Anime Movie Review: Your Name.

Die geschätzte Lesezeit für diesen Beitrag beträgt 9 Minuten.

Your Name

Wie schnell die Zeit doch vergeht… Ich kann es noch gar nicht so recht glauben, dass wir den Blog bereits seit einem Jahr betreiben. Noch dazu ist dieser Beitrag bereits unser 500.. Da wir das natürlich feiern wollen und heute auch noch Weihachten ist, dachten wir uns, wir präsentieren euch heute, neben dem Gewinnspiel das im Laufe des Tages online geht, auch noch eine Review zum erfolgreichsten japanischen Animationsfilm aller Zeiten „Your Name.“.

Denn wir hatten bereits einen Tag vor meiner Prüfung Anfang Dezember die unglaubliche Chance den Film bereits vorab zu sehen. An dieser Stelle bedanken wir uns von ganzem Herzen bei Universum Anime für diese unglaubliche Einladung. Somit konnte die Prüfung ja nur gut gehen. Und auch wenn ich hier schon mal vorweg greife, der Film verdient alles Lob, das ihm angedacht wird. Denn nichts desto trotzt ist es ein Makoto Shinkai Film und der Kerl weiß einfach wie man eine gute Story erzählt!!

Your Name

© 2016「君の名は。」製作委員会

Mitsuha ist ein typisches Dorfkind. Sie hasst die Einöde und wünscht sich nichts mehr als ihr endlich zu entfliehen und nach Tokio aus zu wandern. Um ihre Lage noch zu verschlimmern ist ihr Vater der Bürgermeister und lässt keine Gelegenheit aus sie zu Maßregeln. Da sich ihr Vater nach dem Ableben ihrer Mutter vom familiären Schreinbetrieb losgesagt hat, lebt sie zusammen mit ihrer Schwester bei ihrer Großmutter.

Taki wiederum ist ein typisches Tokioter Stadtkind. Meist verbringt er seine Tage entweder mit seinen Freunden und hat Spaß oder verdient sich in seinem Kellner Job ein wenig Geld. Dort arbeitet auch sein großer Schwarm Miki. Doch bisher hatte er sich nicht getraut ihr seine Gefühle zu gestehen.

Doch die Welt der beiden wird plötzlich auf den Kopf gestellt, als sie eines morgens im Körper des jeweils anderen erwachen. Obwohl sie zu Beginn die Situation noch nicht so recht verstehen, fangen sie schon bald an die Situation zu genießen, ein anderes Leben zu führen. Da sie lediglich für einen Tag tauschen, beginnen sie sich gegenseitig Tagebucheinträge zu hinterlassen.

Während die beiden sich gerade an ihr neues Leben gewöhnen, entwickeln sich so langsam Gefühle auf beiden Seiten. Doch in der Zwischenzeit nähert sich ein Komet der Erde, der ihr Leben erneut komplett verändern wird…

Your Name

© 2016「君の名は。」製作委員会

   

Was sich auf den ersten Blick/beim ersten Lesen ein wenig wie ein Freaky Friday wirkt, ist letztendlich so viel mehr. Denn durch den zusätzlichen Tausch der Geschlechter, entsteht hier nach und nach auch eine unglaublich geniale Liebesgeschichte. Aber fangen wir doch einfach mal von vorne an.

Denn, für einen Film eigentlich relativ ungewöhnlich, hat er wie „gewöhnliche“ Anime ein Opening. Ich war hier sogar durchaus überrascht als es los ging und dachte, hoffentlich gibt es jetzt keine Unterteilung in Kapitel oder „Episoden“. Glücklicherweise blieb mir das dann ja doch erspart. Lustigerweise kann hier, wer drauf achtet, auch das ein oder andere Foreshadowing erkennen. Ich mag so was ja sehr und finde es ein unglaublich interessantes Stilmittel.

