Light Novel Review: Accel World Band 1

Accel World

Sword Art Online gehört wohl zu den kontroversesten Serien, die unsere moderne Community so zu bieten hat. Wenn man natürlich auf das Internet hört, gehört die Serie zu den schlimmsten die die Adaptiert wurden und hat schwächen an allen Ecken und Enden. Nichts desto trotz, ist die Serie so erfolgreich und beliebt, dass es regelmäßig Nachschub in Form irgendwelcher Medien gibt. Ob Bandai Namco mal wieder ihr jährliches Spiel raus hauen, ob es eine neue Kino Adaption ist oder gar die beiden neu anlaufenden Serien.

Im Schatten dieses großen Franchise, zu dessen Fans ich mich da durchaus zähle, existiert ihr kleines Geschwisterchen, welches sogleich auch noch als Sequel anzusehen ist. Ich spreche hier natürlich vom grandiosen Accel World. Leider habe ich den Anime nie gesehen und bisher auch nur den ersten Band der Manga-Adaption gelesen. Allerdings war mein mir auferlegtes Ziel, endlich mal die Light Novel zu lesen. Schon seit ein paar Wochen habe ich nach und nach immer mal ein paar Seiten gelesen. Im Europa Park nutzte ich das ganze Schlange stehen dann sinnvoll und verschlang den ersten Band und man, war ich geflashed. Hier also meine kleine Review zu Accel World Band 1.

Wir befinden uns in nicht allzu ferner Zukunft, in der Virtual Reality zu einem Normalzustand geworden ist. Selbstverständlich werden hierzu keine klobigen „Brillen“ oder ähnliches mehr benötigt. Jeder Mensch wird von Geburt an, mit einem Neuro Linker ausgestattet und kann somit jeder Zeit zwischen Realer und Virtueller Welt wechseln. Somit ist der Informationsaustausch und die Gewinnung leichter denn je.

Unser Hauptcharakter Haruyuki ist das absolute Gegenteil eines großartigen Helden. Er ist klein und kugelrund und schwitzt ständig. Er ist ein Opfer von Mobbingattacken und hat keine sehr hohe Meinung über sich selbst. Sein selbst kreierter Schul-Avatar wurde ihm direkt zu Schulbeginn geraubt und seine Peiniger haben ihm einen kleinen Schweine-Avatar aufgezwungen. So fristet Haruyuki ein einsames Leben in der Dunkelheit und verbringt seine Pausen einsam mit dem eher unbeliebten Virtuellen Squash Spiel.

Als er eines Tages erneut seinen unmenschlichen Rekord bricht wird die in der Schule äußerst beliebte Kuroyukihime auf ihn aufmerksam und lädt ihn zu einer Privaten Konversation ein. Dabei überträgt sie ihm das Spiel Brain Burst, ein Fighting Game das die Hirnströme beschleunigt und seine Nutzer in eine völlig neue Welt eintauchen lässt. Die beschleunigte Welt (Accel World). Absolut fasziniert von der beschleunigten Welt, muss sich der kleine Haruyuki vielen Gefahren stellen um am Ende vielleicht doch noch zum größten Helden von allen zu werden…..

   

Ich war anfangs gegenüber Accel World eher skeptisch eingestellt. Es lief ja eine Season vor Sword Art Online/bzw. parallel und gerade die ersten Bilder haben mich gar nicht überzeugt. Das Chrackterdesign von Kuroyukihime und Haruyuki waren so gar nicht meins und das er sich in ein Schwein „verwandeln“ konnte fand ich total daneben. Somit habe ich mich auch nicht wirklich weiter darüber informiert.

Retrospektiv muss ich sagen, dass ich Dengeki Bunko´s Entscheidung beide Serien parallel zu Zeigen für einen großen Fehler halte. Somit ist Accel World ganz schön unter gegangen und Sword Art Online in unglaubliche Höhen geschossen. Nicht dass ich der Meinung bin, dass AW besser ist als SAO, aber es konnte im Schatten des Geschwisterchens nie wirklich aufblühen. Somit bekommt SAO eine Fortsetzung nach der nächsten serviert, während AW eigentlich kaum noch existiert.

