Film Review: Rudolf der schwarze Kater

Rudolf der schwarze Kater

Wir haben den Film vor kurzem angeschaut und ich bin wirklich sehr froh darüber. Als ich den Trailer von KSM Anime gesehen hatte, war ich eher skeptisch. Ein solcher Animationsfilm ist ja eher selten bei diesem Publisher. Also war definitiv Neugierde vorhanden und die hat letztendlich auch gesiegt. Und ich hoffe das sich viele Menschen diesen Film ansehen werden! Es ist der optimale Film für die ganze Familie oder aber auch für einen gemütlichen Filmabend allein zu Hause.

Rudolf der schwarze Kater

© 2016「ルドルフとイッパイアッテナ」製作委員会

In diesem Film geht es um den kleinen schwarzen Kater Rudolf. Bisher hat er ein sehr ruhiges Leben als Hauskatze geführt. Dennoch ist er neugierig, was alles hinter seiner begrenzten Zone liegt – hinter dem Gartentor. Von seiner Neugierde gepackt verlässt er eines Tages den sicheren Garten seiner Familie. Völlig überfordert von der Situation streift er durch Gifu und landet aus Versehen auf einer Ladefläche eines LKWs. Dieser fährt und fährt, die ganze Nacht durch. Rudolf landet so mutterseelenallein und orientierungslos im weit entfernten Tokio. Zu seinem Glück lernt er jedoch schnell einen Straßenkater kennen: Gibtsviele. Er hat Mitleid mit Rudolf und nimmt ihn unter seine Fittiche. Er kennt viele tolle Orte und Bewohner in Tokio, er kann sogar die Menschensprache verstehen und lesen. Mit ihm an seiner Seite erlebt Rudolf tolle Abenteuer.

Rudolf der schwarze Kater

© 2016「ルドルフとイッパイアッテナ」製作委員会

    

Ein Animationsfilm über Katzen mit großen Köpfen aus Japan? Kann das gut gehen? Ja, es kann. Ich war zunächst sehr skeptisch aber bin unfassbar froh, dass es dieser tolle Film nach Deutschland geschafft hat. Er hat eine wundervolle Synchronisation spendiert bekommen, die alle möglichen Gefühle aus dem Zuschauer herausholen. Realitätsnahe Darstellungen darf man hier allerdings nicht zu sehr erwarten. Trotzdem ist es eine wunderbare Darstellung einer herzzerreißenden Geschichte.

Die Story ist wirklich traurig und zugleich schön. Rudolf verlässt seine Besitzer, die Neugierde treibt ihn raus in die Welt. Er hätte sich jedoch wohl nie träumen lassen, dass er sich über 400 km von zu Hause entfernen würde. Wie soll ein kleiner Kater diesen weiten Weg zurück legen können, um wieder zu seiner Familie zu kommen? Es wirkt aussichtslos. Jedoch lässt sich Rudolf davon nicht so schnell unterkriegen lassen.

Mit seiner putzigen und aufgeweckten Art findet er schnell Freunde. So nimmt ihn der große Straßenkater Gibtsviele bei ihm auf. Der Name wirkt seltsam, auch im Film. Die Geschichte, wie es dazu kam ist aber unfassbar süß. Es beruht auf einem Missverständnis. Im Japanischen heißt der Titel des Films “Rudorufu to ippaiattena”, was übersetzt so viel bedeutet wie “Rudolf und Gibtsviele”. Der deutsche Titel ist aber in meinen Augen schöner.

Es macht unheimliche Freude, den Katzen dabei zuzusehen, wie sie jeden Tag aufs neue meistern. Die Freundschaft untereinander wächst. Für uns als Zuschauer können die Katzen reden, die Menschen verstehen es im Film jedoch nur als Miauen. Andersherum ist es genauso. Die Katzen verstehen bei den Menschen nichts, weil es nicht ihre Sprache ist. Die einzige Ausnahme ist Gibtsviele. Er hat die japanische Sprache beigebracht bekommen. Entsprechend kann er die Menschen verstehen und auch Schriftzeichen schreiben.

