Anime Movie Review: Ancien und das magische Königreich

Ancien und das magische Königreich

Vor ein paar Tagen haben wir uns den neusten Film von Universum Anime angesehen: Ancien und das magische Königreich. Ich hatte keinerlei Vorstellung, was mich erwartet. Der Regisseur Kenji Kamiyama ist mir aber durchaus ein Begriff von Eden of the East und 009 Re:Cyborg. Er hat auch noch mehr gemacht. Trotzdem habe ich mir die Frage gestellt, ob dieser Film mit den vielen sehr guten Anime Filmen der letzten Jahre mithalten kann und man ihn gesehen haben sollte. Vielen Dank an Universum Anime, dass wir den Film im Rahmen unserer Kooperation ansehen konnten.

Ancien und das magische Königreich

© ひるね姫製作委員会

In Ancien und das magische Königreich geht es um das Mädchen Kokone, die mit ihrem Vater in der Präfektur Okayama lebt. Sie sollte eigentlich für die Aufnahmeprüfungen an der Universität lernen, möchte jetzt aber erst einmal ihre Sommerferien genießen. Ihr wird dabei jedoch ein Strich durch die Rechnung gemacht, als ihr Vater von der Polizei festgenommen wird. Ihm wird wegen eines Tablets Industriespionage vorgeworfen.

Zwielichtige Männer versuchen dieses Tablet in die Finger zu bekommen und Kokone stellt sich ihnen mutig entgegen. Auf der Suche nach Antworten zu ihren Fragen bezüglich des Tablets und ihrer verstorbenen Mutter erlebt sie allerhand Abenteuer. In ihren Träumen finden aber noch viel mehr Abenteuer statt, sie befindet sich dort im magischen Königreich Heartland. Sie kann dort mithilfe eines Tablets zaubern. Besteht eine Verbindung zwischen ihrer Traumwelt und der Realität?

Ancien und das magische Königreich

© ひるね姫製作委員会

    

Ich wusste wirklich so gar nicht, was mich in dem Film erwartet. Ich muss auch wirklich sagen, dass der Film ganz schön schnell hier in Deutschland war. Er lief in Japan im März 2017 und die Veröffentlichung in Deutschland war am 15. Dezember 2017. Das finde ich für einen Anime Film sehr schnell, normalerweise dauert das etwas länger. Das beste Beispiel ist wohl Your Name, der im August 2016 in Japan lief und erst im Januar in Deutschland laufen wird.

Ich muss erst einmal die Animationen des Films loben. Die Umgebungen sehen wirklich wunderschön aus. Sowohl die Traumwelt von Kokone, als auch die Realität sind unfassbar schön wiedergegeben. Der Film lädt praktisch dazu ein, sich einfach fallen zu lassen und sich den schönen Animationen hin zu geben. Das Charakterdesign ist ebenfalls voll schön. Vom Zeichenstil her erinnern mich die Charaktere etwas an Summer Wars.

Die deutsche Synchronisation des Films war auch sehr angenehm. Kokone wurde von Maresa Sedlmeir gesprochen, der Nichte von Christian Tramitz. Sie hatte schon viele Sprechrollen in Animes, Filmen und Serien. Ich kenne sie nur als Satsuki Kusakabe aus Mein Nachbar Totoro, was aber nun auch schon 10 Jahre her ist. Ihr Kumpel Morio Sawatari, der ihr die meiste Zeit im Film mit Rat und Tat zur Seite steht, wird gesprochen von Maximilian Belle. Er ist u. a. bekannt für seine Sprechrolle für Ganta in Deadman Wunderland oder Taki Tachibana in Your Name.

Aber kommen wir doch erstmal zum Film an sich. Ancien und das magische Königreich spielt im Jahre 2020 und die Olympischen Spiele stehen an. Kokone hat ihren letzten Schultag vor sich und man hat zu Beginn einen guten Einblick darauf, wie das Verhältnis zwischen ihr und ihrem Vater ist. Er ist Automechaniker und repariert die Autos der Bewohner. Dabei legt er Wert auf die gute Arbeit, aber weniger auf die Bezahlung, da die Menschen dort selbst nur wenig Geld haben. Das hält ihn jedoch nicht davon ab, Geräte in die Autos einzubauen. Einem alten Mann hat er ein Gerät eingebaut, womit sein Auto von alleine fährt, dabei sollte er eigentlich nur den platten Reifen auswechseln. Ab und zu bekommt er auch etwas zu Essen statt der Bezahlung. Kokone steht dem mit gemischten Gefühlen gegenüber, immerhin müssen sie von etwas Leben.

Ihr Vater besitzt ein Tablet, das er für die Arbeiten an den Autos nutzt. Darüber hat sich Kokone eigentlich noch keine genauen Gedanken gemacht. Dennoch taucht das Tablet in ihren Träumen auf. Kokone träumt viel und sehr lebhaft. In ihren Träumen sieht man immer wieder eine Prinzessin, die mit Hilfe des Tablets zaubern kann. So schafft sie es verschiedenen Dingen Leben einzuhauchen, u. a. auch dem Stofftier Joy und einem hellblauen Motorrad. Jedoch gefällt das dem König und seiner rechten Hand gar nicht und nehmen der Prinzessin das Tablet ab. So schnell lässt sich diese aber nicht unterkriegen.

