Serien Review: Stranger Things Staffel 1

Stranger Things

Wie ihr ja wisst sind wir natürlich auch absolute Serienjunkies und lieben Netflix. Selbstverständlich ist nicht jede Eigenproduktion von ihnen ein Knaller. Als aber vor etwas über einem Jahr die Science-Fiction-Mystery Stranger Things anlief, hatte ich das Vergnügen, eine der besten Serien seit langem zu sehen. Anlässlich zu unserem 400. Beitrag, der Ausstrahlung der 2. Staffel und dem bevorstehenden Halloween haben wir die erste Staffel jetzt kurzerhand noch mal rewatched. Als kleine Warnung vorweg, werde ich hier im untersten Part meiner Meinung Spoilern um auch jenen die Möglichkeit zu geben, das ganze hier als kleine Auffrischung zur 2. Staffel zu nutzen. Außer diesem eindeutig gekennzeichneten Part könnt ihr die Review gefahrlos lesen. Somit also viel Spaß mit unserer Review.

Wir befinden uns im Jahr 1983 in dem kleinen Städtchen Hawkins, Indiana. Die 4 Freunde William (Will), Mike, Dustin und Lucas spielen eine imposante Runde Dungeon´s & Dragon´s. Ihre Kampagne wird je unterbrochen, als sie durch eine Fehlentscheidung dem Demigorgon zum Opfer fallen. Niedergeschlagen machen sich Will, Dustin & Lucas auf den Nachhauseweg. Am „Düsterwald“ trennen sich dann letztendlich noch die Wege von Dustin und Will, als plötzlich Will´s Licht zu flackern beginnt.

Durch ein rascheln im Wald, lässt der Jungen sein Fahrrad zurück und nimmt seine Beine in die Hand. Außer Atem kommt er in die rettenden vier Wände und verschließt auch sogleich die Tür. Während Will versucht mit dem Telefon Hilfe zu holen, muss er mit ansehen wie die Verschlusskette sich wie von selbst öffnet. Voller Panik lässt er den Hörer fallen und flüchtet in den Werkzeugschuppen, um dem vermeintlichen Monster mit einer Schrottflinte auf zu lauern. Doch alles scheint verloren, als die Lampe im Schuppen immer heller wird und des Monster unmittelbar hinter ihm auftaucht….

Am nächsten Morgen findet sich keine Spur mehr von Will Byers. Während seine Mutter durchdreht, nehmen seine Freunde Mike, Dustin und Lucas sich der Queste an, den verschwundenen Freund zu suchen. Als sie auf der Suche nach Will im strömenden Regen den Wald durchkämmen, stoßen sie auf ein mysteriöses Mädchen, mit dem Namen „Elf (11)“.

Mit ihren psyonischen Fähigkeiten, ist sie die perfekte Ergänzung der Gruppe. Denn schnell stellt sich heraus, dass Will keineswegs auf normalem Wege verschwunden ist und eine übersinnliche Macht hinter all dem Steckt. So machen sich die vier Kinder auf die spannende Queste den verschwunden Freund aus den Klauen der übernatürlichen Gefahr zu befreien und das kleine Städtchen Hawkins zu retten.

   

Vermutlich sind die wenigsten unter euch in den 80ern aufgewachsen. Auch ich bin ein Kind der 90er. Allerdings bin ich als 88er Baujahr noch in einer Zeit aufgewachsen, auf die die 80er sehr großen Einfluss hatten. Warum erzähle ich das? Weil die Serie wie im ersten Satz der Story erwähnt, in den frühen 80er Jahren spielt und man merkt, wie genial die Serie diese Epoche doch einfängt. An allen Ecken und Enden sieht man wie anders alles im Vergleich zu heute ist. Das modernste Kommunikationsmittel der Jungs sind Walkie-Talkies.

Aber auch an vielen anderen Stellen merkt man die 80er. Von den Frisuren, über den riesigen Milleniumsfalken den Mike besitzt bis zu Tatsache hin, das jeder einfach überall raucht. Sogar der Kampf mit der elenden Telefonschnur dürfen wir dank Joyce beiwohnen. Ich habe glaube ich noch keine Serie/Film oder was auch immer gesehen, die/der das Ganze so gut verkörpert. Abgesehen natürlich von Filmen aus eben dieser Zeit.

Der erste Ausblick auf die zweite Staffel, lässt hier ja noch einiges mehr erahnen. Ich sag da nur Spielhallen und Ghostbusters. Auch die Musik ist Stil-sicher in den 80er Jahren verblieben und lässt einen gleich noch ein Stück tiefer in die Atmosphäre des ganzen eintauchen. Selbst die Story weiß mit den Verschwörungstheorien rund um MKUltra und ähnlichem perfekt zu spielen, aber dazu später mehr.

