Serien Review: Modern Family Staffel 1-6

Modern Family

Ich liebe Satire. Und Parodien. Und Serien. Und tolle Charaktere. Wenn man alles in einen Mixer steckt und gut umrührt kommt dabei Modern Family heraus. Diese Serie hat definitiv mein Herz erorbert. Dieser simple Aufbau der Serie und doch diese geniale Art der Umsetzung und der Darstellung der Charaktere. Ich bin verliebt und das, obwohl es hier keinen Charakter gibt, mit dem ich mich so richtig gut identizieren kann. Das brauche ich oft, damit mir eine Serie wirklich gut gefällt aber hier geht es auch ohne, denn alle Charaktere haben ihre positiven und negativen Seiten. Und im enteffekt ist die Familie aus Modern Family auch nur eine ganz normale Familie, wie von nebenan. Von der Serie sind bereits 8 Staffeln veröffentlicht. Netflix ist hier allerdings einmal nicht der Vorreiter, sondern muss etwas warten, weshalb wir nun “erst” Staffel 6 beenden konnten. Übrigens keine Angst vor Spoilern, ich schreibe hier eher über die Charaktere und die Seiten, die ich an der Serie mag.

Modern Family ist eine Mockumentary. Dieses Genre ist die Bezeichnung für einen fiktionalen Dokumentarfilm, der das eigentliche Genre parodiert. In dieser Serie folgen wir daher einer Großfamilie. Alles spielt in Los Angeles County und im Knackpunkt der Geschichte geht es um den Familienvater Jay Pritchett (Ed O’Neill), seine Tochter Claire Dunphy (Julie Bowen) und sein Sohn Mitchell Pritchett (Jesse Tyler Ferguson). Jay spielt dabei einen älteren Herren in zweiter Ehe mit seiner jungen Frau Gloria (Sofía Vergara), die zusammen mit ihrem Sohn Manny (Rico Rodriguez) in die USA gekommen ist. Mitchell ist schwul und hat mit seinem Lebensgefährten Cameron (Eric Stonestreet) ein vietnamesisches Baby namens Lily adoptiert. Claire lebt mit ihrem Mann Phil (Ty Burrell) und ihren drei Kindern zusammen. Da hätte wir zum einen die älteste Tochter Haley (Sarah Hyland), die zwar hübsch aber nicht die hellste ist. Der jüngste und einzige Sohn ist Luke (Nolan Gould), den man oftmals alsdumm empfindet und die überaus intelligente Alex (Ariel Winter). Das Zusammenspiel der Großfamilie, sowie der tägliche Wahnsinn in den eigenen Familien stellt den Grundpfeiler der Serie dar.

   

Ed O’Neill dürften die meisten von euch doch hoffentlich kennen. Als ich damals (2012) davon erfuhr, dass es eine Serie mit ihm gibt, war ich sehr neugierig und promt haben wir angefangen, die Serie zu schauen. Ohne Erwartungen, einfach so. Und oh mein Gott, diese Serie hat mich geplättet. Ich liebe Parodien und Satire wirklich sehr und diese Serie lebt das so extrem, ich muss bei wirklich jeder verdammten Folge unfreiwillig lachen, es ist der Wahnsinn. Für die Seele ist diese Serie die reinste wohltat. Es werden lustige Themen angesprochen aber auch ernstere und diese Mischung ist einfach toll.

Im Zentrum steht natürlich die Großfamilie an sich. Und wer kennt es nicht, ich selbst habe eine riesige Familie durch angeheiratete Familienteile und man selbst weiß dann ja, das Familienfeiern da oft im Chaos enden. Und genau das wird hier gezeigt, eben der normale Alltag und Wahnsinn einer großen Familie. Sie leben aber eben nicht alle in einem Haus, sondern auf 3 Haushalte verteilt. Wobei die Hauptpersonen hier definitiv Jay, Claire und Mitchell sind. Das tolle an der Serie, wodurch die Satire auch gut dargestellt wird, ist, dass man ganz normale Szenen sieht und im Anschluss dann oft eine kleine Szene eingeblendet wird, wo man dann hört, was der Charakter in dem Moment wirklich dachte. Denn wer kennt es nicht, der Familie gegenüber rutschen einem nicht selten auch mal Notlügen heraus, weil man etwas nicht preisgeben möchte oder jemanden anderen schützen mag. Und genau um diese Problemetiken dreht es sich hierbei.

Dabei finde ich es vor allem positiv, dass die Charaktere alle so echt sind. In den Charakteren erkenne ich so oft Freunde und Bekannte wieder, dass es dadurch einfach nur noch mehr Spaß macht, die Serie anzusehen. Und der große Vorteil, dass die Serie fast schon 10 Jahre lang läuft ist der, dass man ab Beginn der Serie mit allen Charakteren gemeinsam aufwächst. Das finde ich richtig schön. Vor allem sieht man das natürlich an Lilly. Zu Beginn war sie ein Baby und mittlerweile geht sie sogar schon in die Schule, hält ihre Eltern aber immer noch sehr auf trapp. Die Familie ist eben auch sehr unkonventionell, aber auch gerade das gefällt mir unehimlich gut.

