Film Review: Justice League

Justice League

Es ist endlich soweit, DC bringt mit Justice League seinen lange erwarteten Team-up Movie in die Kinos. Lange und viel wurde darüber spekuliert und die Gerüchteküche brodelte nahezu über. Der ursprüngliche Regisseur Zack Snyder ist wegen einem Todesfall in der Familie während der Post-Produktion ausgeschieden und wurde vom allseits beliebten Joss Whedon beerbt. Als großer Retter gefeiert, hat der nachbearbeitete Film mit seiner „kurzen“ Laufzeit von 150 Minuten dennoch die Filmlandschaft gespalten und gemischte Bewertungen an Land gezogen.

Da ich mich meist um die allgemeine Meinung relativ wenig schere und mir lieber selbst eine bilde, war ich als großer DC Fan natürlich unheimlich gespannt auf den Film. Lediglich die Berichte, das Justice League von 3 auf knapp 2 Stunden herunter geschnitten wurde machte mir vorab leicht sorgen. Dennoch war es gestern endlich so weit und ich konnte meine Comic-Helden endlich auch auf der großen Leinwand betrachten….

Durch den dramatischen Kampf gegen Doomsday, den Superman leider nicht überlebt hatte, wurde die Welt in eine tiefe Verzweiflung gerissen. Der letzte Bewohner von Krypton wurde von einigen als Bedrohung angesehen, doch für die meisten war er mehr als nur ein Beschützer. Das „S“ auf seiner Brust nicht nur sein Markenzeichen, es war ein Symbol der Hoffnung.

Jetzt wo dieser Gott, nicht mehr unter ihnen wandelte, war die Erde ungeschützt. In Folge dessen beschlossen Bruce Wayne alias Batman und Diana Prince alias Wonder Woman Supermans Tod zu ehren und sein Erbe zu bewahren. Mit Lex Luthors Daten, wollen sie eine Schutzgruppe bilden, die alle Gefahren von der Erde abwendet.

Neben der Fledermaus von Gotham und der Prinzessin der Amazonen, sollen auch der schnellste Mann der Welt, der Prinz der Atlanter und ein kybernetischer Organismus diese letzte Schutzlinie der Menschheit bilden. Aber ist es nicht so leicht, Leute davon zu überzeugen ihr Leben für eine größere Sache zu opfern.

Doch die Zeit spielt gegen sie. Aus den Tiefen des Weltalls naht eine Bedrohung durch einen Eroberer, dem alle  Mittel recht sind. Wird es dem Dunklen Ritter gelingen die Liga der Gerechten zu mobilisieren bevor der Eroberer die Erde vernichtet ….

   

Was mir schon zu Beginn des Filmes sehr gefallen hat, ist diese allgegenwärtige Verzweiflung. Die düstere Stimmung ist fast greifbar und man sieht den Menschen an, dass sie etwas Wichtiges verloren haben. Etwas das ihnen einen Halt und eine Sicherheit vermittelt hat und ihnen Hoffnung schenkte. Superman war ein Gott, der unter den Menschen wandelte. Welchen Eindruck es da wohl auf die Menschen hat, wenn sie mit ansehen müssen, wenn solch ein Gott stirbt?

Seine Entwicklung vom Junghelden, der in seiner Unerfahrenheit eine ganze Stadt zerstört, hin zum Helden der Menschheit, der zum Symbol wird und sich letztendlich für sie Opfert, war in den letzten beiden Filmen hervorragend umgesetzt. Unabhängig davon wie man die beiden Filme jetzt findet. Gerade hier bei der Charakterentwicklung, macht DC meiner Meinung nach alles richtig.

Denn nicht nur Superman entwickelt sich erst nach und nach. Auch die anderen Mitglieder der Liga unterlaufen diesen Prozess. Klar bei einigen wirkt es natürlicher als bei anderen, da wir aber nicht wissen was alles auf dem Schnitttisch zu Justice League liegen geblieben ist, wäre das aktuell pure Spekulation. Bei den was wir aber gesehen haben, war es aber relativ glaubhaft und nachvollziehbar.

Nehmen wir Batman als Beispiel. Ich muss sagen, er hat mir in dem Film super gefallen. Ja er war nicht ganz so grantig, wie man ihn sonst so kennt, er wurde aber hervorragend umgesetzt. Wer die Animationsfilme kennt, wird sich hier direkt abgeholt fühlen. Es wird nur zur deutlich, dass er als Mensch unter Göttern unterlegen ist. Dennoch wird klar, dass er das Herz der Gruppe ist. Er ist der Anführer, der auch bereit ist schwere Entscheidungen zu treffen und Opfer abzuwägen.