Gerade der Anfang hat mir mit seiner lockeren humorvollen Stimmung auch sehr gut gepasst. Von der Situation teilweise auch überfordert, hacken die beiden natürlich auch auf sich rum. Naja sagen wir mal eher, sie bringen den jeweils anderen in lustige Situationen. Lustig ist hier natürlich vor allem die Sache, dass Taki in Mitsuha´s Körper regelmäßig zum Aufstehen erst mal ein wenig die eigene Oberweite befummelt ;)

Das ist alleine dahin gehend lustig, dass Mitsuha´s kleine Schwester Yotsuha sie irgendwann fast schon regelmäßig fragt ob sie wieder am Fummeln ist. Ich selbst halte es aber auch für deutlich leichter, als Frau einen Kerl zu verkörpern als umgekehrt. Makoto Shinkai scheint da ja immerhin meiner Meinung zu sein, da wir ja sehen mit was für Problemen Taki so zu kämpfen hat.

Meiner Meinung nach ist Mitsuha hier aber auch ganz klar auf der „Gewinnerseite“, bekommt sie durch den Tausch doch eigentlich genau das, was sie sich so sehr wünscht. Ein Leben in der Stadt. Ich fand es lediglich etwas Schade, dass wir relativ wenig dieser getauschten Situationen zu Gesicht bekommen haben. Denn der Film hat ja eine tiefergehende Handlung.

Neben der sehr offensichtlichen Lovestory ist der Film nämlich auch sehr Philosophisch. Da ich hierauf aber Spoiler-bedingt nicht so gerne eingehen möchte, sage ich lediglich dazu, dass der deutsche Titel meiner Meinung nach etwas zu viel verrät. Ich habe ihn zum Glück weitestgehend verdrängt und bin selbst erst im Laufe des Filmes darauf gekommen.

Sehr schön fand ich aber auch die Einbindung des „Roten Fadens“, der zwei Liebende verbindet. Denn wer hier etwas genauer drauf achtet, wird diesen roten Faden in leicht abgewandelter Form sehr schnell erkennen und die Verbindung vielleicht auch sehr schnell machen, was den im Film eigentlich so vor geht.

Wie gewohnt versteht es Makoto Shinkai aber auch auf brillante Art und Weise die Geschichte zu erzählen. Dabei hat die Story ein herausragendes Pacing, was sie zu keinem Zeitpunkt langweilig macht. Ständig passiert etwas und treibt den Storyfluss voran.

Doch der Film hat auch eine ganz seltsame Stelle etwa nach ¾ der Zeit. In diesem Moment bekommt man als Zuschauer dieses Gefühl, dass der Film hier jetzt Enden sollte, aber irgendwie geht er dann noch ein gutes Stück weiter. Das ist an sich nichts schlimmes, denn man will wissen wie es weiter geht, es hinterlässt nur dieses seltsame Ende-Gefühl.

Was das Ende des Filmes wiederum angeht, bin ich voll und ganz zufrieden. Ich habe gerade in letzter Zeit viele Filme gesehen, deren Auflösung so … unvollständig wirkte. Um ein paar Beispiele zu nennen, wären da wohl Ame und Yuki, Der Junge und das Biest oder Ancient und das magische Königreich. Nicht, dass es damit schlechte Filme sind, nur irgendwie wirken sie, als ob am Ende etwas fehlt.

Optisch und Musikalisch ist der Film selbst verständlich auch gewohnt hoher Makoto Shinkai Standard. Ich glaube ich kenne keine anderen Direktor, der so viel Detailverliebtheit an den Tag legt und ganze Szenen damit füllt. Selbst ein Studio Ghibli sieht in seinen grandiosen Momenten immer noch alt dagegen aus. Es ist faszinierend, wie schön eine Welt doch tatsächlich sein kann, wenn man mal darauf achtet.

Your Name

© 2016「君の名は。」製作委員会

    

Ich kann mich der Lobhymne von Fuma nur anschließen. Ich hatte hohe Erwartungen an den Film. Verständlich, wenn es heißt, dass es der erfolgreichste Film aller Zeiten in Japan ist. Und ich muss ehrlich sagen, dass meine Erwartungen um ein vielfaches übertroffen wurden. Ich war selbst ganz überrascht davon, dass das überhaupt möglich war. Dieser Film hat wirklich jedes Lob verdient, das ihm nachgesagt wird. Und das will schon was heißen.

