Manga Review: Fantasma

Fantasma

Wenn ich ehrlich bin ging dieser 3-bändiger Manga von Yuji Kaku total an mir vorbei. Beim durchstöbern des Programms von Kazé Manga, ist mir der Manga dann aber doch ins Auge gestoßen. Der Manga lief von 2013 bis 2014 in Japan im Jump SQ. Der Manga kam dann 2015 nach Deutschland. Der Zeichenstil erinnert etwas an den Mangaka Hiro Mashima. Und allein bei den Covern und der Art des Zeichenstils kann man sich schon denken, dass es sich hierbei um einen Shounen handelt. Sogar ein Shounen mit Supernatural Elementen. Also eigentlich wie gemacht für mich. Ob das tatsächlich so ist habe ich dank Kazé Deutschland in Erfahrung bringen können, vielen Dank für die Bände als Rezensionsexemplar.

Fantasma

FANTASMA © 2013 by Yuji Kaku/SHUEISHA Inc.

Nachdem der Pate Don Pazolini ermordet wurde, stürzte die Mafia Welt ins Chaos. Es existiert ein Gerücht, dass sein Sohn sich irgendwo versteckt hält. Der besagte Sohn ist Nero, ein Waise, der in einem Stripclub als Mädchen für alles herhalten muss. Er träumt davon, eines Tages seine Eltern kennen zu lernen. Seine Reise beginnt erst, als er einen verfluchten Baseball-Schläger findet und somit den Fantasma Pucchi kennenlernt, der auch schon seinem Vater gedient hat. Pucchi hat es sich zur Aufgabe gemacht mithilfe von Nero die Pazolini Familie wieder zu vereinen und die Spitze der Mafia an sich zu reißen. Da ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt wurde, muss er schleunigst weg von seiner Ziehmutter und tritt die beschwerliche Reise an, seine Mutter zu finden.

Fantasma

FANTASMA © 2013 by Yuji Kaku/SHUEISHA Inc.

    

 Ich hatte mich ehrlich gesagt nicht sonderlich mit der Storybeschreibung des Mangas auseinander gesetzt. Ich weiß aber rückblickend nicht, ob ich den Manga gelesen hätte, wenn ich gewusst hätte, dass es hier um die Mafia geht. Ganz einfach aus dem Grund, dass ich noch nie einen Mafia Film geschaut, geschweige denn einen Mafia Manga gelesen habe. Aber im Endeffekt bin ich sehr froh, dass ich Fantasma gelesen habe. Der Manga ist etwas eigensinnig und leider auch viel zu kurz, hat aber gute Unterhaltung geboten.

Eines der wichtigsten Kritikpunkte an einem Shounen sind und bleiben die Actionszenen. Und die wurden hier sehr gut umgesetzt. Es gab nicht nur Actionszenen, der Manga hat auch genug ruhige Szenen. Insgesamt bildet das bei 11 Kapiteln eine gute Mischung. Langweilig wurde mir beim Lesen nie, eher hat sich mein Interesse pro Kapitel immer mehr geweckt, weil ich unbedingt wissen wollte, ob die Mutter von Nero noch lebt und vor allem, wo sie ist.

Fantasma

FANTASMA © 2013 by Yuji Kaku/SHUEISHA Inc.

Der Manga bildet insgesamt mehrere kleine Arcs ab. Eine verstörender als die andere möchte ich meinen, aber genau das richtige für mich. Nero ist ein unheimlich dickköpfiger und spontaner, frecher Junge und diese Charakterzüge drückt er jedem ungefragt ins Gesicht. Ein richtiger Freigeist. Umso schwerer ist es für Pucchi, ihn in Zaum zu halten. Und wie es für Shounen auch üblich ist, kann Nero auf die Kräfte von seinem Fantasma Pucchi zugreifen und erhält somit einen erstaunlichen Kräfteboost, der selbst die finster aussehenden Mafiamitglieder in die Flucht schlägt.

Fantasma sind übrigens Seelen, die in dieser Welt noch vor sich hinschreiben, weil sie noch unerledigte Aufgaben haben. Zudem beseelt jedes Fantasma eine andere Art von Waffe, bei Pucchi ist es ein Baseballschläger. Aber Pucchi ist nicht der einzige Fantasma, den die beiden auf ihrer Reise treffen. Es gibt noch viele andere. Was die beiden ebenfalls treffen: Menschen mit besonderen Geschichten. Mit erstaunlichen oder furchterregenden Hinter- und Abgründen, wo einem beim Lesen auch ab und zu kalt den Rücken runter laufen lässt.

Der Anfang des Mangas ist wohl genauso wirr und durcheinander wie der Rest des Mangas. Vor allem zu Beginn war ich dadurch etwas irritiert, allerdings muss man dazu sagen, das die Situation für Nero am Anfang ebenfalls sehr schnell und spontan ist, wodurch diese Art von Erzählstil sehr gut zum Anfang und generell zum Manga passt. Nero ist wie gesagt auch vom Charakter so und da muss sich die Story natürlich etwas an ihn anpassen. Obwohl es zu Beginn befremdlich war, habe ich mich schnell dran gewöhnen können und hatte meinen Spaß.

Fantasma

FANTASMA © 2013 by Yuji Kaku/SHUEISHA Inc.

Ich war zu Beginn erst skeptisch wegen der Mafia, aber insgesamt hat der Manga dieses Thema sehr gut verpackt. Zwischen den Kapiteln werden sogar Fachbegriffe oder Regeln der Mafia von Pucchi erklärt, fand ich sehr cool gemacht. Das Thema ist eben ständig präsent, wir treffen im Verlauf der Story eben auch auf viele Mitglieder der Mafia und nicht sehr viele sind Nero gegenüber positiv gesinnt. Er schlägt sich aber wacker durch und geht den Weg in Richtung Ziel, was ich unter den Umständen wirklich beachtlich fand.

Trotz des Shounen Genre weht in diesem Manga frischer Wind dank des Settings und dem quirligen Nero, der einen oft zum Lachen bringen kann, vor allem in Kombination mit Pucchi. Vom Stil her kann man den Manga gut mit Blue Exorcist vergleichen. Wer also generell Shounen oder Actionlastige Mangas mag, sollte hier auf jeden Fall mal reinlesen. In meinen Augen fehlt leider der Tiefgang, den der Manga aufgrund der geringen Kapitelanzahl einfach nicht erreichen kann und auch das Ende kam sehr plötzlich. Außerdem war für mich kein Charakter dabei, mit dem ich mich so richtig identifizieren konnte. Das ist mir bei Mangas und Animes wichtig. Von mir bekommt der Manga aber trotzdem 6 von 10 Fantasma.

Eure


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