Spiel Review: Yo-kai Watch

Yokai Watch

Soo, dann hab ich also Yo-kai Watch endlich durch. Bzw habe ich zumindest das Spiel zu Ende gespielt, ganz fertig bin ich mit dem Spiel noch nicht. Dennoch ist es ein sehr guter Zeitpunkt, nach dem beenden der Story Anfang des Monats und nach fast 27 Stunden Spieldauer mal meine Gedanken zu dem Spiel nieder zu schreiben. Den Manga von Yo-Kai Watch habe ich mir aus Neugierde ja schonmal angeschaut und eben auch das Spiel begonnen. Ich habe einige Minuspunkte an das Spiel, dennoch finde ich, dass es Pokémon wirklich Konkurrenz machen kann.

In Yo-Kai Watch geht es um den Jungen Nathan Adams bzw. das Mädchen Katie Forester. Dass die beiden keine normalen Kinder sind, merken wir direkt zu Beginn von Yo-Kai Watch. Der Hauptcharakter findet einen Kapselautomaten und steckt eine 100 Yen Münze rein. Als er die herausgespuckte Kapsel öffnet erscheint ihm ein Yo-kai: Whisper. Dieser erklärt, dass er von nun an der Butler vom Hauptcharakter ist und ihm dabei hilft, die Brücke zwischen den Menschen und den Yo-Kai zu sein. Der Hauptcharakter willigt ein und macht es sich zur Aufgabe, sich so viele Yo-kai wie möglich zum Freund zu machen.

   

Das Yo-Kai Watch Fieber hat mich auf jeden Fall erwischt. Mittlerweile habe ich nicht nur den Manga angefangen und den ersten Teil vom Spiel gespielt, nein wir haben sogar noch eine eigene Yo-Kai Watch und viele, viele Yo-Kai Watch Münzen, sowie Figuren und Stofftiere von Yo-Kai Watch und sogar ein Yo-Kai Watch Spiel des Lebens. Ups? War mir aber fast klar, immerhin bin ich ein großer von Level-5, die wissen einfach, was ich möchte. Und Yo-Kai Watch hat mich unterm Strich auch nicht enttäuscht.

Ich fand es sehr willkommen, dass man sich direkt am Anfang aussuchen kann, ob man mit Nathan oder Katie spielen möchte. Aus Solidarität zum weiblichen Geschlecht habe ich Katie genommen. Mich hat es vor allem auch interessiert, wie sie denn als Fokus in der Geschichte aussieht. Aber anscheinend wurde es sehr intelligent gemacht und die beiden werden einfach ausgetauscht, je nachdem mit wem man spielt. Sie tauchen also beim jeweils anderen als NPCs auf und kommen auch in der Story vor. Finde ich eine schöne Lösung!

Mittlerweile bin ich übrigens so weit, dass ich sagen würde, dass Pokémon und Yo-Kai Watch nicht miteinander vergleichbar sind. Okay, vom Prinzip her ist das schon ziemlich ähnlich. Aber wenn man im Spiel mal auf die Details guckt merkt man, dass eben doch große Unterschiede da sind. Man geht bei Yo-Kai Watch eben auch nicht random durchs Gras und wird angegriffen, sondern man muss an bestimmte Orte gehen, wo sich Yokais aufhalten. Und mit der aktiven Yo-Kai Watch an unserem unteren Bildschirm können wir auch genau sehen, wo sich Yokai verstecken.

Ein weiterer großer Unterschied ist der Fakt, dass Yokai nur freiwillig mit dir mit gehen. Bei Pokémon kann man diese Trainer-Pokémon-Beziehung ja eher erzwingen, indem man es schwächt und dann einen Pokéball wirft. Bei den Yokais ist das ganz anders, da ist es wirklich sehr random, ob sich die Yokai dir anschließen wollen oder nicht. Dafür kann ich euch aber gar nicht sagen, wie verdammt oft ich frustiert deshalb war.

Besonders schlimm, wenn da ein Yokai ist der total süß ist und den man unbedingt haben will. Man besticht ihn extra mit den besten Süßigkeiten und dem besten Futter und am Ende will er dennoch nicht mit einem befreundet sein. Das nervt nicht nur, sonern deprimiert auf Dauer auch ganz schön. Ich möchte halt auch nicht jedes Mal im Internet gucken, was der Yokai am liebsten isst, um ihn bestmöglich zu bestechen.

