Manga Review: Kagamigami

Über Kagamigami habe ich bisher nur sehr wenig gehört oder gelesen. Und ich verstehe gar nicht, wieso! Ich bin sehr froh den Manga mittlerweile endlich gelesen zu haben. Er wusste auf der einen Seite zu überraschen, auf der anderen Seite hat er enttäuscht. Dennoch ein gutes Erlebnis mit wunderschönen Zeichnungen. An dieser Stelle danke ich Tokyopop dafür, dass sie uns Band 5 des Mangas zur Verfügung gestellt haben.

Der junge Shikigami-Meister Kyosuke Kagami wird nach Tokyo geschickt, um brutalen Morden auf den Grund zu gehen. Dabei stößt er auf die junge Frau Mako Miyoshi. Sie sagt von sich selbst, dass sie eine erstklassige Detektivin werden möchte. Die beiden bilden ein Team und lösen Fälle. Sowohl mit seinen Fähigkeiten als Shikigami-Meister, aber auch mit ihren Fähigkeiten. Doch die Ereignisse gehen viel tiefer als das…

    

Kagamigami ist ein weiteres Werk vom Psyren Mangaka, das den Weg nach Deutschland gefunden hat. Bei uns sind die Bände innerhalb von einem Jahr erschienen. Der erste im August 2016 und der fünfte und somit letzte im August 2017. Dabei ist das Werk bereits 2015 in Japan erschienen. Dennoch habe ich wie bereits geschrieben kaum etwas von dem Manga mitbekommen.

Als Band 1 raus kam hat mich allein schon die Storybeschreibung total angesprochen. Ein Shikigami-Meister! Shikigami sind fiktive Wesen aus der japanischen Mythologie und somit war ich direkt interessiert. Der Zeichenstil ist wirklich wunderschön. Auch, wenn die Story in meinen Augen massive Schwächen hat und auch die Charaktere etwas an Glaubwürdigkeit einbüßen müssen, so bleibt wenigstens der Zeichenstil durchgehend schön.

Die beiden Hauptcharaktere haben allerdings mein Herz gestohlen. Die beiden sind unfassbar süß und liebenswürdig auf ihre eigene Weise. Mako ist 20 und eine Detektivin. Sie  möchte als solche berühmt werden. Die Realität sieht jedoch so aus, dass sie zwar ein Büro gemietet hat, aber niemand sie beauftragen möchte. Sie hatte als Kind eine Fähigkeit, die sie aber leider aus unerklärlichen Gründen verloren hat. Sie ist aber niemand der schnell aufgibt. So begibt sie sich am Anfang vom Manga an einen Tatort, der im Fernsehen durchgegeben wird. Und dabei trifft sie Kyosuke.

Kyosuke ist 15 Jahre alt und ein Shikigami-Meister. Er hat verschiedene Shikigami die er befehligen kann. Für ihn sind es aber seine Freunde und treuen Gefährten. Vor allem das Fuchsartige Wesen Hakutenmaru auf seiner Schulter, mit dem er sogar im Kampf zu einer neuen Form verschmelzen kann. Im Auftrag des Shikigami-Komitees soll er den merkwürdigen Fall untersuchen, wegen dem auch Mako gekommen ist.

Die beiden haben mich seit dem ersten Kapitel begeistert. Die Comedy-Szenen zwischen ihnen sind unfassbar witzig und haben mich sehr gut unterhalten. Auch Hakutenmaru ist ein witziges Kerlchen. Ich hätte mir auch fünf Bände durchgelesen wo die beiden einfach nur rumblödeln und Fälle lösen. Leider hat der Mangaka mit den Charakteren und der Story jedoch was anderes vorgehabt, was mir persönlich nicht so zugesagt hat.

