Comic Review: Valerian & Laureline – Filmausgabe

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Valerian

Nachdem ich euch über den Film Film Review: Valerian – Die Stadt der Tausend Planeten berichtet habe, habe ich heute den Comic gelesen und möchte ein bisschen darüber erzählen und auch, was der Comic, der bei Carlsen Comic erschienen ist, eigentlich mit dem Film zu tun hat. Es fängt schon damit an, dass sich die Inhaltsbeschreibungen unterscheiden.

Valerian und Laureline sind Agenten des “Raum-Zeit-Service”. Die Organisation agiert von der Hauptstadt der Zukunft aus, Central City. Dank der Erfindung des Raum-Zeit-Sprungs können die beiden Agenten in die verschiedenen Jahrhunderte und auch an andere Orte des Weltraums landen und Konflikte lösen.

   

Ich wusste gar nicht richtig, was mich bei dem Comic erwarten wird. Ich wusste bisher nur, dass er als Vorlage zum Film gedient hat. Zum Start des Kinofilms hat Carlsen ein Special von Valerian und Laureline herausgebracht, welches zwei Alben der Comic-Reihe umfasst. Dabei handelt es sich um Album 2 “Im Reich der 1000 Planeten” und Album 6 “Botschafter der Schatten”. Carlsen wirbt damit, dass dies die beiden Bände sind, die für den Film als Vorlage genutzt wurden.

Man darf bei dem Comic nicht vergessen, wie alt er eigentlich ist. Der erste Band des Comics “Die Stadt der tosenden Wasser” erschien im Jahr 1967 und wurde in Frankreich veröffentlicht. Pierre Christin war dabei für die Texte verantwortlich und Jean-Claude Mézières hat gezeichnet, während seine Schwester für die Kolorierung zuständig war. Bis 2014 erschienen insgesamt 22 Bände und seit 1978 erschien das Abenteuer von Valerian und seiner Partnerin bei Carlsen Comics.

Es wurde sich damals bei Carlsen Comics in der deutschen Veröffentlichung dafür entschieden, der weiblichen Hauptperson einen neuen Namen zu geben. So hieß sie nicht, wie im Französischen Original Laureline, sondern wurde in Veronique umbenannt. Warum genau das so war weiß Carlsen selbst nicht mehr. Sie schreiben diesbezüglich selbst im Comic “Man munkelt, dass ein gewisser Redaktionsbote, der zu dieser Zeit ein Praktikum in der Verlagsdruckerei absolvierte, seine Finger im Spiel hatte”. Nicht nur in Deutschland wurde ihr ein neuer Name verpasst. In den Adaptionen der nordischen Länder hieß sie Linda. In den Niederlanden wurde es wiederum ganz anders gemacht, hier behielt Laureline ihren Namen, dafür hat Valerian aber den neuen Namen Ravian bekommen.

Da sich in der Filmversion jedoch dafür entschieden wurde, es bei den Originalnamen zu belassen, wurde dies auch in diesem Film-Special von Carlsen Comics berücksichtigt und ihr Name wurd in Laureline umgeändert. Eine Stelle hatte ich aber beim lesen gefunden, wo noch Veronique stand.

Dieses Special ist fast 100 Seiten lang und die beiden Kapitel sind ungefähr gleich lang. Vom Lesefluss her war ich nicht so zufrieden. Ich musste mir beim lesen aber auch immer wieder daran erinnern, wie alt dieser Comic einfach ist. Für mich war der Comic nichts. Ich fand sowohl die Reihenfolge der Panel oft unangenehm, als auch die Texte. Ich bin es eben einfach gewohnt, dass sich die Texte nur in den Sprechblasen der Charaktere befinden. Hier gab es aber auch unheimlich viel Text außerhalb der Bilder, als eine Art “Erzählstimme”. Der Stil sagt mir leider gar nicht zu. Ich fand es auch zu viel Text an einigen Stellen, hier und da hätte ruhig gekürzt werden können. Es wurde auch zu viel beschrieben, was man auf den Bildern eh gesehen hat.

