Film Review: ES (2017)

Es 2017

Wir waren letzte Woche wieder mal im Kino, diesmal war “Es” dran. Wegen Halloween gab es von Cine Star eine Aktion, wodurch der Film pro Person nur 5€ gekostet hat und das mussten wir einfach ausnutzen. Wer mich kennt, weiß, dass ich ein kleiner Schisser bin, schnell zusammenzucke und mich generell schnell grusel. Daher hatte ich vor dem Film auch etwas Angst. Meine Twitter Follower konnten mir die Angst recht gut nehmen und ich hatte im Enteffekt auch wirklich Spaß bei dem Film, weil er so verdammt gut gemacht ist.

Es 2017

Der Film spielt in einer Stadt namens Derry im US-Bundesstaat Maine. Es verschwinden dort immer wieder Menschen, sowohl Erwachsene, als auch Kinder. Eine Gruppe von Kindern bestehend aus Bill, Richie, Eddie, Beverly, Ben, Stanley und Mike tun sich zusammen, um der Sache auf den Grund zu gehen. Sie alles haben eines gemeinsam: sie sind die Loser der Schule und  genau das schweißt sie zum “Club der Loser” zusammen. Sie erfahren, dass es eine Kreatur geben soll, die sich in die Ängste der Menschen verwandelt, er tritt häufig in der Form von dem Clown Pennywise auf. Gemeinsam tasten sie sich an dieses Mysterium heran, vor allem, um vielleicht doch noch Bills Bruder Georgie zu retten.

Es 2017

   

Der Film wird sehr oft mit den Genre Horror und Thriller beschrieben. Für mich ist das manchmal die Hölle. Es gab bereits ein paar Filme, die konnte ich einfach nicht zu Ende schauen. Zudem wusste ich nur über Es, dass da ein Clown drin vor kommt und dieser eine Szene hat, wo er im Abwasserkanal mit einem Kind spricht. Kein Wunder, diese Szene bzw. Bilder davon sind im Netz als Memes unterwegs. Aber worauf genau ich mich hier einließ wusste ich eben nicht. Wie man bestimmt merkt, kenne ich auch den Original Film von 1990 nicht. Was ich aber bereits kenne, sind andere Umsetzungen von Stephen King Romanen, z. B. Under the Dome oder The Mist. Über The Mist brauchen wir kaum reden, die neue Serienumsetzung war nämlich genau das: Mist. Aber Under the Dome gehört für mich zu einer der besten Serien überhaupt. Von daher war die Neugierde natürlich da, wie Es denn so ist.

Und im Enteffekt muss ich ehrlich sagen, dass ich froh bin, den Film gesehen zu haben. Es gab einige Momente, wo ich zusammengezuckt bin. Fuma belächelt das meist, da er sehr abgehärtert ist von sowas oder solche Schockmomente schon erahnt, bevor sie kommen. Ich bin da ganz anders, ich tauche in ein Werk ein und reagiere richtig drauf, eher unabsichtlich natürlich. Und Es hatte in meinen Augen genau die richtige Dosis an “Ekel” oder “Horror”. Meine Angst war eher unbegründet, denn unterm Strich hatte ich hier die Chance einen richtig guten Film zu sehen. Er war spannend und durchdacht von vorne bis hinten und die Charaktere sind richtig toll.

Bei mir hängt ein solcher Film auch stark mit den Charakteren zusammen. Ich brauche im Film ein paar Charaktere als “Anker”, die mir sympatisch sind und denen ich gerne folge. Auch wenn sie dummerweise in ein leerstehendes Haus gehen und man genau weiß, dass da irgendwas passieren wird. Und die Schauspieler haben hier trotz ihrem jungen Alter wirklich sehr gute Arbeit geleistet. Den einzigen Schauspieler den ich schon vorher kannte war Finn Wolfhard, natürlich von Stranger Things. Aber auch die anderen Schauspieler haben ihre Charaktere wirklich gut dargestellt. Man merkt, wenn die Schauspieler nicht gut sind und hier war die Leistung wirklich sehr gut.

