Anime Movie Review: Aura – Koga Maryuins Last War

Aura - Koga Maryuins Last War

Schon als Aura vor 4 Jahren erstmals lief, hatten Mia und Ich ihn damals noch mit Untertiteln gesehen. Da ich den Film damals schon so toll fand, hatte ich mich unglaublich über die Ankündigung von KSM Anime gefreut. Letzten Donnerstag war es dann endlich so weit und wir haben ihn mit meinem Besten Freund Chris gesehen. Was soll ich sagen? Ich finde den Film auch heute noch so gut wie damals und möchte mich auch hier noch mal riesig bei KSM sowohl für die Lizenz wie auch für das Bereitstellen des Filmes riesig bedanken!!

Ichirou Satou ist ein ganz gewöhnlicher High School Schüler. Seinem erklärten Ziel bloß nicht aufzufallen, geht er Tag täglich nach. Er hat es mittlerweile sogar fast in die Gang der Coolen Kids geschafft. Wäre da nicht eine fatale Schwäche, unter der er chronisch leidet. Wie ein Glühbirne die Motten, zieht Ichirou Leute mit Chunibyo an. Das ironische hier ist wohl, dass die Hälfte seiner Klasse darunter leidet…

Als er eines Nachts noch mal in seiner Schule einsteigt um sein vergessenes Schulbuch zu holen, trifft er auf die mysteriöse Ryouko Satou. Sie stellt sich selbst als eine Forscherin aus einer anderen Welt vor. Doch Ichirou ist schnell klar, das sie auch nur unter Chunibyo leidet. Unbemerkt werden die beiden bei ihrem nächtlichen Treffen von den Schulkameras erfasst.

Am nächsten Morgen bittet der Vertrauens-Lehrer Dorisen, der auch Ichirou´s Klassenlehrer ist, ihn darum, sich mit Ryouko anzufreunden. Da Ichirou aber keine wirkliche Lust darauf hat, wird er von Dorisen eher unsanft dazu überredet. Für den jungen Schüler beginnt eine Reise in seine wilde Vergangenheit, die er eigentlich begraben hatte, um letztendlich zum Held der ganzen Schule zu werden….

   

Um wohl den wichtigsten Punkt, den vielleicht der ein oder andere nicht versteht auszuräumen. „Was ist Chunibyo?“ Manch einer mag jetzt vielleicht sagen „Das ist doch dieser eine Anime, den Kazé im Programm hat.“ und damit liegt ihr auch gar nicht so falsch. Es ist aber auch nicht unbedingt richtig. Denn obwohl es eine Serie gibt die so heißt, hat der Begriff natürlich auch eine Bedeutung. Ins deutsche übersetzt heißt er in etwa so viel wie „Achtklässler-Syndrom“. Aber warum ausgerechnet Achtklässler-Syndrom? Naja um nicht zu weit auszuholen, kürzen wir es doch etwas ab.

Der Begriff Chunibyo wird meist für jene Menschen und vor allem Teenager benutzt, die sich etwas stark in eine Fantasywelt verrannt haben und dadurch abseits der Norm verhalten. Jene Teenager halten sich meist für Auserwählte Helden, Wiedergeborene oder schlichtweg von Dämonen besessen. Sie wollen sich nicht dem Einheitsbrei einordnen und eben etwas besonderes sein. Hier in dem Film wurde aber durchaus auch ein relativ selbsterklärender Begriff gewählt, nämlich „Dream Soldier“ also Traumsoldat.

Aber nach der doch etwas längeren Erklärung, hier also noch mal worum es in dem Film den eigentlich geht. Denn es geht an sich um mehr als „nur“ um das „Problem“ unter dem die Kids leiden. Wie auch in A silent Voice geht es auch hier zum Teil um Mobbing.

Denn nachdem Ryouko erst ewig nicht zur Schule gekommen ist, fällt sie durch ihre Andersartigkeit natürlich direkt auf. Sie stellt damit selbst die Hälfte der Klasse in den Schatten, die ebenfalls darunter leiden. Als sie kurz darauf, deswegen mit den „coolen Kids“ aneckt, beginnt die Tortur erst richtig. Sie muss sich all die typischen Sachen anhören und bleibt auch von physischen Taten wie Papierkugeln und dem beschmutzen Tisch nicht verschont.

Ichirou trifft das ganze gerade deshalb so sehr, weil eben genau diese Opfer-Rolle dass ist, was er hinter sich gelassen hat. Auch er selbst, war vor gar nicht all zu langer Zeit ein „Dream Soldier“ und wurde dafür von anderen gemobbt. Es jetzt auch noch bei einem Mädchen zu sehen, das sich selbst so gar nicht zu wehren weiß, ist für ihn die Hölle.

