Manga Review: Orange

Orange Manga

Lest Orange nicht ohne einen ausreichenden Vorrat Taschentücher parat zu haben. Ich habe mittlerweile den mit 13 Folgen abgeschlossenen Anime gesehen und auch den 6 Bändigen Manga gelesen. In meinen Augen war die Umsetzung des Animes 1:1 zu der Vorlage des Mangas. Unterschiede waren kaum merklich. Es geht hier um ein wunderbares Drama mit Sci-Fi Elementen und einer großen Packung voller Freundschaft und Liebe. Und der Manga zeigt, wie wichtig es ist, auf einander Acht zu geben…

“Liebe Naho…”  … nicht ungewöhnlich, dass ein Brief an Naho mit dieser Anrede beginnt. Doch sie kann nicht glauben, wer der Absender des Briefes sein soll. Er kommt von ihr selbst, bzw. von ihrem zukünftigen ich. Da das einfach zu absurd ist, glaubt sie nicht daran. Doch die Neugierde siegt, sie fängt den Brief an zu lesen. Es ist unglaublich, doch die Ereignisse aus dem Brief treffen tatsächlich ein. Der Brief startet an dem Tag, an dem ein neuer Mitschüler in Naho Takamiyas Klasse kommt, Kakeru Naruse. Nach und nach gliedert er sich in die Gruppe von Freunden ein, jedoch merkt Naho schnell, dass es ein furchtbarer Fehler war, nicht sofort auf den Brief gehört zu haben.

    

In meinen Augen ist der Orange Manga wirklich ein wunderschöner Manga. Dennoch ist bei diesem Drama eine andauernde, traurige Stimmung dabei. Der Konsument durchlebt hier eine Gefühlswelt wie in einer Achterbahn. So viele Gefühle, so viele Personen, so ein Durcheinander. So viele ungesagte Worte. So viele verpasste Chancen. Ich denke mal, es hat sich jeder schon einmal die Frage gestellt “Was wäre, wenn ich damals etwas anders gemacht hätte?” Naho und ihre Freunde bekommen die Chance, dieser Frage auf den Grund zu gehen.

Wir werden zu Beginn mit der 16-jährigen Naho konfrontiert, die einen Brief bei sich zu Hause findet. Er kommt von ihrem 26-jährigen ich. Wir als Leser dürfen innerhalb der Geschichte von Orange in beiden Zeitstrengen dabei sein, obwohl die Story wirklich hauptsächlich in der Realität von der 16-jährigen Naho spielt. Der Leser erfährt direkt am Anfang, dass sich der alte Freundeskreis nach 10 Jahren wieder getroffen hat, um das Grab von einem von ihnen zu besuchen. Die Freunde bereuen, dass sie den Tod ihres geliebten Mitschülers nicht verhindern konnten und finden einen Weg, wie sie Briefe “in die Vergangenheit” senden können. Ihre eigene Realität ändert sich dadurch nicht, aber vielleicht erschafft dies eine neue Zeitlinie?

An diesen Gedanken klammern sie sich zumindest. Sie haben zum ersten Mal früher in der Schule gehört: die Viele-Welten-Theorie. Theoretische Physik ist für viele ohne entsprechende Kenntnisse etwas hoch, aber das Werk erklärt es ziemlich gut und verständlich. Außerdem wird sich hier mit dieser Theorie wirklich auseinander gesetzt, was ich richtig cool finde. Ich selbst bin ein großer Fan der Viele-Welten-Theorie. Außerdem, seien wir mal ehrlich, jeder hatte diesen Moment schon, wo man sich wünscht man hätte in seiner Vergangenheit was ändern können. Das ist auch der einzige Punkt, weshalb der Orange Manga in das Genre Sci-Fi fällt. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering, dass diese Theorie existiert und man damit Nachrichten in die Vergangenheit schicken kann. Aber Theoretisch ist es möglich.

Aber kommen wir zurück zu dem eigentlichen Werk. Die Clique bei Orange besteht aus der ruhigen und besonnenen Naho, dem ebenso ruhigen Kakeru, dem Sportass Suwa, der quirligen Azusa, der ernsten Takako und dem chaotischen Hagita. Nachdem Kakeru neu in die Klasse gekommen war, hat ihn die Gruppe direkt von Anfang an mit eingebunden. Die Freunde verbringen viel Zeit miteinander, sie wachsen zusammen und es entstehen auch Gefühle. Blöd nur, wenn man die Freundschaften natürlich nicht kaputt machen möchte oder sich nicht traut und die Gefühle unausgesprochen bleiben. Selbst, wenn sie für alle anderen klar und deutlich zu erkennen sind.