Außerdem war der Film doch überraschend lustig. Es gab wirklich Szenen, die waren einfach so lustig, da musste ich lachen. In einem solchen Setting eher ungewöhnlich aber es hat total gepasst. Vor allem waren es aber eher solche “WTF”-Lacher. Beim ansehen muss man nämlich mal auf die Fernseher achten, die zu sehen sind. Da wird sehr wirres Zeug geredet, wo man sich dann wirklich nur “Was zum…?” denken kann. Oder, wenn der Clown anfängt zu tanzen… Oder wenn Eddie seiner Mutter einen Kuss gibt und Richie fragt, ob sie auch einen Kuss von ihm möchte. Genau diese Momente haben den Film dann aber auch an den richtigen Stellen aufgelockert. Es wirkte nicht erzwungen sondern genau richtig.

Auch die “Schockmomente” waren gut gesetzt. Ich mag Horror Filme nicht, wenn sie ganz viele Schockmomente auf aufeinanderfolgend Szenen setzen. Da hat man quasi gar keine Zeit zu “verschnaufen” zwischendrin. Und auch das war im Film gut gemacht. Es gab Szenen, da wusste man, da passiert jetzt nichts schlimmes und in denen konnte man sich wunderbar zurücklehnen, während in den gruseligeren Szenen dann die Spannung die Oberhand gewonnen hat. Diese Mischung “freundlich” zu gestalten, ist schwer. Ich habe ich meinem Leben einen Saw Film gesehen und ich musste heulen vor Angst, weil da einfach zu viel auf einmal war, zu viel erschreckendes auf kurzer Zeit. Aber hier war das wirklich gut gemacht.

Dieser Film hatte auch eine grundlegende “bedrückende” Stimmung, die gut rübergebracht wurde. Die ganze Stadt und das Setting an sich war meistens trist und grau. Die Stadt sah teilweise unbelebt und langweilig aus, was aber richtig gut zum Film gepasst hat. Klar, wenn so viele Erwachsene und Kinder einfach verschwinden überlegt man 3x ob man jetzt wirklich raus gehen soll. Entsprechend wirkt sich das dann schon auf die Stadt aus.

Ein weiteres schweres Thema, was ständig vorhanden war, war das Thema Mobbing. Jeder der Hauptcharaktere wird in der Schule gemobbt. Aus den unterschiedlichsten Gründen. Die Kinder haben diese Gründe auch sehr gut dargestellt, sei es das Stottern oder Hypochondrie. Andere hatten wiederum mit Problemen im eigenen Haus zu kämpfen und auch das wurde sehr gut und berückend rüber gebracht. Da wurde auch nochmal bewusst gemacht, wie sich Opfer von Mobbing fühlen. Ich persönlich verstehe Menschen, die andere mobben, sowieso nicht. Aber ganz ehrlich, wer das Thema in einem solchen Film so ins Gesicht gedrückt bekommt kann doch nicht ernsthaft weiter Spaß am mobben haben, oder? Naja, schön wäre es.

Es 2017

   

Als ich in meiner Kindheit Es 1 und 2 gesehen habe, fand ich die beiden Filme zwar durchaus gruselig, habe aber nie den Hype oder die große Angst vor Clowns verstanden. Auch heute kann ich das ganze nicht nachvollziehen. Dafür sind meine große Schwäche Puppen. Es gibt nichts schlimmeres als diese seelenlosen Dinger. Aber ich weiche vom Thema ab.

Als die Neuverfilmung also angekündigt wurde, war ich nicht sonderlich beeindruckt und wollte auch nicht unbedingt rein gehen. Da ich aber Stephen King Werke gerne sehe, weil ich die schaurige Stimmung mag und nur positives über den Film gehört habe, hatte ich dann doch Lust ihn zu sehen. (Natürlich wollte ich auch Mia etwas ärgern) Letztendlich fand ich den Film richtig, richtig gut. Klar würde ich schon zustimmen, dass es kein guter Horrorfilm ist. Eher noch ist es ein düsterer Thriller mit Horror-Elementen.

