Serien Review: Star Trek – Discovery Staffel 1

Als nerdiges Kind mit einem zerrüttetem Elternhaus verbringt man viel Zeit vor dem Fernseher. Zumindest bei mir war das so. Somit habe ich ein breites „Fachwissen“ über so allerhand Serien. Die einen mochte ich lieber, die anderen weniger. Obwohl ich die Welt von Star Wars immer bevorzugte, war ich ein großer Fan von „Star Trek: Next Generation“ – oder wie es bei uns hieß „Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert“.

Die erste Serie rund um Kirk und Spok waren mir damals schon viel zu altbacken. Die Abenteuer der Crew von Jean-Luc Picard und William Thomas Riker waren super Spannend und ich freute mich auf jede neue Folge. Auch wenn ich damals noch nicht so recht die Sache mit Kontinuität und so verstand. Auch die Abenteuer der Voyager gefielen mir, wenn auch ich da lediglich vereinzelte Folgen gesehen habe.

Danach sieht es relativ schwarz aus, was mein Wissen des Universums angeht. Ein Fokus lenkte weiter in Richtung Star Wars und andere Medien wie Babylon 5 und Firefly. Auch mein Interesse an den neuen Filmen hielt sich eher in Grenzen, sodass ich(/wir) sie erst kurz vor Release des 3. Filmes aufholten. Als kurz darauf mit Discovery eine neue Serie angekündigt wurde, die hierzulande auch noch im Simulcast auf Netflix gezeigt wurde, war ich unglaublich gespannt. Diese Woche lief nun leider schon die letzte Folge der ersten Staffel und somit präsentieren wir euch heute unsere Meinung dazu.

Unter dem Kommando von Captain Philippa Georgiou ist die USS Shenzhou der Sternenflotte, auf Forschungsmission am äußeren Rand des bekannten Universums unterwegs. Ihr zur Seite stehen die beiden Offiziere Saru und Michael Burnam. Saru ist ein Kelpianer, eine Spezies die ein sehr gutes Gespür für Gefahren hat. Michael wiederum ist ein „normaler“ Mensch, allerdings genießt sie die große Ehre, der erste Mensch zu sein, der eine Vulkanische Ausbildung genießen durfte.

Als sie auf ein unbekanntes Objekt treffen, welches sich als Klingonisches Artefakt herausstellt, überschlagen sich plötzlich die Ereignisse. Denn neben dem Artefakt taucht plötzlich ein Klingonischer Kreuzer auf und da die diplomatischen Beziehungen in letzter Zeit sehr angespannt sind, gilt es nun einen Zwischenfall zu vermeiden. Durch eine Fehleinschätzung von Michael, meutert sie und reißt die Kontrolle der Shenzhou an sich.

Von dem Wunsch nach Rache getrieben, vernichtet sie das Schiff des Propheten und stürzt die Sternen-Flotte in den Krieg. Die Shenzhou und Captain Philippa bezahlen mit ihrem Leben und Michael wird als Meuterin denunziert. Als bei ihrer Überführung die Klingonen den Transporter angreifen, überlebt sie nur durch pures Glück und wird von der Discovery, einem streng geheimen Projekt der Sternen-flotte, aufgelesen. Dort findet sie unter der Führung von Captain Gabriel Lorca eine neue Beschäftigung als Spezialist in der Wissenschaftsabteilung.

Doch die Discovery birgt mehr als nur ein Geheimnis, dass entdeckt werden will. Wird Michael es schaffen ihren schlechten Ruf rein zu waschen und den Krieg mit den Klingonen zu beenden?

   

Gerade zu Beginn habe ich im Internet sehr viel Negatives zur Serie gelesen, dass ich selbst so gar nicht nachvollziehen konnte. Vielleicht liegt es daran, dass ich keine großen Erwartungen an die Serie hatte? Oder aber dass ich (bis auf die neuen Filme) seit Jahren keinen Kontakt mehr zu dem Franchise hatte? Möglich wäre aber auch, dass ich die Serie als eigenständig erachte und sie nicht an mir bekannten Serie messe. So haben wir im Oktober(?) die erste Folge gesehen und blieben dann auch jede Woche fleißig dran. Denn die Story wusste mich zu begeistern.

Ich finde es vorweg schon mal unheimlich interessant, dass wir keineswegs einen Kapitän in der Hauptrolle haben. Klar mit Gabriel haben wir durchaus einen Kapitän in Hauptrolle, doch dieser fungierte von Anfang an, mit all seinen Geheimnissen schon etwas in der Antagonisten Rolle. Man war sich nie so recht sicher, ob seine Handlungen zum Allgemeinwohl oder aber zum Eigenwohl dienten.

Das war umso fataler, da die Rolle an sich unglaublich charismatisch inszeniert wurde und er mehr als einmal bereit war sich „heldenhaft“ auf zu opfern. Aber nicht nur Lorca machte als Charakter einen unglaublich guten Job. Auch die vielen Haupt-Nebencharaktere wie Saru, Sylvia Tilly und Paul Stamets waren super dargestellt und boten ein hervorragenden Unterhaltungswert.

