Anime Movie Review: In this Corner of the World

In this Corner of the World

Ich habe so meine Probleme mit Dramen und Kriegsfilmen. Mir geht das unheimlich nahe. Dennoch bin ich froh, In this Corner of the World gesehen zu haben. Hier wurde sehr gute Arbeit geleistet und ein wundervoller Drama und Historie Animationsfilm in Japan erschaffen. Die Laufzeit des Films beträgt2 Stunden und 5 Minuten.  In Deutschland wurde der Film am 20. Oktober 2017 von Universum Anime veröffentlicht, die uns freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

In this Corner of the World

© Fumiyo Kouno/Futabasha/Konosekai no katasumini Project

Japan, während des 2. Weltkrieg. Die Geschichte dreht sich um die 19-jährige Suzu und den vier Jahre älteren Militärangestellten Shusaku Houjou. Er möchte Sie heiraten und nach ihrer Einwilligung zieht die junge Frau von Hiroshima zu ihm nach Kure, in die Nähe eines Militärstützpunktes. Die Familie lebt dort auf einem Berg und versucht trotz des Krieges ein ruhiges Leben zu führen. Nach und nach rückt der Krieg immer näher und es geht so weit, dass in Kure die Bomben fallen. Suzu ist zwar eine verträumte, junge Frau, dennoch möchte sie aber für ein glückliches Leben kämpfen und lässt sich weder von den Nächtlichen Alarmen wegen Flugbomben, noch von den immer knapper werdenden Lebensmitteln die Laune verderben. Ob Sie das bis zum Ende des Krieges aushält?

In this Corner of the World

© Fumiyo Kouno/Futabasha/Konosekai no katasumini Project

    

Der Film war unheimlich bewegend. Und schön lang. In meinen Augen hat er damit sein Potenzial voll ausgeschöpft. Ich muss wirklich sagen, dass ich nicht gut mit manchen Dramen umgehen kann. Hier war das ein bisschen der Fall. Man lernt zu Beginn alle Charaktere in Ruhe kennen. Der Krieg ist war präsent, jedoch gehört er noch nicht zum Alltag, die Lebensmittel sind noch in einer guten Menge vorhanden. Und diese Ruhe am Anfang, um sich mit den Charakteren anzufreunden und sie kennen zu lernen war in meinen Augen wirklich wichtig. Für mich war es dann gegen Ende des Films aber umso schwerer die Schicksalsschläge zu ertragen. Wenn man erst mal eine Bindung zu den Charakteren aufgebaut hat ist das sehr schwer.

Viele können damit gut umgehen und stellen sich emotional nicht auf die Charaktere ein. Ich kann das leider nicht und dazu muss ich sagen, dass Suzu mir von Anfang an sehr ans Herz gewachsen ist. Sie ist vom Charakter her unheimlich tollpatschig, langsam und verträumt. Gerade ihre Tollpatschigkeit sehe ich auch oft an mir selbst, weshalb ich dadurch ich sie dadurch umso sympathischer fand. Auch, wenn alle anderen Charaktere ebenfalls eine Rolle spielen, ist Suzu doch immer im Mittelpunkt, es ist definitiv ihre Geschichte. Und somit erleben wir in diesen paar Lebensjahren, die der Film abdeckt, mit ihr einige schöne Momente aber genauso auch traurige Momente.

Es ist zwar ein Anti-Kriegs-film aber dennoch ist der Krieg sehr präsent. Mir wurde durch den Film mal wieder klar, wie verdammt gut wir es heutzutage haben! Gerade durch die Nahrungsmittelknappheit im Film hat man das sehr gut gespürt. Wenn der Reis und der Zucker knapp wird und pro Haushalt für eine Woche nur 4 Sardinen ausgegeben werden muss man ganz schön kreativ sein. Suzu beim Kochen zuzusehen wurde recht viel Zeit im Film gewidmet, ich fand das aber tatsächlich sehr schön. Sie hat sich immer neues einfallen lassen, um die Familie ihres Mannes irgendwie satt zu bekommen.

Apropos die Familie von Suzus Mann. Suzu wurde quasi Zwangsverheiratet. Eines Tages kam ein junger Mann in ihr Haus und bat ihre Familie um ihre Hand. Sie hatte allerdings die Wahl und hätte auch ablehnen können, stattdessen entschied sie sich aber dafür und zog von Hiroshima nach Kure. Die Familie dort bestand somit aus Suzu, ihrem Mann Shusaku, seiner Mutter und seinem Vater. Aber auch seine Schwester und deren Tochter wohnen eine Zeit im Haus und vor allem die erwachsene Schwester geht mit Suzu äußerst hart ins Gericht.