Seine Entwicklung vom grantigen Einzelgänger zum Anführer einer Liga, ist nachvollziehbar. Denn er ist nicht mehr der Jüngste und die Gefahren die der Erde und der Menschheit drohen, sind weit außerhalb seiner Möglichkeiten. Er ist also auf diese Götter angewiesen. Koste es was es wolle.

Aber auch Diana´s Entwicklung von der Prinzessin, die auf einer von der Außenwelt abgeschotteten Insel aufgewachsen ist, zur Speerspitze der Liga ist nachvollziehbar. Ihr Film hat da natürlich hervorragend mit rein gespielt. Barry´s Charakterentwicklung verlief auch weitestgehend nachvollziehbar und Cyborg war auch recht akzeptabel

Der einzige der 5 (6) dessen Geschichte und Entwicklung wohl etwas zu viel auf dem Schnitttisch verloren hat, dürfte Aquaman gewesen sein. Hier sei aber mal dazu gesagt, das Jason Momoa den wohl coolsten Meerjungmann aller Zeiten verkörpert. Seine Performance und die Charakterisierung hat auf jeden Fall schon mal richtig Lust auf den Aquaman Film gemacht.

Aber zurück zum Film. Den düsteren Anfangston verliert der Film relativ schnell und wird dann zu einem lustigen und actionreichen Abendfüller. Gerade an der „Comedy“-Front hat der Film die bisherigen 3 DCEU Filme ganz schön in den Schatten gestellt. Ständig flogen scharfe Sprüche durch den Raum und wurden von lustigen Szenen untermalt. Ob es jetzt ein Bruce ist, der (wie im Trailer bereits zu sehen) einen Arthur darauf anspricht, ob er denn mit Fischen reden könnte, oder aber ein Flash der sich rauszureden versucht als Bruce vor dessen Anzug steht.

Meiner Meinung nach wusste er aber auch an der Actionfront zu überzeugen. Wilde spektakuläre Schlachten, die eine absolute Augenweide sind prägten den Film und machten absolut Lust auf mehr. Mit Steppenwolf hat man auch einen gelungenen Antagonisten gewählt, der einen gesunden Mix aus OP und besiegbarem Gegner bildete. Selbst verständlich aber auch nur durch die gemeinsame Kraft der Liga. Ich fand es auch gut, dass auch er ein bisschen Background bekommen hat. Machte ihn für mich nachvollziehbarer als ein Ares bei Wonder Woman.

Lediglich das mein Lieblingscharakter oder eher der Vertreter hier zu kurz gekommen ist, nehme ich dem Film etwas übel. Aber das ist meckern auf ganz hohem Niveau. Ich war nichts desto trotz hervorragend unterhalten und empfehle jedem definitiv die 2 After-Credit-Szenen ab zu warten. Denn gerade die 2. Szene lohnt sich allemal!!

Also ich zähle mich definitiv zu denen, die Spaß an Justice League hatten und ihn gemocht haben. Ich war köstlich amüsiert und habe wenig aus zu setzen. Ich kann den Film also bedenkenlos empfehlen und denke das zumindest jedem Zuschauer angenehmes Popcorn-Kino erwartet.

Von mir gibt es für den Film 9 von 10 Mitgliedern der Gerechtigkeitsliga.

Euer

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2 Antworten

  1. hellspawn2501 sagt:

    Die Kritik am Film, die andere üben, versteh ich jetzt nicht großartig. Wie du kann ich den Film bedenkenlos empfehlen. Was ich zu meckern habe, war halt das Aquaman durch die ganzen entfernten Szenen etwas kurz kam und Cyborg auch gern noch die eine oder andere Szene vertragen hätte. Actionmäßig und auch von der Story gab es nix zu meckern. Da wurde richtig gute Arbeit geleistert.
    Was mir zudem extrem gut gefiel war das Superman nicht so zur Dramaqueen gemacht wurde, wie es am Anfang schien. Ich denke da dürfte wohl Joss Whedons Einfluß mitgespielt haben. Dieser Superman der da locker Flash als Schnecke bezeichnet oder zusammen mit Cyborg rumwitzelt, als beide erstmal wieder sozusagen ihre Knochen sortieren müßen gefiel mir echt gut. ^^
    Was deinen Lieblingschar angeht, hätte ich dich übrigens echt gern gespoilert, damit du nicht so enttäuscht wirst, weil halt andere Quellen da dir wohl unberechtigt große Hoffnungen machten.

  1. 23. März 2018

    […] und Batman, Solo und Gemeinsam. Auch im Kino sind sie öfter gemeinsam zu sehen wie auch bei Justice League. Dabei kommen ihre Söhne Jonathan Kent und Damian Wayne ganz schön zu kurz. Jetzt erleben sie […]

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