Hier ist halt auch nicht jeder Charakter gleich, das wäre ja auch langweilig. Jeder Charakter ist für sich etwas ganz eigenes und besonderes. An Jay mag ich, dass er so direkt ist, oft nimmt er aber auch keine Rücksicht auf Gefühle der anderen. Dennoch hat er einen weichen Kern, tief tief in sich. Gloria ist mit ihrer Art einfach herzallerliebst, sie lernt noch die englische Sprache und wird oft hemmungslos verbesser, genau das spornt sie aber auch, besser zu werden. Außerdem trägt sie ihr Herz definitiv auf ihrer Zunge. Und Manny ist wirklich eine Sache für sich, er ist wie ein kleiner Knuddelbär mit einem weichen Kern und einer weichen Schale. Da hilft es auch nicht sonderlich, dass ihn Gloria so verhätschelt. Und mit Jay in einem Haushalt ist er natürlich die Beste Mischung, weil seine Gefühle echt schnell verletzt werden können. Und trotzdem funktioniert der Haushalt, wenn sich alle Mühe geben.

Die kleine Familie von Mitchell ist etwas besonderes, da er einen männlichen Lebensgefährten hat und die beiden ihre Tochter lediglich adoptiert haben. Allerdings ist das in der Serie überhaupt nicht schlimm und auch als Zuschauer freut man sich unheimlich, dass ihre Beziehung und ihre Tochter so positiv aufgenommen werden. Wobei Jay beispielseise eher ein Problem damit hat, dass sein Sohn schwul ist, allerdings kann er sich damit langsam aber sicher arrangieren. Mitchell ist eher jemand, der das Maul groß aufmacht und andere pausenlos verbessert. Was das angeht ist er seiner Schwester echt ähnlich. Cam ist so ziemlich das Gegenteil von Mitchell, er heult viel und ist definitiv die Frau in der Beziehung. Aber so lieb, dass man ihn am liebsten knuddeln würde. Lilly entwickelt sich über die Zeit und wird immer älter, was wirklich schön mit an zu sehen ist. Und natürlich muss sie alle möglichen Phasen mit ihren Eltern durchmachen, die kleine Kinder eben so haben.

Meine Lieblingsfamilie ist aber definitiv die von Claire. Wenn ich mich tatsächlich für Lieblingscharaktere in der Serie entscheiden müsste, wären das wohl Claire und Phil. Ich liebe die beiden, sie passen eigentlich so gar nicht zueinander und trotzdem funktioniert es. Claire ist der totale Kontrollfreak, während Phil eher in den Tag hinein lebt. Sie haben sich oft in der Wolle, aber man merkt dann doch immer wieder, wie sehr sie sich lieben, obwohl sie auch schon so lange verheiratet sind. Alex ist das mittlere Kind und definitiv die klügste, das Mädel wird es weit bringen. Haley dagegen ist zwar bildhübsch und älter als Alex, aber anscheinend hat nur Alex die Intelligenz ihrer Eltern geerbt und Haley hat nichts abbekommen. Sie ist eher dümmlich und unheimlich naiv, lernt aber Schritt für Schritt damit umzgehen und an sich zu wachsen. Gelingt nicht immer, aber Mühe gibt sie sich definitiv. Und Luke… Luke ist ein Fall für sich, kommt ganz nach seinem Vater und ist auch eher dümmlich und naiv, das hat er mit Haley definitiv gemeinsam. Insgesamt ergibt die Familie eine schöne bunte Mischung voller Chaos.

Ich kann die Serie wirklich jedem ans Herz legen, der einfach mal Balsam für die Seele braucht. Eine gewisse Dosis Ironie ist sowieso immer von Vorteil, da gibt es hier massenhaft von. Auch dieser Schuss Selbstironie, der immer wieder zum Vorschein kommt. Ganz besonders witzig finde ich immer die letzten paar Sekunden von jeder Folge, da wird abschließend nochmal eine Geste oder ein Witz aufgegriffen, der zum Rest der Folge passt. Oft auch was sehr ironisches, wo man erstmal kurz drüber nachdenken muss, um es zu verstehen. Und was mich am aller meisten bei dieser Serie beeindruckt: ich muss bei jedem verdammten Staffelfinale weinen. Und im nächsten Moment wieder lachen. Diese Serie kann eben einfach verdammt gut dieses Drama und diese Tiefgehende Comedy miteinander vereinen. Ich bin von so vielen Folgen schon beeindruckt worden, das kann man gar nicht richtig in Worte fassen. Wer die Serie schaut wird es auf keinen Fall bereuen, da bin ich mir sicher. Außer natürlich, ihr könnt rein gar nichts mit Familienserien oder Satire anfangen, dann solltet ihr wirklcih lieber die Finger davon lassen.

Eure

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3 Antworten

  1. Vincisblog sagt:

    “[..]Cam ist so ziemlich das Gegenteil von Mitchell, er heult viel und ist definitiv die Frau in der Beziehung.[..]”

    Sehe ich nicht so…Emotional ist Cam die Frau. Fernab davon ist es eher Mitch. Wenn es um Sport und den “Partner beschützen” geht ist Cam definitiv der Mann.

    Bin aber auch überrascht wie gut die Serie mir gefällt. Zu Beginn konnte ich Phil überhaupt nicht leiden, mittlerweile stehen alle auf einer Stufe (bis auf Manny, der steht ganz oben).

    • Fuma sagt:

      dazu sage ich nur eins: “Wenn dir das Leben Zitronenlimonade gibt, mach Zitronen daraus. Und das Leben so Waaaaas?!”

    • Mia sagt:

      Ja okay, wenn man es von dem Punkt aus betrachtet… irgendwie gibts bei denen gar keine Unterscheidung, beide haben männliche Seiten und weibliche Seiten :D aber generell mag ich beide echt gern von daher ist mir das recht egal xD Ich finde halt dieser Sportlehrer passt nicht zu Cam, ist aber auch nur persönliches Empfinden.

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