Anime Review: Recovery of an MMO Junkie

Recovery of an MMO Junkie

Ein sehr interessanter Anime, den Chrunchyroll im Programm hat. Ich war ja am Anfang sehr skeptisch. Folge 1 gefiel mir kaum, weshalb wir den Anime auch nicht im Simulcast gesehen haben. Allerdings hat Crunchyroll auf Twitter so viel Werbung für den Anime gemacht, so viel Screenshots geteilt und auch andere aus meiner Timeline haben den Anime so positiv angepriesen, dass ich ihm einfach eine Chance geben musste.

Recovery of an MMO Junkie

© 黒曜燐/comico/ススメ!ネト充プロジェクト

Moriko Morioka hat sich den Traum erfüllt: Schluss mit Arbeiten, sie wird jetzt zum NEET (Not in Education, Employment or Training, übersetzt: nicht in Ausbildung, Arbeit oder Schulung). Die gewonnene Zeit nutzt sie nun für ein bestimmtes MMORPG (Massively Multiplayer Online Role-Playing Game, übersetzt: Massen-Mehrspieler-Online-Rollenspiel). Im Spiel kann sich Moriko endlich mal nicht wie eine Frau in ihren dreißigern fühlen, sondern wie ein junger Mann. Sie startet im MMORPG als der Charakter Hayashi und lernt interessante Leute kennen.

Recovery of an MMO Junkie

© 黒曜燐/comico/ススメ!ネト充プロジェクト

    

Das Setting ist cool. Vor allem für mich, die in ihrer Jugend unzählige Stunden in MMORPGs verbracht hat. Ganze Sommerferien wo ich nichts anders gemacht habe, als mich durch virtuelle Gegner zu Mätzeln und interessante Gespräche zu führen.

Aber das und die in der Einleitung erwähnten waren nicht die einzigen Gründe, wieso ich dem Anime eine Chance geben musste. Wie viele von euch wissen gehöre ich zu den Mädels, die mit Romance Animes weniger anfangen können. Vor allem merke ich, dass ich immer mehr aus diesen Teenager-Dramen und -Romanzen rauswachse. Und hier bekommen wir mal was anderes, was erwachseneres. Eine Liebesgeschichte, die zwischen Erwachsenen spielt, zwischen Missverständnissen und vor allem: zwischen Realität und Online-Identität.

Ich war leicht geschockt, als ich erfuhr, dass Moriko einen männlichen Charaker hat. Ich persönlich spiele in allen Spielen gerne die weiblichen Figuren (weil es für die meist mehr Auswahl an Kleidung und Accessoires gibt), von daher dachte ich vom Trailer her, dass sie auch die weibliche Titelheldin im MMORPG verkörpert. Aber nein, falsch gedacht, sie spielt einen männlichen Charakter. Und dann gibt es da noch Sakurai. Er arbeitet als Angestellter bei einer großen Firma. Und er verbringt seine Freizeit in demselben MMORPG wie Moriko. Und zwar als weiblicher Charakter Lily.

Ich fand es ein bisschen schade, dass es in dem Anime mehr um die Beziehung der Charaktere untereinander ging, als um das Rollenspiel. Ich hätte gerne mehr von der Welt des Spiels gesehen. Sehr cool fand ich daher die Folge, wo es um Lootboxen ging. Hier bekommt man Folge für Folge aber eher die Gefühlswelt der Charaktere aufgetischt, das Rollenspiel wird zur Nebensache. Schlimm war das jetzt nicht, aber ich fand es schade.

Hayashi tritt recht schnell in eine Gilde ein, in der auch Lily ist. Die Gilde ist klein und Überschaubar. Man lernt sich untereinander besser kennen und spricht gegenseitig über seine Probleme. Gerade das ist für Moriko eine tolle Sache um sich auszudrücken, da sie große Probleme hat mit Menschen direkt zu Interagieren. Selbst einkaufen bereitet ihr unbehagen. Dazu kommt, dass sie zu Hause eine völlig andere Erscheinung hat als Draußen. Zu Hause hat sie ein olles T-Shirt, eine kurze Hose, ungekämmte Haare, unrasierte Beine – sowas eben. Dieses Bild möchte sie aber nicht nach draußen tragen. Das ständige schminken und hübsch machen, sowie die tägliche Konfrontation in ihrem Job hielt sie einfach nicht mehr aus. Sie hatte irgendwann genug Geld zusammen um zu kündigen und nicht mehr Arbeiten zu gehen.