Außerdem gefallen mir die Zeichnungen leider so gar nicht. Ich weiß nicht, wie alt die beiden im Comic sein sollen, allerdings sehen sie in meinen Augen viel älter als, als die Schauspieler, die im Film genommen wurden. Was die Story angeht, weiß ich leider nicht, wo die erste Geschichte eine Vorlage für den Film gewesen sein soll. In meinen Augen hatte die Story nichts mit dem Film zu tun und war für mich auch eher langweilig und uninteressant. Ich habe das Lesen durchgezogen, weil ich dachte, vielleicht wird es ja noch besser, das passierte aber in dem ersten Teil nicht mehr.

Der zweite Teil erhielt einige Charaktere, Geschehnisse und Tatsachen, die im Film genutzt wurden. Miteinander vergleichen kann man die beiden Storys aber trotzdem nicht richtig. Der Film hat das wohl wirklich nur als grobe Vorlage genommen und viel dazu gedichtet. Die Version des Films hat mir aber alles in allem viel, viel besser gefallen. Im Comic war Laureline fast das Gesamte Kapitel alleine und auf dem Weg, Valerian zu retten. Sie war unterwegs mit dem kleinen Grunztier-Transmutator, der es auch in den Film geschafft hat. Beim lesen des Kapitels habe ich dann auch verstanden, wieso Laureline im Film so mit dem Tierchen verbunden war. Wobei es im Comic anders benutzt wurde als im Film, im Comic wurde seine Fähigkeit richtiggehend ausgereizt. Im Film fand ich übrigens die Szene mit der Qualle irgendwie unpassend, es passte irgendwie nicht so richtig zum Rest. Und siehe da: genau das ist etwas aus dem Comic. Erklär also, wieso es sich für mich so seltsam angefühlt hatte im Film.

 

Natürlich fand ich den Comic alles in allem dennoch nicht schlecht und interessant, aber eher, weil ich unbedingt wissen wollte, in welcher Verbindung der Comic mit dem Film steht. Der Film hat mir echt gut gefallen und wenn das der Fall ist, möchte ich immer gerne auch mehr über die Hintergründe erfahren. Wenn man wirklich bedenkt, wie alt der Comic ist und, welche Bedeutung er für unsere heutige Welt des Science-Fiction hat, bekommt er stark an Bedeutung. Wie in in meiner Review zum Film schon gesagt hatte, hätte es Star Wars ohne die Comics von Valerian vielleicht gar nicht gegeben. Wobei ich es schon eine Frechheit finde, dass George Lucas Ideen von den beiden Franzosen genommen hat, ohne sich jemals bei den beiden zu melden oder die Briefe von Jean-Claude Mézières zu beantworten. Aber immerhin wurden die Comics von Valerian ja doch noch weltweit berühmt und bekannt.

Empfehlen würde ich den Comic wohl eher Leuten, die damals mit dem Comic aufgewachsen sind, um alte Erinnerungen wieder hervor zu holen. Die Leute in meinem Alter werden den Comic wohl ähnlich empfinden wie ich. Mir waren die Sprünge von einer Szene zur nächsten oft auch zu ungeschickt gemacht. Es ist zwar toll, dass Laureline eine der ersten weiblichen Hauptrollen in einem Science-Fiction-Comic übernehmen durfte, allerdings sind wir heutzutage schon viel zu verwöht, um das noch so richtig zu würdigen würde ich sagen. Für mich war der Comic eher unspektakulär und erhält dafür nur 5 von 10 Sprünge durch Raum und Zeit. Wer möchte, kann sich dank der 15 Seitigen Leseprobe von Carlsen Comics aber auch selbst ein Bild von dem Comic machen.

Eure

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Mia

Hallo ihr lieben. Mein Name ist Mia und ich bin 25 Jahre alt. Ich liebe Animes und Mangas über alles, bin aber auch ein absoluter Film- und Serienjunkie oder lasse meinen Abend auch gerne mit zocken ausklingen und habe auch nichts gegen ein gutes Buch am Wochenende.

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