[Gastbeitrag] Anime Review: Spice and Wolf

Spice and Wolf

Animes können zu vielen Reaktionen bei ihren Fans führen – manche erstellen Fan Arts, andere cosplayen ihre Lieblingscharaktere und wieder andere schreiben über ihre Lieblingsserie. So fing es auch mit dem Webprojekt Kitamani an. Anfänglich ein kleiner und noch recht unprofessioneller persönlicher Blog auf WordPress, wurde daraus ein größeres eigenständiges Webprojekt, welches aber seinen Wurzeln treu blieb – von Fans für Fans geschrieben (und das meiste bisher im Ein-Mann-Betrieb!). Eine Serie, die mich persönlich dazu bewegte es mit dem eigenen Blog zu versuchen, war der Anime Spice and Wolf, um den es hier in der folgenden Review auch gehen soll.

Auf die Spice and Wolf-Reihe stieß ich das erste Mal während der Leipziger Buchmesse 2011, als der erste Band des gleichnamigen Mangas beim Panini-Verlag herumlag. Da ich, was Mangas und Animes betrifft, großen Wert auf ein ansprechendes Artwork lege, reizte mich das Cover doch mal einen Blick hineinzuwerfen. Der Rest ist dann Geschichte, wie man ja sprichwörtlich gerne sagt. Spice and Wolf wurde zu einem meiner beliebtesten Franchise und so dauerte es nicht lange, bis ich mir die entsprechende zweiteilige Anime-Adaption zulegte. Das ganze sogar aus England importiert, da sich bisher leider kein deutscher Publisher an die Rechte für den Anime gewagt hat.

Spice and Wolf

© ISUNA HASEKURA/ASCII MEDIA WORKS/Spice and Wolf PRODUCTION COMMITTEE/
© 2012 Manga Entertainment Ltd. All Rigths Reserved

Hauptfigur ist der fahrende Kaufmann Kraft Lawrence, der zu Beginn der Geschichte mit einer Ladung Weizen in einem kleinen Dorf namens Pasloe halt macht. Dort beobachtet er das alljährliche Erntefest, welches zu Ehren der Erntegottheit, die in Gestalt eines Wolfes auftritt, stattfindet. Als er jedoch danach weiterzieht und unter freien Himmel übernachten will, findet er eine junge Frau mit Wolfsgesicht nackt in seinem Pferdewagen schlafend! Sie stellt sich ihm als Holo – der weise Wolf – vor, eben jene Gottheit, die die Menschen in Pasloe verehren. Auf ihre Bitte hin, entschließt sich Lawrence sie nach Norden in die Wälder von Yoitsu zu begleiten. Somit beginnt die abenteuerliche Reise der beiden in Zuge dessen sie auf zahlreiche Menschen treffen und auch in die ein oder andere Intrige schlittern (mehr sei zur Story jetzt nicht gesagt, da ich denen, die die Serie noch sehen, bzw. die Manga- oder Light Novel – Reihe noch lesen möchten, nichts vorwegnehmen möchte). Soviel nur noch dazu, es geht hauptsächlich um wirtschaftliche Themen und Handel. Gerade für Leute, welche sich damit nicht anfreunden können, wird die Serie wohl auch nicht groß ansprechend sein. Jedoch versucht die Serie die wirtschaftlichen Zusammenhänge auch für Themenfremde verständlich zu erklären, was auch meistens gelingt. Allerdings muss ich zugeben, dass ich mir einige Stellen zweimal anschauen musste, um alles wirklich zu verstehen. Dies kann aber auch meinen Englischkenntnissen geschuldet sein, da gerade die wirtschaftlichen Themen diese doch manchmal recht strapaziert haben.

Spice and Wolf

© ISUNA HASEKURA/ASCII MEDIA WORKS/Spice and Wolf PRODUCTION COMMITTEE/
© 2012 Manga Entertainment Ltd. All Rigths Reserved

Wer schon die Light-Novel-Reihe oder den Manga gelesen hat, weiß, dass in dieser Serie nicht mit rasanter Action am Fließband zu rechnen ist. Stattdessen weist Spice and Wolf eine vergleichsweise recht ruhige Story auf, die meiner Meinung nach aber vor allem durch das geniale Zusammenspiel der beiden Hauptcharaktere Kraft Lawrence und Holo punktet. Beide liefern sich immer wieder intelligente Wortgefechte, die bei mir für echte Schmunzler gesorgt haben. Natürlich merkt man rasch, dass sich zwischen beiden so etwas wie eine Liebesbeziehung entwickelt, dies aber so behutsam, dass man sich schon manchmal fragt, wieso die beiden denn so lange dafür brauchen. Aber ich denke dies macht einen großen Teil des Charmes der Serie aus. Andererseits trägt natürlich auch die wunderbar gestaltete mittelalterliche Welt ihren Teil dazu bei.

