crimson und nach Beendigung der Zusammenarbeit ein neues Herz. Fast zu schön, um wahr zu sein, oder?

   

Im April/Mai sah ich immer wieder in meiner Twitter Timeline den Namen “Ban Zarbo” und eine kurze Recherche hat ergeben, dass sie eine Mangaka aus der Schweiz ist und bald ihren eigenen Manga veröffentlicht. Ihre Zeichnungen sind mir zuvor schon einige Male auf Twitter oder Instagram begegnet und die sehen wirklich unfassbar gut aus! Es gibt ja viele Menschen, die sagen, sie lesen keine Mangas, die in Deutschland enstanden sind, weil die ja nicht gut gezeichnet wären. Also gegen das Argument haben Bans Zeichnungen einiges entgegenzusetzen.

Ihre Zeichnungen und Charaktere sind unheimlich detailliert. Gerade auch ihre Farbseiten im Manga oder auch die Titelbilder, da merkt man einfach richtig, wie lange sie daran gessessen hat und ich finde die Ergebnisse richtig schön. Nur mit diesem Wissen habe ich mir ihren Manga bei Erscheinung direkt geholt, da hatte ich mich noch gar nicht über die Story informiert. Aufgrund dem Untertitel wusste ich aber schon, dass es sich um Geister drehen wird. Ich habe gehofft, es ist eine Shounen Story und ich wurde nicht enttäuscht: Der Manga ist durch und durch Shounen und ich liebe ihn. Er zielt genau auf meinen Geschmack ab und ich bin mir auch sicher, dass durch den Manga einige auf Shounen aufmerksam geworden sind. Dass der Manga Wochenlang auf Amazon und Tokyopop die Listen der meistverkauftesten Mangas angeführt hat spricht doch schon für sich.

Ich persönlich finde die Story echt toll und es ist auch mal etwas anderes. In der Richtung habe ich bisher noch keinen Manga in der Hand gehabt, daher wirkte das Thema auf mich frisch und unverbraucht. Als Ähnliche Mangas könnte man Shaman King aufführen, allerdings hat es mich eben beim Lesen nicht daran erinnert. Das ist ja genau das, was mich an Romance Mangas so oft stört: man hat oft das Gefühl, dass man diese Geschichte oder Szene schon tausend Mal in anderen Mangas gelesen hat. Das war in diesem Manga eben nicht der Fall. Zudem sind Kamo und Crimson zwei sehr sympatische Hauptcharaktere und es macht Spaß ihnen zu folgen.

Was ich nur sehr schade finde, ist, dass der Manga nur 3 Bände haben wird. In meinen Augen war das Pacing in Band 1 eher langsam, sie waren sehr lange mit dem Elektrogeist Thunder beschäfigt. Daher habe ich ein bisschen Sorge, dass es die nächsten Bände zu sehr rusht, wenn man tatsächlich auf 12 Geister kommen möchte. Die Charakter-Karten die beim Manga dabei waren fand ich übrigens sehr toll! So hat man die Geister auf einen Blick und ich gehe mal davon aus, dass in jedem Band 4 Stück drin sind, damit man am Ende dann 12 dieser Charakter-Karten hat. Ich hatte hier auch eher mit Papier-Stickern gerechnet, aber nein, es sind stabile und hochwertige Karten.

Und dann hat der Manga auch noch so ein günstiger Preis. Da kann man selbst als Nicht-Shounen-Fan zugreifen finde ich. Ich lese immer wieder, dass sich viele darüber beschweren, dass Mangas so teuer sind, daher betone ich dies auch so. Wenn dann schon mal so ein tolles Angebot auf dem Markt ist, sollte man das auch nutzen, gerade, wenn man wenige Mangas hat oder gerne etwas neues ausprobieren möchte.

Nach Goldfisch von Nana Yaa ist es der zweite Shounen Manga der in so kurzer Zeit aus dem deutschsprachigen Raum bei Tokyopop herausgekommen ist. Und am 20. Juli erscheint auch noch ein Manga von Bans Schwester Gin Zarbo mit dem Titel Undead Messiah, auf den ich mich auch schon freue. Ich begrüße diese Entwicklung wirklich sehr!

Ich bin auf jeden Fall sehr zufrieden mit diesem ersten Band. Hier habe ich genau das bekommen, was ich mir erhofft habe und das ist wirklich schön. Auf den zweiten Band freue ich mich schon sehr. Vor allem, da ich Band 1 regelrecht verschlungen habe, so sehr hat mich die Story und das Setting gepackt und mit auf eine Reise genommen. Genau dieses Gefühl möchte ich beim Manga Lesen bekommen. Bei vielen Mangaka kommt dieses Gefühl auch nach 10 Bänden leider noch nicht, daher ist es wirklich eine Leistung, das direkt in Band 1 zu schaffen. Die Aufmerksamkeit hat Ban für ihre Mühe und ihre tollen Zeichnungen wirklich verdient und ich bin froh, dass Tokyopop dies möglich gemacht hat.