Lediglich bei Michal Burnam hatte ich etwas aus zu setzen. An Stellen an denen der kühl kalkulierte vulkanische Verstand angebracht wäre, ist sie unglaublich emotional. Selbes gilt aber leider auch im Umkehrschluss. Denn an Stellen an denen Emotionalität gefragt gewesen wäre, ließ sie den Vulkanier raus hängen. Das könnte zwar auch an der Schauspielerin liegen, da sie in meinen Augen bei „The Walking Dead“ das gleiche Problem hatte. Vielleicht liegt es aber auch an mir und meiner Auffassung? Ich wünsche mir hier doch etwas mehr Kontinuität in der 2. Staffel.

Der Große „Held“ der Serie war aber eindeutig das Schiff. Die Discovery ist mit ihrem Sporen-Antrieb mit einer unglaublichen Technik ausgestattet die zu einem unglaublichen guten Plottwist geführt hat, der mir absolut gefallen hat. Leider kann die Serie dieses Manöver nicht großartig wiederholen, aber so wusste immerhin die erste Staffel mich zu faszinieren.

Vom Aufbau und Pacing der Story her, kann ich die Serie auch nur Loben. Ein gelungener Mix aus Action und Abenteuer brachten einiges an Abwechslung in die Serie und ließen den Wunsch auf mehr Woche um Woche wachsen. Das Ende bot mit einer kleinen Hommage dann wenigstens auch noch genug Material zum Schmunzeln.  Jetzt bin ich ehrlich gesagt etwas traurig, dass die erste Staffel bereits ihr Ende gefunden hat und ich so lange auf die nächste Staffel warten muss…

Meiner Meinung nach ist Star Trek Discovery eine richtig gute Serie, die mit ihrer Story absolut zu unterhalten weiß. Die Darstellung der gezeigten Welten ist wunderschön und auch der Geist der J.J. Abrahams Filme ist durchaus zu spüren. Lediglich das Design der Klingonen ist… gewöhnungsbedürftig. Wem also das Filmreboot gefallen hat, der wird auch bei dieser Serie bestens unterhalten werden.

Ich denke das sie sowohl für Neueinsteiger wie auch für Veteranen durchaus sehenswert ist. Vor allem der neue Status Quo der uns mit der 2. Staffel erwartet wird interessant. Ich kann die 2. Staffel also kaum erwarten und freue mich auf die neuen Abenteuer der Discovery.

Euer

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3 Antworten

  1. wsnhelios sagt:

    Dem kann ich nur teilweise zustimmen. Die erste Staffelhälfte hat mir als Serie echt gut gefallen, da sind richtig interessante Dinge aufgebaut worden. Die zweite Hälfte war hingegen extrem schlecht und hat mir die gesamte Serie vermiest.
    https://meinekritiken.com/2018/02/17/serie-star-trek-discovery-staffel-1-zweite-haelfte/

  2. Mellando sagt:

    Ich könnte nun einen ellen langen Nitpicking-Komentar verfassen welche Kleinigkeiten mir alle die Serie verleidet haben, aber um das ganze lesbar zu belassen beschrenke ich mich darauf, zu sagen das ich mir so wie die Serie aufgebaut ist und mit den ganzen Technischen-Spielereien (Interaktive Holo-Kommunikation 10 Jahre vor der Handlung von TOS und so) mir gewünscht hätte das sie NACH TNG, VOY und DS9 spielt
    Hinzu kommt, das ich bis auf Tlly, Saru und Stamets alle Charaktere unsympathisch fand (wobei das in Lorcas Fall etwas positives ist)
    Bei Burnam kam jedoch noch hinzu, das ich sie schlicht langweilig fand von den Problemen du du beschrieben hast ganz zu schweigen.
    Da du nicht gesagt hast was der Gr0ße Twist war, kann cxh nachfolgend nur andeuten, das die Mache mMn die Serie innerhalb dieses Twistes Perfekt hätten beenden können (ich denke du weißt was ich meine) damit wären viele der kleinen Problem die ich mit der Serie hatte aus dem Universum gewesen.

    • Fuma sagt:

      Hey, erstmal freut es mich das du dir dennoch so viel Mühe gemacht hast, zu kommentieren ;) Wie oben geschrieben bin und war ich nie der Größte Star Trek Fan. Das mit der technischen Seite kann ich durchaus verstehen, allerdings fand ich es grundsätzlich nicht sooo störend. Schließlich muss man die Serie ein wenig den Modernen Standards anpassen. Denn solche Serien müssen auch Leute außerhalb des “Kerns” ansprechen und wie viele “Kids” (bzw. junge Erwachsene) von heute würden sich eine Sciencefiction Serie ansehen deren technische Entwicklung so … naja “Old School” ist?
      Was den Ausgang der Serie und den Plot Twist angeht, hoffe ich doch, (obwohl ich oben gegenteiliges geschriebene habe) dass sie es doch noch mal nutzen können. Aber hier sieht man wohl wieder den Unterschied zwischen Fan und “Normalo” also was weiß ich schon xD
      Das neue Design der Klngonen hat mir aber auch nicht sonderlich gefallen…^^”

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