Film Review: Valerian – Die Stadt der Tausend Planeten

Valerian

Die meisten von euch dürften schon etwas von Valerian gehört haben. Wenn nicht, solltet ihr das dringend ändern. Der Film läuft seit dem 20. Juli 2017 im Kino und die Meinungen über den Film sind sehr zwiegespalten. Die Vorlage für den Film bietet eine französische Science-Fiction-Comic-Serie von Pierre Christin und Jean-Claude Mézières. Die Geschichte rund um Valerian und seine Partnerin sind erstmals am 09. November 1967 erschienen. Nun wurde die wunderbare Story fast 50 Jahre später in einem Kinofilm umgesetzt. In den Hauptrollen sehen wir Dane DeHaan und Cara Delevingne, die zusammen wirklich wunderbar harmonieren und den Film zu etwas besonderem machen.

Die Geschichte ist in der Zukunft angesiedelt und spielt im 28. Jahrhundert. Die beiden Spezialagenten Valerian und Laureline kämpfen gemeinsam mit ihrem Raumschiff Alexa im Auftrag der Regierung für die Ordnung in der Galaxis. Durch einen Auftrag müssen sie in die riesige Weltraum-Metropole Alpha, die Stadt der Tausend Planeten. Dort sind unzählige Spezien aus dem Universum angesiedelt und leben in einer friedlichen Koexistenz miteinander. Durch das vereinte Wissen der verschiedenen Zivilisationen erschaffen sie einen Nutzen und Vorteil für alle. Die beiden Agenten merken aber schnell, dass auf Alpha im Moment etwas so gar nicht stimmt und gehen der Sache auf die Spur. Es beginnt ein Katz und Maus Spiel der besonderen Art.

   

Als ich den Trailer zum ersten Mal gesehen hatte, wusste ich, dass ich den Film unbedingt im Kino sehen muss. Und gestern war es dann soweit. Wir hatten unseren Kumpel mitgeschleppt, der den Film aus Prinzip nicht sehen wollte. Einige Überredenskünste meinerseits später und er hat sich bereitschlagen lassen, doch mit zu kommen, war mit der Entscheidung aber nicht sehr glücklich. Nach dem Film musste er aber zugeben, dass er gut war und er hat es nicht bereut, ihn gesehen zu haben. Dem Film sollte man wirklich nicht mit einer Vormeinung direkt absägen, nur Aufgrund des Trailers, dass es ein französischer Film ist, schlechten Kritiken oder, dass einem die Schauspieler nicht zusagen.

In meinen Augen ist der Film noch mehr als das. Ich war wie gesagt vom Trailer schon mega Begeistert. Es kam mir wirklich vor, als würde ich einen sich bewegenden Comic ansehen. Diese Welt, die dort angeteasert wurde war atemberaubend. Und wenn ich ehrlich bin hat mich der Film selbst sogar noch mehr umgehauen. Visuell war der Film wirklich atemberaubend, eine einzige Bildgewalt, für Science-Fiction-Fans gemacht. Dazu noch eine verdammt gute Story, tolle Charaktere und viel Humor.

Der Film war sowohl eine Wohltat für meine Augen, als auch für meinen Bauch. Ich musste viel Lachen, der Humor war einfach genau meins. Manchmal schwarz, manchmal bitter, manchmal total bekloppt und manchmal einfach Facepalm-würdig. Alles in allem eine Köstliche Unterhaltung. Dazu gibts noch eine wunderbare Liebesgeschichte und viel Action, was will man eigentlich mehr.

Ein bisschen schade fand ich, dass man die atemberaubensten, mega gut bearbeiteten Szenen bereits im Trailer gesehen hatte. Da ich den Trailer im Kino nun schon so oft gesehen hatte, konnte mich das nicht mehr umhauen. Aber dafür konnten mich die Sets, die anderen Bearbeitungen und die Kostüme so richtig beeindrucken. Der Film dreht sich um eine fast ausgestorbene Zivilisation, die Perle genannt werden, und sie haben die Besonderheit, dass sie zwar Menschenähnlich aussehen, allerdings unter der Haut einen wunderschönen Schimmer haben. Die Bearbeitungen bei diesen Charakteren war echt der Hammer, das muss viel Zeit in Anspruch genommen haben. Aber es hat sich gelohnt.

Auch die Umgebungen waren einfach atemberaubend schön. So gerne würde ich den Film direkt gerne wieder zum ersten Mal erleben, nur, um diese tollen Eindrücke nicht zu vergessen. Sonst bin ich ja kein Fan von 3D aber hier hat es sich wirklich mal gelohnt. Ich weiß nicht, ob es 3D gedreht oder nachbearbeitet wurde, aber es war auf jeden Fall besser als bei manch anderen Filmen, wo nur die Charaktere ein bisschen 3D aussahen. Da lohnt es sich hier wenigtens mal die paar Euro mehr für 3D auszugeben.

Interessant fand ich es, als unser Comic-Händler von der Comicreihe schwärmte und uns erzählte, dass sich Star Wars bei de, Valerian Comic bedient hat. Das habe ich auch so im Internet nachlesen können. George Lucas, der Schöpfer von Star Wars, ging zwar nie darauf ein, aus der Vorlage einen Film zu machen, allerdings sieht man einige Einflüsse. Der Comic erschien 1967 und der erste Star Wars, Krieg der Sterne, in 1977. Es wurden einige Stilelemente übernommen, z. B. sieht das berühmte Sklaven Kostüm von Prinzessin Leia Organa einem Outfit von Laureline sehr ähnlich. Außerdem bestehen Ähnlichkeiten zwischen dem Millennium-Falken und Zeichnungen eines Raumschiffs aus dem Comic. Man merkt also, dass die Comics für George Lucas eine Inspiration darstellte, obwohl der französische Comic damals noch unbekannt in den Vereinigten Staaten war. Fand ich sehr interessant.

