[Gastbeitrag] Manga Review: Beast Boyfriend

Beast Boyfriend

Ohayou~ ihr Kinder der Sonne und des Mondes, mein Name ist Meg, online und ingame auch zu finden als Rhukii. Ich möchte heute mit euch über einen Manga sprechen, der mich anfangs in seinen Bann zog und seine Wirkung im Laufe der Bände sehr veränderte. Doch zunächst einmal: Wer bin ich? Seit mittlerweile vier Jahren blogge ich auf Geschichtenliebe über Geschichten aller Art. Darunter natürlich Manga – wie sollte es anders sein – eine meiner größten Passionen. Aber auch Bücher, Filme und Serien, sowie Games finden bei mir Gehör und selbst ein paar literarische Texte aus meiner eigenen Feder könnt ihr dort finden, denn Geschichten kann man auf so vielen unterschiedlichen Wegen erzählen. Wenn ihr meinen alltäglichen, mal mehr und mal weniger belangvollen, Geschichten folgen wollt, dann besucht mich gerne auch auf Twitter.

Beast Boyfriend

© SHUEISHA Inc.

Nun aber zum eigentlichen Star heute! Es geht um Beast Boyfriend, einem Manga aus dem Hause Egmont und der Feder der Mangaka Saki Aikawa. Er ist in mittlerweile 13 hierzulande erschienenen Bänden abgeschlossen und besonders für Shoujo-Leser ein Top-Titel.

Beast Boyfriend

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Dabei geht es um die junge Himari, die zu Grundschulzeiten übel gemobbt und dabei zumeist von ihrem Schwarm Saeki in Schutz genommen wurde. Wegen des Jobs ihres Vaters musste sie ihrer Zeit fortziehen, was sie sowohl von ihrem Mobber, als auch ihrem geliebten Saeki entfernte. Nun aber da Himaris Mutter neu geheiratet hat, zieht sie in ihre frühere Heimatstadt zurück, wo sie prompt mit ihrer ersten Liebe in der gleichen Klasse landet. Da das aber zu schön ist, um wahr zu sein, ist natürlich auch Keita nicht weit – ihr Kindheitstrauma. Schlimm genug, stellt er sich kurz darauf als der Sohn ihres neuen Stiefvaters heraus, ihr Stiefbruder. Zusammen mit ihrem Mobber, unter einem Dach. Wie soll Himari das überstehen?

Beast Boyfriend

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Wie ich bereits erwähnte, ist Beast Boyfriend ein etwas kniffligerer Titel für mich. Wer mich bereits kennt, weiß vielleicht, dass ich allgemein in einer zwistigen Hassliebe mit dem Shoujo-Genre koexistiere. Viele typische Stilmittel und Merkmale stören mich einfach extrem und stehen teilweise in Kontrast zu meinen Ansichten und doch kann ich mich immer wieder für die meist tragischen und verzwickten Liebesgeschichten begeistern.

Himari, Saeki und Keita sind dafür ein besonders gutes Beispiel. Denn nach all den Jahren hat unsere Protagonistin endlich die Gelegenheit ihre Liebe zu gestehen, vielleicht sogar Erfolg zu haben. Doch gleichzeitig entwickelt sich zwischen ihr und ihren Stiefbruder aka Mobber eine seltsame Verbindung und zunehmend Gefühle, die Himari nicht wahrhaben möchte. Zudem kommt hinzu, dass Keita nichts an seiner groben und forschen Art verloren hat, was zu einigen Szenen führt, in denen Frau eigentlich Angst haben sollte aber stattdessen heißes Herzrasen bekommt.

Diese Szenen sind es, die einerseits gegen meine Moral sprechen und andererseits den Reiz an der Geschichte für mich ausmachen. Ich halte es aber für problematisch, Keitas „Arschlochverhalten“ zu romantisieren und als vollkommen in Ordnung darzustellen, was in gewissem Maße so passiert. Gerade junge Menschen könnten durch solche Szenen (egal ob im Manga oder Buch oder Film) ein verzerrtes Bild von zwischenmenschlichen Beziehungen, Partnerschaften und Romantik bekommen. [Einschub: Wenn euch das Thema interessiert, schaut euch doch mal die Debatte um Young Adult Literatur und den Twitter-Account des Brooding YA Hero an]

Manchmal habe ich den Eindruck Autoren und Mangaka wissen gar nicht, wie viel Einfluss sie auf ihre Leser ausüben können. Gleichzeitig aber bin ich persönlich für genau solches Verhalten zu begeistern. Ein sehr komplizierter Zwiespalt.

