Anime Review: Girls und Panzer

Girls und Panzer
Als Girls und Panzer in Japan lief, hat das Internet mindestens so stark gebebt, als ob gerade ein ganzes Panzer Bataillon durch fährt. Mich persönlich hat das leider recht kalt gelassen und ich habe diesen Hype einfach nicht verstehen können. Heute verstehe ich ihn! Wir hatten von KSM Anime freundlicherweise im Februar ein Rezensionsexemplar zu der OVA This is the Real Anzio Battle! erhalten. Für uns als komplette Neueinsteiger in das Girls und Panzer Universum war die OVA leider nicht geeignet, sie hat aber Interesse geweckt und Lust auf mehr gemacht. An dieser Stelle bedanken wir uns ganz herzlich, dass KSM Anime uns auch den Rest ihres Girls und Panzer Sortiments zur Verfügung gestellt haben. Die Serie haben wir nun beendet und ich bin positiv überrascht worden.

Wir befinden uns in einer Welt, in der Highschools auf Flugzeugträgern über die Meere fahren. Dort gibt es eine verbreitete Kampfkunst, genannt Sensha-do. Es handelt sich dabei um den Weg des Panzerfahrens. Man kann es nicht direkt als eine Kampfkunst bezeichnen, eher eine hohe Disziplin für Mädchen, insbesondere Schulmädchen, die zu verantwortungsvollen und selbstbewussten Frauen heranwachsen und geformt werden sollen. Außerdem soll der Weg auf die Zukunft vorbereiten.

Die Hauptcharakterin Miho Nishizumi hat auf privaten Gründen eine Abneigung gegen diesen Sport. Sie stammt aus einer Sensha-do Familie, hier wird die Kunst als Tradition angesehen und sehr ernst genommen. Obwohl sie extra die Schule wechselt, auf die Ōarai-Präfektur-Mädchenschule, da es dort kein Sensha-do gibt, trifft es sie sehr hart, dass diese Kunst wieder eingeführt werden soll. Da Miho eines der wenigen Mädchen mit Erfahrungen auf dem Weg des Panzerfahrens inne hat, wird sie dazu verdonnert, die anderen Mädchen zu lehren und ihre Erfahrung weiterzugeben. Begleitet Miho und ihre Schulkameradinnen auf ihrem Weg in die nationalen Meisterschaften des traditionsreichen Sensha-do. Panzer vor!

   

Wie ich bereits bei der OVA geschrieben hatte, dachte ich die letzten Jahre immer, dass Girls und Panzer Fanservice für Männer ist, die auf junge Mädels und Panzer stehen. Allerdings ist der Anime dann doch sehr viel mehr als “nur” das. Ich habe unerwarteter Weise aber eine recht tief gehende Story, einige Hintergründe von Charakteren und sogar die Kraft der Freundschaft in diesem Anime sehen dürfen. Kam letztendlich doch sehr unerwartet. Aber hier sieht man mal wieder perfekt, dass man Animes und Mangas nicht nach ihrem äußeren oder dem ersten Eindruck bewerten sollte. Ich weiß, Menschen machen das unterbewusst halt. Es ist aber dennoch die eigene Entscheidung, ob einem diese Gedanken weiterhin im Weg stehen oder, ob man sich lieber einen richtigen ersten Eindruck holt, indem man das Werk auch tatsächlich ansieht.

Ich für meinen Teil bin sehr froh darüber. Wir haben hier zwar eine Vielzahl an Charakteren und an einigen Stellen war das auch für mich sehr viel. Es ist aber ziemlich gut begründet. Die Schule, auf die Miho und ihre Freunde gehen haben nur eine kleine Anzahl von Panzern zur Verfügung im Gegensatz zu ihren Gegenerischen Teams. Und in jedem Panzer sollten 5 Mädels als optimale Anzahl drin sitzen. Eine Fahrerin, eine für das Nachladen der Munition, ein Schütze, eine für Kommunikation und ein Kapitän.

Entsprechend viele Mädels mussten dann natürlich im Sensha-do Club auch vertreten sein. Dabei fand ich es etwas schade, dass nur die Hauptcharakterinnen näher beleuchtet wurden und sogar Hintergrundstory bekommen haben. Für mehr war im Anime aber auch keinen Platz, das hat man einfach gemerkt. Viele der anderen Charakteren wirkten dadurch aber leider sehr eindimensional und platt. Das war ab und zu aber auch sehr unterhaltsam, diese Art und Weise hatte also seine Vor- und Nachteile.