Naja kein Problem. Ich habe ja zum Glück die Light Novels die es ja sogar zu uns nach Deutschland geschafft haben und werde sie jetzt langsam nacheinander verschlingen. Was ich an AW im Vergleich zu SAO so gut finde ist die unterschiedliche Thematik. Während sich SAO ganz MMO-Style ja eher auf einer PVE Basis mit PVP Elementen bewegt, haben wir bei AW mit seinem Fighting-Genre ein reinrassiges PVP Erlebnis, dass sich auch absolut sehen lassen kann.

Oben in der Story-Beschreibung habe ich ja schon angerissen worum es geht. Die Serie spielt in der Zukunft, in der VR zum Alltag gehört. Das entscheidende Programm Brain Burst beschleunigt die Hirnkapazität auf ein vielfaches, sodass eine Sekunde in der normalen Welt 16 Minuten in der beschleunigten Welt sind. Um das Gehirn aber nicht über zu strapazieren, kann man das Programm lediglich 1,8 Sekunden also 30 „In-game“ Minuten nutzen.

Damit kann man natürlich sowohl positives, wie auch negatives machen. Zum Beispiel kann man sich in brenzligen Situationen kurz „beschleunigen“ um die Lage zu analysieren. Eine andere, eher verwerfliche Aktion, wäre zum bei Schularbeiten zu schummeln. Denn Brain Burst nutzt das Bildmaterial der lokalen Zivilkameras die mittlerweile, nahezu jede Ecke der Welt(oder zumindest Japans) abdecken.

Doch mann kann die beschleunigungen nicht unbegrenzt einsetzen. Jeder Burster bekommt bei seiner ersten Anmeldung 100 Punkte. Jede Beschleunigung verbraucht einen Punkt. Wer keine Punkte mehr hat, kann nie wieder in die beschleunigte Welt eintauchen. Allerdings ist der einzige Weg an frische Punkte zu kommen, gegen anderen Spieler zu Kämpfen. Doch während der Gewinner Punkte bekommt, werden dem Verlierer welche abgezogen.

Da es sich hier um ein Spiel handelt, kann man durch kontinuierliches Siegen bis maximal ins 10. Level aufsteigen. Mit jedem „Level up“ gibt es auch neue Fähigkeiten, die das Repertoire ausbauen und diverse Vorteile verschaffen. Mit Haruyuki durchleben wir also die typische Heldenreise, der als Level 1 Niete beginnt und es sich als Ziel gesetzt hat irgendwann auf das 10. Level auf zu steigen.

Was wäre eine vernünftige Heldenreise ohne Prinzessin die es sich zu retten lohnt. Kuroyukihime bietet sich da als herrliche Besetzung für diese Rolle an, wenn auch mit dunklem Geheimnis welches aber bereits im 1. Band gelüftet wird. Aber selbstverständlich gibt es ja auch noch seine Sandkastenfreundin Chiyuri. Die sich im Gesamtbild des ganzen ebenso natürlich eingliedert.

Was mir an dem 1. Band und damit dem Startschuss so gut gefallen hat, ist vor allem das Setting. Ich bin ja selbst eigentlich kein wirklicher PVP Spieler. Vielleicht fasziniert mich gerade deshalb der Konflikt in solchen Serien? Aber die Light Novel bietet so viel mehr als das pure PVP Erlebnis. Denn es geht auch ein Stück weit um die psychische Verfassung der Kids. Denn gerade in der Pubertät solch eine Fähigkeit zu bekommen ist natürlich schon ein ganz schönes Ding.

Mit Haruyuki haben wir auch einen ungewöhnlichen Hauptcharakter, der durch seine Defizite von einem unglaublichen Selbsthass getrieben ist. Ich weiß ja nicht, warum man sich selbst noch so geringschätzt, wenn es doch bereits alle anderen machen… Aber auch eine Kuroyukihime oder eine Chiyuri haben durchaus ihre inneren Dämonen die es zu bekämpfen gilt. Gerade diese etwas verquere Dreiecksbeziehung wird vermutlich in den kommenden Bänden noch das ein oder andere Drama-Potenzial aufweisen.