Aber kommen wir zum wichtigsten Punkt einer jeden Serie, den Schauspielern. Eine Serie lebt und stirbt mit der Leistung ihrer Schauspieler. Jedes noch so absurde, spannende oder eben langweilige Setting kann durch gute schauspielerische Leistung interessant sein. Allerdings gilt selbiges auch genau anders herum. Nehmen wir da das Beispiel „der Nebel“ oder eben die beiden „The Walking Dead“ Serien. Hätte der Nebel einen besseren Cast, wäre die Serie selbst mit ihren B-Movie Qualitäten durchaus erträglicher gewesen.

Bei Walking Dead sieht das ganze genauso aus. Während die Hauptserie durch Charaktere wie Meggie, Daryl und Negan lebt, stirbt die Nebenserie Fear the Walking Dead durch uninteressante Charaktere meiner Meinung nach. Ich hab bis vor 2 Wochen nicht mal mitbekommen, dass die 3. Staffel mittlerweile fast komplett bei Amazon zur Verfügung steht.

Um aber wieder zum Thema zurück zu kommen, der Cast wie auch die Charakterisierung des selbigen war einfach bombastisch. Winona Ryder als hysterische Joyce war so unglaublich überzeugend. Sie hat das Ganze sogar so gut gespielt, dass sie mir damit schon fast auf den Sack ging. Das gleiche gilt natürlich auch Millie Bobby Brown in ihrer Rolle als „Eleven/Elf/Elfie“. In der sie ein verstörtes kleines Mädchen spielte, an der im Zuge des MKUltra Projektes Tests vorgenommen wurden.

Der einzigen beiden Charakter die ich vielleicht nicht so ganz mochte, ist der farbige Lucas und der verschwundene Will Byers. Aber das liegt an Gründen die ich unten (vielleicht) etwas näher erläutern werde. Ansonsten war ich jede Folge absolut gespannt darüber ob die Gruppe Rund um Mike wohl in der Lage sein wird das Mysterium auf zu lösen. Tatkräftige Unterstützung gab es ja auch durch Sheriff Jim Hopper und den beiden jugendlichen Nancy (Mike´s Schwester) und Jonathan (Will´s Bruder).

Denn hier kommen wir zu einem weiteren äußerst herausragenden Punkt der Serie. Der Story. Was soll ich sagen, eine spannende Achterbahnfahrt, die nahezu alles richtig macht. Denn zu dem Verschwinden von Will gesellen sich Mysteriöse- wenn nicht gar Horror-Elemente hinzu. Ein Monster macht das kleine Städtchen unsicher und ist ständig auf Nahrungssuche. So kristallisieren sich nach und nach 3,5 Storyfäden hinaus denen die Serie konstant folgt.

Einerseits haben wir natürlich die Jungs, die ihren verschwunden Freund suchen wollen und dabei mit Hilfe von Elfie Schritt um Schritt näher kommen. Nach und nach erfahren wir als Zuschauer durch kurze Rückblenden, was es mit dem mysteriösen Mädchen so auf sich hat. Natürlich wird es auch immer gefährlicher für die Jungs je näher sie dem Geheimnis kommen.

Auf der anderen Seite von Hawkins haben wir den Strang, der sich um Joyce und Hopper dreht. Die beiden Erwachsenen, suchen hier natürlich mit ganz anderen Methoden nach der Wahrheit. Während wir bei Joyce die paranormale Seite erleben dürfen, sehen wir bei Hopper den Gesetzeshüter, der die Regierung hinter dem verschwinden vermutet.

Der dritte Strang dreht sich dann natürlich um Nancy und Jonathan. Zu Beginn wirkt deren Story noch wie jeder 08/15 Teenie-Streifen. Nancy ist verliebt und will dem coolsten Jungen der Schule gefallen. Jonathan ist der unbeliebte Kamera-Freak, der heimlich Bilder von anderen macht. Durch unglückliche Umstände, werden auch diese Beiden in das paranormale Ereigniss mit hinein gezogen.

Nach und nach überschneiden sich die einzelnen Storystränge, bis sie dann im großen Finale endgültig zu einem werden. Okay, manch einer wird jetzt sagen, ist doch ein völlig normaler Erzählstil. Vermutlich werdet ihr damit auch recht haben. Wer aber den Erzählstil von Büchern kennt, dem wird hier vermutlich auch auffallen, das die Serie mehr einem Buch als dem normalen „Serien-Stil“ ähnelt.