Makoto Shinkai ist ein Gott was solche Filme angeht. Wenn man sich vor allem auch einmal ansieht, wie viel Liebe und Zuneigung in diesen Film reingesteckt wurde, braucht man sich eigentlich nicht wundern. Die Story ist so dermaßen wunderschön und traurig zugleich. Die Liebesgeschichte ist unfassbar schön anzusehen. Zu Beobachten, wie Gefühle wachsen. Und zu lachen, wenn man den beiden zu sieht. Die Mischung in diesem Film ist genau richtig. Es ist wirklich zu keinem Zeitpunkt langweilig gewesen.

Ich hätte mir wirklich gewünscht, dass der Film niemals endet. Entsprechend hätte ich mir auch noch ne weitere Stunde angesehen. Ein bisschen schade fand ich es ebenfalls, dass man so wenig von dem eigentlichen Körpertausch der beiden gesehen hat. Ein Teil wurde auch nur erzählt. Es ist unfassbar interessant wie die Umgebung darauf reagiert, wenn man sich einen Tag lang völlig anders verhält als sonst. Immerhin ist es sowohl für die Schwester von Mitsuha seltsam, wenn sich diese nicht wie sonst die Haare richtig macht oder nicht einmal weiß, wo die Schule ist. Genauso ging es Takis Freunden, als dieser sich auf dem Schulweg verlaufen hat und nicht wusste, wo er für seinen Nebenjob hin muss. Diesen ersten Teil des Films haben sie so gut hinbekommen. Ich hatte lange ncht mehr solche Freude bei einem Film zuzusehen, wie die Charaktere sich schlagen und mit Problemen umgehen.

Eben so gut wurde aber die Liebe der beiden dargestellt und die einhergehenden Probleme. Und vor allem das Hauptproblem: Der Komet. Was genau es damit auf sich hat sollte jeder im Film selbst erleben in meinen Augen. Ich kann euch nur sagen, dass ich selten so viel gelacht und geweint habe in einem Film. Er wusste einfach von Anfang bis Ende mich zu verzaubern. Der Film ist auch unfassbar Bildgewaltig und hat Animationstechnisch alles richtig gemacht. DIe Charaktere sind wunderschön dargestellt und auch ihre Gefühle sind gut sichtbar und spürbar. Die Musik des Films hat dem Ganzen die Krone aufgesetzt. Die Band Radwimps hat richtig tolle Arbeit geleistet und ich höre den kompletten Soundtrack seit dem Film rauf und runter.

Bei der Synchronisation wurde ebenfalls eine verdammt tolle Leistung abgelegt. Laura Jenni als Mitsuha und Maximilian Belle als Taki haben wirklich unfassbar gute Arbeit geleistet. Die Gefühle der Charaktere wurden sehr gut dargestellt. Auch die Nebencharaktere waren alle sehr passend und definitiv nicht unangenehm. Übrigens habe ich von einigen gehört, dass sie den Film nicht auf Deutsch ansehen wollen, weil Nino im Film mitspricht. Dazu muss ich ganz ehrlich sagen, dass er eine solch unbedeutende Rolle hat, dass sein Charakter nicht mal einen Nachnamen hat. Wegen diesem Fakt sollte man sich diesen Film also auf keinen Fall entgehen lassen. Ich bin so froh, ihn auf der großen Leinwand im Kino gesehen zu haben. Kann ich jedem sehr empfehlen, egal ob jung oder alt. Der Film kann definitiv auch von Menschen angesehen werden, die keine Anime Fans sind!

Your Name

© 2016「君の名は。」製作委員会

Wer Makoto Shinkai Filme wie 5 Centimeter per Second, Voices of a Distant Star und The Place Promised in Our Early Days kennt, der weiß genau worauf er sich hier einlässt. Er wird als der nächste Hayao Miyazaki und als Nachfolger von Mamoru Hosoda gehandelt. Wie oben bereits geschrieben, wird der Film all der Lobpreisung die ihm zufällt gerecht. Daher kann ich absolut verstehen, warum er auch 1 Jahr später, immer noch in den japanischen Kino´s läuft. Ich freue mich schon jetzt, ihn bald im Regal stehen zu haben.

