[Gastbeitrag] Manga Review: Anonymous Noise Band 1 und 2

Anonymous Noise

Hey, hier ist die Olga-chan! Ich bin 21 Jahre alt und nun schon seit einiger Zeit auf twitter als speckolga unterwegs! Dort tausche ich mich über meine Leidenschaften für Manga, Anime, Serien und Filme aus. Ich durfte euch bereits Anfang Dezember eine Review von mir präsentieren, die zugleich auch meine Premiere war, puh. Nun folgt mein zweiter Versuch und ich hoffe, dass ich mich steigern kann.

„Wenn wir uns irgendwann nicht mehr sehen können wäre es schön, wenn wir uns mit deinem Gesang als Zeichen wiederfinden könnten.“

Wenn sich ein Manga mit Musik befasst, kann man durchaus skeptisch sein, da man die Töne nicht hören kann und so eventuell etwas verloren geht. Allerdings kann man auch von einem Manga wie Anonymous Noise eines Besseren belehrt werden, so wie ich. Mit dieser Hoffnung habe ich mir Band 1 und 2 von Anonymous Noise besorgt. Der Manga von Ryoko Fukuyama (Monochrome Kids, Charming Junkie) zählt in Japan bisher 13 Bände und bekam in der Summer Season 2017 einen Anime spendiert, den ich jedoch nicht geschaut habe.

Anonymous Noise

Nino ist ein aufgewecktes Mädchen, das am liebsten zusammen mit ihrem Freund Momo laut singt, um ihre Sorgen auszublenden. Als Momo dann plötzlich einfach weg ist, bricht eine Welt für sie zusammen. Daraufhin trifft sie auf den Jungen Yuzu, der ihr wieder hilft zu singen. Doch auch Yuzu verschwindet bald darauf. Beide gaben ihr vor ihrem Verschwinden ein Versprechen, dass Nino immer im Herzen trägt. Auch als sie auf die Highschool kommt und wieder auf Yuzu trifft, hat sie die Hoffnung noch nicht aufgegeben, ihren Momo wiederzufinden!

Anonymous Noise

Bei diesem Manga hatte ich beim Lesen fast gar kein Vorwissen. Ich wusste, dass ein Anime erschienen war, den ich eigentlich auch gucken wollte. Allerdings hatte ich zu dem Zeitpunkt noch kein Abo bei Anime on Demand. Auch die Preview von Carlsen Manga habe ich mir vorenthalten, um den Überraschungseffekt beizubehalten. Ich wurde auch durchaus überrascht.

Zuerst kurz zum Anfang des Mangas: Ich fand es sehr erfrischend, dass Ninos Geschichte beginnt, als sie noch zur Grundschule geht. Wir haben es sehr oft in Manga, dass in Rückblicken erzählt wird, warum ein Charakter ist, wie er ist. Hier wird einfach die Vorgeschichte sofort erzählt, was ich sehr liebenswert fand (die kleine Nino ist einfach super knuffig!). So wird also im ersten Drittel des ersten Bandes erzählt, wie Nino zu ihrer seltsamen Persönlichkeit kam. Wieso seltsam? Ich denke, das wäre schon ein Spoiler. Aber man sieht ja bereits auf dem Cover den Mundschutz und die Kopfhörer, die sie trägt. Ich denke, es ist nicht zu viel verraten, wenn ich sage, dass sie so immer aussieht und das einen Grund hat. Bereits der Einblick in Ninos Kindheit ist sehr bewegend für mich gewesen. Es war wirklich herzzerreißend, was so ein kleines Kind schon durchleben musste. Und dabei ist mal keine Gewalt oder Ähnliches gemeint, sondern einfach die „kleinen“ Dinge, die für ein Kind komplett unvorhergesehen und unverständlich sind. Wenn Kinderherzen brechen, weil sie nicht verstehen, was passiert, das finde ich schon sehr schlimm.

Um aber nicht zu viel von der Geschichte vorwegzunehmen, möchte ich nun auf die Charaktere eingehen. Nino ist wie beschrieben von ihrer Kindheit geprägt. Für sie ist die Musik durch die Bindung zu ihren Kindheitsfreunden extrem wichtig, besonders zu Momo. In der Schule ist sie meistens in ihrer eigenen Welt, da sie ihre Kopfhörer nur selten abnimmt. Am lustigsten fand ich ihr Aufeinandertreffen mit einem ehemaligen Mitschüler, den sie einfach Glatzkopf nennt. Daran merkt man, dass sie sich zwar zurückgezogen hat, aber eigentlich ein freches Mädchen ist, mit dem man sicherlich viel Spaß haben kann. Übrigens zieht sie die Sache mit den Spitznamen auch super durch, was immer wieder für Auflockerung sorgt.

