Film Review: Vaiana – Das Paradies hat einen Haken

Vaiana

Unser Kumpel hatte einen Gutschein für die VOD-Plattform Juke und den wussten wir weise zu nutzen. Ich hab Vaiana leider nicht im Kino ansehen können und war daher froh, dass die Männer von der Idee den Film zu schauen nicht abgeneigt waren. Ich gehöre zu jenen, die Frozen schon gut fanden von den “aktuelleren” Disney Filmen. Vaiana macht dem Film für einen Disney Film echt Konkurrenz.

Mit ihrem Stamm lebt Vaiana (im Original: Moana) auf einer fiktiven Insel (Motunui) in Polynesien. Als Tochter des Stammeshäuptlings hat sie eine Tradition fortzuführen und in die Fußstapfen ihres Vaters zu treten. Viana ist allerdings ein Freigeist und hat eigene Pläne für ihr Leben. Sie scheitert allerdings jedes Mal daran, wenn sie die Insel verlassen möchte. Es zieht sie trotzdem immer wieder auf das Meer hinaus.

Eines Tages beginnen die Fischer sich zu beklagen, dass sie keine Fische mehr fangen können. Um dem Problem auf die Spur zu gehen macht sich Vaiana trotz allem auf den Weg hinaus auf den Ozean. Sie spürt einfach, dass sie eine besondere Verbindung zum Meer hat, seit sie Klein ist. Weil sie trotz gescheiterten Versuchen nicht aufgibt schafft sie es letzendlich aufs Meer und macht sich auf, die Insel zu retten.

Ihre Großmutter war ein wichtiger Teil ihres Lebens und begleitete sie stets, sie stand immer hinter den Entscheidungen von Vaiana und steht ihr auch jetzt noch stark zur Seite. Vaiana erfuhr von ihr, dass die umliegenden Inseln von einer Finsternis bedroht werden, da einst der Halbgott Maui der Göttin Te Fiti ihr „Herz“, ein magisches Artefakt, gestohlen hat. Vaiana nimmt die beschwerliche Reise auf sich erst Maui zu finden und einen Weg zu suchen, den Fluch von Te Fiti zu nehmen.

   

Während ich diese Zeilen schreibe läuft das Lied “Ich bin bereit”. Auch, wenn das offizielle Lied von Helene Fischer gesungen wird und ich damit überhaupt nicht einverstanden bin, weil ich ihre Lieder sonst echt übel finde, muss ich gestehen, dass das Lied echt toll klingt. Generell fand ich die Lieder hier für sich alleine nicht soo schön, allerdings waren sie im Film wirklich wunderschön und passend. Auch die Texte erzählen ihre ganz eigene Geschichte und sind auch ohne Bilder selbsterklärend und aussagekräftig. Wobei ich die Flmversion von “Ich bin bereit” zwar ruhiger und nicht ganz so schön empfinde, aber für den Film viel besser und gefühlvoller. Ich persönlich bin mit dem Soundtrack als Gesamtwerk sehr zufrieden.

Die Geschichte hinter dem Film ist echt schön. Ich wusste nicht, worum es in dem Film geht. Allerdings war der Hype um den Film deutlich zu spüren, auch, wenn man den Film nicht im Kino gesehen hat. Zu Recht. Ich bekomme immer noch Gänsehaut, wenn ich an den Film denke. Die Geschichte hat so viel Herz. Die kleine Vaiana, die schon immer eine Verbindung zum Meer spührt. Dieses Fernweh, was sie sich nicht erklären kann. Und dagegen ihre Führsorglichen Eltern, die anderes mit ihr im Sinn haben. Als einzige Tochter muss sie schließlich der nächste Häuptling werden. Ich finde es übrigens schön, dass es hier nicht (wie so oft) heißt, dass nur der Sohn ein Nachfolgeder werden darf. Sie ist zwar ein Freigeist, nimmt ihre Rolle aber dennoch an.

Erst, als sie merkt, dass sie für Ihre Insel etwas tun muss, nimmt sie die Sache selbst in die Hand. Sie hat endlich ihre Bestimmung gefunden und geht dieser nach, auch, wenn sie beim Verlassen der Insel schon gescheitert und gekentert ist. Diese Willensstärke bei ihr finde ich wirklich wundervoll. Der Film bringt genau diese Gefühle einfach wunderbar rüber. Generell fängt er sowohl den Geist der Insel mit seinen Bewohnern sehr gut ein, als auch die Gefahren auf hoher See. Auch das Leben auf der Insel und das miteinander fand ich unheimlich toll erzählt. Eine große, glückliche Familie, auch, wenn nicht alle Blutsverwandt sind.

Und dennoch alles mit Humor und einer Leichtigkeit. Ich hatte beim Anschauen einen unheimlichen Spaß. Und ich denke, genau das wollte der Film auch erreichen. An einigen Stellen dachte ich mir als Erwachsener zwar, dass es zu kindisch ist, aber immerhin hat es der Film so geschafft sowohl Tiefgründig für Erwachsene zu sein, als auch kindisch für die kleineren Zuschauer. Die Tattoos von Maui hab ich beispielsweise am Anfang sehr deplatziert empfunden. Als dann aber gesagt wurde, welche Bedeutung diese für ihn haben, fand ich sie auf einmal nicht mehr deplatziert. Das Schweinchen fand ich unheimlich süß, ich hätte es viel lieber dabei gehabt als das Huhn, was ab einem bestimmten Punkt wirklich nervig gewesen ist. Es ist aber dieser Tiefgang, den ich an dem Film so schätze. Auch, wenn man mal einen schlechten Tag hat, hilft es unwahrscheinlich den Film anzusehen oder allein nur die Lieder zu hören.

Die deutschen Synchronsprecher haben einen wunderbaren Job gemacht. Auch hier wurde es wieder so gelöst, dass es eine Sprechstimme und eine Singstimme für die meisten Charaktere gab. Und auch im englischen klingen die Lieder wirklich wundervoll. Ebenso bereitet mir die 24 Sprachen Version unheimliche Gänsehaut. Ich finde es schön, dass der Film in so vielen Sprachen umgesetzt wurde und so viele Menschen auf der Erde sich an der Geschichte erfreuen können.

Ohne Gewissensbisse kann ich behaupten, dass ich jedem diesen Film empfehlen würde. Klar, hier fehlt die Spannung und der Plottwist am Ende ist für viele Vorhersehbar. Dennoch finde ich, dass der Film tiefer geht als das. Der Film und die Lieder gehen bis ins Herz und verweilen dort – so muss ein Film sein. Mit Herz animiert, den Charakteren tatsächlich Leben eingehaucht, Gänsehaut bis in jede Pore des Körpers. Sowas erwarte ich von einem guten Disney Film und genau das habe ich auch bekommen. Ich bin sehr zufrieden und es wird garantiert nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich diesen Film gesehen habe. Von mir bekommt der Film 9 von 10 wahrgewordenen Träumen.

Eure

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2 Antworten

  1. feuerengel82 sagt:

    Ich hab den Film vom ersten Ton an geliebt. Allerdings finde ich die deutsche Version von Maui’s Song nicht so schön, dann lieber das Original. Und Hei Hei das verwirrte Huhn ist ja eh der Kracher :)

    • Ich kann dir echt nur zustimmen! :) Und ja, You’re Welcome find ich auch viel schöner als Voll gerne, wobei das echt ne gute Übersetzung von You’re Welcome ist, dafür gibts ja eigentlich kein deutsches Äquivalent xD Hachja das Huhn… war echt nervig aber ohne hätte was gefehlt xD die Welle fand ich aber auch voll süß <3

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