Dafür ist die Umsetzung der Stimmung wirklich brillant gelungen. Pennywise lauert quasi an jeder Ecke und die Bedrohung ist allgegenwärtig. Dabei haben die Schauspieler selbstverständlich auch einen absolut herausragenden Job gemacht. Ich muss zwar leider sagen, dass ich die wenigen Jumpscares etwas zu offensichtlich fand, dennoch schaffte es der Film mich einmal so richtig dran zu bekommen.

Abschließend bleibt mir wohl nur zu sagen, dass es ein wirklich sehenswerter Film ist. Wem die damaligen Adaptionen bereits gefallen haben, der wird sich auch hier willkommen fühlen. So wünsche ich mir ehrlich gesagt mehr Stephen King Adaptionen und ich blicke jetzt schon mit großer Vorfreude Richtung Teil 2.

Es 2017

Abschließend kann ich nur sagen, dass mich dieser Film sehr überrascht hat. Absolut positiv. Es war für mich die richtige Mischung aus allen Bereichen. Ich persönlich würde ihn nicht als Horrorfilm bezeichnen, denn wie Fuma schon schreibt macht er dafür eigentlich einen zu schlechten Job. Aber er hat durchaus ein paar Horror-Elemente. Dennoch ein sehr guter Thriller und fantastische Unterhaltung mit gruseliger Grundstimmung. Von mir gibt es für den Film 8 von 10 roten Luftballons.

Eure

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5 Antworten

  1. Hallo Fuma, hallo Mia.
    Der Film ist zwar schon eine ganze Weile her, seit ich ihn gesehen habe, aber er war letztes Jahr einer der wenigen Möglichkeiten für mich ins Kino zu kommen. Ohne Frage, die Schauspieler waren super, da sie gut die Charaktere aus dem Buch widergespiegelt haben. Bei dem einen hat meine Vorstellung besser gepasst, bei dem anderen weniger, was aber nicht verwunderlich und auch nicht schlimm war, da mir die Schauspieler unter Strich gut gefallen haben. Auch brauche ich wie Mia eine Figur mit der ich mitfiebere.
    Und jetzt kommt das großer ABER: Leider ist bei mir die Atmosphäre nicht rübergekommen. Im Buch war ständig diese bedrohliche Wummern zu spüren, selbst wenn die Handlung etwas lockerer war. Das hat mir im Film gefehlt. Auch wurde der Inhalt teilweise verdreht, dass es für mich nicht wirklich einen Sinn ergab. Und dann noch der Clown… ganz ehrlich? Ich fand ihn lächerlich.
    Klar kannte ich die Handlung schon vorher, dass ich wusste, wann es wohl gruslig wird, aber dennoch habe ich von einem Film gehofft, dass er mich dennoch an der richtigen Stelle bekommt, da ja Horror eher plötzlich um die Ecke kommt und der Überraschungsmoment der Clou ist. Da hat mich mehr Henry und seine Bande erschreckt, aber aus dem einfachen Grund, da Mobbing einfach (pardon) Scheiße ist.
    Ich bin jetzt auch nicht in den Film gegangen und habe gedacht, der wird jetzt super gut, da mir klar war, dass dieser nicht ans Buch (meiner Meinung übrigens ein Meisterwerkt, wenn es sich auch manchmal etwas zieht) herankommen wird, aber na ja. Wenigstens haben sie ihre Schauspieler gut gewählt, dachte ich mir am Ende.
    Trotzdem werde ich mir den zweiten Teil anschauen und hoffen dass der inhaltlich und von der Atmosphäre besser ist. Beim Clown kann ich ja nicht mehr hoffen… auch habe ich mir vorgenommen, den Film von 1990 zu besorgen. Mal sehen wie da das Buch umgesetzt wurde.