Das ist einer der Punkte in dem Film, die mich eher überrascht haben. Denn bis auf sowas ist der Film eher realistischer Natur. Die Katzen können zwar mehr als manch andere Katzen, jedoch ist es weit entfernt von Fantasy. Erst hat es sich für mich einfach falsch angefühlt, im Film selbst kann man sich mit dem Umstand aber schnell anfreunden und ist es einfach auch essenziell wichtig für die weitere Story. Dementsprechend empfinde ich es rückblickend als ein schönes Stilmittel in diesem wunderbaren Film.

Es geht auch um mehr als nur um Freundschaft zwischen zwei Katzen. Es geht darum, von der Familie weg zu sein. Darum, sich in einer großen Stadt nicht völlig allein zu fühlen. Es geht um den Zusammenhalt zwischen Tieren und Menschen und auch den Zusammenhalt unter den Katzen gegenüber einem fiesen Hund. Dieser Film hat so viele Ebenen und so viele Gefühle die hier angesprochen werden. Ich wurde fast 90 Minuten wunderbar unterhalten.

Auch, wenn es in einem Film über Katzen vielleicht etwas komisch klingt, haben wir hier wundervolle Charaktere. Rudolf wächst einem dank seiner Art dermaßen schnell ans Herz. Umso mehr man über Gibtsviele erfährt, umso mehr mag man ihm am liebsten einfach nur knuddeln. Er wird vom schroffen schweigsamen Typen schnell zum Kater mit einer harten Schale und einem weichen Kern. Aber auch die Menschen im Film selbst haben Charakter und der Lehrer ist wirklich ein wundervoller Mensch. Ich mag ihn richtig gerne.

Rudolf der schwarze Kater

© 2016「ルドルフとイッパイアッテナ」製作委員会

   

Menschen sind denke ich relativ einfach in zwei Typen ein zu teilen. Entweder sind sie Katzenmenschen oder Hundemenschen. Klar gibt es solche wie mich, die an sich beides mögen, in den meisten Fällen, ist es aber doch ein entweder oder. Da der Akita Inu und diverse andere Hundesorten zwar äußert beliebt in Japan sind, könnte man ja meist annehmen, dass dort der Hund auch bevorzugt wird. Allerdings dürfte für viele Japanaer die unabhängige Katze, die nicht so viel Zeit kostet doch die erste Wahl sein. Warum erzähle ich das? Naja auf Anhieb fallen mir deutlich mehr Katzen als Hunde Anime Serien und ähnliches ein.

Beim schauen des Filmes musste ich natürlich auch unweigerlich an Chii denken. Einen Kurzanime über eine kleine Katze, die auch noch so viel lernen muss. Wie Rudolf. Wie Mia oben schon geschrieben hat, fand ich die Köpfe der Katzen oder sagen wir eher Rudolfs Kopf im speziellen sehr deplatziert groß. Aber ich habe mich letztendlich doch recht schnell daran gewöhnt. Denn gerade in seinem Umfeld, mit Gibtsviele, dessen Proportion ja normal waren, war es schnell gar nicht mehr so unnatürlich.

Gibtsviele ist aber auch eindeutig mein Held der Geschichte. So einen will ich auch !! Wo gibts die zu kaufen? Einzig am Ende gab es ein klein wenig Drama, das mich durchaus genervt hat. Der Film selbst war aber einfach nur Spitze und ist absolut empfehlenswert.

Rudolf der schwarze Kater

© 2016「ルドルフとイッパイアッテナ」製作委員会

Der Film hat in meinen Augen einfach alles, was ein toller Film braucht. Die Optik ist wunderschön und mit viel Liebe gemacht. Die Synchronisation ist verdammt gut geworden und wohlklingend für die Ohren. Die Charaktere harmonieren wunderbar mit der Story und es gibt viel Charakterentwicklung. Die harte Arbeit hat sich definitiv ausgezahlt. Der Film war 2017 sogar nominiert als bester Animationsfilm von der japanischen Akademie. Ich kann diesen Film wirklich nur jedem ans Herz legen, besonders Katzenbesitzer. Unsere Katzen haben übrigens auch Spaß an dem Film gehabt und haben 20 Minuten lang ohne Pause fasziniert vor dem Bildschirm gesessen, ein Bild für die Götter. Ich hoffe sehr, dass viele diesen tollen Film sehen werden! Von mir gibt es 9 von 10 kuschelige Katzen.

Eure


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