Anime Review: Scum’s Wish

Scums Wish

Kennt ihr dieses unangenehme Gefühl, wenn man etwas unangenehmes sieht, was einem selbst fast schon peinlich ist? Genau dieses Gefühl hatte ich als ich mir mit meinem besten Kumpel Scum´s Wish angesehen habe. Soweit ich es gesehen habe, ist dies einer der Anime, der die Zuschauer in 2 Lager spaltet. Die eine Hälfte findet das gezeigte Material so schlecht bzw. unangenehm, dass sie die Serie für Schund halten. Während die andere Hälfte sie für ein herausragend gelungenes Werk hält, das die Gefühlswelt von Teenagern unglaublich gut darstellt. Ich persönlich denke, dass die Serie ein relativ zweischneidiges Schwert ist. Für jene die in ihrer Jugend vielleicht in ähnlichen Situationen waren, könnte es sowohl anziehend wie auch abschreckend wirken. Wer nach dieser Review Interesse hat, kann sich Scum’s Wish mit deutschen Untertiteln kostenlos auf Amazon ansehen.

Scums Wish

© 横槍メンゴ/SQUARE ENIX・「クズの本懐」製作委員会

Wer kennt es nicht? Das Gefühl einer einseitigen und unglücklichen Liebe. Die beiden Teenager Hanabi und Mugi teilen sich dieses Gefühl. Doch sie sind nicht ineinander, sondern jeweils in andere Partner verliebt und doch verbindet die beiden eine ganz besondere Bezeihung.

Denn die beiden haben beschlossen aus ihrer unglücklichen Liebe das bestmögliche heraus zu holen und da dies mit dem jeweiligen Schwarm nicht geht, nimmt man eben das was man bekommt. So gehen die beiden eine Beziehung ein, deren einziges Ziel es ist, einen Ersatz für den Schwarm zu haben. Da beide mit diesen Bedingungen einverstanden sind, funktioniert das ganze auch hervorragend. Von außen betrachtet könnte man sie auch für das perfekte Paar halten.

Womit aber beide nicht gerechnet hatten, war der Fakt, dass in jeder Beziehung irgendwann Gefühle entstehen. Als sich im aufkeimen der Emotionen, dann noch weitere Personen zwischen die beiden Werfen ist das Gefühlschaos perfekt…

Scums Wish

© 横槍メンゴ/SQUARE ENIX・「クズの本懐」製作委員会

   

Meine Vermutung zu den unliebsamen Stimmen zur Serie liegen wie folgt. Ich denke ein jeder von uns war irgendwann man unglücklich verliebt. Bei dem einen war es ein oder eine ältere Bezugsperson. Bei dem anderen vielleicht jemand der weit außerhalb seiner Liga spielt oder aber es war jemand, der in der gleichen Liga spielt, bei dem es aber trotzdem nichts wurde. Das Entscheidende hierbei ist dann wohl wie Negativ der Ausgang war.

Denn diese Serie spielt tatsächlich mit dieser Thematik und das sogar weitestgehend über so ziemlich alle Charaktere die auftauchen. Hier reiht sich wirklich ein kaputter Charakter nach dem anderen ein und jedes mal wenn man denkt, die Spitze ist erreicht, wird das ganze getoppt. Vom Kindheitsfreund, über den Cousin bis hin zur besten Freundin, ist einfach jeder unglücklich verliebt. Grundsätzlich könnte man hier jetzt ja annehmen, das sich das ganze sehr schnell wiederholt und langweilt. Die Serie schafft es aber, meiner Meinung nach, durch die unterschiedlichen Charaktere und deren unterschiedliche Bereitschaft Hindernisse zu akzeptieren, über ihre kurzen 12 Folgen, interessant zu bleiben. Denn nicht jeder von ihnen ist dazu bereit sich auf Hanabi und Mugi´s Niveau herab zu lassen.