Die Regie für den Film wurde von Luc Besson übernommen, der schon seit vielen Jahren die Aufgabe übernehmen wollte, den Comic in einem Film umzusetzen. Für ihn war es eine Herzensangelegenheit, da er bereits mit 10 Jahren ein großer Fan von der Comic-Reihe war, die zu diesem Zeitpunkt schon weltweit beliebt war. Er war jedoch der festen Überzeugung, dass man den Comic nicht anständig in einen Film umsetzen kann. Als er jedoch Avatar – Aufbruch nach Pandora im Kino sah, wurd er vom Gegenteil überzeugt. Obwohl ich Avatar nie gesehen habe, muss ich von dem Bildmaterial, was ich bisher davon gesehen hatte, schon zugeben, dass da eine gewisse Ähnlichkeit nicht von der Hand zu weisen ist.

Besson vergleicht die Figuren von Valerian und Laureline gerne mit Mister und Misses Smith im Weltall. Und das trifft den Nagel ziemlich gut auf den Kopf. Sie zanken sich, mögen sich aber dennoch sehr und dieses Katz und Maus Spiel fand ich ziemlich süß. Mit den beiden Schauspielern wurde da wirklich das Richtige Pärchen gefunden, die beiden harmonieren richtig gut miteinander. Cara Delevingne kenne ich bisher nur aus Suicide Squad, dort hat sie als Enchantress eine richtig gute Figur gemacht. Ich wusste nicht, woher ich Dane DeHaan kannte, habe dann aber gesehen, dass ich ihn in The Amazing Spider-Man 2 als Harry Osborn gesehen hatte. Allein vom Trailer her war ich sehr begeistert über die Besetzung der Laureline aber auch sehr skeptisch bei ihm als Valerian. Er konnte mich im Film aber absolut überzeugen, er verkörpert den Playboy richtig gut. Als Laureline hat mich Cara auch sehr überzeugen können.

Über die deutsche Synchronisation kann man wirklich nicht meckern. Valerian wurde von Constantin von Jascheroff gesprochen, der zwar schon viele Rollen synchronisiert hat, allerdings nichts, was ich kenne. Dennoch hat die Stimme sehr gut zum Schauspieler gepasst und war angenehm. Die Stimme der Laureline, Maximiliane Häcke, kannte ich. Ich wusste während des Films aber nur noch, dass ich sie auf jeden Fall schon oft gehört hatte und das ist tatsächlich der Fall. U. a. hat sie mit gesprochen bei Fluch der Karibik 5, Deadpool, Summer Wars, Nisekoi, Glee, Maid-Sama, Angel Beats! und und und. Ich mag die Stimme total und auch sie hat einfach wunderbar zur Figur gepasst. Hier hat sich die Mühe der Synchronfirma Scalamedia wirklich gelohnt

Kritiker bemängeln oft die Story und die Charaktere. Ich kann da nicht zustimmen. Ja, der Film hatte gewisse Logiklücken, das muss ich zugeben. Allerdings fand ich diese wirklich nur sehr gering und notwendig. Und ja, vielleicht war die Liebesgeschichte etwas deplatziert, aber ich war absolut zufriedengestellt. In meinen Augen war die Geschichte witzig, zugleich ernst, actionreich und schön. Außerdem macht diese wahnsinnige Optik in meinen Augen diese paar kleinen Fehler definitiv wieder gut und daher bekommt der Film von mir auch wohlverdiehnte 9 von 10 Außerirdischen Rassen.

Eure

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1 Antwort

  1. Yay, noch jemand der den Film echt toll fand. Bei mir im Freundeskreis wird er wegen der schlechten Kritiken ja wie die Pest gemieden. hielt mich aber dennoch nicht davon ab, ihn mir im Orginal mit Untertertitel im Metropolis Köln anzuschauen. Da lief er nur in 2D, aber wenn ich deine Begeisterung für die 3D Effekte so lese und bedenke was zu so an Effekten im Film zu sehen war, hätte ich mir doch vielleicht die 3D Fassung im Cinedom anschauen sollen.
    Was ich ja total nicht verstehe ist das dem Film zu wenig Story vorgeworfen wird. Ich fand diese sehr gut geschrieben und vor allem hatte sie einen erwachsenen Touch und nahm sich auch ernst. Ich denke grad das dürfte den einen oder anderen Kritiker mißfallen haben. Ein Sci-Fi Film mit so vielen bunt gemischten Rassen muß storymäßig leicht verdaulich und familienfreundlich sein. Bloß nichts ernstes drin vorkommen lassen. Mir hingegen gefiel das sogar sehr.
    Was den Humor betrifft bin ich deshalb auch etwas anderer Meinung als du. Ich hab selten gelacht, aber dafür waren die wenigen Gags dann gut gesetzt. Ich glaub am meisten Humor bezieht der film auch aus den buddy Movie Momenten der beiden Hauptdarsteller.
    Auch kam mir zu Ohren das man bemängelte es wird zu wenig erklärt. also mal ehrlich der film erklärt zu 200% mehr als ein Spider-Man Homecoming. Auch die Charakterisierung der beiden Mainchars fand ich ausreichend genug. Schon in den ersten minuten konnte man sich ein gutes Bild von ihnen machen.
    Ich seh es schon kommen das der Film im Rekordtempo, wegen der Negativpresse, aus dem Kinos fliegen wird und die Leute gar nicht wissen, was für euinen guten Film sie letztendlich verpassen.

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