Spiel Review: Kindergarten

Kindergarten

Hin und wieder, wenn mich ein Indie-Spiel anspricht schaue ich auch gerne mal rein und gebe die paar Euro dafür aus. Meist komme ich über Youtuber oder Kotaku auf die Spiele. Bei dem kleinen Spiel Kindergarten verhielt es sich ähnlich. Einer meiner absoluten Lieblings-Youtuber ist MatPat mit seinem Channel „The Game Theorists“. Ich liebe es seinen Theorien zu den absurdesten Sachen zu lauschen.

Ob es darum geht, ob Assassinen den Leap of Faith überleben können, ob Mario in Wirklichkeit ein kranker Psychopath ist oder ob FNAF tatsächlich irgend einen Sinn ergibt XD Eins seiner aktuelleren Videos widmet sich dem oben genannten Spiel Kindergarten. Nachdem ich mir das Video vor ein paar Wochen angesehen hatte, wurde ich natürlich neugierig auf das kleine Spiel und habe es mir ein paar Tage später dann auch gekauft. Hier also meine kleine Review dazu.

Im Spiel übernehmen wir die Rolle eines ganz gewöhnlichen Kindergartenkindes. Wir spielen, wir lernen, machen neue Freunde …… und versuchen zu überleben. Denn der Kindergarten den wir Besuchen ist nicht gerade normal. Ständig verschwinden Kinder spurlos und wer es sich mit den Erwachsenen verscherzt, der kann sicher sein dafür zu bluten.

Als Billy, unser Freund und Klassenkamerad (oder eher Gruppenkamerad), spurlos verschwindet, nehmen wir uns der Aufgabe an, die Geheimnisse des Kindergartens aufzudecken. Doch der Weg ist gepflastert mit Problemen und wir müssen uns erst mit den anderen Kindern anfreunden, um langsam die einzelnen Mosaik-Teile zu ergattern und das Rätsel um Billys verschwinden zu lösen.

   

Was mir von Anfang an sowohl negativ, wie auch positiv aufgefallen ist, ist die Tatsache dass sich alles immer am selben Tag, also Montags abspielt. Das macht es zwar etwas absurd, das man beim „erledigen“ einer Route eine Schlüssel-Item für andere Routen bekommt. Es erklärt aber wiederum auch, warum die Abläufe jeden Tag exakt gleich sind. Ich finde es aber auch unheimlich Spaßig nach und nach mehr über die einzelnen Kinder zu erfahren. Nur um dann mithilfe des erlangten Wissens, die kleinen Rätsel, rund um die einzelnen Routen zu lösen.

Ich habe allein für die Hauptstory jetzt ganze 18 Tage/Anläufe gebraucht. Und wenn man bedenkt, das es alleine 7 Routen zu „lösen“ gilt denke ich ist das ein ganz guter Schnitt. Jeder einzelne Tag besteht aus 4(5) Phasen. Die Zeit vor der Schule, die erste Unterrichtsstunde, Mittagspause, Nachmittagsfreizeit und die Abendliche Tagesbesprechung in der man besondere Erfolge des Tages präsentiert. In den ersten 4 Phasen hat man jeweils 5 Aktionen zur Verfügung, also ganze 20 Pro Tag um eine Route ab zu schließen.

Das erfordert bei manchen Routen ganz schönes Planungsspiel, da die meisten das volle Pensum beanspruchen. Sehr positiv finde ich hier ja, das die Routen zwar diverse Schnittpunkte haben, sich aber die Geschichten der Kids doch sehr unterscheiden. Da gibt es beispielsweise Cindy, die arrogante Zicke, in deren Route man Lilly´s Leben zur Hölle macht und ihr Beispielsweise Kagummi ins Haar schmiert und sie mit Blut übergießt.

Oder Nugget (über den MatPat´s Theorie ging) ein kleiner, leicht zurück gebliebener Junge der, wer hätte es gedacht Nuggets liebt. In seiner Route versuchen wir sein Vertrauen zu gewinnen, um Einlass in seine ominöse Höhle im Sandkasten zu bekommen. Alternativ kann man natürlich auch der Liebling der Lehrerin werden und nacheinander seine Mitschüler verpfeifen und auszuschalten. Das Glanzstück bildet aber Lillys Route. Um selbige zu beenden, muss man erst alle anderen geschafft haben. Bei ihr geht es darum, das Verschwinden ihres Bruders Billy aufzudecken. Ihr sehr also, die einzelnen Geschichten könnten unterschiedlicher nicht sein und bieten durchaus Abwechslung.

Das ganze kann auch problemlos ohne Guide gespielt werden, da es In-game eine Art Hilfe-Tagebuch gibt. Darin notiert das Spiel, Tag-übergreifend was den in den einzelnen Routen zu erledigen ist und gibt auch Tipps was man evtl anders machen sollte. Ein durchaus nettes und hilfreiches Gimmik. Das Herzstück des Spieles dürfte aber seine Kompromisslosigkeit sein. Macht man den Hausmeister blöd an, wird man zu Tode geprügelt. Ist man dem Direktor zu neugierig, wird man erschossen, usw.. Somit bildet jeder Tag, ist ein lustiger und spannender Balance-Akt zwischen Fortschritt und Überlebenskampf.

Als kleine Nebentätigkeit, gilt es auch noch 25 Monstemon Karten einzusammeln, für die man auch wiederum kleinere Rätsel lösen muss. Wer das wiederum schafft bekommt auch noch das Secret Ending mit einer ominösen Nachricht zu sehen.

Auch wenn das Spiel Grundsätzlich unheimlich simpel ist, macht es unheimlich Spaß. Ich kann es für die 5 Euro, die es lediglich kostet, nur jedem empfehlen. Die einzelnen Geschichten und Routen sind abwechslungsreich und die Rätsel sind teils knackig ohne wirklich schwer oder unlösbar zu wirken. Mir selbst fehlen noch eine Hand voll der Monstemon Karten für das Secret Ending. Die werde ich mir bei Zeit aber definitiv auch noch holen. Von mir gibt es hier für ein gelungenes Indie-Abenteuer und einen spaßigen Sonntag-Nachmittag verdiente 8 von 10 Kindergarten Abenteuern.

Euer

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