Abgesehen vom Liebesleben, hat der Anime nämlich durch einen Charakter, auch eine Nuance der Psychologischen Kriegsführung oder um „normal“ zu bleiben Sadismus in Reinkultur zu bieten. Da sich die Serie aber auch die Mühe macht uns als Zuschauer zu erklären warum der Charakter so „böse“ ist, werden auch dort die Linien sehr stark verwischt. Mir hat das ganze sehr gut gefallen.

Ich nutze aber genau diese Stelle um noch etwas an zu sprechen was mich schon fast etwas verwundert hat. Denn gegen Ende also die letzten 3 oder so Folgen, degradiert die Serie ihre beiden Hauptcharakter Hanabi und Mugi zu Nebencharakteren. Im Umkehrschluss nehmen 2 andere Charaktere deren Position ein und es wirkt dennoch nicht unpassend. In der letzten Folge haben wir dann zwar auch wieder Hanabi und Mugi am Steuer.

Das Ende der Serie ist für mich aber auch der größte Kritikpunkt den ich hier habe. Denn in meinen Augen ist das Ende so unglaublich unbefriedigend, dass ich sogar bezweifele die Serie jemals zu wiederholen. Wohl auch einer der Gründe warum ich wohl Ranma nie wieder lesen werde. Davon müsst ihr euch aber wohl selbst überzeugen.

Aber kommen wir nur mal kurz zu etwas positivem über den Anime. So oft ich ja über die die künstlerische Freiheit vom Studio Shaft schimpfe, so hat mich das ganze hier so gar nicht gestört. Also nicht das ihr jetzt denkt, das wäre ein Shaft Anime, das wollte ich damit keineswegs ausdrücken. Nur komme ich mit deren oft bunten Bildern, der abstrakten Kameraeinstellung oder ungewöhnlichen Hintergründen einfach nicht klar. Scum´s Wish kann sich auch nicht unbedingt als „normal“ bezeichnen. Hat mir aber dennoch sehr gut gefallen.

Aber auch der Soundtrack bzw. vor allem aber das Opening kann sich hier allemal hören lassen. Selbst wenn ich den Anime und dessen Story mal vergessen haben sollte, werde ich sicherlich immer noch Spaß am Opening haben.

Scums Wish

© 横槍メンゴ/SQUARE ENIX・「クズの本懐」製作委員会

Puh die Serie ist ein wilder Ritt durch die Gefühlswelt verschiedener Teenager und des ausloten ihrer Gefühlsgrenzen. Was bin ich bereit zu opfern/akzeptieren um zu bekommen was ich will? Somit bietet der Anime sehr viel Potenzial für unangenehme Situationen und Szenen. Wem kann ich den Anime empfehlen? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Ich weiß, dass ich ihn niemandem empfehle, der gerade in einer Liebeskrise ist.

Allerdings muss ich dennoch sagen, dass ich den Anime dennoch empfehlen kann. Er mag nicht das beste und nicht das schlechteste sein, was ich bisher gesehen habe. Nichts desto trotz denke ich das er in der Tat sehenswert ist. Von mir gibt es an dieser Stelle 7 von 10 kaputten Liebesbeziehungen.

Euer

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1 Antwort

  1. hellspawn2501 sagt:

    Ich gehör wohl in das Lager, die den Anime dafür loben das er die Gefühle der Personen auf realistische Weise dastellt. Man kann ihre Entscheidungen und Taten nachvollziehen und sie wirken auf mich keinesfalls so theatralisch überzogen wie in anderen romantisch angehauchten Geschichten. Das mag wohl viel an der Inszenierun, die auf innere Monologe setzt liegen. Dieses leicht shaftige unterstützt zudem nochmal die Atmosphäre des Anime, drängt sich aber nie in den Vordergrund der Gefühlsdarstellung, sondern unterstützt diese.
    Zum Ende bin ich übrigens völlig anderer Meinung. Grad weil ich dieses ebenfalls situationsbedingt als sehr realistische Entscheidung der Figuren ansehe. Wäre es genau andersrum gekommen, hätte mich die Geschichte mit einen fahlen Nachgeschmack zurückgelassen, was die beiden Mainchars betrifft.

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