[Gastbeitrag] Anime Review: El Hazard – Die phantastische Welt

El Hazard

Halli, hallo, hallöchen. Ich bin die Elena aka Aerithx3x3. Von Berufswegen her bin ich Erzieherin und stecke momentan noch in einem angehängten Studium. Zu dem Beruf bin ich (sicherlich) unter anderem auch durch meine Liebe zu Animes, Mangas und Games gekommen.

Mit Zockereien bin ich aufgewachsen. Von unserem ersten Tetris-Gameboy über Gameboy Color mit Pokémon, zu diversen PC Games und viel später dann noch den Konsolen. Kartenspiele, die gängigsten Spielesammlungs-Brettspiele und Schach prägten darüber hinaus meine kindheitlichen Abende und sind der Grund für meine generelle Begeisterung für besonders anspruchsvolle Spiele.

Die ersten Animes waren Digimon und Dragonball/DBZ, gefolgt von diversen anderen Serien im Free-TV. Ebenso im Kindesalter. Aktiv schaue ich Animes jedoch erst seit ~12 Jahren. Angefangen mit Fullmetal Alchemist. Mittlerweile kenne ich an Animes sehr viel und sei es nur vom Hörensagen. Außerdem muss ich mich schon allein wegen meines Cosplay-Hobbys serientechnisch auf dem aktuellen Stand halten. Um auf Conventions auch mitreden zu können, versteht sich.

Kurz nachdem ich FMA abgeschlossen hatte, begann dann auch das Mangasammeln mit Tenjou Tenge und Naruto. Mittlerweile ist meine Mangasammlung zwar nicht sonderlich groß (~200 Bände), aber das ist doch schon mal besser als nichts, oder?

Man findet mich unter dem o.g. Nickname Aerithx3x3 auf diversen Plattformen und Seiten im Internet, sowie in diversen MMOs. Wenn euch der Name also mal begegnen sollte, dann bin das zu 99,99999% ich.

Nun genug von mir. Auf geht’s zu meinem Anime-Review über El Hazard!

„Es ist ein Ort, der sich durch seine Pracht schon viele Herzen erschlossen hat. Eine geheimnisvolle Welt, bekannt für ihre Schönheit und auch für ihre Gefahren. Gelegen auf einem Planeten, niemals endender Abenteuer, kennt man dieses Land als El Hazard.

Einem freien Geist, der sich aufschwingt und treiben lässt, über eintausend Millionen Nächte hinweg, wird die Fantasie den Weg dorthin weisen und die Tore von El Hazard werden immer offen stehen.“ (El Hazard – Die phantastische Welt 1)

Die Geschichten El Hazards wurden in zwei OVAs und zwei TV-Serien veröffentlicht. Das folgende Review wird sich auf den 7-teiligen Ursprung der Reihe beziehen: „El Hazard – Die phantastische Welt“. Diese stammt von 1995/1996 (Japanisch) und von 1998 (Deutsch).

Alles beginnt mit dem chaotischen Highschool-Alltag. Korrupte Schülersprecherwahl, zu arme Schülerinnen, alkoholabhängige Lehrer und eine Entdeckung unter der Schule, die für mächtig Trubel sorgt. Jinnai fühlt sich in diesem ganzen Aufruhr von Makoto bedroht, erwählt ihn als seinen Erzfeind und möchte ihn mundtot machen. Allerdings gelingt ihm das nur knapp. Stattdessen werden er, Makoto, seine Schwester Nanami und ihr gemeinsamer Lehrer Fujisawa von einer merkwürdigen Frau in eine andere Dimension geschleudert und landen in El Hazard.

Fujisawa und Makoto stoßen auf merkwürdige Riesenkäfer und verteidigen die momentane Prinzessin El Hazards vor ihnen. Dabei wird Makoto doch glatt für die weitere, verschwundene Prinzessin des Landes gehalten! Beide erfahren, dass das Land mit den Käfern Krieg führt und bitten die beiden Gäste um ihre Hilfe. So soll Makoto vorläufig die Rolle eben der Prinzessin übernehmen, die ihm so ähnlich sieht.

