Film Review: Death Note (2017)

Death Note

Ich wusste ja, dass der Film nicht gut werden kann. Das hatte ich beim Trailer einfach schon gemerkt, da gab es zu viele Punkte, die mir allein da schon missfallen sind. Aber ich dachte mir, okay, geh trotzdem ohne Erwartungen an den Film heran und lass es auf dich zukommen. Und ganz ehrlich, was ich zu Gesicht bekam war schlimmer als alles, was ich mir hätte vorstellen können. Bitte vergesst nicht, dass diese Review meine persönliche Meinung widerspiegelt und sich selbstverständlich niemand von meiner Meinung angegriffen fühlen sollte.

Auch, wenn der Film nicht “Death Note” gehießen hätte, hätte ich ihn echt schlecht gefunden. Ich bewerte den Film auch nicht an seinem Original, das geht nämlich einfach nicht! Der Film hat sich wirklich nur sehr grob an die Vorlage gehalten, das hat man nach ein paar Minuten schon gemerkt. Selbstverständlich fühlt man sich auch persönlich als Fan angegriffen, wenn man einen Film präsentiert bekommt, der die eigene Vorlage durch den Dreck zieht aber selbst als Filmjunkie fand ich den Film einfach unheimlich inkonsequent und schlecht durchdacht.

Light Turner fällt ein mysteriöses Notizbuch in die Hände. Wenn er den Namen eines Menschen in das Buch schreibt, während er sich dessen Gesicht vorstellt, wird dieser sterben. Berauscht von seinen neuen göttlichen Fähigkeiten und angeleitet von dem Todesgott Ryuk beginnt der junge Mann, die zu töten, die er für lebensunwürdig hält. Gemeinsam mit seiner neuen Freundin Mia beginnt er, die Welt von Kriminellen zu befreien. Doch als immer mehr Verbrecher auf unerklärliche Weise sterben und die polizeilichen Ermittlungen unter der Leitung von Lights Vater James Turner ins Leere laufen, tritt der Meisterdetektiv L auf den Plan. Der Ermittler muss sein Können auffahren, um die Vorgänge zu beenden.

   

Ich hatte extra vor dem Film noch angefangen den Manga von Death Note zu lesen. Mir war bewusst, dass ich es eh nicht schaffe bis zu dem Freitag alle 12 Bände zu lesen aber alle 12 Bände hätte der Film so oder so auch nicht in 1 ½ Stunden umsetzen können. Ich persönlich hatte halt die Hoffnung, dass sich der Film wenigstens grob an der Vorlage orientiert. Hat er aber im Endeffekt nicht. Als der Film dann begonnen hat und ich merkte, wie einige Namen vom japanischen ins amerikanische geändert wurden drehte mir schon der Magen um.

ABER ich habe mir einfach in dem Moment den Entschluss gefasst, den Film als eigenständige Interpretation vom Original zu sehen. Dadurch wurde auch der Rest des Films wesentlich erträglicher anzusehen. Ich könnte hier jetzt allein schon tausend Worte darüber schreiben, in wie fern sich der Film NICHT an der Vorlage orientiert hat aber das wäre recht sinnlos. Ich fand es halt unschön, dass so viele Regeln vom Death Note einfach geändert wurden.

Noch dazu fand ich die Interpretation von Ryuk sehr schlecht gemacht. Sein Aussehen gefiel mir so gar nicht. Man kann nicht von der Hand weisen, dass er ein eher menschliches Aussehen hat im Gegensatz zu vielen anderen Todesgöttern. Aber in dieser Umsetzung wurde er als totales und reines Monster dargestellt. Auch sein Charakter wurde sehr harsch und böse herübergebracht, was mir nicht gefiel. Der Ryuk im Manga, der, den ich sehr mag, ist lieb und nicht durch und durch böse. Aber wie gesagt das waren nur ein paar der Dinge, die mir missfallen sind, da ich die Vorlage liebe. Das sind selbstverständlich auch die Punkte, die Leute, die die Vorlage nicht kannten, nicht gestört hat.

Aber auch ohne das Vorwissen von der Vorlage finde ich den Film echt schlecht. Die Charaktere waren schlecht geschrieben. Light wurde so dargestellt, dass er sehr intelligent ist und deshalb ja die Hausaufgaben für alle machen kann. Und doch erzählt er nahezu sofort der beliebten Cheerleaderin vom Death Note, ohne Rücksicht darauf, dass sie ihn verraten oder auslachen könnte. Light wird als Loser sondergleichen dargestellt, der von niemanden für voll genommen wird. Das passt in meinen Augen nicht zu jemanden, der andere kaltblütig umbringt. Ich persönlich fand auch den Vater sehr lasch geschrieben. Wenn ich Polizist wäre und meine Frau wäre von einem Mafia Boss umgebracht worden… Ich würde jede freie Minute damit verbringen, diesen Mann hinter Gitter zu bekommen und nicht einfach aufgeben.