Dennoch ist aber positiv zu erwähnen, dass sich der Anime mit der Handlung selbst viel Zeit nimmt. Es geht in dem Anime eben vorrangig um ein Turnier, bei dem die Mädels gegen andere Teams antreten. Das Motto ist hier Programm: die anderen Schulen sind von ihren Handlungen und ihrer Charakterisierung einigen Ländern nachempfunden, die viel mit Panzern zu tun haben. Die Schwarzwaldgipfel-Mädchenschule ist Deutschland nachempfunden und hat entsprechend auch nur deutsche Panzer. Das ist die Schule mit der zweitgrößten Menge an eingesetzten Panzern. Die Saunders University Highschool ist eine Oberschule nach US-amerikanischem Vorbild und hat die größte Menge an Panzern.

Das Schulmotto der St.-Gloriana-Mädchenschule ist British-Army und daher sieht man den Kapitän der Schule auch häufig Tee trinken, sogar während des Kampfes. Die Mädchen der Schule sind sogar nach bekannten, brititischen Teesorten benannt. Die Prawda-Oberschule ist eine nach dem Vorbild der Roten Armee geführte Oberschule und verwendet russische Weltkriegspanzer. Dann gibt es noch die Anzio-Oberschule, die man eigentlich nur im Finale des Animes und ausführlich in der OVA zu Gesicht bekommt. Man merkt den starken italienischen Einfluss. Dies ist die finanziell am schlechtesten gestellte Schule. Einzig die Ooarai Girls High School hat kein besonderes Schulthema.

   

Auch ich melde mich hier mal wieder zu Wort. Die OVA hatte ich damals geschrieben, also habe ich Mia die Serie überlassen. Der Film wiederum kommt aber wieder von mir. Wo ich Mia´s Kommentar weiter oben lese, das sie dachte die Serie wäre etwas für Männer/Jungs die auf junge Mädels und Panzer stehen, frage ich mich ja in der Tat, wie groß wohl diese Niche ist. Wie auch bereits bei der OVA geschrieben, waren meine Vorurteile Anfangs auch recht groß. Was sollte an einem Anime über Girls und Panzer denn gut sein? Entweder das Ganze muss mit dem absurden Setting der reinste Unsinn sein oder aber die Serie nimmt sich viel zu ernst.

Lustigerweise, ist es an sich keins der beiden. Der Sensha-do und die Kämpfe werden zwar tatsächlich ernst geführt, ansonsten wirft die Serie aber eine lockere Slice of Life Stimmung auf. Denn wie Mia schon schreibt, geht es um mehr als um Panzer. Es geht gerade für Miho auch ein Stück weit um Selbstfindung und natürlich um Freundschaft. Es macht Spaß Miho und den anderen Mädels dabei zu zu sehen, wie sie sich in strategischen Schlachten, trotz aller Unterlegenheit und Nachteile, den anderen Schulen entgegen stellen.

Doch leider liegt hier auch ein Stück weit der Hund begraben. Denn, obwohl das Ganze zu verfolgen Spaß macht, ist es als Zuschauer offensichtlich das die Underdogs von Oarai das Feld von hinten aufrollen. Lediglich der Finale Kampf bot da minimal Spekulationsfreiraum. Aber das ist auch nicht so schlimm, denn die Kämpfe haben mir, wenn auch CG-lastig, Spaß gemacht.

Eine weitere kleine Kritik wäre da wohl die Charakterdichte. Denn bis auf die 5 Hauptcharaktere fällt die Charakterisierung sehr matt aus. Das Team “Hausente” sind halt der ehemalige Volley-Ball Club. Im Team Flusspferd fand man die Militärfreaks. Das Schülerkomitee mit 10% Charakterisierung war im Team Schildkröte. Abschließend wäre da noch das Hasen Team. Welches in jedem Match als Puffer fungierte, nur um als erstes ausgeschaltet zu werden. Die 6 hatten wohl die geringste Charakterisierung. Da wusste selbst das Team Wildente, bestehend aus den Drillingen (oder etwa nicht?), mehr Charakter. Auch wenn wir lediglich Midoriko kennen gelernt haben.

Naja ich fasse mich schon wieder viel zu lang. Girls und Panzer ist eine total lustige Serie die es mit einem locker flockigen Erzählstil schafft einen angenehm zu unterhalten. Wer also Lust hat sich ein bisschen zu entspannen und sich dabei leicht berieseln zu lassen, kann ja gerne mal aktuell kostenfrei bei Netflix oder Watchbox anschauen. Ich kann die Serie mit gutem Gewissen weiter empfehlen. Jetzt bin ich natürlich noch auf den Film und die OVA´s gespannt, die uns noch bevor stehen.

