Manga Review: Blue Spring Ride

Blue Spring Ride

 Achtung, achtung. Es folgt ein Liebesbrief. Ich habe in meinem Leben schon so viele Shoujo Mangas gelesen. Aber dieser… dieser übertrifft alle. An die Spitze meiner Manga Topliste schafft er es leider nicht, jedoch ohne Probleme an die Spitze meiner Shoujo Topliste. Ich wurde noch nie in eine Geschichte so eingesogen wie hier. Ich habe so starke Gefühle beim Lesen entwickelt. Ich fühle zwar oft mit Anime und Manga wenn ich sie konsumiere, aber ich bin sicher, dass es noch nie so schlimm war. Drei Tage habe ich für die Manga gebraucht und hätte ich alle auf einen Schlag da gehabt, hätte ich sie bestimmt auch an einem Tag durchlesen können. Und ich bereue NICHTS. Ich gebe mein Bestes euch zu erklären, wieso man diesen Manga unbedingt lesen sollte, wenn man Romance Geschichten mag.

© 2011 Io Sakisaka, Shuueisha Inc.

Menschen verändern sich über die Jahre. Besonders, wenn man jung ist. Das musste Futaba auf schmerzhafte Art und Weise lernen. In der Mittelschule war sie mit Kou in einer Klasse. Sie hat sich in ihn verliebt. An dem Abend, an dem sich die beiden verabredet haben, kam Kou jedoch nicht. Er ist spurlos verschwunden und seitdem auch nicht mehr in der Schule aufgetaucht, ohne Futaba zu informieren. Trotz des gebrochenen Herzens lebt sie ihr Leben weiter.

Einige Zeit ist vergangen. Futaba ist mittlerweile in der Oberschule. Eines Tages sieht sie in der Schule jemanden, der genauso aussieht wie Kou, jedenfalls denkt sie das. Jedoch hat der Junge einen anderen Nachnamen… spielen Futabas Gefühle ihr hier einen Streich oder ist das wirklich Kou? Und wenn er es ist – hat er sich ebenfalls verändert, so wie sie?

© 2011 Io Sakisaka, Shuueisha Inc.

    

Ich hatte sehr hohe Erwartungen an den Manga. Das liegt vor allem daran, dass ich schon von sehr vielen gehört habe, dass der Manga einfach wunderschön ist. Bisher habe ich auch von niemandem gehört, dasss er die Story bzw. den Manga nicht mochte. Geglaubt habe ich es zwar nicht, dennoch war die Erwartungshaltung entsprechend hoch. Und der Manga hat sämtliche Erwartungen von mir um ein vielfaches übertroffen. Nachdem ich letzten Monat ja auch Koko Debut gelesen habe und sehr begeistert davon war, dachte ich eigentlich eh, das übertrifft keiner. Wie falsch ich doch lag. Im Gegensatz zu der Geschichte von Futaba und Kou können Haruna und Yoh einpacken.

Beide Manga liefen im Magazin “Bessatsu Margaret”. Blue Spring Ride hat es jedoch weiter gebracht als Koko Debut. Der Manga umfasst 13 Bände, insgesamt sind es 53 Kapitel. Der Manga wurde auch als Anime adaptiert. Dabei sind es 12 Folgen und 2 OVA Folgen geworden. Vom Anime habe ich bisher nur eine Folge gesehen, die restlichen möchte ich aber auf jeden Fall noch nachholen. Ich bin dennoch froh, dass ich meine erste richtige Erfahrung mit dem Manga gemacht habe. Aber die Umsetzung zum Anime ist nicht die einzige Adaption. Es ist auch ein Live Action Drama Movie veröffentlicht worden, sowie ein Roman der insgesamt sechs Bände umfasst.

Nun zu der Frage, wieso mich dieser Manga so verzaubert hat. Futaba ist eine wirklich wundervolle Protagonistin. Ihr zu folgen und sie zu beobachten war mein Highlight in dem Manga. Ich weiß nicht, ob es euch auch manchmal so geht, aber für manche Charakter entwickelt man durchaus Gefühle. Das passiert einfach und wundert mich nicht. Das zeigt jedoch auch, wie gut es der Mangaka geschafft, seine Vision zu Papier zu bringen. Bei mir uns Futaba war es definitiv Liebe auf den ersten Blick. Selbiges mit Kou. Es hat mich richtig glücklich gemacht die Geschichte der beiden zu erfahren. Sie ist voller Missverständnisse, voller falscher Reaktionen, reue, Tränen. Aber genauso auch voller positiver Gefühle, Zufriedenheit und Liebee. Für mich war es definitiv ein Abenteuer den beiden zuzusehen.

Der erste Band wusste mich schon zu überzeugen. Man erfährt zu Beginn sehr viel über Futaba. Sie ist von Anfang an wie ein offenes Buch. Kou ist da schon ganz anders, er wirkt zu Beginn eher wie ein Brief mit sieben Siegeln. Und man will diesen Brief am liebsten sofort aufreißen und den Inhalt verschlingen. So einfach macht es einem die Mangaka jedoch nicht. Und dieses ganze Konstrukt hat so eine Anziehung gehabt, dass ich einfach nicht aufhören konnte zu lesen. So schlimm war das bei mir noch nie und ich bin sehr anfällig dafür, in eine Geschichte hineingesogen zu werden.