Zu Beginn ging es wirklich nur darum, unerklärliche Fälle zu lösen. Die beiden ziehen zusammen, er geht zur Schule, er trifft neue Freunde. So langsam erfährt man dann auch von seiner tragischen Vergangenheit. Ich fand, bis hierhin hat sich der Mangaka noch recht viel Zeit gelassen, da er das Geschehen in 2 Bänden erzählt. Nebenbei entwickelt sich aber ein roter Faden im Bezug auf die Feinde gegen die hier ermittelt wird. Für mich hätten diese belanglosen Kapitel aber wirklich gereicht, dem Mangaka aber wohl nicht.

Er fängt dann ab einem bestimmten Punkt nämlich an sich völlig von der Detektiv Idee zu lösen. Mako hat zwar weiterhin Existenzberechtigung, aber nicht mehr so, wie ich es mir gewünscht hätte. Der Mangaka fing nämlich an, sich auf das Shikigami-Komitee zu fixieren. Auf einen Schlag kamen extrem viele Charaktere dazu und es begann ein Shikigami-Turnier. Somit wurde schlagartig viel mehr gekämpft und es gab zwischendrin kaum mehr Konversationen. Diese Veränderung gefiel mir nicht. Ich kenne die Hintergründe natürlich nicht, aber auf der einen Seite fühlte es sich einfach an, als hätte sich der Mangaka mittendrin dafür entschieden, in eine völlig andere Richtung zu gehen. Oder vielleicht hat er auch von seinem Redakteur gesagt bekommen, dass zu wenig Action vorhanden ist und er in eine andere Richtung gehen musste.

Mich haben die vielen Charaktere hingegen aber leider völlig verwirrt. Ich kam einfach irgendwann nicht mehr mit. Die Kämpfe waren cool, gar keine Frage! Auch wenn es hier und da etwas durcheinander erschien und ich manchmal nicht alles erkennen konnte, hat es trotzdem Spaß gemacht, so ist es nicht. Es war nur einfach nicht mehr das, was ich von dem Manga bzw. den Charakteren gerne lesen wollte. Am Ende von Band 4 ist eine Kurzgeschichte des Mangaka die Sakuran (Beta) heißt. Das eine Kapitel ging in eine ganz andere Richtung als der Manga Kagamigami und da habe ich gemerkt, dass ich den Mangaka schon sehr gerne lese, nur mit der Entwicklung des Mangas einfach nicht leben konnte.

Der Mangaka schrieb immer am Ende der Bände etwas. In Band 3 schrieb er, dass er nicht weiß, womit er den Manga inhaltlich überhaupt füllen soll. Und in Band 5 gibt er selbst zu, dass die Story gegen Ende super vollgestopft war. Und genau das war es auch, was mir missfiel und etwas den Spaß genommen hat. Diese lockere Atmosphäre vom Anfang war einfach nicht mehr da. Anscheinend scheint aber schon was vorgefallen zu sein beim Mangaka. Er freut sich hier nämlich auch darüber, dass der Manga nicht vorzeitig abgesetzt wurde. Und er hofft, beim nächsten Mal fokussierter zeichnen zu können. Es scheint alles also einfach mit den Emotionen des Mangaka gefallen zu sein, was mir natürlich voll Leid tut. Aber trotzdem ändert sich nichts daran, dass ich am Anfang viel mehr Spaß hatte als gegen Ende.

Von einem lockeren, witzigen Manga in de die Hauptcharaktere im Vordergrund waren, hat sich der Manga zu einer Shikigami-Meister Kampfarena entwickelt. Generell war ein roter Faden da, im Prinzip waren es mehrere rote Fäden die auch tatsächlich am Ende alle zusammen gelaufen sind. Dennoch haben mir die Entwicklungen einfach nicht so gut gefallen.

Als zwei verschiedene Werke hätte es mir wahrscheinlich sogar mehr zugesagt. So war ich gegen Ende aber leider enttäuscht, wieso diese Änderungen vorgenommen wurden und es weniger Comedy und generell weniger Momente zwischen den Hauptcharakteren gab. Alles in allem aber ein solider Manga mit interessanten Charakteren und einem wundervollen Zeichenstil. Mein Fazit ist: kann man Lesen – muss man aber nicht. Von mir gibts 6 von 10 Shikigamis.

Eure


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