Visual Novel Review: Higurashi no Naku Koro ni – Kapitel 2 – Watanagashi

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Endlich habe ich auch Episode 2 von Higurashi no Naku Koro ni fertig gespielt. Erst hat es sehr lange gedauert, bis die Folgen überhaupt auf englisch auf Steam erschienen sind und dann waren auch große Zeiträume zwischen der Veröffentlichung der einzelnen Episoden. Mittlerweile ist auch schon Episode 5 erschienen. Ein Grund mehr, euch diese “When the cry”-Reihe noch näher zu bringen. Es handelt sich hierbei um eine Horror Sound Novel von 7th Expansion, einem japanischen Dōjin-Spiele-Zirkel (ein Fanzirkel der Computerspiele entwickelt). Die Ausgangssituation ist bei jeder Episode dieselbe, die Handlung unterscheidet sich aber stark voneinander, weil sich jede der Episoden auf einen anderen Charakter bezieht. In Episode 2 geht es hauptsächlich um Mion Sonozaki.

Keiichi Maebara ist ein Stadtkind durch und durch. Durch die Arbeit seines Vaters muss er in das verschlafene Bergdorf Hinamizawa ziehen. Einem Ort, an dem sich wohl nicht nur Sinnbildlich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen. Die dortige Schule auf die er geht, ist eine gemischte Schule, in der alle Klassen gemeinsam Unterricht haben. Für Keiichi ist dieser drastische Tapetenwechsel eine ganz schöne Herausforderung. Doch er findet unter seinen Mitschülern schnell ein Frauen Quartet, mit dem er auch just Freundschaft schließt.

Alle vier Damen befinden sich in einem „Club“, in dem sie jede Tag nach der Schule, zusammen Brettspiele oder ähnliche Wettkämpfe austragen. Der Verlierer wird natürlich immer mit einer demütigen Strafe belegt. So lernt Keiichi das Dorf und seine Bewohner nach und nach besser kennen. Doch alles ändert sich beim jährlichen Watanagashi-Festival. Denn am Abend des Örtlichen Sommerfestes sollen sich wiederholt Verbrechen zugetragen haben. Immer wenn kurz vor dem Fest jemand das Wohl des Dorfes gestört habe oder gar im Verdacht stand ihm zu schaden, würde Oyashiro, die örtliche Dorfgottheit, sich sein Opfer auf brutalste weise holen und die liebste Person desjenigen verschwinden lassen.

   

Die Inhaltsbeschreibung habe ich ganz frech von Fuma aus seinem Beitrag von Episode 1 benutzt. Denn die Ausgangssituation ist wirklich immer dieselbe. Wir “spielen” den Jungen Keiichi Maebara, der neu in eine ihm fremde Stadt kommt. Er findet schnell neue Freunde. In Episode eins ging es quasi um die Geschichte rund um Rena Ryuugu und in der zweiten Episode um Mion Sonozaki. Und um ihre Schwester Shion Sonozaki, die ihr im Beitragsbild begutachten könnt.

Ich mag die Sound Novels der Higurashi-Reihe sehr gerne. Der Anime ist leider nichts für mich, da er im Gegensatz zu den Spielen viel zu platt und lieblos ist. Er wirkt ohne Leidenschaft und sehr gehetzt. Kein Wunder, da im Anime pro Erzählung nur ungefähr 4 Folgen vorhanden sind. Damit ihr euch das besser vorstellen könnt: Jede Episode dieser Sound Novels dreht sich um eine andere der Damen und jede hat eine Spielzeit von 30-40+ Stunden. Und jede der Damen erhält im Anime nur rund 4 Folgen die Aufmerksamkeit der Zuschauer. In meinen Augen steht das in keinem Verhältnis und wer die Spiele hier gespielt hat, weiß, wovon ich spreche. So viele Stunden kann man einfach nicht gut in 1,5 Stunden Anime reinquetschen. Und die Spielzeit hier lohnt sich definitiv.

Ich bin ja eigentlich ein kleiner Schisser, der vor allem Angst hat. Dennoch bin ich generell vom Horror Genre nicht komplett abgeneigt, solange es gut gemacht ist. Und Higurashi ist definitiv gut gemacht. Man spürt beim spielen so richtig schön, wie viel Energie und Liebe in diese Spiele geflossen sind. Eigentlich bekommen Doujin-Spiele nicht solche große Aufmerksamkeit wie es bei Higurashi oder Umineko der Fall ist. Man kann die Higurashi Spiele auch nicht wirklich als Visual Novels bezeichnen, da man hier keine CGIs zu sehen bekommt und auch nur begrenzt Visuals zum Einsatz kommen. Das Besondere bei den Spielen ist wirklich der Sound, mit ihm steht und fällt die Stimmung bei dem Spiel. Und die Stimmung ist wirklich wichtig.

Das ist auch einer der Gründe, warum ich für Episode 2 nun leider so lange gebraucht habe. Ich habe die Episode Anfang des Jahres begonnen und nun im November fertig gespielt. Es ist eben nicht so einfach so nebenher von der Arbeit, nach dem stressigen Arbeitstag oder am Wochenende, eine Spielzeit von 30-40+ Stunden in ein Buch zu stecken. Denn eigentlich ist Higurashi nichts anderes als ein Buch mit unterlegter und passender Musik. In meinen Augen braucht man für Higurashi auch die richtige Stimmung.

Ich empfehle die Spiele im dunkeln mit Kopfhörern zu spielen, weil der Grusel-Faktor dann viel höher ist. Wie oft lief es mir beim spielen eiskalt über den Rücken runter. Vor allem, wenn die Musik einsetzt, wo es zu Beginn erst einmal so klingt, als ob jemand mit Fingernägeln über eine Tafel geht. Schaurig. Die Musik ist richtig gut und passend gemacht und setzt auch genau in den richtigen Momenten ein.

