Spiel Review: Valkyria Revolution

Valkyria Revolution

Vor knapp 10 Jahren bin ich zuhause ausgezogen. Damals hatte ich mir im Frühjahr 2008 die PS3 zusammen mit Assassin´s Creed zugelegt. Kurz darauf machte auch mein TV schlapp und wurde ersetzt. Ungefähr zur selben Zeit wurde Valkyria Chronicle hierzulande veröffentlicht. Von der ersten Sekunde an, verliebte ich mich in dieses grandiose Spiel mit der ungewöhnlichen Mechanik.

Als einige Jahre der 2. Teil nur für die PSP erschien, war ich etwas traurig. Leider war auch das Spiel deutlich schlechter als der Vorgänger. Der dritte Teil der Reihe bekam sogar eine äußerst coole OVA Serie spendiert die mein Interesse erneut entfachte. Leider wurde das Spiel hier nie veröffentlicht.

Nachdem jetzt einige Jahre Ruhe um die Reihe eingekehrt war erschien im Frühjahr 2016 das Remake vom 1. Teil für die PS4 heraus. Erneut konnte man in die faszinierende Welt eintauchen und SEGA sah Potential im Franchise. Sodass schon im Juni 2017 hierzulande das Spin-off Valkyria Revolution erschien.

Das Spiel, welches das sehr beliebte strategische Kampfsystem komplett über Bord warf und es mit einem Echtzeit Kampfsystem ersetzte, wurde sowohl von Kritikern wie auch von Fans gemischt aufgenommen. Dank der freundlichen Unterstützung von Koch Media war ich nun auch in der Lage das Spiel zu testen und präsentiere euch hiermit meine Review dazu, viel Spaß!

Valkyria Revolution

Vor vielen Jahren herrschte Krieg in Europa. Angezettelt von 5 Verrätern hatte das kleine Land Jutland den Titanen Ruzi besiegt und gedemütigt. Ein junger Student führt Forschungen über die Hintergründe des Krieges und der Verräter durch. Als er von seiner Lehrerin den Hinweis bekommt, das nicht alles Wahr ist, was in den Geschichtsbüchern steht. Sie erzählt ihm die „wahre Geschichte“ die von ihrer Ur-Ur-Oma von Generation zu Generation in der Familie übertragen wird:

Das kleine osteuropäische Land Jutland leidet unter dem Embargo der großen Supermächte. Das benachbarte Ruzi Empire bildet gerade hier die größte Gefahr für das kleine Land. Nachdem es sich nach und nach komplett Ost-Europa einverleibt hat, plant es Jutland wirtschaftlich in den Ruin zu treiben um es ein zu verleiben.

Bei der Eroberung von Moldar, welches einst Teil von Jutland war, mussten viele Unschuldige mit ihrem Leben bezahlen. Unter den Opfern war auch ein Waisenhaus, welches komplett herunter gebrannt wurde. Lediglich 5 Waisen und die zuständige Schwester Marie überlebten den Angriff. Als der Imperator dann auch noch Marie entführte blieben die Waisen verloren zurück und schworen bittere Rache

Jahre später, haben die 5 Kinder von einst wichtige Positionen in Jutland eingenommen und konspirieren zusammen. Das Ziel ihrer Verschwörung ist der Krieg gegen Ruzi, der ihnen letztendlich ihre Rache servieren soll. Unter dem Banner der Befreiung von der Tyrannei Ruzi´s tritt das kleine Jutland dem Monster entgegen und der blutige Pfad der Rache beginnt.

Valkyria Revolution

   

Da ich mich relativ wenig an der Meinung anderer orientiere und mir lieber selbst eine Meinung bilde, war ich trotz der gemixten Bewertungen durchaus gespannt auf das Spiel. Und gerade was die Story Seite angeht, wurde ich keines wegs Enttäuscht. Eine gute Rache Story gehört zu den besten Geschichten die es gibt. Diese hier gehört zum interessanten oberen Mittelmaß. Was durchaus kompliziert wäre, wenn dem nicht so wäre.

