Spiel Review: Dynasty Warriors 9

Dynasty Warriors 9

Etwa Ende 2004 oder so hatte ich meine erste Erfahrung mit Dynasty Warriors. Aber es war kein Teil der Hauptreihe der mich zu begeistern wusste, sondern DW 4 Empires. Nachdem ich also Stunden in das Spiel investiert hatte und mir die Charaktere unheimlich ans Herz gewachsen waren, wollte ich natürlich mehr erleben. Wie schön, das mir kurz darauf DW3 Xtreme Legends in die Hände fiel und ich nach den strategischen Kämpfen um China als nächstes eine actiongeladene Inszenierung geboten bekam. Danach war es um mich geschehen.

Seit dem habe ich so ziemlich jeden Teil gespielt und auch viele der Spin-off´s wie etwa die Gundam-Reihe, One Piece, Warriors Orochi usw. Da es nun aber schon ein paar Tage her ist, das der 8. Teil erschien war ich gespannt auf den 9. Teil. Nach den ersten Bildern die das ganze in neuem Open World Format präsentierten war ich mehr als skeptisch. Dank der freundlichen Unterstützung von Koch Media, die mir das Spiel zur Verfügung gestellt haben, präsentiere ich euch heute also meine Review zu dem Spiel.

Der Aufstand der gelben Turbane teilte das chinesische Kernland ende des 2. Jahrhundert. Die bröckelnde östliche Han-Dynastie hatte so lange unrecht über das Volk gebracht und somit eine tief verwurzelte Unzufriedenheit geschaffen. Unter dem Banner von Zhang Jiao einem Daoistischen Führer, revoltierte das Volk. Erst die vereinten Kräfte diverser Warlords, unter der Führung von Yuan Shao, schafften es den Aufstand nieder zu schlagen.

Doch der Stein war ins Rollen geraten und einige dieser Warlords nutzen ihre Chance um aus dieser Situation den größtmöglichen Nutzen zu ziehen. Dong Zhou war einer von ihnen. Er nahm den Kaiser als Geisel und hatte mit Lu Bu den wohl mächtigsten Krieger der Chinesischen Geschichte als Leibwächter. Doch auch dieser Tyrann wurde mit den vereinten Kräften von Cao Cao (Wei), Sun Jian(Wu) und Liu Bei (Shu) gefällt.

Als sich der Staub langsam lichtete und die Wogen begannen sich zu glätteten, nutze Cao Cao seine Chance und begann das Land zu erobern. Da sich die anderen beiden bedroht fühlten, boten sie bei der großen Schlacht von Chibi alles auf was sie zu bieten hatten. Die Niederlage Cao Cao´s führte zur Dreiteilung des Landes und läutete damit die Ära der Drei Reiche ein.

   

Der Roman „Die Geschichte der Drei Reiche“ (oder auch „Romance of the Three Kingdoms“) gehört heute zu den wohl bekanntesten chinesischen Literaturen. Er gehört unter anderem zu den vier Klassischen Romanen der Chinesischen Literatur. Der Roman verarbeitet in romantisierter Version die für China sehr bedeutende Ära der Drei Reiche welche letztendlich zur Gründung des modernen China geführt hat.

Dynasty Warriors verarbeitet diese Geschichte bereits seit dem ersten Teil und peppt die klassische Story noch mit ein wenig moderner Action, Ambitionen und Heldenmut auf. Dabei hat man die Auswahl eine der 3 Fraktionen (Wei, Wu oder Shu) die diese Ära prägten zu wählen und den Helden jener Fraktionen in diesen turbulenten Zeiten bei zu stehen. Während die Geschichte zu Beginn lediglich diese 3 Fraktionen abdeckte, ist im Laufe der Reihe noch eine vierte Fraktion (Jin) hinzu gekommen.

Diese hatte sich aus Wei heraus gebildet und die spätere Einheit des Landes herbei geführt. So konnte Omega Force im Laufe der Zeit noch weitere Charaktere einführen und den Spielern immer neue Geschichten erzählen.

Soviel nur mal zur groben Herkunft, für alle die es bisher noch nicht wussten. Nun wollte Omega Force also mit dem Trend der Moderne (den ich so gar nicht befürworte) gehen und ihr Spiel in eine Open-World versetzen. Zu sagen das ich nach den ersten Trailern mehr als skeptisch war, untertreibt es eigentlich schon etwas. Ich bin ohnehin genervt von den ganzen Open World Spielen in letzter Zeit.

Gerade DW bietet ja eigentlich den perfekten Content für eine Open World. Ich meine das 1 gegen 1000 Ding war ja schon immer der Catch der Spielreihe. Wer wollte nicht schon immer mal wie die Axt im Walde durch Gegnermassen dreschen? Während die Gebiete also im Laufe der Spiele-Reihe wuchsen, dachte sich Omega mit der neusten Teil, das ganze doch mal an die Spitze zu treiben. Wenn ganz China zur Spielwiese wird, werden die Spieler sicherlich Spaß haben…. oder so ähnlich muss der Gedanke wohl gewesen sein. Allerdings schlich sich schon hier der Fehler im Gedanken ein.