Anonymous Noise

Der zweite wichtige Charakter ist Yuzu. Nino trifft ihn in der Highschool wieder und freut sich natürlich riesig darüber. Yuzu scheint jedoch wenig begeistert zu sein. Er ist schnell reizbar, aber auch extrem lustig. Er läuft die ganze Zeit mit einer riesigen Tüte Milch herum (damit er schneller wächst), weil er ziemlich klein geraten ist. Natürlich würde er das niemals zugeben.

Über Momo weiß man bisher noch nicht sehr viel. Er scheint sehr griesgrämig zu sein, allerdings wird auch bereits angeschnitten, warum das so sein könnte. Außerdem will er offenbar Nino auf keinen Fall sehen.

Die Charaktere sind schon sehr skurril. Jeder hat komische Eigenarten, was sie aber sehr lustig und sympathisch macht. Mir gefällt das Charakterdesign gut, weil es wirklich abwechslungsreich ist. Es werden zwar gängige Klischees bedient, allerdings auch damit gespielt und überzogen dargestellt (wie Yuzu mit seiner Milch).

Ein wichtiger Punkt, auf den ich natürlich auch eingehen möchte, ist die Musik. Für jeden der Charaktere ist die Musik aus verschiedenen Gründen sehr wichtig. Am meisten thematisiert wird sie von Nino. Ich muss dazu sagen, dass ich vorher sehr skeptisch war, weil ich zum Beispiel gar kein Musik-Mensch bin. Ab und zu höre ich mir mal was an, aber es ist kein großer Teil meines Lebens. Trotzdem ist Nino für mich sehr gut nachvollziehbar, weil jeder im Leben etwas hat, an dem er sehr hängt. Für mich ist der Manga auch bisher ganz klar KEIN Musik-Manga. Die Musik ist den Charakteren sehr wichtig, sie wird aber eher weniger direkt behandelt. Ab und zu kommen zwar Auftritte oder eine Band wird wichtig, aber insgesamt geht es immer um Ninos Geschichte, die im Vordergrund steht. Ihr Ziel, ihren geliebten Momo endlich wiederzutreffen, ist wichtiger als alles andere. Für sie ist der Weg dahin die Musik und deshalb ist sie wichtig. Die Musik ist also eher als Hilfsmittel gedacht, Gefühle auszudrücken und jemanden zu erreichen, was ich eine sehr schöne Verwendung finde.
Um noch kurz etwas zum Zeichenstil zu sagen: Er passt. Niedlich, aber nicht zu sehr, große Gefühle ausgedrückt in großen Augen und eine Prise Verrücktheit sind genau das, was der Manga braucht und auch vom Zeichenstil bekommt. Ich finde es auch sehr gut gelöst, dass, wenn jemand singt, nur die Noten gezeichnet werden und keine Songtexte. Mich persönlich verschreckt sowas immer, weil ich dann versuche, mir den Text als Gesang vorzustellen und das funktioniert so gut wie nie.

Anonymous Noise

Mir hat der Manga sehr gut gefallen. Ich war positiv überrascht von der Thematik und ich war sehr schnell fertig mit beiden Bänden. Ich kann mir gut vorstellen, dass der Manga auch über viele Bände gut funktionieren wird, denn die Charaktere scheinen vielschichtig und haben noch Raum um sich weiterzuentwickeln. Nino ist ein lustiger und gut nachvollziehbarer Charakter. Ich bewundere ihren Kampfgeist und ihre innere Stärke sehr. Ich denke, sie hat noch eine Menge Potenzial. Entgegen meiner Befürchtung hat sich das Thema Musik nicht negativ in meiner Wahrnehmung ausgedrückt. Ich war sogar froh, dass ich mir den Anime nicht vorher angeschaut habe, denn vielleicht hätte mich der laute Gesang von Nino abgeschreckt. Bisher mag ich alle Charaktere sehr, bis auf Momo. Er ist einfach noch zu undurchsichtig und wirkt so böse. Ich hoffe darauf, dass sich das in den folgenden Bänden ändert. Außerdem wünsche ich mir, dass der Manga seine Verrücktheit beibehält, denn gerade die macht den Manga so interessant und vor allem charmant.
Deswegen bekommt der Manga von mir 8 von 10 Noten!


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Diese Rezension spiegelt lediglich die persönliche Meinung des Autors wider und nicht die von House of Animanga.

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1 Antwort

  1. Shirisu sagt:

    Das sieht sehr niedlich und interessant aus… :D
    *auf ewig lange Liste setz* x’D

    Danke für das Review <3

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