Anime Movie Review: Detektiv Conan – Das Verschwinden des Conan Edogawa

Detektiv Conan - Das Verschwinden des Conan Edogawa

Dank den lieben Menschen bei Kazé haben wir nun endlich einen Anime on Demand Zugang. Und der musste selbstverständlich auch direkt eingeweiht werden. Und wie könnte man das besser, als mit einem Detektiv Conan Special, welches ich eh schon gucken will, seit es im März auf DVD und Blu-Ray erschienen ist? Es geht dabei um das Special Detektiv Conan: Das Verschwinden des Conan Edogawa ~Die zwei schlimmsten Tage seines Lebens~. Ich habe nie verstanden, warum es die zwei schlimmsten Tage seines Lebens sein sollen… jetzt weiß ich es.

In Tokyo wurde ein LKW entdeckt, der Sprengsätze aus Plastiksprengstoff enthält. Noch bevor ein großes Unglück geschah, konnte der LKW bereits aus dem Verkehr gezogen werden. Diese Nachricht sah Conan im Fernsehen, als er gerade Professor Agasa und Ai einen Besuch abstattete. Seine Schuhe hatten eine Störung und dadurch ist sein Fußball außer Kontrolle geraten und ihm direkt ins Gesicht geschossen. Also mussten neue Schuhe und eine neue Brille her.

Professor Agasa zerstört während seines Besuchs den Boiler im Badezimmer. Ai geht daraufhin mit zu Conan in die Detektei, um dort zu baden. Auf den Vorschlag von Ran hin gehen sie zu dritt in ein öffentliches Badehaus. Während es sich die Mädels auf der Frauen-Seite gemütlich machen, ist er alleine auf der Männer-Seite und beobachtet ein paar Männer, die sich komisch verhalten. Bevor Conan weitere Nachforschungen anstellen kann fällt er im Bad hin und wird bewusstlos. Kurz darauf erzählt das Personal Ran und Ai, das ein Bekannter Conan ins Krankenhaus gefahren habe… Steckt Conan in Schwierigkeiten?

   

Ich habe mich die ganze Zeit schon so auf das Special gefreut. Wir kamen leider nur einfach noch nicht dazu, ihn uns zu holen. Generell hängen wir etwas hinterher bei Detektiv Conan, auch, was die Filme angeht. Aktuell schauen wir über die 7TV App aber die Folgen an, die aktuell auf Pro7 Maxx laufen. Hach, ich liebe Detektiv Conan einfach. Da werde ich echt zum kleinen Fangirl. Allein schon, weil Ran so ein unfassbar toller Charakter ist. Aber ich schweife ab.

Fuma hatte nach dem Special nun Scherzhaft gesagt, dass das ein guter Film war. Und ich antwortete direkt “Ja, ist ja auch kein Film. Immerhin hat Professor Agasa am Anfang kein Quiz gemacht”. Wohl wahr, das gehört definitiv zu jedem Film dazu. Aber nein, das hier ist nicht die Erweiterung des Filmuniversums von unserem kleinen Detektiv, sondern ein Special aus dem Jahre 2014 zu Ehren des 20-jährigen Jubiläums des Mangas. Der Hammer, ich bin 26 Jahre alt und der Manga umfasst schon über 90 Bände. Ich erinnere mich noch, wie ich den Anime damals geliebt und verschlungen habe, als er auf RTL 2 lief. Und nun ist schon so viel Zeit vergangen.

Was die Qualität betrifft hat das Conan Universum seitdem ganz schön zugelegt. Wenn ich da an die Fernseh-Kartoffel-Qualität von früher denke… Aber auch Storytechnisch hat das Universum mehr fahrt aufgenommen finde ich. Das ist mir schon bei dem 21. Film Detektiv Conan – Der purpurrote Liebesbrief aufgefallen. Mehr Action, mehr Lebensgefahr. Ist aber wirklich nichts schlechtes, im Gegenteil. Wir haben hier einen unheimlich guten und durchdachten Film erlebt. Ich hatte auf jeden Fall viel Spaß beim ansehen, es war aber auch viel Spannung dabei. Der Film erhielt eine gute Menge von CGI, was man vor allem an den Autos und auch an seinem Fußball gesehen hat. Aber ansonsten haben wir hier die gewohnte gute Qualität ansehen können.

Ich habe bei einigen Reviews und Meinungen im Netz gelesen, dass der Film für viele nicht spannend war. Für mich war er es jedoch. Ich konnte nicht jede nächste Szene voraussehen und daher war es für mich auch überraschend. Von daher hat für mich dieses Special alles richtig gemacht. Jedoch muss ich sagen, dass mir die Art und Weise der Darstellung nicht so gut gefallen hat.

Man kann sich den Film so vorstellen: wir bekommen am Anfang die Ausgangssituation, die ich auch in meiner Inhaltsbeschreibung niedergeschrieben habe. Danach passiert noch einiges, man merkt aber irgendwie, dass wir nicht die ganze Geschichte erzählt bekommen. Es war beim ansehen ein für mich komsiches Gefühl, weil mir einfach einschlägige Punkte gefehlt haben. Und ungefähr ab der Hälfte des 90-Minütigen Specials wissen wir dann auch wieso: Die Geschichte wird zweimal erzählt. Es wurde hier eine Methode verwendet, um vor der Mitte des Films noch einmal die ganze Geschichte zu erzählen. Von vorne bis hinten, bis ins kleinste Detail. Wer, wann, was gemacht hat. Und dabei waren natürlich auch die Gegner im Vordergrund. Und plötzlich hat vieles mehr Sinn ergeben.