Schließlich besteht das Spiel zu gut 70% aus Stoy. Was ja nichts Ungewöhnliches für die Reihe ist. Denn auch schon Valkyria Chronicle(VC) hatte in der Story Partition geglänzt und die Kämpfe in den Hintergrund geschoben. Der Unterschied ist hier aber vor allem die Erzählform. Wählte man bei VC noch die Zeitungsartikel aus und bekam daraufhin die Szene gezeigt, verhält es sich bei VR flüssiger.

Hier reihen sich die Sequenzen aneinander und werden dann sporadisch entweder von Richelle der Erzählerin unterbrochen oder aber man landet als Amleth im Stadt-Hub. Das finde ich eigentlich etwas Schade, da mir die Art des Storytelling bei VC sehr gefallen hat. Auch hier haben wir ein Geschichtsbuch, bei dem wir „Artikel“ auswählen können um bereits gesehene Szenen erneut an zu sehen. Hin und wieder kommen hier dann noch ergänzende Szenen hinzu, die nicht automatisch abgespielt werden.

Gerade gegen Ende, muss ich aber sagen, das mich das „rausspringen“ zu Richelle genervt hat. Wenn ich raus komme und eine zusätzliche Szene oder so frei geschaltet bekomme, dann macht das ja durchaus Sinn. Aber je weiter das Spiel fort schritt, desto häufiger bin ich „raus geflogen“ ohne etwas dafür zu bekommen. Das hat irgendwie die Immersion gestört.

Valkyria Revolution

Dafür wird uns aber eine relativ Spannende Story geliefert, die sich mehr als nur einmal beim ersten Teil der Reihe bedient hat. Es gibt zwar dieses mal keine Darksen, die das Ziel von Rassismus wäre, das wäre hier aber auch unpassend. Dafür wird eine Story Wendung kopiert, die wohl ähnlich fruchten sollte wie im ersten Teil, hier aber unnötig und erzwungen wirkte…

Neben der Story liegt der Hauptfokus natürlich auch auf dem Kampfmodus. Die Schlachtfelder die man jetzt nicht mehr strategisch rundenbasiert sondern in Echtzeit bewandert. Grundsätzlich finde ich das Kampfsystem eigentlich ganz okay. Ich bevorzuge zwar auch jenes aus den ersten 3 Teilen der Reihe aber sooo schlimm ist das aktuelle gar nicht.

Ich verstehe zwar das Gemecker darüber, dass die Aktivitätsleiste sich nach der Moral richtet. Somit kann es gerade am Anfang der  Kämpfe echt nervig sein, vor einem Gegner zu stehen und einfach mal nichts machen zu können. Is natürlich umso ätzender, wenn man dann ins leere schlägt und dem Trommelfeuer ausgesetzt ist. Je weiter der Kampf aber fort schreitet umso schneller kann man Angreifen. Bis zu dem Moment, wo auch die Angriffe durchgängig sind.

Die Einführung von Magie und Fähigkeiten ist auch ein wirklich guter Zusatz. So hat man neben dem „normalen“ Schlagen, Schießen und Granaten-Feuer noch eine weitere Option Schaden zu machen. Ähnlich einem FF VII muss man diese Magie und Fähigkeiten ausrüsten und hat auch hier nur einen begrenzten Platz zur Verfügung.

Valkyria Revolution

Soviel zumindest zu den Sachen die mir gefallen haben/die ich ganz interessant fand. Es gab natürlich auch Sachen die mich gestört haben. Allen vorweg die Charaktermodelle. Scheinbar trägt jeder in diesem Universum Lack & Leder, denn absolut alle Klamotten glänzen immer. Das sah teilweise sooo unglaublich dämlich aus.

