Anime Review: Chrono Crusade

Chrono Crusade

Vor vielen Jahren, als ich noch ein junger Fuma war, erschien hierzulande Chrono Crusade auf DVD. Das ganze wurde mit ganzen 8 Boxen in einem wunderschönen Papp-Schuber vertrieben. Da mir das Artwork von Chrono und Rosette schon damals gefiel, war ich bald schon Besitzer der erste Volume.

12 Jahre später, im Oktober 2017 halte ich jetzt die Komplettbox von Nipponart in den Händen und kann die Serie nun auch endlich mal komplett sehen. Da wir auch den Manga hier stehen haben und ihn vor 2~3 Jahren erst beide komplett gelesen haben, bin ich natürlich auf die Adaption gespannt. Danke an Nipponart für das Bereitstellen der Box und viel Spaß mit meiner Review.

© 2003 Gospel

Wir befinden uns im New York der 20er Jahre. Der Magdalenen-Orden wurde bezüglich eines vermeintlichen Dämonenangriffs um Hilfe gebeten. Die Ordensschwester Rosette Christopher und ihr (teuflichen) Partner Chrono werden zur Problemlösung vorbei geschickt. Doch obwohl sie den Teufel austreiben, hinterlassen sie ein heilloses Chaos.

Doch die beiden folgen einem höheren Ziel. Als Rosette vor 4 Jahren noch im Waisenhaus lebte, unternahm sie häufiger Spaziergänge mit ihrem schwerkranken Bruder Joshua. Dabei stolperten sie zufällig über ein vergessenes Grab und entdecken sie den Teufel Chrono. Schnell freunden die beiden Kinder sich mit dem „Sünder“ an. Da er keine Hörner mehr besitzt, geht somit keine Gefahr von ihm aus.

Doch der kränkliche Zustand von Joshua rührt daher, dass er ein von Gott auserwählter Apostel ist. Um an die Macht jener Auserwählten zu kommen und seine Pläne zu verwirklichen, taucht Aeon, ein alter Partner von Chrono, dort auf. Er stattet den jungen Joshua mit Chrono´s Hörnern aus und lässt somit dessen Kräfte Amok laufen.

Um ihren Freund und Bruder aus den Krallen des Bösen zu befreien, schließen sich die beiden dem Magdalenen Orden an. Dort machen sie sich als Exorzisten verdingt um Hinweise auf Aeon und den Verbleib von Joshua zu erhalten. Ein spanendes und action-reiches Abenteuer erwartet dieses ungleiche Paar und die Zeit spielt im wahrsten Sinne des Wortes gegen sie…

© 2003 Gospel

   

Grundsätzlich finde ich die Darstellungen des Christlichen Glaubens bzw um es etwas genauer zu definieren, dass nutzen der christlichen Symbolik in Anime ja ganz lustig. Ob es jetzt Serien wie eben Chrono Crusade, Hellsing oder auch Blue Exorzist ist. Die Macht des „einen Gottes“ dessen Diener sich gegen das allgegenwärtig Böse stellen. Daher gehört wohl auch Supernatural zu meinen Lieblings Live-Action Serien. Um das ganze aber klar zu stellen, war und bin ich nie ein sonderlich gläubiger Mensch gewesen. Wie die meisten bin ich wohl einer dieser elenden „Sünder“, die nur dann daran glauben wenn sie was wollen.

Andererseits gibt es durch die Symbolik wohl kein dermaßen allbekanntes „Mittel“ gegen das Böse, wie die christliche Symbolik. Wer denkt bei Teufeln und Dämonen nicht zuerst an Kreuze, Kirchen oder eben Priester? Somit dürften mir wohl die meisten auch zustimmen, wenn ich behaupte dass sich gerade diese ganze „Gott/Himmel-Teufel/Hölle“ Thematik hervorragend für den Kampf Gut gegen Böse eignet. Aber ich schweife ab.

Schon als ich damals die erste Folge der Serie gesehen habe, wusste ich, dass sie wohl genau mein Ding sein würde. Der Teufel Chrono der wie auch Alucard auf Seiten der Guten/Kirche gegen die seinen Kämpft. Dazu gesellt sich mit Rosette natürlich gleichzeitig eine starke Frau und sympathischen Tollpatsch. Bei solch einem Duo konnte das ganze ja nur gut gehen.