Auch L war in meinen Augen sehr inkonsequent. Super intelligent und hier im Film defintiv über dem Niveau von Light. Und trotzdem braucht er so lange, um ihm auf die schliche zu kommen. Dann diese unkontrollierten Wutattacken, wo er auch den Tisch im Café abgeräumt hat. Und, dass er wie eine Sau beim Süßigkeiten essen ist und alles rum liegt und er sich darum nicht schert. Ein intelligenter Typ wie er sollte bedachter an die Sachen ran gehen, die er tut. Auch seine überaus emotionale Handlung am Ende der Story war für mich als Zuschauer absolut nicht nachvollziehbar. Ein Mann wie er würde doch niemals eine übernatürliche Waffe einsetzen sondern würde so lange arbeiten. Bis er denjenigen Hinter Schloss und Riegel gebracht hat. Denn so hat er sich definitiv selbst strafbar gemacht. Und da muss man sich doch wirklich fragen: war es das Wert?

Und auch generell am Ende. Das Death Note hat quasi die Realität verändert. Für mich absolut nicht verständlich, wie das Buch sowas können soll. Menschen manipulieren – gut, okay, kann man mit Leben. Aber sowas? Und ganz ehrlich die Musikwahl am Ende… die haben sich doch selbst nicht ernst genommen, als sie das entschieden haben, oder? Das komplette Ende wirkte nur noch wie eine Parodie der Vorlage und war für mich in keinster weise mehr ernst zu nehmen.

   

Grundsätzlich könnte ich meinen Kommentar hierzu sehr kurz halten. Nach dem ersten Trailer, wusste ich das der Film so viel mit der Vorlage zu tun hat, wie Ich und ein ESL-Spieler (irrelevant welches Spiel). Wir sind zwar beide Gamer, aber genau das ist unsere einzige Schnittstelle. Ebenso verhält es sich hier zwischen der Vorlage und der Adaption. Außer dem namesgebenden Death Note und dem damit einhergehenden Todesgott, dürfte das Katz und Mausspiel die einzige weitere Konstante sein. Klar gibt es einen Charakter der Light (Turner what?!) und einen der L heißt. Das ist dann aber auch wirklich alles was sie sich mit der Vorlage teilen.

Der eine ist der Schul-Looser und der andere ein chaotisch emotionaler Möchtegern-Detektiv. Wo L in den ersten 30 Minuten noch mein Lichtblick und Hoffnungsschimmer war, änderte sich das sehr abrupt, nachdem er seinen ersten Auftritt hatte. Das ganze wurde dann gefühlt von Minute zu Minute schlimmer, sodass der vollkommen unpassend dargestellte Ryuk zu meinem Favorit des Filmes wurde. Denn einen Wunsch teilte ich mit ihm. Den Tod aller Schauspieler. Das Drehbuch war ein grauß, das ging sogar soweit, das ich hier lauthals die absurdesten Vorschläge machte und die dann auch noch tatsächlich umgesetzt wurden…. (also im Film). Sogar das Ende hatte ich mittig Prophezeit ….

Abschließend bleibt wohl nur zu sagen, das der Film zu den schlimmsten Sachen gehört, die ich bisher gesehen habe. Retrospektiv frage ich mich ja, warum gerade Netflix, die selbst hochwertige Japanische Serien produzieren (und ich spreche jetzt von Dramen nicht von Anime), solch einen Schund fabrizieren. Gerade hier sollte doch klar sein, wie wichtig die Fanbase ist. Und so etwas raus zu hauen, nachdem bereits Ghost in the Shell so gefloppt ist…. Ich verstehe es nicht und rate auch jedem ab, sich den Film anzusehen. Seit dankbar das wir gelitten haben, tut euch selbst einen gefallen und lasst die Finger davon.

Ich kann leider niemandem guten Gewissens eine Empfehlung für diesen Film aussprechen aber ich denke mal, wer die Vorlage nicht kennt wird besser mit dem Film umgehen können. Dass nun ein zweiter Teil angekündigt wurde ist für mich absolut nicht nachvollziehbar und er kann eigentlich nur genauso schlecht werden wie dieser Film. Netflix hat mich dahingehend echt enttäuscht, dabei liebe ich Netflix und das, was Netflix an Serien und Filmen bisher erschaffen hat so sehr. Netflix hätte es direkt richtig in die Hand nehmen müssen und das ganze Ding mit Asiaten in Japan drehen müssen, Originalgetreu. Dann hätte das Ding echt mega gut werden können! Schade.

Eure

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2 Antworten

  1. Da sieh einer an – Hab gar nicht gewusst, dass Death Note eine westliche Neuverfilmung bekommen hat. Ich kenne ausschließlich den Manga, d. h., ich habe weder die japanischen Realfilme noch den Anime gesehen. Die Filme wollte ich mir eigentlich mal anschauen, also die japanischen. Kennt ihr die? Sind die gut? Aber den hier von Netflix werde ich wohl nach eurer Rezension eher bleiben lassen. Light TURNER??? Echt jetzt?
    Viele Grüße und danke für den Erfahrungsbericht!

    • Mia sagt:

      Danke für deinen Kommentar ^__^
      Es haben wirklich nicht so viele mitbekommen, was Werbung angeht hätte sich Netflix wirklich etwas mehr Mühe geben können. Ich lese aktuell den Manga und kannte vorher nur den Anime. Dennoch, dieses Werk hier kann man damit halt einfach nicht vergleichen. Die Japanischen Filme mag ich auch noch sehen, kenne ich bisher leider nicht. Ich habe aber vor diese nach dem Manga anzusehen und auch die Light Novels zu lesen. Da werd ich natürlich auch Blogeinträge schreiben, also einfach mal die Augen offen halten ;) Und ja, lass es wirklich lieber bleiben. Light Turner… da läufts mir immer noch eiskalt den Rücken runter xD

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