Die Erzählstränge und auch der Wechsel selbiger wirkt im gesamten Erzählfluss einfach viel organischer. So wirkte die Serie auf mich mehr wie ein spannendes Buch, dass ich nicht mehr aus der Hand legen will, statt einer spannenden Serie.

Nun muss ich aber zur Spoiler Fraktion meines Beitrages kommen. Wer also die Serie nicht kennt sollte hier am besten zu Mia´s Meinung bzw. zum Fazit springen. Wenn es trotzdem interessiert, der kann hier gerne den Spoiler aufklappen.

Spoiler

Ich bin ja ohnehin und großer Fan von Psychischen Kräften und habe mir nichts sehnlicher gewünscht als selbst welche zu haben. Elf war somit wohl mein Lieblingscharakter und auch das einsetzen ihrer Fähigkeiten, wurde perfekt umgesetzt. Allein schon die kleine E.T. Anspielung in der vorletzten Folge hat mit ein lächeln entlockt. Auch wenn sie ja so ganz anders war. Denn die Jungs fahren mit Vollgas auf ihren Fahrrädern auf einen Transportvan zu. Wer da jetzt unweigerlich an E.T. dachte und davon ausging das Elfie sie jetzt fliegen lässt, hat etwas falsch gedacht. Mit einem psychischen Angriff, katapultierte sie den Van kurzerhand über die Köpfe der Jungs hinter sich.

Auch die 2 Darstellungen der anderen Seite fand ich echt genial. Sowohl der schwarze leere Raum in dem sich Elf innerhalb ihres Wassertanks bewegte, wie auch die Darstellung der verrottenden Welt in der sie später ja Will auch wieder fanden. Leben wollt ich da jetzt nicht gerade, wenn man aber bedenkt, das es mit der „Multiple Dimensionen“ Theorie so etwas vielleicht wirklich geben könnte?^^ Spaß am Rande.

Aber hier komme ich dann auch mal zu den zwei kleinen Sachen die mich gestört haben. Da wäre einerseits Lucas und andererseits die Sache das Will überlebt, Barbara aber sterben musste. Zu ersterem seien 2 Sachen gesagt. Vorweg, ich habe kein Problem damit das er der wohl einzige farbige dort ist. Mein Problem liegt in seinem Charakter. Die Szene in der er sich mit Mike wegen Elf gestritten hat, hat mich so unglaublich genervt. Er war im unrecht und hat komplett nach dem Motto: „Kenn ich nicht, ist böse“ gehandelt…. hätte er da eine Sekunde mal nach gedacht. Aber nein, er macht direkt mal auf Einzelkämpfer.

Die zweite Sache ist etwas, dass mich nicht unbedingt stört, sondern eher etwas das mir fehlt. Wir sind Anfang der 80er und er ist das einzige farbige Kind. Kein Rassismus, auch nicht von den Schul-Rowdys? Das finde ich dafür, dass sie so viel wert auf die Umsetzung legen irgendwie doch etwas stark fehlend.

Kommen wir zu Will bzw. Barbara. Will war deutlich länger im „Upside down“ oder wie es bei uns heißt, auf der anderen Seite. Warum lebt er am Ende noch und Barb ist tot? Okay man könnte jetzt argumentieren, dass sie ja verletzt war und somit wahrscheinlicher als Futter angesehen wurde. Allerdings finde ich es dann aber doch etwas unstimmig, das der „Demigorgon“ ihn doch auch mit nach drüben genommen hat. Wie konnte er da bitte unbeschadet weg rennen? Irgendwie macht das für mich dann nicht so recht Sinn. Vor allem weil das Ding ja auch schon munter was auch immer in seinen Magen gepumpt hat.

Naja was soll´s. Dafür war Elfies Finaler Kampf ne Wucht und ließ nichts zu wünschen übrig um die „Heldenreise“ zu vervollständigen. Denn die Serie zeigte uns in der ersten Folge ja bereits, was uns in der Serie erwartet. Die Gruppe wird vom Demigorgon angegriffen und verliert weil der Magier Will sich nicht entscheiden konnte. Als Elf dann als Magier Teil der Gruppe wurde, nutze sie ihre „Magie“ um das Monster zu besiegen und verschwand daraufhin. Während Will wieder auftauchte.

   

Wir hatten Stranger Things damals geschaut, direkt als es auf Netflix verfügbar war. Ich hatte voll Angst, die Serie zu schauen. Ich bin immer etwas vorsichtig mit solchen Mystery-Science-Fiction Sachen, ebenso wie ich Horror als Genre nicht mag. Aber Stranger Things wusste mich sehr schnell zu überzeugen! Die Serie ist wirklich richtig gut geworden. Sowas hat einfach noch gefehlt und ich bin froh und glücklich, dass Netflix diese Serie verwirktlicht hat.