Merkt euch: Universum Film präsentiert ‚”Your Name. – Gestern, heute und für immer” am 11. und 14. Januar bundesweit in über 130 Kinos. Der Film wird voraussichtlich nur an diesen beiden Tagen gezeigt, sichert euch eure Kinokarten also pünktlich. In einigen Kinos wird er auch als Original mit Untertitel (OmU) angeboten.

Die Karten für die „offizielle“ Kinoaufführung haben wir bereits gekauft und ich freue mich auch jetzt schon ihn noch ein zweites mal sehen zu können. Empfehlen kann ich den Film wirklich absolut jedem. Denn er gehört, für mich zu jenen Animefilmen, die man als Fan gesehen haben sollte. Es ist eine absolut rührende und fesselnde Story die auch mir die ein oder andere Träne abverlangt hat.

Somit blicke ich mit freudiger Voraussicht gen Januar und werde mir auch bald mal die Novel die wir hier liegen haben zu Gemüte führen. Ob der Film mein neuer Lieblingsfilm wird kann ich aktuell noch nicht sagen. Denn aktuell kämpfen Redline und Summer Wars je nach Gemütslage noch heftig um den Rang. Was ich aber bereits sagen kann ist, dass er wohl jetzt schon einen Platz in meiner Top 5 sicher hat.  Denn er gehört definitiv zu den besten Filmen die ich kenne.

Von daher bekommt der Film von mir 11 von 10 Liebesgeschichte jenseits von Raum und Zeit.

Euer


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10 Antworten

  1. Daiana Chan sagt:

    Klasse!

  2. Daiana Chan sagt:

    Klingt wunderbar! Ich habe das Buch auf englisch gelesen und es hat mir so gut gefallen, dass ich den Film auch sehen will ^^ Vorher habe ich nichts von dem Film bzw. Buch gehört, bis ich es durch Zufall entdeckt habe. Bin ein extremer Anime-Fan und habe mich deswegen total in Your name verliebt! Kann ich anderen Fans nur empfehlen <3

  3. Hört sich total gut an! Den muss ich auf jeden Fall auch sehen. Ich Kauf mir die Blueray wenn sie rauskommt. Schöne Review. ^-^

    • Fuma sagt:

      Dank für das Lob! Freut mich.Wir werden ihn uns auch zulegen und ich bin mal gespannt wie er beim 2. Mal ist, am Sonntag sind wir ja noch mal im Kino

  4. Shanti sagt:

    Der beste Film den ich bis jetzt gesehen habe. Ich liebe ihn mit Herz und Seele.
    Umso enttäuschter bin ich dass es ihn nicht in Graz oder irgendwo in meiner Nähe spielt. Ich würde ihn mir so gerne anschauen, jedoch ist mir Wien dann doch zu weit. Find ich ziemlich schade. Die DvD kauf ich mir auf jeden Fall. Wahrlich ein Meisterwerk der Filmwelt.

  5. Shirisu sagt:

    Der Trailer hat mich leider nicht so richtig geflashed.. ^^°
    Also im Kino werd ich ihn mir wohl nicht ansehen, vielleicht mal zuhause dann – mal sehen.

    Er sieht schon toll aus optisch, aber thematisch ist es jetzt nicht so meins.

    • Fuma sagt:

      Oh, dass ist aber schade!! Denn ich kann dir nur sagen, der Film lohnt sich zu 100% im Kino.
      Aber ich kenne das mit schwachen Trailern….

      • Shirisu sagt:

        Also ich geh auch in Filme, wo die Trailer nur so lala sind, aber das Thema spricht mich an sich halt nicht genug an, als dass ich mir den dann (alleine) im Kino angucken würd.. ^^°
        Dann halt einfach irgendwann mal zuhause vielleicht.. ^^

  1. 26. Mai 2018

    […] niemandem sagen, dass es falsch ist Kimi no Na wa. zu lieben und zu seinen Favoriten zu zählen, da es so viel wert ist, wenn man emotional von etwas berührt wird und das kann und sollte einem niemand wegnehmen. Was ich allerdings nicht mehr sehen möchte ist […]

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