Die Mangaka hat es aber nicht nur geschafft zwei wundervolle Hauptcharaktere zu erschaffen. Sie hat ebenso ihr Händchen für wundervolle Nebencharaktere bewiesen. Hier darf man hauptnah dabei sein, wie die Charaktere nach und nach zusammenfinden. Man hat richtig gespührt, wie die Gruppe durch diese und jene Situation zueinander gefunden hat, auf ganz natürlichem Wege. Jeder in der Gruppe unterstützt sich und sie stehen hintereinander. Es war einfach wundervoll dabei zu sein. Die Mangaka hat was das angeht alles richtig gemacht.

Übrigens hat die Mangaka Gefühle in mir geweckt, von denen ich nicht mal selbst wusste, dass sie noch da sind. Ich hatte beim Lesen richtig schlimmen Liebeskummer. Es wäre ja zuu einfach, wenn sich die Charaktere einfach so ihre Liebe gestehen, wenn sie nicht mal selbst verstehen, was sie eigentlich fühlen. Oder es gar leugnen. Für viele ist das einfach ein Prozess des Erwachsenwerdens. Beim Lesen schwebt man also nicht nur auf Wolke 7, es ist genauso auch viel negatives vorhanden. Ich finde, man kann das am allerbesten mit Yin und Yang beschreiben. Es wäre ja irgendwie auch langweilig, wenn alles gut und ohne Komplikationen läuft. Stattdessen bekommen wir hier die geballte Ladung Gefühle aufgetischt. Kummer und Freude liegen nah beieinander. Und ich war so überrascht, dass die Mangaka genau diese Gefühle sowohl in den Charakteren, als auch in mir auslösen konnte.

Es ist, als wäre ich dabei gewesen. Wenn Futaba geweint hat, stiegen in mir ebenfalls die Tränen auf. Wenn sie glücklich war, musste ich unwillkührlich lächeln. Wenn sie Herzklopfen hatte, schlug mein Herz ebenfalls bis zum Halse. Es war eine absolut krasse Gefühlachterbahn die ich hier erleben durfte und ich möchte, dass noch so viel mehr Menschen diese Gefühle ebenfalls erleben. Daher kann ich euch wirklich nur wärmstens ans Herz legen – wenn ihr Lust auf eine Liebesgeschichte habt – nehmt diese! Ihr werdet verzaubert. Wenn euch das noch nicht gereicht hat, erzähle ich euch kurz noch etwas über den Manga selbst.

Wie bereits in der Storybeschreibung erwähnt kennen sich Futaba und Kou seit der Mittelschule. Jedoch war die “gemeinsame” Zeit nur sehr kurz. Recht schnell hat Kou die Schule verlassen, ohne Futaba Bescheid zu sagen. Sie wäre jedoch nicht Futaba, wenn sie sich dadurch unterkriegen lassen würde. Als sie in die Oberschule kam, hat sie sich fest vorgenommen ihr komplettes Image zu ändern. In der Mittelschule hatte sie nämlich ein ganz entscheidendes Problem: Sie ist zierlich und wunderschön, was auch dank ihrer Art unweigerlich dazu führte, dass sie vielen Jungs ins Auge gesprungen ist. Den anderen Mädchen hat das jedoch gar nicht gepasst und dafür musste Futaba büßen. Sie konnte deshalb in der Mittelschule keinen Anschluss finden und als Kou dann auch noch verschwand zog es ihr den Boden unter den Füßen weg.

In der Oberschule darf das nicht passieren dachte sie. Deshalb hat sie sich vorgenommen, sich möglichst wenig Mädchenhaft zu präsentieren. Stattdessen gewöhnte sie sich an, auf Jungs möglichst abstoßend zu wirken. Sie zeigte ihre Tollpatschigkeit offen, trug kein Make Up mehr und begann sehr viel zu Essen. Der gewünschte Effekt traf ein: die Jungs interessierten sich nicht für sie. Sie hatten eher ein Auge auf die “mädchenhaften” Damen in der Klasse geworfen. Dadurch kam Futaba in den Genuss von Freundschaft… dachte sie anfangs zumindest. Sie hatte zwar zwei Mädchen gefunden mit denen sie Zeit verbracht hat, jedoch merkte sie selbst nicht, dass es keine echte Freundschaft war. Vor allem deshalb nicht, weil Futaba sich absichtlich verstellte, statt sich offen zu präsentieren. Als Kou wieder in ihr Leben trat änderte sich dies jedoch. Er öffnete ihr die Augen. Und machte ihr im gleichen Zuge klar, dass er nicht mehr der Junge von damals ist. Vieles hat sich geändert. Er hat sich geändert. Sie hat sich geändert. Daher sind für ihn die Gefühle von damals irrelevant und auch Futaba merkte schnell, dass der Kou, in den sie sich verliebt hatte, nicht mehr da ist.