    • Fuma sagt:

      Hallo Kathleen,
      Das tut mir Leid das der Film nicht so deins war. Wie du gesehen hast fanden wir ihn sehr gut. Es ist immer schwer eine Adaption von etwas zu sehen, das man als Buch bereits geliebt hat. Das Problem hier ist vor allem das jeder eine eigene Vision von etwas hat und vor allem auch eingeschätzt werden muss was Film relevant ist und was nicht. Dazu kommt das Problem das der Film “tauglich” für das Moderne Publikum ist. Mein Lieblingsbuch “Die Elfen” wünsche ich mir verfilmt, aber ich weiß wenn es nicht gerade ein Peter Jackson macht ist die Schlacht bereits halb verloren… Somit hoffe ich für dich, dass dir die Fortsetzung gefallen wird und du bei eben jenem Beitrag dann vielleicht auch kommentierst ;)
      Liebe Grüße
      Fuma

  2. kp sagt:

    “Besonders im Vergleich zu Dark Tower sieht man einen gewaltigen Qualitätssprung.”
    der war generell nichts, mit dem film werden weder king fans noch neueinsteiger glücklich. wäre sinnvoller gewesen, man hätte aus der buchreihe eine serie gemacht, die sind inzwischen eh oft besser als das sehr eindimensional gewordene kinoprogramm…

  3. DerStigler sagt:

    It (2017) ist die beste Kingverfilmung seit „Die Verurteilten“ & Shining von Kubrick. Vom gelungenen Genremix über die hervorragenden Schauspieler bis zur teils überraschenden Gewalt. Hier hat eigentlich alles gepasst.

    Besonders im Vergleich zu Dark Tower sieht man einen gewaltigen Qualitätssprung.

    Zum Beitrag selbst: Wie gewohnt sehr lesenswert & ich mag euren Aufbau mit den zwei Meinungen. Liest sich sehr gut. (:

  4. hellspawn2501 sagt:

    Gleich vorweg, so muß eine Stephen King Verfilmung aussehen (*zum dunklen Turm schielt*). Ich hatte ja das Buch gelesen und auch den damaligen Fernsehzweiteiler gesehen, mit dem ich auch recht zufrieden als Umsetzung war. Darum war ich natürlich gespannt, wie sich eine Kinoverfilmung schlagen würde. Nachdem Der dunkle turm, wohl nur nicht Kenner des Buches etwas abgewinnen können, war ich auch ein wenig skeptisch, aber die guten Pressestimmen brachten mich doch ins Kino. Bereut hab ich es absolut nicht. Damit das man hier strikt Vergangenheit und Gegenwart der Geschichte trennte und somit eine große Änderung zum Buch bewirkte, hat man eine der besten Entscheidungen überhaupt getroffen. So wird der Zuschauer nicht mit Charakteren erschlagen (auch wenn es dieselben sind, nur älter). Auch wirkt die Geschichte so übrersichtlicher. Im Buch ist es zwar egal, wenn sich die Handlung auf zwei Zeitebenen verteilt, aber denke im Kino kommen zu kompliziert konstruierte Handlungen nicht so gut an.
    Top war auch die Besetzung. Ich kannte zwar nicht einen einzigen der jungen Darsteller, aber sie spielten alle überzeugend.
    War es mehr Thriller mit Horrorelementen als richtiger Horror? Da kann ich euch zustimmen. Wobei ich es eher als Fantasystreifen mit Horrorelementen sehe. So richtig gruselig fand ich keine der Szenen, aber dafür waren die Tricktechnisch gut gemacht (ok, bis auf die Tanzszene). Also da hab ich mich schon gefragt, ob die ganzen fast zu Tode schockierten Besucher, die es laut Internet gab, nicht zufällig in einen anderen Film waren. Aber Grusel a’la Ju-on hatte Es auch gar nicht nötig um zu klappen, die Geschichte war gut und wurde überzeugend rüber gebracht und der Romanleser ging zufrieden aus der Vorstellung.

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