Im Gegensatz zur Light-Novel und Manga-Vorlage entwickelt der Anime ab einem entsprechenden Punkt einen eigenen Handlungsstrang, nimmt jedoch immer wiederkehrend Bezug auf die originale Story der Vorlage. Auch bei den Charakteren dürfte so mancher Fan zu Beginn der Serie überrascht worden sein. So tauchte etwa Chloe in den Vorlagen nirgendswo auf, sondern wurde exklusiv für den Anime entworfen. Das ist in der Anime-Industrie auch nicht gerade ungewöhnlich, dass die Animes, die auf einer Manga- / Light-Novel-Vorlage basieren, eigene Handlungsstränge oder Charaktere entwickeln.

Spice and Wolf

© ISUNA HASEKURA/ASCII MEDIA WORKS/Spice and Wolf PRODUCTION COMMITTEE/
© 2012 Manga Entertainment Ltd. All Rigths Reserved

Zumeist wird eine Anime-Adaption ja oft dann veröffentlicht, wenn ein Franchise gerade bekannt und zumeist noch nicht abgeschlossen ist. Das finde ich durchaus nachvollziehbar, doch laufen viele Serien meiner Meinung nach dadurch Gefahr, zu viel Potential der Vorlagen zu verschenken. Bei dem Anime von Spice and Wolf beschlich mich zum Ende hin auch genau dieser Gedanke. Für Neulinge des Franchise ganz nett, für die alten Fans irgendwie nicht ganz das Gelbe vom Ei.

Die Synchronisation im Englischen ist dagegen recht gut gelungen. Gerade die beiden Sprecher der Protagonisten J. Michael Tatum (Lawrence) und Brina Palencia (Holo) finde ich passend besetzt. Im Original wird Lawrence von Jun Fukuyama vertont, den viele als Vincent Nightray aus Pandora Hearts kennen. Ami Koshimizu leiht überzeugend Holo ihre Stimme und dürfte vielen als die Originalsprecherin von der jungen Aika Sumaragi aus AIKa R-16 : Virgin Mission vertraut sein. Jedoch passt die etwas tiefere Stimme von Brina Palencia meiner Meinung nach besser zu Holo, da es sich bei ihr ja um eine recht selbstverliebte Göttin handelt. Aber das ist nur meine Meinung und muss nicht jedem so gehen. Was mir aber wirklich mit am besten an der Serie gefällt, ist die fantastische Musik von Yūji Yoshino. Meistens bleibt sie leicht im Hintergrund, um dann aber an den passenden Stellen mit in den Vordergrund zu treten. Und das Ending der zweiten Staffel Perfect World, welches von der Gruppe Rocky Chack interpretiert wird, hat verdächtigen Ohrwurmcharakter und hat natürlich seinen Weg in meine Musiksammlung gefunden.

Spice and Wolf

© ISUNA HASEKURA/ASCII MEDIA WORKS/Spice and Wolf PRODUCTION COMMITTEE/
© 2012 Manga Entertainment Ltd. All Rigths Reserved

Als Fan des Spice and Wolf-Franchise war der Anime für mich natürlich ein Pflichtkauf, doch auch für andere Anime-Fans ist die Serie durchaus mal einen Blick wert, da sie mal fern von actiongeladenen Schwertkämpfen ist und sich verstärkt der Entwicklung und Beziehung zwischen den Charakteren widmet. Von mir gibt es daher 8 von 10 Anbetungen an die weise Erntegottheit.


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Diese Rezension spiegelt lediglich die persönliche Meinung des Autors wider und nicht die von House of Animanga.

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4 Antworten

  1. Paudshi sagt:

    Danke für das Lob zur Review
    Der Manga, bzw. die Light-Novel-Reihe bietet definitiv mehr Umfang und Tiefe in Sachen Story. Der Anime schafft es meiner Meinung nach aber recht gut das Setting und die Stimmung wiederzugeben.

  2. Shirisu sagt:

    Davon hab ich auch schon öfters mal gelesen – vielleicht sollt ich den doch mal gucken? Hmm.

    Danke für die schöne Review! :)

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