Für mich war natürlich die interessante Frage: worin unterscheiden sich die einzelnen Episoden? Klar, der Fokus liegt auf einer der anderen Mädels. Und so ändert sich auch der komplette Zeitverlauf. Es ist praktisch gesehen keine Fortsetzung der ersten Episode, sondern eine alternative Geschichte. Es gibt nämlich einen entscheidenden Faktor, wieso es keine Forsetzung ist: die Charaktere sterben. Auf die unschönsten Arten und Weisen, je nach Geschichte und Fokus. Während in der ersten Episode wir teilweise unseren Verstand verloren haben und Charaktere gestorben sind, ist in dieser Episode jemand anderes dem Wahnsinn verfallen. Neue Rätsel tauchen auf, neue Beweggründe müssen entdeckt und ergründet werden. Der Spieler hat allerdings, anders als bei den meisten Visual Novels, keinen Einfluss auf die Story. Diese ist feststehend, wie in einem Buch, und wir verfolgen als Keiichi Maebara die Geschehnisse und Mythen.

Sehr viel mehr möchte ich von den beiden Episoden auch gar nicht preisgeben. Das spannende ist wirklich, die Spiele zu spielen und auf sich wirken zu lassen. Das gruseligste daran ist wohl wirklich, dass dir praktisch jeder Charakter von einer Sekunde auf die andere in den Rücken fallen kann. Es ist generell auch sehr spannend, da man als Keiichi auch Kontakt mit der Polizei und mit anderen Stadtbewohnern hat. Generell mag ich japanische Mythen sehr und darauf wird sich hier auch sehr stark bezogen. Man wird durch die Spiele auch teilweise sehr paranoid. Ich habe die gesamte Episode über gerätselt, ob es tatsächlich eine Mion und Shion gibt oder, ob es ein und derselbe Person ist. Was nun stimmt muss natürlich jeder in den Spielen selbst herausfinden.

Ich hoffe, dass ich euch mit meinem Beitrag die Higurashi-Reihe etwas näher bringen konnte. Wie Fuma auch schon in der ersten Episode geschrieben hat: wer den Anime mag sollte sich unbedingt die Sound Novels vornehmen. Man bekommt viel mehr Einblicke in die Charaktere. Man sieht den Alltag von ihnen, der Spieler stellt Bezug zu ihnen her und verbringt viel Zeit mit ihnen und nebenbei werden Mythen aufgeklärt und nachgegangen. Mir persönlich gingen beide Geschichten sehr nah, weil man so viel Zeit mit den Charakteren verbringt, die in den nächsten Stunden wahnsinnig werden oder sogar auf grausame Art und Weise sterben.

Das ist aber genau der Vorteil von dieser Art von Spielen: Ich bin jetzt schon gespannt darauf, was in Episode 3 passiert und in wie weit sich die Geschichte wieder unterscheidet. Das war auch der Grund, wieso ich nicht gesagt habe, dass nach Episode 1 Schluss ist, diese erkunden und herausfinden von der Higurashi-Welt ist unheimlich spannend und interessant. Horrorfans sollten definitiv zugreifen und sich von diesen Spielen nach Hinamizawa entführen und verzaubern lassen. Higurashi no Naku Koro ni – Episode 2 bekommt von mir wohlverdiente 9 von 10 Folterkammern.

Eure


Higurashi When They Cry Hou - Ch.2 Watanagashi
Higurashi When They Cry Hou - Ch.2 Watanagashi
Entwickler: 07th Expansion
Preis: 7,99 €
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Mia

Hallo ihr lieben. Mein Name ist Mia und ich bin 25 Jahre alt. Ich liebe Animes und Mangas über alles, bin aber auch ein absoluter Film- und Serienjunkie oder lasse meinen Abend auch gerne mit zocken ausklingen und habe auch nichts gegen ein gutes Buch am Wochenende.

3 Antworten

  1. Timo sagt:

    Stimmt, wenn es nicht zu jemandes Muttersprache gehört, könnten Englischkenntnisse die Lesezeit stark beeinflussen.^^
    Wobei mich die 50+ Spielstunden jetzt noch mehr erstaunen, wenn die sich wirklich nur aufs 2. Chapter beziehen o_o.

  2. Timo sagt:

    Also mir gefiele ja die Wertung “zirpende Zikaden” sehr gut 😉

    Und sonst kann ich dir in den bereits genannten Punkten eigentlich nur zustimmen, wie, dass man es einfach für sich selbst endecken muss.

    Ich muss aber zugeben, dass ich ein wenig überrascht bei deiner Zeitangabe war.
    Natürlich hat jeder sein eigenes Tempo beim Lesen, allerdings fand ich den Unterschied doch erstaunlich (in Bezug auf die ersten beiden Episoden habe ich die Hälfte an Zeit gebraucht, wenn nicht weniger).

    • Hehe jaa was sowas angeht ist Jan wohl kreativer als ich xD

      Freut mich, dass du da zustimmen kannst. Heißt ja, ich hab irgendwas richtig gemacht 😛

      Ich hab bei Teil 2 jetzt 32 Stunden gebraucht 😀 Weiß jetzt nicht ob du zaubern kannst oder so aber vielleicht ist dein Englisch besser und du liest flüssiger? ^^ Keine Ahnung 😀 War eigentlich der Meinung ich hab recht schnell gelesen. Im Internet stand oft, dass man für das Spiel 50+ Stunden braucht o_o

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