Den ganzen Film über wird nicht so klar, was die Traumwelt nun genau mit der Realität zu tun hat. Man merkt aber schnell, dass Personen und Dinge aus Kokones Alltag alle in ihrer Traumwelt vorkommen. Zufall? Ihre Träume können aber nicht die Realität verändern, so viel steht fest. Ich fand diese ganze Traumwelt im Film zwar ganz nett, mehr aber leider auch nicht. Es hat mich sogar sehr verwirrt. Immer wieder wenn Kokone eingeschlafen ist, was oft passiert, egal ob im Unterricht am letzten Schultag oder im Beifahrersitz eines Motorrads, kommen die Szenen in der Traumwelt.

Ich persönlich hätte den Film lieber ohne diese Traumwelt gesehen. Ich fand nämlich die Geschichte in der Realität viel, viel spannender. Kokones Vater wird wegen des Tablets nämlich verhaftet. Er hatte bereits eine solche Vermutung und hat das Tablet sicher im Stofftier von Kokone untergebracht. Diese findet es und weiß so gar nicht, was genau los ist. Dennoch versucht sie ihr möglichstes das Tablet zu beschützen. Fremde Männer tauchen nämlich auf und wollen es ihr wegnehmen. Da sie weiß, dass es ihrem Vater wichtig ist, will sie es aber nicht einfach so hergeben.

Da sie nicht genau weiß, wo  sie hin soll oder wo ihr Vater ist, nutzt sie eine App auf dem Tablet. Ihr Vater hat diese oft benutzt und es handelt sich dabei wohl um ein Forum. Während ihrer Reise mit Morio schreibt sie oft in dieses Forum wo sie gerade ist oder was sie macht. Und es kommt vor, dass danach genau das geschieht, was sie gerade am dringendsten braucht, z. B. Zugfahrkarten. Da ist auch so ziemlich der Moment, wo man sich ganz klar die Frage stellen muss, inwieweit die Traumwelt und die Realität wirklich miteinander zusammenhängen.

Ancien und das magische Königreich

© ひるね姫製作委員会

   

Als ich das erste Artwork des Filmes sah, war ich unhiemlich gespannt darauf. Leider hielt sich meiner Erinnerung an den Film relativ bedeckt, sodass ich ihn nahezu jedes mal wieder vergass, sobald ich ihn nicht mehr vor Augen hatte. Als wir dann diese Woche endlich dazu kamen ihn zu gucken, muss ich leider gestehen, dass er diesen Eindruck wohl auch jetzt beibehalten wird.

Denn das beste an dem Film war wohl mit Abstand das Charakterdesign. Es erinnerte mich leicht an Filme wie Summer Wars oder Ame und Yuki. Leider hört es da schon fast wieder auf mit positivem. Naja okay eine Sache finde ich auch unglaublich positiv. Die Thematik, die wohl an sich aktueller nicht sein könnte. Gibt es doch aktuell gerade einge Erfolge was das führerlose Fahren betrifft. Das wir im Jahr 2020 vielleicht bereits an dem Punkt sein könnten, an dem es solche Autos gibt.

Leider gibt es dafür auch einige Kritikpunkte. Die Story ist seltsam und teils wirr. Es ist irgendwie unklar was jetzt wann wie passiert sein soll und das schlimmste für mich war wohl, dass ich in dem Bösewicht leider die ganze Zeit nur Nino sehen konnte und ihn dann leider nicht mehr ernst nehmen konnte. Nicht das er vorher schon einen guten Eindruck was das angeht hinterlassen hätte. Somit ist der Film an sich weder besonders gut, noch besonders schlecht. Damit hinterlässt er keinen wirklich bleibenden Eindruck und wird wohl im Erinnerungsnirvana verschwinden…

Ancien und das magische Königreich

© ひるね姫製作委員会

Ich fand es aber spannend, Kokone zuzusehen wie sie die Probleme meistert, die vor ihr liegen. Nur diese Traumsequenzen und somit auch das Finale haben mir wirklich nicht gut gefallen, egal wie schön diese Szenen ausgesehen haben. Die Parallelen sind dennoch nicht von der Hand zu weisen und waren dahingehend schon wichtig für den Film. Trotz der spannenden Story in der Realität bekommt der Film von mir also nur eine Bewertung von 6 von 10 magischen Tablets.

Es war eine tolle Unterhaltung für einen Abend, ich würde den Film aber so schnell nicht wieder ansehen wollen. Mit meinen Favoriten im Bereich Anime Filme kann er nicht mithalten. Pluspunkte waren definitiv die Optik, die Charaktere und die hohe Aktualität des Films. Das Jahr 2020 war gut gewählt und hat sehr gut in den Film gepasst, sowie die technischen Errungenschaften, die heute noch nicht im normalen Gebrauch sind. So könnte wirklich die nahe Zukunft aussehen.

Eure


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1 Antwort

  1. MacFracerEX sagt:

    Spoiler-Alert!!!

    Ich finde es macht schon spass den Film zu schauen aber wie auch bei euch hinterlässt der film kaum eindruck. Ich fand auch das charackter Design rcht gut, selbst die 3D-Modelle waren in Ordnung. Bei dem Film bin ich mir nichtmal sicher ob er diese Traumwelt gebraucht hätte weil ja anscheinend alles auch in der Realität gleichzeitig stattfindet was dem Traum fast vepuffen lässt meiner Meinung. Der Film ist so ein typischer Sonntags Nachmittags film finde ich ohne das wirklich abwertend zu meinen weil ich mich trotz alledem gut unterhalten gefühlt hab.

    Ps: ich fand den Epilog echt nett… hätte man aber auch irgendwie in den Film nicht mehr einbauen können.

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