Aber auch die Darstellung der Welt und der Kämpfe haben mir sehr gut gefallen. Wobei ich mich da an sich eher auf die Kämpfe als auf die Welt beziehe. Da hat es Reki Kawahara, meiner Meinung nach nicht so gut geschafft mir ein Bild in den Kopf zu rufen. Aber hey ich will mich ja hier nicht auf höchstem Niveau beschweren. Dafür sind die Kämpfe unheimlich effektreich und haben sich mir sehr bildlich eingeprägt.

Meiner Meinung nach sollte diese Light Novel für jeden Gamer genau das Richtige sein. Aber auch für jene denen Serien wie SAO, .Hack oder aber Log Horizon dürften hier an der richtigen Stelle sein. Die Novel ist mit 300 Seiten auch nicht allzu lang und ist (vermutlich) auch bei jedem Mangahändler regulär erhältlich. Wer also Lust auf eine spannende Science-Fiction Novel mit stark ausgeprägtem Battle-Element hat, für den ist das ganze hier ein Muss. Wer einige Abstriche im Punkte Story und Informationen im Austausch für eine Visuelle Darstellung in kauf nehmen möchte, kann aber denke ich auch einen Blick auf den Anime werfen. Mir hat der 1. Band jedenfalls super gefallen und ich freue mich schon mir sehr bald auch den 2. durch zu lesen. Der Cliffhanger am Ende war ja so was von fies….

Euer


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4 Antworten

  1. hellspawn2501 sagt:

    Obwohl ich ja so einiges an Anime gesehen habe, kenne ich ja bisher Sword Art Online nicht. Entsprechend unvorbelastet ging ich an Accel world ran. Sollte die Serie genau so gut sein, wie die Light Novel des “Sequels” dann sollte ich den titel wohl schleunigst nachholen, denn der erste Band von Accel World war richtig gut. So gut das ich schon sehnsüchtig auf genug Freizeit hoffe, um Band 2 im selben Rekordtempo wie den ersten zu verschlingen. Ich mochte die Charaktere sehr gern. Vor allem Haruyuki, da er eben nicht den perfekten Helden verköpert, der direkt alles richtig macht, sondern erstmal mit seinen Minderwertigkeitskomplex klar kommen muß und an Selbstvertrauen gewinnen. Aber auch Kuroyukihime und Chiyuri haben es mir angetan, da beide sich eben nicht massenkomform verhalten und an geselschaftlichen Schönheitsidealen kleben. Takumu hingegen war erstmal ein Hasschar bei mir, aber letzten Endes versteht man doch sein handeln. Besteht also noch Hoffnung sich mit ihm anzufreunden.
    Was die beschreibung der Welt angeht, finde ich es gut, das es sich eher um Fighting Stages, statt eine komplette virtuelle Welt handelt. Das hebt den Titel von Serien wie .hack erfrischend ab.
    Was noch positiv zu erwähnen ist, wäre der Schreibstil und der doch recht große Umfang des Bandes. Da frag ich mich, ob Novel statt Light Novel Reihe nicht als Bezeichnung passender wäre. Auch sehr nett ist das der erste Band schon auf eine Art abgeschlossen wirkte, mit zig Möglichkeiten zur Fortsetzung. Hoffe die anderen Bände sind da ähnlich.

  2. Vincisblog sagt:

    Liegt bei mir auch noch auf dem Lesestapel. Klingt ja beim Überfliegen – möchte keinen Spoiler einsammeln – echt gelungen :)

    • Fuma sagt:

      Ich habe storymäßig sehr wenig gespoilert ;) Weitestgehend habe ich eher mit Infos die man im Laufe des lesens über die Welt bekommt “gespoilert”.
      Also kannst du es grundsätzlich normal lesen. Die LN lohnt sich aber auf alle Fälle

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