Auch das Kampfsystem ist ein riesiger Unterschied aber ich mag das System. Man hat 6 Yokai im Team dabei und steht maximal 3 Gegnern auf einmal entgegen. Von dem eigenen Team sind aber ebenfalls maximal 3 Yokai gleichzeitig aktiv und greifen kann. Der Rest sitzt quasi “auf der Ersatzbank” und muss warten, bis die aktiven Yokai nicht weiter kämpfen können. Das passiert entweder, wenn sie keine HP mehr haben oder, wenn sie “beseelt” wurden. Wenn dies der Fall ist muss man sie aus dem aktuellen Team nehmen und mit kleinen Minispielen reinigen.

Am Anfang hat mich dieses System etwas genervt aber irgendwann hatte ich den Dreh dann raus und es hat sogar Spaß gemacht. Es ist zum Teil eben auch eine Herausforderung, dass man darauf achten muss, dass die eigenen Yokai nicht dauernt sterben und man im richtigen Moment auch Items einsetzt oder darauf achtet, dass man einen guten Heiler im Team hat. Gerade in Bosskämpfen wird das Kampfsystem aber wieder zur anstrengenden Geduldprobe. Die Bossgegner sind in meinen Augen in keinem Verhältnis zu den kleineren Gegnern oder gegenüber den Erfahrungspunkten, die man von ihnen nur bekommt. Das macht trainieren gehen auch recht schwer, wenn man immer nur ein paar Erfahrungspunkte dazu bekommt ist das immer etwas ätzend. Trotzdem werden die Bosskämpfe dadurch auch zur großen Herausforderung und das finde ich gar nicht mal so schlecht.

Über sich selbst hinaus wachsen und seine Yokai verbessern gehört schließlich zum Spiel dazu. Wenn man alles leicht wegmetzeln könnte, bräuchte man das ja gar nicht. Manchmal muss man auch die Endgegner anders angehen und seine Strategie ändern. Bei mir war es so, dass ich in der Mite des Spiels gemerkt hatte, dass ich mit meinen Yokais nicht weit komme, habe dannfast alle ausgetaucht und gegen seltenere gewechselt und nach vielen Nebenquests und viel Trainieren waren sie dann ein niedrigeres Level aber dennoch stärker. Es lohnt sich manchmal also sein Team zu überdenken und man sollte vielleicht nicht die süßesten drin lassen, nur, weil sie süß sind.

Aber einige Kritikpunkte habe ich dennoch. Dadurch, dass alle Kämpfe (außer den Besonderen Missionen nach dem beenden des Spiels) ziemlich easy sind, hat man nicht das Gefühl, dass man viel Einfluss hat. Ich habe die kämpfe oft nur in Schnelldurchlauf laufen lassen und den DS neben mich gelegt. Die schaffen es ja eh ohne mich, also warum großartig drauf konzentrieren. Finde ich aber wiederum schade, weil das Kämpfen an sich dadurch recht sinnlos wird. Ich habe von Anfang bis Mitte des Spiels auch keine einzige der Items zum Aufwerten der Yokai benutzt. Ich hatte bis dahin keine Ahnung, was diese kleinen Kugeln sind, bis ich dann mal die Beschreibung genauer gelesen habe und gemerkt haben, dass diese eine feste Anzahl an EXP auf ein Yokai anwenden. Coole Sache.

Weiterhin stört mich die Karte. Ich finde jeden Stadteil unheimlich unübersichtlich. Ich habe eh einen schlechten Orientierungssinn aber die Karte hat hier echt nicht geholfen, ich hab mich immer und immer wieder dumm und dämlich gesucht. Die Hauptmissionen werden einem ja wenigstens noch aktiv angezeigt, es erscheint nämlich ein Pfeil der in die Richtung zeigt, wo man hin muss. Sehr praktisch, auch wenn es damit fast schon zu einfach ist. Dazu im völligen Gegensatz finde ich aber, dass die Nebenmissionen echt schwer zu finden sind.

Man bekommt kaum Anhaltspunkte, wo genau man hin muss. Oft bekommt man nur den Namen von dem Ort und den Stadtteil genannt aber sonst keinerlei Hilfe. Ey, sorry, aber die beiden Missionsarten stehen in einem solchen Gegensatz. Das eine zu einfach, das andere viel zu schwer. Ich will gar nicht wissen wie viele Stunden in darin reingesteckt habe dumm durch die Gegend zu fahren und was zu suchen.