 

 

In der Erstauflage vom Manga bei Tokyopop befinden sich vier Charakter-Karten als Extra.

Außerdem hatte ich das Glück auf der Dokomi 2017 ein Autogramm von der Mangaka Ban zu bekommen. Vielen Dank dafür nochmal an sie und an Tokyopop!

Eure

Unterstütze uns durch das Teilen dieses Beitrags.

10 Antworten

  1. Listenes sagt:

    Da ich irgendwie keine Antwort Funktion am Handy sehe, schreibe ich einfach nochmal so. :D Es stimmt natürlich: wenn die Story schlecht und nicht durchdacht ist, bringen auch die schönsten Zeichnungen nichts. Viele verkaufen aber nur so 30 seiten Storys wo sich sowieso gar nichts entwickeln kann und packen dann noch min 8 Seiten fan arts mit hinten dran -.- Goldfisch habe ich noch nicht gekauft, aber eine kleine Leseprobe auf der Dokomi ergattert in die ich mal reinschauen werde. ^-^

    • Mia sagt:

      Habe die Antworten Funktion gerade hinzugefügt, klappt jetzt hoffentlich ;)
      Ich habe bisher (leider) noch keine Doujinshi oder Mangas von deutschen Mangakas gekauft. Ich weiß aber auch gar nicht so recht wieso. Aber wie du schon sagst, da gibt man sein Geld aus und bekommt am Ende nicht das, was man eigentlich gerne gehabt hätte :D Da haben es so Vollzeit Mangaka in Japan schon einfacher mit ihren Assisstenten und alles xD Bei solch kleinen Mengen an Seiten kann sich halt auch echt nix entwickeln das ist sehr schade. Habe es gerade bei Serien oder Mangas oft, dass ich Charaktere am Anfang echt nicht mag und erst Schritt für Schritt mögen oder lieben lerne :D sowas kannste da dann echt vergessen xD Und jaaa von den schönen Fanarts am Ende hat man dann auch nix ;) Wenn du dir wegen Goldfisch unsicher bist – da hab ich auch ne Review drüber geschrieben :3 <3

  2. Timo sagt:

    Wow, die Zeichnungen gefallen mir wirklich sehr und haben mich auch direkt überzeugt.
    Ich denke, der erste Band wird seinen Platz in meine nächste Bestellung finden, danke für den Tipp :)

    Ich hoffe nur wirklich, dass es mehr Bände geben wird. Es wäre schade, wenn eine gute Story durch Hetzerei ruiniert wird.

    • Mia sagt:

      Schön, dass ich dir was interessantes, neues zeigen konnte! :) sehr gern.
      Die Story ist tatsächlich nur auf 3 Bände ausgelegt, aber ich hoffe dennoch, die Mangaka macht das Beste daraus! :)

  3. Listenes sagt:

    Ich war auch sehr überrascht vom ersten Band! Auf der Dokomi habe ich mir ein paar Doujishins gekauft und von allen 8 deutschen Mangas die ich bisher gesammelt habe, konnten mich nur Kamo und Mechanical Prinzessin überzeugen. In den meisten Fällen ist es wirklich der Zeichenstil der mich stört, weil die Künstler sich bei den Manga Seiten einfach nicht so eine Mühe geben wie bei ihren ausgearbeiteten Zeichnungen. Andererseits stört mich die kürze der Mangas! Wie Hotarukiryu finde ich, dass sich die Story dann nicht entwickeln kann und das liegt aber nicht an den Verlagen, schließlich sind die meisten der Mangas auf die ich mich beziehe ja in Eigenproduktion entstanden. Von Reyhans Manga war ich deshalb auch total enttäuscht! Ständig zeichnet sie ihre ägyptischen Götter, weshalb ich von ihrem Manga viel erwartet hatte und dann musste ich feststellen, dass ich mein Geld für eine simple Kurzgeschichte ausgegeben habe o_o Aber zurück zum Thema…. Bei Kamo sehe ich dieses Problem bisher nicht! Im Gegenteil ich sehe viel Potential für mehr. ^-^

    • Mia sagt:

      Dein Feedback zu Kamo freut mich sehr, vor allem, weil du ja den direkten Vergleich mit anderen deutschen Mangas hast ;) Ich tue mich wirklich immer schwer damit, deutsche Mangas zu kaufen oder gerade auch welche in Eigenproduktion. Weil, wie du eben schon sagst, oft hat es eben nichts mit dem zu tun, was man bei den Leuten in Instagram oder Twitter so sieht ;) wer gut Zeichnen kann, kann halt nicht auch direkt einen guten Manga machen! Ich hab wirklich Respekt vor jedem, der es probiert, aber es spielen so viele Sachen da mit rein. Mit einer schlechten Story taugen halt die schönsten Zeichnungen auch nichts :) Ich für meinen Teil bin froh, dass ich Kamo und auch Goldfisch eine Chance gegeben habe und so positiv überrascht wurde. Und ja, ich sehe auch Potential für mehr, wir sind uns da also einig ;)

  4. hotarukiryu sagt:

    Ich persönlich kann Leute verstehen, die eher davon absehen Manga von deutschen Mangaka zu kaufen. Das hat meist nichts mit den Zeichnungen zu tun, da stellen die deutschen Verlage schon ordentliche Voraussetzungen. Es ist eher die Story, die mich an solchen Werken meist stört. Verlage wie Tokyopop, Carlsen und Egmont trauen sich einfach nicht an mehr als fünf Bandreihen und das macht mich persönlich eher stutzig. Heißt nicht, ich verlange zwanzig Bände Reihen von den deutschen Zeichnern, um Gotteswillen. Mir geht es eher darum, dass den Zeichnern hierzulande keine wirkliche Zeit geboten wird. Storys entfalten sich nun mal nicht immer direkt im ersten Band. Das sieht man an so vielen Reihen und ich fühle mich bei den deutschen Zeichnern oft nur durch die Story gehetzt. Ban Zarbo und einige der anderen, neuen deutschen Zeichner scheinen da wohl anders zu sein. Die Vergleiche zu Death Note finde ich aber eher meh, bin ich ehrlich. Dieses Werk steht für sich und braucht sich nicht an japanischen Werken messen. Für mich klingt Kamo auch nicht wirklich wie ein Shounen Manga (Death Note auch nicht, aber davon mal abgesehen), sondern eher wie ein Seinen Manga. Aber das ist meine persönliche Meinung, ich werde auf jeden Fall noch reinschauen. Ich glaube aber, das Tokyopop sich das mit den drei Bänden noch offen lässt. Kamo scheint so beliebt zu sein, dass da bestimmt noch ein bis zwei Bände mehr drin sind. ^^

    • Mia sagt:

      Dankeschön für deinen Ausführlichen Kommentar! :)
      Ich kann es auch verstehen, wenn jemand sagt, er kauft keine Mangas von deutschen Mangakas. Auch aus den von dir genannten Gründen. Viele Storys brauchen wirklich die Zeit um sich zu enthalten und wenn ihnen diese genommen wird, können sie gar nicht zeigen, was sie drauf haben. Kamo hätte ich eher auf 6-12 Bände gesetzt statt auf 3, aber je mehr Bände umso höher ist natürlich das Risiko der Verkaufszahlen. Trotzdem, so braucht man sich nicht wundern, dass die deutschen Mangakas so einen “schlechten” Ruf bekommen. Kamo geht da aber denke ich in die richtige Richtung.

      Vergleiche zu Death Note? Wer hat denn damit angefangen? Kann ich leider Null nachvollziehen, sorry xD Man kann so einen Manga definitiv nicht mit anderen vergleichen, wie gesagt, höchstens von der Story Idee her mit Shaman King aber wie ich ja geschrieben habe, kann man es einfach nicht richtig miteinander vergleichen. In Japan gelten ja auch ganz andere Vorschriften und Regeln :)

      Shounen heißt ja heruntergebrochen nur, dass die Story für Jungs ausgelegt ist. Sprich: Action und Abenteuer stehen im Vordergrund. Seinen ist dann schon eher viel blutiger und viel tiefgründiger, so interpretiere ich zumindest die Bezeichnungen. Daher find ich das an dieser Stelle schon in Ordnung, wenn man damit wirbt, dass Kamo ein Shounen ist :) Seinen ist halt auch in Deutschland noch viel zu unbekannt. Bei Death Note kann man sich aber tatsächlich darum streiten, ob es nun Shounen oder Seinen ist ;)

      Ich weiß grad leider gar nicht mehr wo ich das mit den drei Bänden gesehen hatte, glaube das war am Ende vom Band. Ich hoffe aber natürlich auch, dass es mehr werden!! :D

      • hotarukiryu sagt:

        Die Information mit den drei Bänden habe ich auch gelesen, dass ist nicht völlig neu für mich. Das mit Death Note hatte ich in einer anderen Rezession gelesen, frag mich jetzt nicht wo. Man ließt hier und da immer etwas, was am Ende nicht mal stimmt. Death Note war halt immer so ein Wackeltitel, aber das wissen die Mangaka dazu auch selbst. Platinum End ist nicht umsonst als Seinen eingestuft worden, obwohl es meiner Meinung nach kaum anders als Death Note ist. Damals und in Japan selbst war wohl alles noch anders.

        Ich werde mir Kamo aber noch zulegen, entweder schon jetzt oder wenn es dann komplett ist. Liegt aber mehr daran, dass ich Dinge gerne auf einen Schlag lese. Ich wünsche Ban Zarbo auf jeden Fall viel Glück und gönne ihr den Erfolg mit ihrem Manga. Bleibt also nur abzuwarten, ob Tokyopop deswegen vielleicht ein paar Titel mehr ins Programm aufnehmen wird und vielleicht ein neues Format starten wird. So etwas wie ein monatliches Magazin für deutsche Mangaka würde sicher nicht nur einigen Zeichnern, sondern auch neuen Redakteuren die Türen öffnen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich stimme zu.