Ich persönlich fand diese Art von Erzählstil sehr unpassend für einen Detektiv Conan Film. Man kennt dieses Vorgehen ja auch schon aus anderen Filmen, aber hier wirkte es deplatziert. Vor allem gab es auch ein richtiges “Go”, dafür, dass die Geschichte wieder von vorne anfing. Keine Schrif-Einlendung im Bild oder ähnliches. Es ist was passiert, dann kommt auf einmal die “Vergangenheit”. Wer da mal kurz nicht aufpasst hat echt Pech oder auch, wenn man aufpasst ist man kurz verwirrt.

Durch diese besondere Erzählweise wurden auch zu Beginn kleinere Details erwähnt, die man nicht erklärt bekam. Und erst viel später haben die dann Sinn ergeben. Bis dahin merkt man sich so kleine Details eigentlich nicht. Beispielsweise hat eine Journalistin am Anfang erzählt, dass sie noch eine Deadline hat und viel später im Film und zeitlich gesehen am nächsten Tag wird sich dann in ihrer Redaktion gewundert, wo sie denn steckt, die Deadline sei doch bald.  Das kann eben auch schnell zu Verwirrungen führen. Ich wurde auch generell von einigen Personen verwirrt, die ohne Jacke und Mütze einfach ganz anders aussehen und plötzlich war es viel schwerer, sich zu merken, wer das eigentlich ist.

Ich kann durchaus verstehen, wieso diese Weise gewählt wurde. Man wollte die Geschichte anscheinend aus zwei Perspektiven erzählen: Einmal, die Perspektive eines normalen Kindes, das gerade von Kriminellen entführt wurde. Viele Details hat man auch erst beim zweiten Mal, als die ganze Geschichte erneut gezeigt wurde, bemerkt. Dass Conan nun mal kein kleines Kind ist und vor den Entführern einiges versteckt und auch generell einiges unbemerkt gemacht hat. Der Stil hat eben so seine Vor- und Nachteile. Ich hätte es cooler gefunden, wenn das Special zwar etwas kürzer gewesen wäre, dafür aber von vorne bis hinten in der Richtigen Reihenfolge mit allen Details erzählt worden wäre. So sind wir Detektiv Conan eben auch einfach gewohnt.

   

Um die Review etwas bunter zu gestalten nehme ich heute also mal die andere Position ein. Denn obwohl ich das Special durchaus gut und sehenswert fand, hat es durchaus seine Schwächen. Ich bin da ja meist etwas Kritischer als Mia was Conan angeht. Persönlich bevorzuge ich auch einen deutlich bodenständigeren Heiji, gegenüber dem meist sehr hochnäsigen Shinichi/Conan. Somit fand ich den Film an sich ja durchaus erfrischend, da Conan hier lustigerweise eher eine Nebenrolle hatte. Aber zurück zum Punkt.

Ich muss hier vor allem den Erzählfluss bemängeln. Die Story an sich war ja okay. Und das rekonstruieren der Ereignisse kennt man grundsätzlich ja Standardmäßig aus Conan. Allerdings ging das ganze dahingehend nicht so ganz auf, dass wir hier ja die Geschichte aus Ai´s Sicht erzählt bekamen. Ich weiß ja nicht ob das Special auch ein Stück weit unterstreichen sollte was Ai so alles für ihn tun würde. Unter dem Gesichtspunkt würde das Ganze dann doch auch wieder ein bisschen besser passen.

Ich hatte dann eher noch ein Problem damit, dass wir den Film am Ende noch ein 3.tes mal, aus einer anderen Sicht erzählt bekamen. Irgendwie hat das ganze Nacherzählen oder sagen wir eher der Perspektiv-Wechsel für mich eindeutig den Storyfluss und damit auch die Spannung zerstört. Denn sind wir mal ehrlich, Conan ist der Hauptcharakter und ihm KANN nichts passieren, Bomben hin oder her. Wäre Ai jetzt in der Situation gewesen, hätte ich das ganze sicherlich spannender gefunden. Wer weiß, ein dramatisches Ende für die geheime Heldin? Na ihr wisst was ich meine.

Nichts desto trotz, hatte auch ich meinen Spaß an dem Special und kann es jedem Conan-Fan wärmstens empfehlen. Allerdings frage ich mich echt, wann denn der Qualitätscut in der Serie vorkommt. Die Folgen auf Prosieben Maxx sehen zwar besser als die ersten aus, sind aber immer noch meilenweit von dem hier entfernt.

Für mich war es eine tolle Erweiterung des Filmuniversums von Detektiv Conan. Die Geschichte war gut und spannend, es war viel Action zu sehen und man konnte mit fiebern. Mein Highlight war selbstverständlich, als einer der Kriminellen Ran unterschätzt hat. Ich liebe sie einfach. Nun bin ich glücklich und froh, dass ich das Special endlich sehen konnte und es mich nicht enttäuscht hat, obwohl ich so lange darauf gewartet habe. Die Synchronsprecher waren auch wieder einmal tadellos.

Neben meiner Kritik am Erzählstil fand ich auch noch die Musik im Ending unheimlich deplatziert. Detektiv Conan Fans kann ich dieses Special nur wärmstens ans Herz legen. Auch, wenn es keine Geschichte von Gosho Aoyama war, war es besser als die durchschnittliche Fillerfolge. An die regulären Filme kommt er in meinen Augen aber dennoch nicht ran. Von mir gibt es daher 8 von 10 auffällige Menschen im Badehaus.

Eure

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