Beast Boyfriend

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Während also Himari versucht Saeki nun endlich für sich zu gewinnen und gleichzeitig in Keitas Bann gezogen wird, Gefühle für ihren Bruder entwickelt, tut sich für mich ein ganz anderes Problem auf. Der Aspekt der Geschichte, mit dem ich zwischen Gefallen und Missgunst hadere, Keitas idiotisches Verhalten, löst sich allmählich auf. Stattdessen kommen völlig neue Schwierigkeiten auf. Stiefgeschwister können keine Beziehung eingehen, das würde dem Ansehen der Familie schaden. Wollen die beiden das? Was wollen sie? Können sie es geheim halten? Wie lange halten sie das aus? Will Himari das alles überhaupt oder sehnt sie sich weiterhin nach Saeki?

Die anfängliche Grundlage und Thematik tauscht langsam aber bestimmt die Plätze mit einer völlig Neuen. Das ist ok. Im echten Leben ist es nicht anders. Das Verliebtsein, Jagen, Hoffen und Bangen ist immer ein völlig anderes Gefühl, als das das man hat, wenn das alles Früchte trägt, wenn man seinen Schwarm endlich an seiner Seite hat. Und eine langanhaltende Beziehung ist ebenso ein anderes Gefühl, als eine noch ganz Frische. Es ist also völlig natürlich und sehr realitätsnah gehalten, dass sich die Situationen und das Gefühl beim Leser auch im Manga wandeln. Nur nahm mir das den Reiz der Handlung. Für mich persönlich wurde Beast Boyfriend ab einer gewissen Stelle mit jedem Band enttäuschender.

Das ist jedoch eine völlig subjektive Wahrnehmung und ändert nichts daran, dass es eine sehr gelungene Geschichte ist. Der Plot ist sehr abwechslungsreich, wenig vorhersehbar und in sich verstrickt. Es macht Spaß die einzelnen Stränge zu entwirren und zu beobachten, was mit den einzelnen Charakteren passiert und wie sie miteinander interagieren.

Auch die Charaktere selbst sind sehr spannend und vor allem unterschiedlich. Gut durchdachte Figuren machen einen enormen Anteil einer guten Geschichte aus, denn 0815-Figuren die man in jede x-beliebige Story hineinkleben kann, machen jeden noch so guten Plot matt und langweilig. Doch Keita, Saeki, Himari und alle im späteren Verlauf auftretenden Figuren sind sehr individuell und haben unterschiedliche Bedürfnisse und Verhaltensmuster. Besonders auffällig dabei ist Keita, der sehr introvertiert und abweisend wirkt, obwohl er mitunter DER Mädchenschwarm der Schule ist. Außerdem ist er seit Kindheitstagen an ein eher rauer Charakter, mit eigenwilliger Sprache und rebellischen Zügen. Saeki zum Beispiel ist das genaue Gegenteil. Er ist ruhig aber bestimmt, ein aufmerksamer Schüler und äußerst hilfsbereit, besonders Himari gegenüber (wer hätt’s gedacht).

Beast Boyfriend

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Neben einem guten Plot und gut inszenierten Charakteren kann Beast Boy dann noch mit einem angenehmen und zum Genre passenden Zeichenstil und abwechslungsreichen Schauplätzen und Hintergründen dienen.

Alles in allem haben wir hier einen eigentlich wirklich guten Titel. Doch aus moralischer Sicht und persönlichem Geschmack heraus, habe ich dennoch meine Probleme damit und sehe in ihm ein gutes Beispiel für meine Probleme am Genre selbst.

Möglichst objektiv bewertet würde ich dem Manga als Vertreter seines Genres dennoch etwa 7 von 10 Punkten geben, (was mir ziemlich schwer fällt, da ich nie Punkte vergebe).


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Diese Rezension spiegelt lediglich die persönliche Meinung des Autors wider und nicht die von House of Animanga.

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