Naho kämpft sich somit durch ihre Jugend, mit dem Wegweiser ihres zukünftigen Ichs. Schnell merkt sie, dass der Brief echt sein muss, da die darin beschriebenen Ereignisse tatsächlich eintreffen. Dabei geht es um kleine oder um große Ereignisse, ganz unterschiedlich. Mal ist es ein Treffen nach der Schule, mal ein Sportfest, mal ein Baseball-Spiel. Die zukünftige Naho kann nur vermuten, was sie im Leben falsch gemacht hat und gibt ihrer jüngeren Version so gut es geht Anweisungen, wie sie sich zu verhalten hat. Das ist allerdings gar nicht so einfach, da Naho für vieles zu schüchtern ist und es nicht immer schafft, die Anweisungen zu befolgen. So muss auch schon früh die junge Naho über verpasste Chance trauern und lernen, mit ihren Taten und den Konsequenzen zu leben. Problematisch wird es noch dazu, wenn sich die Realität schon so sehr verändert hat, dass der Brief gar nicht mehr stimmt.

Ich kenne keinen Manga oder Anime, der diese Thematik aufgreift und zum Anlass nimmt, um eine Geschichte zu erzählen. Die Geschichte rund um diese wunderbaren Charaktere ist zum Lachen, aber genauso auch zum Weinen. Ich musste bei dem Anime so viel weinen. War echt kompliziert, so noch weiter die Untertitel anzusehen. Den Anime habe ich auf Crunchyroll gesehen und Carlsen hat den Orange Manga hierzulande veröffentlicht. Beides ist schon vollständig erschienen. Wie bereits geschrieben kann ich keine Unterschiede in den Medien erkennen. Ich war aber nach dem tollen Anime gespannt darauf, wie der Manga ist und wo die Unterschiede sind. Generell würde ich sagen, reicht es, nur eins der beiden Medien zu konsumieren. Dabei finde ich, ist es jedem selbst überlassen ob Anime oder Manga. Und wer mag kann sich sogar eine Live Action Serie von Orange ansehen, die ich leider noch nicht gesehen habe.

Wer Glück hat kann den Orange Manga vielleicht noch irgendwo in der 1. Auflage finden. Bei jedem der Bände ist dort nämlich ein Print reingelegt. Hat man also alle 6 Bände, hat man auch 6 wundervolle Print der Charaktere. Ich bin unheimlich froh, dass ich diese Geschichte konsumieren durfte. Es hat mich wirklich sehr gerührt, der Anime bzw. Manga hat das Genre Drama definitiv verdient. Kein Wunder, bei dem tollen Setting und den wunderbaren und einzigartigen Charakteren. Die Figuren geben hier neben dem Brief von Naho definitiv den Ton an. Ohne sie würde die Geschichte nur halb so viel Spaß machen.

Als Fazit muss ich aber sagen, dass mir persönlich der Anime besser gefallen hat. Es gab hier wunderschöne Landschaften zu sehen, die natürlich in Farbe viel Eindrucksvoller waren. Mit Musik und Stimmen ist das Gefühlserlebnis auch ganz anders. Außerdem hat die Geschichte beim ersten Mal beim mir einfach mehr Eindruck hinterlassen. Beim zweiten Mal also beim Manga sind die Tränen auch nicht mehr ganz so zahlreich geflossen. Ist aber auch dem Grund geschuldet, dass man beim zweiten Mal natürlich weiß, wie die Geschichte ausgeht. Dennoch wurde hier ein Werk geschaffen, dass mich einfach beeindruckt hat. Der Anime hat von mir eine volle Punktzahl von 10 Punkten erhalten, während ich dem Manga 8 von 10 Freundschaften gebe.

Eure


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1 Antwort

  1. Ani sagt:

    Hi!
    Ich hab mir nach eurer Rezension gleich mal die ersten 3 Bände geholt und überlege gleich noch den Rest zu holen, bevor ich anfange zu lesen ;)
    Bis jetzt habe ich von ihr erst Dreamin’ Sun gelesen, der letztens erschienen ist und der ist einfach nur toll!

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