Retrospektiv muss ich sagen, dass man der Serie das „Alter“ anmerkt. Nicht nur das der Zeichenstil und die Farbgebung sich unterscheiden, auch das Pacing ist ein ganz anderes als heute. Was ich gerade was das Pacing angeht, auch zu Beginn noch als unheimlich positiv empfunden habe. Allerdings, glaube ich dass die Serie im heutigen TV wohl ziemlich zerrissen werden würde.

Denn von meinem Gefühl her hat sie bis zur Mitte der Serie weitestgehend 0 Fortschritt. Klar es tauchen neue Charaktere wie Azmaria und Satella auf, aber an der „Quest“ Joshua zu finden tut sich halt einfach mal gar nichts. Dafür wirkt die 2. Hälfte dann aber umso gehetzter und teilweise auch irgendwie ein Stück weit unpassend.

© 2003 Gospel

Dabei sei aber auch erwähnt, dass der Anime zwar viele Events des Manga abdeckt, sie aber sowohl in einer anderen Konstellation, wie auch teilweise gänzlich anders umsetzt. Allein schon das Ende, ist im Manga ein komplett anderes. Wobei ich mich daran erinnere, dass mir schon das Manga-Ende nicht gefallen hatte. Aber dass war im Vergleich zu diesem hier (meiner Meinung nach) Gold wert.

Und obwohl die Serie ja mit sehr schönen Kämpfen und Bildern auf zu warten weiß, fand ich gerade das Ende bzw. den Finalen Kampf eine absolute Enttäuschung. Auch das Setting der 20er Jahre ist auch heute noch sehr „frisch“ bzw. ungenutzt. Wer also gerade Lust auf etwas frischen Wind hat, dem könnte die Serie durchaus auch zusagen.

Kommen wir aber zu Sachen, die die Serie gut gemacht hat. Neben den Kämpfen die sehr schön sind, gefällt mir das Charakterdesign unglaublich gut. Auch die Charakterisierung kommt nicht zu kurz. Denn genau die ist ja der Grund, warum sich gerade am Anfang das ein oder andere gestreckt anfühlt. Die Serie geht relativ detailliert auf ihre 3 (4) Protagonisten ein. Ich finde es aber auch jetzt noch Schade, das Chrono an sich keine „Waffe“ bis auf seine „wahre Form“ hat. Er wäre Rosette eine viel bessere Hilfe gewesen, wenn auch er sich hätte wehren können und nicht nur als Packesel fungiert hätte.

Die ganze Mechanik mit Rosettes Uhr, die Chrono Kraft auf Kosten ihrer Lebenszeit gibt, finde ich grundsätzlich eine coole Idee. Allerdings muss ich sagen, dass der Mangaka sich hier eigentlich schon ganz schön selbst limitiert, da er somit das Schicksal seines Charakters (hier ja Rosette) eigentlich schon unabwendbar vorgibt. Allerdings hatte die Serie sich ja hier eigentlich doch sehr zurück genommen, die Kraft allzu häufig zu benutzen, oder sie gar im Detail zu erklären. Sowas ist wie schon gesagt meiner Meinung nach verschenktes Potenzial. Denn wir als Zuschauer wissen zwar, dass es Scheiße ist, aber es ist nie so wirklich klar, WIE Scheiße es ist.

Da ich mich hier aber auch nicht in die alte die Vorlage (Manga) ist besser als die Adaption (Anime) versteifen will, muss ich eigentlich auch dazu sagen, dass ich denke das die Serie sehr viel Potenzial hat, dass sie aber leider stellenweise einfach nur verschenkt. Gerade durch das animierte Medium hätte man hier stellenweise echt hervorragend punkten können. Aber was soll´s. Vielleicht messe ich einen “Klassiker” auch einfach nur an zu Modernen Standards und bin dahingehend einfach zu verwöhnt.

© 2003 Gospel

Nachdem ich jetzt endlich auch in der Lage war den Anime mal am Stück und komplett zu sehen bin ich froh ihn endlich abschließen zu können. Was kann ich also zusammengefasst sagen? Es definitiv kein schlechter Anime. Empfehlen kann ich ihn durchaus, muss aber jedem zu bedenken geben, dass man den Anime nicht an heutigen Werken messen sollte. Ich persönlich würde jedem hier den Manga an die Hand legen, wer aber keine Lust zu lesen hat, wird sich sicherlich auch gut unterhalten fühlen.

Wer also Lust auf das relativ unverbrauchte Setting der 20er Jahre hat oder einfach mal wieder eine Klassische Gut gegen Böse Story sehen will, der ist hier genau richtig. Von mir gibt es an dieser Stelle verdiente 7 von 10 exorzierten Teufeln.

Euer


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