Suzu lässt sich trotz alledem dennoch nicht die Laune verderben und versucht, ihr Leben so schön wie möglich zu gestalten. Sie kümmert sich als Ehefrau um den kompletten Haushalt, kocht und erledigt nebenbei auch noch weitere Aufgaben, wie z. B. einen Kimono so zuschneiden und nähen, dass er als Hose und Oberteil getragen werden kann. Zudem versucht sie immer wieder sich ihrem größten Hobby zu widmen: dem zeichnen. Sie kann so wunderbar zeichnen! Selbst ist sie davon zwar nicht so überzeugt, aber das was sie aufs Papier bringt ist wirklich wunderschön. Sie kann mit allemöglichem ihre Kunst zum Ausdruck bringen, sei es mit einem Bleistift, mit einer Feder und Tinte oder auch einem Stein.

Ich fand vor allem diese Darstellung der damaligen Zeit, so nah am Geschehen eines Krieges, sehr interessant aber auch erschreckend. Ich bin sehr gegen Kriege und wünschte mir sehr, dass sich die Welt dahingehend weiterentwickeln kann, dass Kriege zu nichts führen. Da das realistisch gesehen nicht möglich ist, ist das Thema eigentlich ja immer Präsent. Leider. Der Film konnte die Ängste der Charaktere sehr gut darstellen, was natürlich ein schweres Thema ist, dafür aber eine gute Leistung auszeichnet.

Die Synchronisation des Films war richtig schön. Vor allem die Synchronstimme von Suzu fand ich richtig toll, die liebe Luisa Wietzorek hat bereits so vielen Anime Charakteren ihre Stimme geliehen, wie erst kürzlich Taiga Aisaka aus Toradora. Aber auch die anderen Stimmen waren alle sehr passend gewählt und haben dazu beigetragen, dass man in diesen 2 Stunden des Films nicht nur schöne Bilder im Auge hatte, sondern auch tolle Stimmen im Ohr.

In this Corner of the World

© Fumiyo Kouno/Futabasha/Konosekai no katasumini Project

   

Ich bin zwar kein Kriegsbefürworter, aber auch kein ausgekochter Pazifist. Ich denke dass es einfach Sachen gibt, die nicht ausdiskutiert werden können. Denn zu einer Diskussion gehören immer 2 Parteien. Wenn eine der beiden nicht diskutieren will/kann, ist es unmöglich die Diskussion zu erzwingen. Somit bin ich nichts desto trotz der Meinung das es im Krieg NUR Verlierer und keine Gewinner gibt. Ich mag also solche Anto-Kriegs-Filme die die härte und Verbitterung dieser Zeit darstellen. Denn zwangsläufig musste ich bei diesem Film an “Die letzten Glühwürmchen”   denken.

Wie gerade schon gesagt, hat mir vor allem die harte kalte Darstellung des Lebens in dieser für die Zivilbevölkerung immer schlimmer werdenden Zeit sehr zugesagt. Denn sie kam mit der unglaublichen Wärme von Suzu daher, die trotz der ganzen Rückschläge sich nie unter kriegen lässt und somit einen faszinierenden Kontrast darstellt. Somit kann ich was Story, Setting und Charakter-Darstellung angeht, den Film nur in den höchsten Tönen loben.

Es gibt nur eine Sache die mich an dem Film etwas gestört hat. das Charakter-Design. Nicht das ich es im Gesamtbild schlecht fand. Mir viel es nur so unglaublich schwer, Suzu als junge Erwachsene Anfang/Mitte der 20er zu akzeptieren. Denn vom Aussehen her, hätte ich sie eher auf 16-17 geschätzt. Aber der Zeichenstil hatte ja auch sein Gutes, denn es war eine wahre Augenweide den Film zu sehen. Gespickt von spektakulären Bildern kann ich ihn absolut jedem guten Herzens empfehlen.

In this Corner of the World

© Fumiyo Kouno/Futabasha/Konosekai no katasumini Project

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich sehr schlecht bin was Geschichte angeht. Dieser Film hat mir also auf gute Art und Weise gezeigt, wie das Leben in den 1940ern war und wie erschreckend dieser Krieg doch war. Vor allem, wenn man ganz in der Nähe wohnt und nahezu ständig um sein Haus und Leben bangen muss. Und in einer solchen Zeit trotzdem noch den Willen zu Leben und zu Lieben zu haben ist der absolute Wahnsinn. Dieser Film hat in meinen Augen also trotz dieses negativen Themas alles richtig gemacht. Die Charaktere wurden sehr gut eingeführt, man konnte mit ihnen mitfühlen und es wurden auch verschiedene Arten und Weisen benutzt um die Szenen Animationstechnisch darzustellen. Ein wunderbarer Film für alle, die etwas Geschichte und Drama vertragen und erfahren möchten. Von mir erhält der Film 8 von 10 Zeichnungen.

Eure


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1 Antwort

  1. 5. August 2018

    […] AUCH REZENSIERT VON:  Tiefseezeilen  |  House of Animanga (Anime) […]

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