Ich finde es spannend, dass innerhalb der Serie auf die Frage eingegangen wird, was denn wäre, wenn es eine “andere Welt” geben würde. Und hierbei wird der Mystery Faktor wirklich groß geschrieben. In der ganzen ersten Staffel wird die Frage, wie Will verschwunden ist, nie beantwortet. Den Charakteren wird generell auch keine Lösungen vorgelegt, sie müssen es sich alles erarbeiten. Das macht es auch für den Zuschauer sehr spannend. Außerdem hat die Serie in meinen Augen eine sehr gute Länge. Die erste Staffel hat 8 Folgen und jede Folge geht ca. 1 Stunde. Und in den Folgen ist immer etwas interessantes passiert, es war wirklich nur selten langweilig. Und das finde ich, macht eine gute Serie aus.

Bezüglich der Schauspieler muss ich Fuma vollkommen Recht geben. Es gibt tatsächlich Serien, die einfach an den Schauspielern scheitern. Fuma hat dafür sehr gute Beispiele genannt, hier reihe ich aber noch die Serie Helix mit ein. Es bringt nichts, wenn das Setting drumherum verdammt gut ist, man als Zuschauer aber keinerlei Bezug zu den Charakteren herstellen kann, weil die Charaktere entweder nicht zu dargestellt werden oder die Schauspielerische Leistung zu wünschen übrig lässt. Also das Problem hat Stranger Things wirklich nicht! Die Schauspieler haben hier absolut grandiose Arbeit geleistet und ich habe auch jedem seine Rolle absolut abgenommen. Die Emotionen, die hier dargestellt wurden, waren richtig toll und mitreißend.

Was ich bei Serien immer ganz toll finde: die Serie geht auf frühere Ereignisse ein. So unterhalten sich beispielsweise zu Beginn zwei Polizisten über eine Schlucht. Sie sprechen darüber, ob man hier unbeschadet herunter ins Wasser springen kann oder dabei stirbt. Und später springt tatsächlich jemand genau an dieser Stelle hinunter. Ich mag es, wenn eine Serie innerhalb so geschlossen ist, dass diese Parallelen möglich sind. Dadurch muss man die Serie aber auch sehr aufmerksam verfolgen. Ebenfalls cool fand ich einige erwähnte Medien. So haben sich die Jungs beispielsweise über einen X-Man Comic unterhalten, der zu Elfies Situation passt. Fand ich toll!

Für den Zuschauer ist die Serie wirklich ein Erlebnis. Man taucht in diese Geschichte dank den Schauspielern, der Musik, der Story und dem Setting einfach vollkommen ab. Es ist zu jedem Zeitpunkt interessant, selbst langweilige oder ruhigere Parts bringen die Story dennoch stetig voran. Das Setting, also die Orte, an denen die Schauspieler hier ihre Leistung zum Besten geben, sind allesamt wunderschön. Vor allem liebe ich das Haus der Byers, nachdem Joyce alles mit Weihnachtsbeleuchtung dekoriert hat. Die Orte runden die Serie noch einmal richtig schön ab. Da es nicht allzuviele verschiedene Orte hier gibt fängt man in meinen Augen als Zuschauer auch an, sich hier wohl zu fühlen. Vor allem im gemütlichen Keller der Wheelers. Bei meiner Bewertung zur Serie als Gesamtes Werk kann ich mich Fuma´s Fazit nur anschließen.

Stranger Things gehört wie oben gesagt, zu den besten Serien die ich bisher gesehen habe. Von den Schauspielern, über die Story bis hin zum Setting ist die Serie nahezu perfekt und macht auch beim 2. mal sehen Spaß. Ich bin mir sogar fast sicher, dass dies nicht das letzte mal war, das wir uns die Serie angesehen haben. Wer also jetzt so unmittelbar vor Halloween Lust auf eine Spannendes Abenteuer mit leichten Mystery-/Horror-Elementen hat, sollte hier auf jeden Fall zuschlagen. Ich bin mir sicher ihr werdet es nicht bereuen. Ich kann die Serie somit absolut jedem weiterempfehlen und gebe ihr somit 10+ von 10 Seltsameren Dingen.

Euer

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2 Antworten

  1. Goldfuchs sagt:

    Ich kann euch da nur voll und ganz zustimmen!
    Eine der besten Serien der letzten Jahre!

  1. 23. März 2018

    […] wurde auch nur auf den Film aufmerksam, weil Netflix sich einen Scherz erlaubt hat und Steve aus Stranger Things ein Poster gewidmet hat, auf dem er, so wie Bee oben, auf dem Plakat zu sehen ist, weil er in der […]

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