Das die Spiele eigentlich immer schon grafisch eine Generation hintendran lagen, haben ich und viele andere einfach hin genommen. Herr Gott, es ging ums schnetzeln nicht um die Grafik. Solange man eine gute Mischung aus Heroischer Story und Action serviert bekommt ist das schon alles okay. Wenn es aber an beiden Ecken mangelt ist es eigentlich schon wieder traurig. Denn diese Open-World hat ein riesiges Problem. Sie ist nicht für die Spielmechanik der Reihe ausgelegt.

DW macht solchen unglaublichen Spaß, eben weil man sich durch Reihen von Gegnern schnetzelt die eigentlich keinen Widerstand bieten. Hier versagt DW 9 schon mal vollends. In der schier gigantischen Welt findet man keine riesigen Heere. Lediglich kleine 12-15 Mann Grüppchen die vereinzelt in der Pampa stehen. Das sieht vor allem dann blöd aus wenn sie auf einem großen Plateau stehen und die Grüppchen als großes Heer wirken sollen.

Die Illusion wird aber schnell gebrochen wenn man bemerkt, das die Grüppchen 3-4 Meter auseinander stehen und man nach dem Besiegen des Captains erst mal 5 Sekunden zur nächsten Gruppe laufen muss… Aber auch das (halbwegs) komplexe Kampfsystem der Vorgänger wurde nahezu komplett ausgelöscht. Was früher noch ganze Kombo-Ketten waren wurde jetzt zu einer zwei Tasten Kombo. Halte Viereck, Dreieck der X gedrückt, dann Buttonsmash auf Viereck. Wooow Spektakulär. So fühlt sich absolut jeder Charakter gleich an. Egal welche Waffe er führt.

Das Spiel versagt also in seiner Mechanik. Kann es den wenigstens mit der Story punkten? Hmm schwer zu sagen. Ich finde es durchaus immersiver das man nicht mehr von Level zu Level springt. Allerdings nimmt die Open World auch ein wenig vom Charme der Level. Wer die Hauptstory verfolgt hat jeweils immer 2 Optionen. Entweder man rennt direkt zum jeweiligen Questgebiet, oder aber man erledigt eine ganze Hand voll Nebenmissionen.

Warum man dies tun sollte, ist theoretisch auch leicht erklärt. Durch das erledigen der Nebenmissionen wird das Level der Hauptmission gesenkt. Nicht das das in irgend einer Art und weise nötig wäre. Allerdings sind dann auch so spannende Missionen dabei wie: Sammele 5 Gras vor den Toren der Stadt. Klar, Burg XY wird belagert und ich habe nichts besseres zu tun als Gras zu sammeln und Boten-Gänge zu erledigen.

Kommen wir noch mal zum Thema Schwierigkeit… seufz. Was soll ich sagen. Die Story fühlt sich lächerlich an. Denn dank eines neuen Tools, dem Enterhaken, ist das meiste hinfällig. Benutzt man ihn kann man bei den meisten Burgen einfach direkt ins innere und die Zielperson killen. Irgendwann nach mehreren Stunden fragt man sich einfach warum man sich durch die lästigen Horden quälen soll, wenn es doch den direkten Weg gibt.

Somit versagt das Spiel auch auf der Story-Ebene. Es ist zwar nicht so als wäre es schlecht umgesetzt, aber es wirklich alles so … irrelevant. Man spielt und spielt und bekommt halt neue Charaktere frei geschaltet die man dann auch spielen kann. Leider fühlen diese sich aber nahezu identisch an, außer das sie wieder auf Level 1 starten….

Aber es gibt auch gute Sachen oder sagen wir eher ambitionierte Sachen die etwas Spaß gemacht haben. Zum Beispiel der Enterhaken. So sinnlos er die meisten Sachen macht. So angenehm ist es statt um 15 Ecken zu rennen, einfach darüber zu klettern. Auch das schmieden ist ganz nett und der Hauskauf an schönen Orten ist auch ambitioniert. Aber irgendwie will all das nicht reichen…

Ich habe mich wirklich auf einen neuen Teil der Reihe gefreut muss aber leider auch sagen, dass der 9. Teil eine herbe Enttäuschung für mich darstellt. Ich meine, es ist per se kein schlechtes Spiel. Es hat ja irgendwie Spaß gemacht die ersten 10-15 Std. Aber irgendwann schaltete sich so eine Gleichgültigkeit ein und alles fühlte sich so irrelevant und wiederholend an.

Es wird sicherlich Leute geben, denen dieses Spiel gefällt. Vielleicht gibt es auch einige Leute, die mit diesem Spiel erst zur Reihe finden. Für Fans der Reihe (wie mich) ist der 9. Teil aber ein heftiger Schlag ins Gesicht und ein riesiger Schritt in die absolut falsche Richtung. Ich hoffe wirklich das man sich bei Omega Force für den Jubiläums Titel die Nummer 10 etwas einfallen lässt um sich bei den Fans zu entschuldigen.

So Leid es mir Tut kann ich persönlich das Spiel leider nicht wirklich empfehlen, vor allem da es seit dem Day-One-Patch schlechter läuft als vorher. Von mir gibt es hier traurige und enttäuschte 5 von 10 gerade so eroberte Provinzen.

Euer


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