Noch schlimmer als der Lack-Look waren aber teilweise die Gesichtsanimationen. Wenn unser Hauptcharakter und Grummelbär Amleth gesprochen hat, hat mich das ganze an das Niveau Augsburger Puppenkiste erinnert. Ich konnte teilweise nicht mal hin gucken wie dämlich der Mund nur hoch und runter geklappt ist. Bei ihm war es besonders schlimm, aber auch der Rest war da nicht viel besser…

Dann wäre da ebenfalls noch ein Punktabzug bei der Optik beim Thema Oberweite. Was bei der Prinzessin Orphelia ja noch gut aussieht, ist bei ihrem Valkyrischen Counterpart purer Augenkrebs. Ich bin ja selbst jemand, der große Oberweiten bevorzugt, wenn aber die Dinger gefühlt doppelt so groß sind wie der eigene Kopf, kann man da nicht mehr von schön reden. Wer trifft bitte solche Design Entscheidungen?

Ebenfalls wäre da noch das einzige Mädel im Bunde der 5 Verräter zu nennen, Violet. Sie ist eine Spionin, die mit ihrem Aussehen die feindlichen Soldaten betören soll. Um das um zu setzen, hat sie natürlich den Ausschnitt des Todes. Aber ganz ehrlich, manchmal ist weniger einfach mehr. Ich hoffe doch, das sie für den angekündigten 4. Teil der Reihe hier nicht so ausfallend werden.

Valkyria Revolution

Neben der Optik, habe ich natürlich auch noch einen Kritikpunkt an das Spiel selbst. Oder um genau zu sein, an die Schwierigkeit. Das Spiel besteht aus Prolog + 10 Kapitel + Final-Kapitel. Während die Kapitel 1-10 nahezu lächerlich einfach sind (also auf dem normalen Schwierigkeitsgrad), kommt es zu einem massiven Anstieg beim letzten Kapitel.

Die vorgegebene Level-Empfehlung für Kapitel 10 ist Level 48. Die einzige Story-Mission für das Finale Kapitel ist Level 60. Ich war am Ende von Kapitel 10 Level 49. Also habe ich mich dennoch guter Dinge an die letzte Mission gewagt. Während der erste Kampf human war und nicht allzu schwer, war ich ca. 50 beim 2. Teil der Mission. Eine Mission die alleine schon mindestens 1 Stunde in Anspruch nimmt, bevor man den Boss-Gegner sieht.

Nachdem ich also ca. 45 Minuten auf den Gegner ein gekloppt habe und alle Ressourcen aufgebraucht habe, hat mich der Gegner chancenlos weg geballert und ich war super frustriert.  Auch das „Leveln“ gestaltete sich als eher schwierig. Denn ich brauchte alleine schon 2-3 Kämpfe pro Level up und wenn man frustriert ist, macht das nicht allzu viel Spaß.

Als ich gestern dann auf die Idee kam, zu überprüfen ob ich das Spiel den auch auf „Leicht“ schalten kann. Wer hätte es gedacht, es geht natürlich. Auf leicht waren dann sowohl die Mission wie auch der Boss lächerlich. Innerhalb von 35 Minuten war ich durch. Auch der Finale Kampf gestaltete sich auf einfach als ein Witz. Das Balancing ist also gerade am Ende herausragend mies.

Es wird viel gemeckert über das Spiel und ganz glücklich bin ich damit auch nicht. Andererseits weiß das Spiel aber durch eine gute Story und coole Charaktere hervorragend zu unterhalten. Wenn vielleicht kein Valkyria darauf stehen würde, wäre es vielleicht ganz anders aufgenommen worden… So konnte es den Erwartungen aber leider nicht gerecht werden. Schade eigentlich.

Wer also Lust auf ne gut erzählte Story hat, wird mit diesem Spiel das man mittlerweile auch zu einem guten Preis bekommt, zugreifen. Empfehlenswert ist es auf jeden Fall, wobei man es aber nicht an Valkyria Chronicle messen sollte. Als Storylastiges Action-RPG ist es stabiles oberes Mittelfeld. Von mir bekommt das Spiel 7 von 10 Befreiungskriege.

Euer


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