Aber versteht mich nicht falsch, denn eigentlich handelt es sich dabei nur um die Nebenstory. Ein Großteil des Filmes, fokussiert auf dem Humor zwischen dem „geheilten“ Ichirou und der „erkrankten“ Ryouko. Denn er versucht durchgängig sie davon zu überzeugen, sich normal zu verhalten. Während sie ums verrecken nicht ihre „Maske“ ablegen will und tapfer weiter auf ihrer Rolle beharrt.

Um die Comedy noch ab zu runden und das Gefühlskarussell aus Drama und Comedy zu vervollständigen, gesellt sich nämlich noch eine gehörige Portion Romance dazu. Denn unser guter Ichirou hat sich scheinbar schon beim ersten Anblick, Hals-über-Kopf in die ominöse Ryouko verliebt. Somit bietet der Film wirklich einen sehr gesunden Mix aus verschiedenen Emotionen die meiner Meinung nach hier sehr gut harmonieren. Vor allem aber weiß der Film mit einem großen und opulenten Finale einen gelungenen Abschluss zu finden und den Zuschauer mit guter Laune zurück zu lassen.

Ein weiterer Pluspunkt des Filmes sind aber auch eindeutig die Charaktere. Sie sind weitestgehend durchweg sympathisch und man will wirklich wissen wie es wohl weiter geht. Wird es Ichirou schaffen Ryouko aus ihrer Illusion zu reißen oder wird es im Umkehrschluss doch anderes herum der Fall sein? Die Klassenkameraden der beiden sind aber auch der Brüller!! Wie kann man denn eigentlich eine Klasse haben, die zur Hälfte aus “Dream Soldiern” besteht? Ich bin ja persönlich der Meinung, dass sie alle darunter leiden und nur einige unter ihnen etwas normaler sind.

   

Ich kann Fuma nur zustimmen. Er hat den Film gut heruntergebrochen, ohne zu viel vom Film zu verraten. Mir persönlich ging die Geschichte sehr nah. Die Charaktere sind für einen Film wirklich gut geschrieben und man kann sich gut in sie hineinversetzen. Es ist traurig in einer Welt zu leben, wo einen niemanden versteht. Und es ist traurig, wenn man sich für sein Umfeld ändern muss und nicht man selbst sein darf. Der Film spiegelt genau diese Aspekte wieder.

Ich bin ebenfalls sehr glücklich darüber, dass er endlich in Deutschland raus kam. Die deutsche Synchronisation wurde wirklich sehr gut gemacht, alle Stimmen haben gut gepasst. Für Ryouko wurde eine sehr passende, zurückhaltende Stimme gewählt. Der Film zeigt zudem auch sehr gut, was Mobbing mit den beteiligten Anrichten kann. Ich wünsche mir, dass der Film von vielen Menschen gesehen wird und einige dadurch lernen, sich auch in andere Menschen hinein zu versetzen, auch wenn es schwer ist.

Es hat gut getan den Film noch einmal zu sehen und er hat auch beim 2. mal noch keinen Funken seines Charmes verloren. KSM hat hier mit den Synchronsprechern (auch wenn ich die originale nicht im Kopf habe) wirklich ins Schwarze getroffen. Wer also bereits Spaß an Chunibyo hatte, sollte hier definitiv zugreifen. Allen anderen kann ich den Film aber auch wärmstens für einen kalten Herbst/Winter Nachmittag/Abend mit einem Freund(/in) empfehlen. Ihr werdet sicherlich euren Spaß haben. KSM hat hier eine Perle zu uns geholt und ich wünsche mir hier auch wirklich noch ein paar mehr „eigenständige“ Filme von ihnen. Für mich ist Aura ein gelungener Film der von mir 9 von 10 legendären Heldentaten erhält.

Der Film erscheint hierzulande am 13. November 2017 bei KSM Anime:

Details von KSM Anime (inkl. Trailer)

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Euer

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2 Antworten

  1. Goldfuchs sagt:

    Hallo Fuma, hallo Mia!
    Danke für die tolle Review, ich bin schon länger auf der Suche nach einem solchen Film für meine Sammlung.
    Meint ihr, man muss den anderen Film gesehen haben, um diesen hier zu verstehen?
    Alles Liebe!
    Goldfuchs!

    • Fuma sagt:

      Hey Goldfuchs ;)

      Danke erst mal!!
      Meinst du “A Silent Voice” oder “Chunibyo”? In beiden Fällen wäre die Antwort nein ;)
      Bei Chunibyo ( Chunibyo Amazon ) handelt es sich aber um eine Serie, die vor allem wert auf den Comedy Aspekt legt und das “Mobbing” sehr in den Hintergrund stellt. Was sie natürlich keineswegs schlechter macht^^
      Der Film aber lohnt sich alle mal fürs Regal!!

      Gruß
      Fuma

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