Währenddessen landet Jinnai bei eben diesen Käfern, die Bugrom heißen. Er freundet sich mit ihnen und ihrer „unbarmherzigen“ Königin Diva an und gibt sich als deren Erlöser aus. Damit beginnt er, ihre Schlachten zu koordinieren und damit, sie gegen El Hazard zu führen.

Nanami stellt schnell fest, dass sie, wo auch immer sie gelandet ist, mit ihrem Geld nicht weiter kommt und beginnt zu Jobben.

Im Lauf der Geschichte erlebt diese Gruppe noch so manch blaues Wunder. Im wahrsten Sinne. Außerdem wird der Charakterpool noch um Priesterinnen und Dämonen erweitert. Und die Geschichte um Superwaffen und -kräfte. Allerdings möchte ich nicht zu sehr spoilern.

El Hazard war einer der Animes, die ich durch eine Ausstrahlung im Fernsehen kennen gelernt habe. Diese war deutsch synchronisiert. Mittlerweile findet man die Version jedoch kaum noch, was ich sehr schade finde. Dabei bin ich bei Weitem kein Verfechter von deutscher Synchro! Allerdings finde ich diese bei El Hazard vergleichsweise echt gut gelungen. Dagegen stinkt sogar die Japanische ab. Denn dort klingen eigentlich fast alle Charaktere männlich. Was bei der Frauenquote des Anime dezent fehl platziert ist. Die Tatsache, dass vieles zu monoton gesprochen wird, scheinen beide Synchronisationen jedoch gemeinsam zu haben. Echte Emotionen klingen nur bei den wenigsten Charakteren heraus. Oder wenn die Charaktere wieder einmal ihre Psycho-Lache auspacken. Oder brüllen. Das können auch alle gut.

So viel zum Einstieg. Aber gehen wir das Ganze doch einmal systematisch an.

Story

Ich persönlich finde es schwer, etwas über die Story zu schreiben, ohne weiter den Inhalt zu spoilern. Zwar gibt die Geschichte für eine 7-teilige Serie bei Weitem genug Stoff dafür her, um nicht gleich alles zu verraten, aber selbst Andeutungen können hier schon viel ausmachen. Einfach weil sich jede Andeutung und jede noch so kleine Szene in das große Ganze fügen. Das kann definitiv als positiv gesehen werden! Es bleiben keine Fragen offen und selbst zum Anfang wird am Schluss wieder zurück geführt, sodass El Hazard sehr rund wird. Die Storyline verfolgt demnach einen roten Faden, den man auch zeitlich betrachten könnte. Alles passiert nacheinander, was nacheinander passieren soll. Es gibt keine wirren Sprünge zwischen Aktionen/Vergangenheiten/etc. Das macht den Anime leicht verständlich und ist wahrscheinlich auch der Grund dafür, dass ich ihn schon so lange verfolge. Das begann nämlich noch lange vor meiner aktiven Anime-Zeit.

Allerdings bedeutet das nicht, dass El Hazard nur für jüngere Zuschauer geeignet ist. Im Gegenteil: Die Tiefe der Story bekommt man erst mit mehr Jahren auf dem Buckel richtig mit. Denn trotz des augenscheinlich geradlinigen Erzählens, gibt es immer wieder unwichtig scheinende Handlungen oder Äußerungen, die später wieder aufgegriffen werden. Und dann mächtig Story aufwirbeln. Und die sarkastischen Andeutungen versteht man auch erst später.

Was mich storytechnisch jedoch stört ist mehr eine Nebenhandlung, in der mehrere Frauen, sofern sie nicht gerade kämpfen, in einen Charakter vernarrt sind und sich um diesen prügeln. Das wirkt so gekünstelt und deplatziert. 9 von 10.

Charaktere

Richtig gelungen an El Hazard finde ich das ‚Feature‘, dass die Charaktere die Fragen, die sich der Zuschauer unweigerlich stellt, offen aussprechen und darüber diskutieren. Oder in die Geschichte integrieren. Oder daraufhin auf neue Ideen kommen. Das mag jetzt vorausgreifend wirken. Allerdings schafft es der Anime, die Fragestellungen dadurch aktiv in das Geschehen einzubauen und so manche Frage sorgt schon mal für Chaos.

