Comic Review: Deadpool – Back in Black

Deadpool

Ich weiß nicht ob ich es schon mal erwähnt habe, aber Deadpool dürfte neben Spider-Man mein absoluter Favorit im Marvel Charakter-Pool sein. Auch wenn ich den Kinofilm von letztem Jahr unheimlich gut fand, verfehlte er meiner Meinung nach gerade am Ende ein wenig das Ziel. Aber das ist eine andere Geschichte. Als ich also die Ankündigung von Deadpool – Back in Black gesehen hatte und die damit einhergehende Kreation eines Venompools erahnte, war ich unheimlich gespannt. Ich meine Deadpool scheut sich ja schon nicht davor Gewalt an zu wenden, aber ein Venompool sollte wohl die Krönung des ganzen sein. Dank Panini Comics, die uns den Band bereits jetzt schon so freundlich zur Verfügung gestellt haben, konnte ich heute also mal rein lesen in dieses wilde Abenteuer aus den (pseudo-)tiefen der 80er Jahre. Der Einzelband erscheint am 22. August 2017 im Handel.

Wer kennt sie nicht, die sagenhafte Geschichte des schwarzen Kostüms unserer freundlichen Spinne aus der Nachbarschaft? Peter Parker wird zum Wirt eines außerirdischen Parasiten, der ihn im Gegenzug mit einem schicken neuen Kostüm und phänomenalen Kräften ausstattet. Doch die Sache besitzt einen Harken. Der Symbiont verstärkt nämlich auch die Emotionen des Wirtes. So ist der schüchterne Peter, plötzlich ein wilder Draufgänger. Aber neben der Selbstsicherheit werden auch negative Emotionen verstärkt wie z.B. Wut und für den Wirt führt das meist zu unkontrollierbaren Aggressionen.

Als Peter sich letztlich gegen das Kostüm entscheidet, trennt er sich mithilfe des Glockenturms von dem Symbionten. Auf der Flucht vor den Schallwellen, findet der Klyntarer Eddie Brock und wird damit zum Bösewicht Venom. Doch das ist wie uns diese Miniserie erzählen will, nicht die Wahre Geschichte. Bevor der Symbiont Eddie als neuen Wirt auswählte, schritt Deadpool als Zwischenwirt ein. Hier also die „wahre“ Geschichte hinter Venom.

   

Ich fange gleich mal mit dem direktesten Fakt zu der ganzen Review an, hat mir die Mini-Serie gefallen? Ehrlich gesagt Jain. Es war durchaus keine schlechte Geschichte, sie wusste mich aber leider auch nicht wirklich zu überzeugen. Meiner Meinung nach, bleibt der Band, dem schieren Potenzial der Story, um Meilen hinterher.

Denn um es mal runter zu brechen, was habe ich erwartet? Ich habe abgedrehte Deadpool-Action mit blutiger aggressiver Venom-Action erwartet.

Was habe ich bekommen? Einen Deadpool mit Spinnenkräften und einer nahezu perfekten Rüstung. Um mal zu erklären, warum ich damit unzufrieden bin, haben wir hier den „normalen“ Deadpool, ohne seinen Wahnsinn, der Spinnenkräfte ohne Spideys Charm hat und dazu einen Venom, mit dessen Schutz aber ohne dessen Brutalität, trägt.

Ich hoffe ihr versteht was ich damit meine. Genau hier liegt für mich auch der Knackpunkt. Wenn gerade Deadpool schon seinen Wahnsinn verliert, ist es auch keine wirkliche Deadpool Story. Wir erleben also wie ein Spidy ohne Peters Charakter einen auf Held macht. Ich finde es zwar durchaus witzig das unser Spider-Pool bekannten Gesichtern wie Black Cat und Kraven und (für mich) eher unbekannten Gesichtern wie dem Power Pack begegnet. Aber dass niemand checkt das nicht Peter da drin steckt…. is wieder so ein halb erklärtes Superhelden-Ding.

Schade eigentlich, hätte man doch so viel aus der Story rausholen können und es zum reinsten Splatter voller Wahnsinn werden lassen können. So haben wir einen Deadpool gezeigt bekommen, der Verantwortung für seine Taten ergreift und über seine Handlungen nachdenkt. Das einzige Venomige war wohl sein Hass auf die Spinne.

Als kleine Neben-Story waren noch ein paar Aliens auf der Jagd nach dem Symbionten um ihm dem Collector aushändigen zu können, aber wirklich interessant war das nun auch nicht wirklich. Auch die versprochenen 80er waren jetzt höchstens am Anfang in der Disco zu sehen und Machine-Mans anspielung an sein Dos-Betriebssystem.

Dafür gibt es aber auch etwas gutes. Die Zeichnungen des ganzen sind herausragend. Wären selbige nicht so brillant gewesen, wäre mir das Lesen wohl auch deutlich schwerer gefallen.

Vielleicht mag sich die Review gerade hier etwas negativ anhören, aber ich denke meine Erwartungen hierzu waren einfach eine Nummer zu hoch gesteckt. Es mag also durchaus an mir liegen und nicht an der Geschichte selbst. Dennoch war ich in meiner Mittagspause durchaus ganz Nett unterhalten. Wer also Lust auf eine etwas andere Deadpool Geschichte hat und schon immer mal wissen wollte, was aus Deadpool wird, wenn er neben seinen Heilkräften in der Haut eines anderen Helden steckt, der sollte hier auf jeden Fall zugreifen. Als kleiner Lückenfüller oder Nachmittagssnack ist der Comic definitiv geeignet. Mein Fazit ist 6 von 10 ungewöhnlichen Abenteuern.

Euer

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