Das ist grob das, was im ersten Band zu Beginn passiert. Allein da konnte ich mich schon sehr gut mit Futaba identifizieren. Obwohl ich schon einige Jahre aus der Schule raus bin, hat es Futaba geschafft, mich wieder wie ein Schulmädchen zu fühlen. Und in diesem Alter ist es nunmal oft so, dass man sich selbst noch nicht richtig gefunden hat. Da verstellt man sich eben lieber und ist Teil einer Gruppe, statt seine wahre Meinung zu präsentieren und zu riskieren, alleine zu sein. Was das anging konnte ich richtig gut mit ihr mitfühlen. Ich bewundere zwar Menschen, die diese Schwäche nicht besitzen, jedoch wusste ich eben genau, wie Futaba sich fühlt. Und das war nicht das einzige mal im laufe der Geschichte, dass ich mit Futaba sehr gut mitfühlen konnte oder gar mich in ihren Situationen gesehen habe. Es war wundervoll sie auf ihrem Weg zu begleiten. Zu sehen, wie sie an Herausforderungen wächst, statt sich von Fehlschlägen unterkriegen zu lassen. Futaba ist mein Spirit Animal geworden und ich nehme sie mir zum Vorbild, um als Person zu wachsen und zu dem Menschen zu werden, der ich sein möchte. So hat sie es auch gemacht. Sie hat sich getraut Dinge zu tun, die sie sich eigentlich nicht getraut hat und ist daran immer mehr gewachsen.

© 2011 Io Sakisaka, Shuueisha Inc.

Ich danke der Mangaka Io Sakisaka, dass sie diese Nostalgie in mir erweckt hat, mich damit jedoch auch nicht alleine ließ. Und wie gesagt fand ich nicht nur die Geschichte zwischen Futaba und Kou interessant und spannend, sondern auch die der Nebencharaktere. Es war eine richtig tolle Mischung. Es gab in dem Manga aber genauso auch Charaktere, die ich von ganzem Herzen hassen gelernt habe. Das gehört nunmal dazu und um solche Gefühle wecken zu können braucht es auch einiges. Ich bin unheimlich dankbar und froh über diese Erfahrung. Und es wird garantiert nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich den Manga gelesen habe. Während ich diese Review schreibe, höre ich den Soundtrack von Blue Spring Ride. Er ist wirklich wunderschön und bestärkt mich in dem Wunsch, auch die weiteren Adaptionen von Blue Spring Ride konsumieren zu wollen. Ich bin unendlich traurig darüber, dass es der Anime noch nicht nach Deutschland geschafft hat. Ich verstehe es auch nicht, weil der Anime garantiert in Deutschland gut angenommen werden würde.

Nun habe ich schon so viele Worte geschrieben, jedoch kaum ein negatives. Das hat auch seinen Grund. Für mich ist dieser Manga einfach das, was man als Meisterwerk beschreiben kann. Hier st die komplette Gefühlspalette drin untergebracht und das hin zu bekommen, ist eine Gabe die nur wenige Mangaka oder gar Autoren hinbekommen. Selbstverständlich gibt es hier und da Punkte, die ich in dem Manga gerne anders gesehen hätte. Aber sowohl die positiven Punkte, wie auch die negativen, haben die Geschichte zu dem gemacht, was sie letzendlich war. Es war nicht zu lang und nicht zu kurz. Das Ende ist passend. Die Charaktere sind wundervoll. Ich bin begeistert. Ich hoffe, trotz fangirling konnte ich euch die verschiedenen Seiten an Blue Spring Ride nahebringen und hoffe auch, dass ich dem ein oder anderen das Werk etwas näher bringen konnte. Kurzum möchte ich nur nochmal sagen:  Wenn ihr euch beim Lesen meiner Review angesprochen gefühlt habt – lest diesen Manga. Tut es einfach. Ihr werdet es nicht bereuen.

Eure


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5 Antworten

  1. speckolga sagt:

    Ich gebe dir absolut recht, ein Meisterwerk! Als ich den Manga gelesen habe, kannte ich den Anime zwar schon, bei dem ich damals ähnliche Gefühle hatte, aber genau deswegen wollte ich ihn lesen. Und ich wurde nicht enttäuscht! Als ich fertig war, war ich wie auf Entzug und habe mir sofort den Vorgänger von Io Sakisaka geholt, Strobe Edge. Auch dieser Manga hat mich nicht enttäuscht, auch wenn die Protagonistin nicht so toll war wie Futaba, trotzdem ebenfalls ein toller Manga ^_^

  2. paufisblog sagt:

    Oh mein Gott die Review ist total gut geschrieben und mal etwas anders als sonst und ich sehe mich jetzt irgendwie gezwungen den Manga auch zu lesen

  3. Shirisu sagt:

    Von dem hab ich jetzt auch schon so viel gelesen.. vielleicht muss ich mir bei Gelegenheit doch mal genauer angucken… :D

    Wieder einmal danke für das tolle Review! <3

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