Ebenso positiv empfinde ich die sarkastische Grundstimmung der Charaktere. Diese sorgen nicht selten für Lacher und heitern die doch recht gedämpfte Stimmung des Anime immer wieder auf.

Auf der eher negativ bewerteten Seite ist zu sagen, dass man von fast keinem handelnden Charakter die Vergangenheit kennt. Und bei denen, von denen etwas gezeigt wird, gibt es auch nur das Nötigste vom Nötigsten. Das hat dann wohl nicht mehr in 7 Folgen gepasst. Demnach lässt sich schwer sagen, in wie weit sich Charaktere entwickeln. Auf der einen Seite gibt es diejenigen, die sich durch die ihnen gestellten Aufgaben entwickeln müssen und diejenigen, bei denen man sich bis zum Schluss nicht sicher ist, ob sie noch immer so … platzfüllend sind, wie bei ihrem ersten Erscheinen.

Wie oben schon erwähnt, vermiest die doch recht monotone Synchronisation die Stimmungen der einzelnen Charaktere. Man sieht oftmals nur anhand der Bilder, wie sie sich fühlen oder was eigentlich dargestellt werden soll. 6/10

Zeichenstil und Animationen

Für die Zeit, aus der der Anime stammt, ist der Zeichenstil sehr detailreich und liebevoll gestaltet. Jeder Charakter, jedes Bugrom, selbst jedes Gebäude scheint individuell gezeichnet worden sein. Damit bildet der Anime eine schiere Augenweide und lässt Freunde schöner Zeichenstile nicht im Regen stehen.

An den Animationen gibt es nichts auszusetzen. 10/10

Opening und Ending

Das OP-Lied ist teilweise im Soundtrack des Anime mit verbaut, weswegen es mich weniger interessiert hat. Das OP-Video zeigt alle Charaktere des Anime und gibt, mit der musikalischen Untermalung, Hinweise auf die Story von El Hazard. Allerdings spoilert es nicht, was ich immer als k.o. Kriterium für Openings und Endings sehe.

Das Ending der Folgen 1-6 habe ich immer großzügig übersprungen, weswegen ich hier nicht viel dazu sagen kann und werde. Vom Ending der Folge 7 allerdings kann ich nicht genug bekommen! Das Lied passt so schön zu der Stimmung am Ende der Serie und die Bilder, die währenddessen ablaufen: Wunderschön! 8/10

Soundtrack

Der Soundtrack ist sehr dezent gehalten. Er plätschert mit der Story mit und unterstreicht dezent die dargestellte Handlung. Er überlagert also auch in z.B. kämpferischen Szenen nicht die Handlungsgeräusche. Allerdings ist die Vielfalt der Tracks eher gering. Sollte man mal genauer hinhören und versuchen, sie zu zählen. Ansonsten sticht das, wie der Soundtrack allgemein, eher weniger hervor. 8/10

El Hazard ist einer meiner Alltime-Lieblinge, was Animes angeht. Ich versuche jedoch trotzdem, eine halbwegs realistische Bewertung abzugeben. Denn wen interessiert schon ein subjektives 10/10 von jemandem, der den Anime seit X Jahren immer und immer wieder schaut?

Zusammengefasst bietet El Hazard für seine kurze Laufzeit einen sehr intensiven Plot mit teils interessanten und teils uninteressanten Charakteren. Dafür aber mit mehr Sarkasmus und einer glaubwürdigen Atmosphäre, die den Eindruck steter Kämpfe mit Leichtigkeit aufrecht erhalten kann. Dazu gesellt sich noch eine optisch schöne Gestaltung und ein sehr dezenter Soundtrack.

Wer tiefgründige Charaktere mit Entwicklungsfähigkeit und eine anständige Synchronisation (egal in welcher Sprache) sucht, wird hier jedoch kaum fündig werden.

Aus den vorherigen Rankings ergibt sich trotzdem eine solide 8,2. Also 8 von 10 für El Hazard – Die phantastische Welt.


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Diese Rezension spiegelt lediglich die persönliche Meinung des Autors wider und nicht die von House of Animanga.

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