Das waren alles so Punkte, die mir oft die Lust am weiterspielen genommen haben. Daher habe ich jetzt auch über ein halbes Jahr an diesem Spiel gesessen. Immer wieder kamen Punkte, die mich total aufegeregt haben. Zum Beispiel, wenn man einen bestimmten Käfer suchen muss und ihn ums verrecken nicht finden kann. Das stresst total und macht dann irgendwann auch keinen Spaß mehr. Aber, was mir am meisten den Spaß genommen hat: die Wagnisse. Um die eigene Yo-Kai Watch aufzuleveln und auf den höheren Buchstaben zu bringen und somit mehr Yokai und finden, muss man Wagnisse machen. Das sind besondere Missionen, wo man immer drei bestimmte Yokai suchen und bekämpfen muss. Und – heder wird es sich denken können – das war der absolute Horror für mich, jedes verdammte Mal. Ich hab die nie gefunden und das waren so Punkte, wo ich dann echt mal ein Let’s Play angucken musste, um die überhaupt zu finden.

Das waren jetzt einige positive Aspekte an dem Spiel und einige negative. Dennoch muss ich sagen, dass ich die positiven Aspekte wichtiger finde und sie für mich daher auch mehr wiegen. Das Charakterdesign der Figuren ist so süß und die viele der Missionen sind richtig putzig und erzählen tolle Geschichten. Ich hatte wirklich meine Freude daran, die kleinen Rätsel und Missionen zu lösen und hatte viel Spaß. Und irgendwann ist es auch nicht mehr so schlimm, dass nicht jeder Yokai dein Freund sein will. Auch, wenn es immer mal wieder ausnahmen gibt, wo man es unbedingt will. Umso schöner ist aber das Gefühl, wenn ein Yokai unerwartet dein Freund sein will. Alles in allem ist es ein tolles Spiel mit noch viel mehr Aspekten, als ich hier beleuchten kann und ich kann es wirklich nur Rollenspiel Fans und auch Fans von Pokémon wärmstens empfehlen. Und ich bin jetzt natürlich auf Teil 2 sehr gespannt und auch auf die möglichen Änderungen dort. Von mir bekommt das Spiel 7 von 10 Butlern.

Eure

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3 Antworten

  1. Shin sagt:

    Danke für die Review!
    Ich habe Youkai Watch damals bei einem Gewinnspiel gewonnen und mit sehr viel Spaß gespielt. Es hat mich ein bisschen an die Inazuma Eleven Spiele erinnert – jedenfalls von der Aufmachung her.
    Das Spielprinzip war mir etwas zu “simpel” und die Kämpfe größtenteils zu einfach, abgesehen davon hatte ich Spaß, weshalb ich mir bald auch den 2. Teil kaufen will.

    Ich würde auch 7/10 geben (evtl 6,5/10, aber das ist nun wirklich ein marginaler Unterschied)

    • Fuma sagt:

      Hey Shin ;)
      Ich für meinen Teil mag das Spiel total. Auch das es komplett deutsch synchronisiert ist. Aber ja ich verstehe deine Inazumi Eleven Aussage. Das müsste ich auch endlich mal weiter spielen…. wir haben ja einige zuhause liegen. Ja das Kampfsystem mag relativ simpel sein, ich bevorzuge es dennoch gegenüber Pokemon. Wie von der ersten Kommentatorin bereits geschrieben, hab ich da meist mein 6 Mann(Pokemon) Team das ich nur deshalb wechsele um es gleichmäßig zu leveln. Wobei ja auch dass mit der neusten Version nicht mehr nötig ist….

      Ich bin aber auch mal auf Teil 2 gespannt.

  2. speckolga sagt:

    Danke für die tolle Review!
    Ich persönlich habe das Spiel ja bereits gespielt, als es in Deutschland rauskam und war vollkommen begeistert! Ich finde das Spielprinzip deutlich geiler als bei Pokemon, da benutze ich einfach immer dieselben Attacken und mache alle Pokemon platt, um sie zu fangen. Das finde ich so toll an Yo-Kai Watch! Durch das Kampfsystem, wo man ja tatsächlich “etwas tun muss” und die vielen tollen Yo-Kai gibt es so viel Abwechslung. Für mich waren nur die Nebenquests manchmal nervig, die sich ständig wiederholt haben, zB die Sammelquests, aber das ist wohl fast überall gleich.
    Ansonsten habe ich das Spiel fast am Stück durchgespielt. Plötzlich war ich durch, schaue auf die Uhr und es ist 5 Uhr morgens!!! :D
    Ein ganz tolles Spiel! Teil 2 kann leider gar nicht mithalten, aber das ist ebenfalls meine persönliche Meinung :)

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