Ich muss ja ehrlich gestehen, dass ich gar nichts mit Krieg und Panzern anfangen kann. Aber der Anime geht mit dem Thema echt gut um. Obwohl der Anime eher im Comedy und Slice of Life Stil gehalten ist, sind die Kämpfe ernst und es geht wirklich um Strategien, wie man den besten Vorteil im Kampf haben kann. Die Mädels sind voll bei der Sache und geben sich richtig Mühe beim kämpfen. Ich fand das unheimlich interessant und auch spannend. Das geht ja schon fast in Richtung Sport-Anime. Trotz des befremdlichen Themas hatte ich wirklich meinen Spaß und das ist die Hauptsache. Ich hätte niemals gedacht, dass mir ein Anime über Mädchen und Panzer so gut gefallen könnte! Daher gibt es von mir wohlverdiente 9 von 10 Panzerfahrenden süßen Mädchen.

Eure

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4 Antworten

  1. Shirisu sagt:

    Ich fand den einfach mega! :D

    Genau wie ihr es auch beschrieben habt ;)

    Panzer find ich schon spannend, Kriegssachen an sich sonst aber auch nicht so – aber das war ein schöner Anime :3

  2. hellspawn2501 sagt:

    Spoilerwarnung
    Schön das ihr euch dieses Meisterwerk dann doch endlich mal angeschaut habt. Ich hatte aucvh erst leichte Bedenken gehabt, ob das überhapt was sein kann, wurde dann aber in einer “give a anime, get a anime”-Aktion sozusagen “gezwungen” den Anime zu schauen. Endresultat war, wenn alle Dinge im Leben zu denen man gezwungen wird so wären wie dieser Anime wäre es das Paradies.
    Die Mischung aus Slice of Life, spannenden Sportwettbewerb und Humor ist selten so gut gelungen wie hier. Man fieberte mit, auch weil die Mädels im ersten Kampf völlig unterlegen sind und teilweise selbst auf die Schnauze fallen, wie die Militätfreaks mit ihrer Prunkausstatung. Auch im Finale war ich mir nicht 100% sicher ob ein Gewinn eingefahren werden könnte. Umso erstaunlicher das Miho doch ihre Schwester besiegen konnte.
    Der Slice of Life Anteil brachte den Hauptchars viel Hintergrund ein. Gut, die anderen kamen wirklich etwas dürftig davon, aber trotzdem waren mir die Charaktere durch die Bank weg sehr sympathisch. Einer der wenigen Serien bei denen ich keinen Hasscharakter ausmachen konnte. Mein Lieblingschar ist hierbei Mako mit der ich auch ziemlich viel gemeinsam hab. Besonders war die Abneigung gegen die frühe Morgenstund angeht. ^^
    Humormäßig war das Teil auch absolut grandios, wenn man etwa beiläufig erwähnt das Panzer und Jungs zwei Dinge sind die nicht zusammen passen. Vom herrlichen Propagandafilm am Anfang ganz zu schweigen. Und auch der Anglefish-Dance sorgt immer wieder für ein Lachen.
    Was auch überraschend gelungen ist, wären die CG-Panzer und die Action mit ihnen. Ich hab schon Kinofilme gesehen in denen CG viel viel schlechter eingesetzt wurde. So waren die Kämpfe schön temporreich. Natürlich ähnelten die Panzer in der Fortbewegung da mehr Sportwagen statt ihrer normalen Bewegungen, aber es machte Spaß anzusehen.
    Auch der Soundtrack mit den echten Militärmärschen passte hervorragend. Zu schade das die deutsche Version, wie auch die englische, hier um eine Szene erleichtert wurde bzw. Einstellungen gepaart mit der Tetrismelodie in die Länge gezogen wurden, da das Lied Katjusha gespielt wurde, das wohl aus irgendeinen verdrehten Grund urheberrechtlich geschützt ist in anderen Ländern. Aber dafür kann Kaze ja nix und wie ich es verstanden hab, ließ der japanische Lizensgeber denen auch nicht groß eine Wahl. Trotzdem schade um die dazuhgehörige sympatische Szene.
    Auch schön sind die ganzen Details zu den Panzern die man in den Specials erfährt. Da dürfte so mancher Militärotaku vor sich hin jubeln.
    Alles in allem hatte ich mit Girls und Panzer unheimlich viel Spaß. Ich würde den Titel als eine der besten Animeserien bezeichnen die ich je sah und ich hab seit Anfang der 90er schon sehr sehr viele Titel gesehen. Absolut empfehlenswert.
    In dem Sinne
    PANZER VOR!

  1. 23. März 2018

    […] was will man da schon großartig erwarten? Meine Gedanken dazu könnt ihr hier in unserer Anime Review und hier in unserer Manga Review nachlesen. Ein großes Dankeschön an Egmont Manga, dass ich mir […]

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