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© 黒曜燐/comico/ススメ!ネト充プロジェクト

Wie gern würde ich das genauso machen, hachja. Ich könnte aber niemals so sparsam sein, da ich in meiner Freizeit auch gerne meinen Hobbys nachgehe. Hätte ich so wie sie nur das Online Gaming als Hobby wäre das vielleicht auch noch mal was anderes. Ähh, ich bin vom Thema abgekommen, Träume mal beiseite. Moriko hat sich ihren Traum zumindest erfüllt und verbringt viel Zeit in dem Rollenspiel.

Bald schon fangen aber die ersten Probleme an. Sie lernt im Real Life einen jungen Mann kennen und spricht darüber mit ihren Online Freunden. Nach und nach lernen sich die Charaktere immer besser kennen und es kommt sogar raus, dass Moriko den ein oder anderen aus der Gilde auch schon mal im Real Life getroffen hat. Mehr möchte ich dazu aber nicht verraten, da es Spaß macht dies im Anime selbst heraus zu finden.

Kritikpunkte diesbezüglich habe ich aber dennoch. Ich weiß nicht, ob die Menschen, die hinter dem Anime saßen selbst auch MMORPGs gezockt haben. Allerdings ist es äußerst unwahrscheinlich, bei einem riesen großen Spiel mit mehreren Servern, dass man sogar in seiner eigenen Gilde auf Leute trifft, die in der Nähe wohnen. Das ist schon ein großer Zufall und etwas unrealistisch. Dasselbe bei dem Punkt im Anime, wo rauskommt, dass sich zwei Leute aus der Gilde schon von einem früheren MMORPG kennen.

Ebenso ist es unfassbar unrealistisch, dass Moriko in ihrem Job schon mit einem Arbeitskollegen der anderen Charaktere zu tun hatte. Ich kenn mich mit Wahrscheinlichkeitsrechnung nicht aus, aber Japan hat so unfassbar viele Menschen, wie soll sowas alles überhaupt möglich sein. Das geht eben nur auf dem Papier und in der Fantasie, wodurch der Anime aber an Glaubhaftigkeit einbüßen muss.

Das fand ich deshalb so schade, da der Anime an sich wirklich toll ist. Die Charaktere sind allesamt sehr liebevoll gestaltet und man muss sie einfach gern haben. Besonders Moriko ist mir so ans Herz gewachsen, dass ich wirklich traurig war, dass der Anime schon nach 10 Folgen vorbei war. Für jene, die nicht genug von dem Anime bekommen können gibt es aber abgesehen von den Folgen noch eine OVA und ein Behind the Scenes. Dafür hatte ich bisher leider noch keine Zeit gefunden, wird aber noch geguckt.

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© 黒曜燐/comico/ススメ!ネト充プロジェクト

Bis auf meine Kritikpunkte zum Thema Glaubwürdigkeit und dem zu geringen MMORPG-Anteil ist der Anime wirklich toll. In Folge eins habe ich das noch nicht gemerkt, letzendlich bin ich aber sehr froh, dass ich dem Anime noch eine Chance gegeben habe. Die Charaktere sind allesamt echt toll dargestellt und die Zeichnungen und Animationen in dem Anime sind wunderschön. Auch das Opening und Ending gefiel mir sehr gut und haben den Anime wunderbar abgerundet. Eine tolle Liebesgeschichte zwischen Realität und dem “Online-Ich”.

Wer etwas gegen MMORPGs hat, kann sich den Anime dennoch relativ problemlos anschauen, es geht wirklich nur sehr wenig um das eigentliche Spiel, sondern vielmehr um die Charaktere. Sie sind zwar oft im Spiel, reden aber eher miteinander an einem Tisch oder auf einem Baum. Ich, die den Anime hauptsächlich wegen dem MMORPG-Askept überhaupt angefangen hatte war davon etwas enttäuscht, trotzdem habe ich aber eine tolle Geschichte als Entschädigung bekommen. Von mir bekommt der Anime eine gute Bewertung von 7 von 10 Gegenständen im Inventar.

Eure


Crunchyroll

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1 Antwort

  1. Shirisu sagt:

    Das sieht total niedlich aus und alles – den guck ich mir vielleicht auch mal an.. :D
    Thematisch ja auch voll mein Ding eigentlich, hihi ^^

    Danke für’s Review <3

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