Anime Review: Steins;Gate

Da ich ja mittlerweile schon einige Jahre als Anime Fan auf dem Buckel habe, kam ich zwangsläufig nicht an den „ ; “-Serien vorbei. Während ich diese meist so weit es ging mied, gab ich ihnen aber meist wenigstens eine Chance. Während Occult;Nine mir mehr als sauer aufstieß und ich mit Chaos;Child meinen ersten Kandidat abschloss, gab es eine weitere Serie der Reihe die mir von allen Seiten angeraten wurde.

Leider hatte ich der Serie bereits Ende 2011/Anfang 2012 eine Chance gegeben und sie bereits nach der ersten Folge beiseite gelegt. Die Rede ist natürlich vom Riesen Hit Steins;Gate, welches eine unglaubliche Beliebtheit hat. Im Zuge der neuen Season, bei der wir geplant hatten Steins;Gate Zero aufzunehmen, hatten wir über Ostern vor alle 4 Volumes zu sehen. Das hatte dann leider nicht so gut gepasst, wie wir uns das vorgestellt hatte.

Somit mussten die letzten 3 Folgen sich bis zum letzten Wochenende gedulden. Dann war es aber auch endlich soweit und wir haben die Serie abgeschlossen. Im Zuge dessen haben wir uns natürlich gegen Steins;Gate Zero entschieden, da ich der Meinung bin, das Zero besser rüber kommt, wenn man die Serie am Stück und nicht jede Woche sieht. Nun also erst mal viel Spaß mit meiner Review.

Der verrückte Wissenschaftler Hououin Kyoma, oder auch Rintarou Okabe wie er mit bürgerlichem Namen heißt, hat es sich mit seinen Freunden Mayuri und Itaru in den Kopf gesetzt die Herrschaftsstrukturen der Welt zu zerstören. Um dieses Ziel zu verwirklichen, hat er das Zukunftslabor gegründet, in dem sie zusammen allerlei seltsame Gerätschaften erfinden. Neuerdings hat er es sich in den Kopf gesetzt, das sein Ziel nur mithilfe einer Zeitreisemaschine erfüllt werden kann.

Im Zuge dessen hat er sich die Wissenschaftlerin Kurisu Makise rekrutiert, die bereits Erfahrungen auf diesem Gebiet gesammelt hat. Kurz darauf feiert das Zukunftslabor erste Erfolge und sie sind in der Lage E-Mails in die Vergangenheit zu schicken. Doch schnell stellt sich heraus, das ihre Spielerein große Wellen im Gebinde der Zeit aufgewirbelt haben. Wird es den Labormitgliedern gelingen den Lauf der Zeit zu verändern und dennoch unbeschadet daraus hervor zu gehen….

   

Ich weiß gar nicht von wie vielen Leuten mir diese Serie empfohlen wurde und wie oft man mich dazu drängen wollte sie endlich zu sehen. Im Zuge einer dieser Gebärden und eines guten Preises, habe ich dann mal eben die 4 Volumes gekauft. Somit stand die Serie seit dem unangegriffen hier rum. Auch das Shirt aus der Lootanime bezüglich Steins;Gate war bei mir somit zwar an der falschen Stelle, da es mir aber gefiel, trug ich es dennoch. Sogar das PS3 Spiel haben wir hier (immer noch eingeschweißt) liegen.

Doch wie oben bereits geschrieben, hatte mich vor gut 7 Jahre die erste Folge so unglaublich abgeschreckt, das ich einfach keine Lust auf die Serie hatte. Dabei bin ich eigentlich jemand der Serien ne Chance gibt, wenn die erste Folge mich nicht gerade einschlafen lässt/mir zutiefst widerstrebt. Steins;Gate erfüllte leider die erste dieser beiden Qualitäten. Denn ich war damals so gelangweilt, dass ich eingeschlafen bin. Schade eigentlich, aber so konnte ich die Serie immerhin mit der guten deutschen Synchro genießen.

Leider muss ich direkt hier schon 2 Punkte ansprechen, in denen die Serie bei mir versagt hat. 1.) die ersten 12 Folgen sind…. öde und langweilig. 2.) gerade in einer öden und langweiligen Story nervt mich Okarin, mit seinem „Evil Scientist“ gehabe so zu Tode, dass die Folgen noch anstrengender wurden. Es hat mich in etwa bis zur 15~16 Folge gekostet bis ich ihn halbwegs leiden konnte. Aktuell bin ich mir immer noch unsicher, wie ich wohl zu ihm stehe.

Tut mir echt leid das Ganze so sagen zu müssen, aber die Serie wurde mir als Meisterwerk verkauft. Wie kann etwas ein „Meisterwerk“ sein, wenn die erste Hälfte so … „schlecht“ ist? Also entweder habe ich ein komplett anderes Verständnis für den Begriff oder aber die meisten Leute sind zu begeistert vom Ende, sodass sie diese Schwächen akzeptieren. Aber ein Meisterwerk sollte keine Schwächen haben. Zumindest keine sooo markanten. Wirklich Schade, nun bin ich aber tatsächlich gespannt wie wohl die VN ist.

Um somit auch bei den Charakteren zu bleiben: Okarin bin ich ja schon abgegangen. Mayuri kommt mir irgendwie wie die typische Damsel in Distress vor. Noch schlimmer sogar, denn ihr Charakter ist soo platt, dass sie mir gerade im Anime als Plotdevice, also ein Gegenstand zum vorantreiben der Handlung, vorkommt. Das ist doch traurig. Selbiges gilt auch für viele andere Charaktere. Die halt einfach nicht mehr anwesend sind wenn sie nicht gebraucht werden. Da fokussiert mir der Anime etwas zu sehr.

Aber ich will ja nicht alles schlecht reden was ich dort gesehen habe. Denn der Anime macht ja auch diverse Sachen richtig. Unter anderem zum Beispiel auch die Umsetzung der Zeitreisethematik. Ich wurde hier schon zwangsläufig ein wenig an die neuere Adaption von „Die Zeitmaschine“ erinnert. Es hat mich unheimlich amüsiert, wie Rintarou mit der Zeitachse gespielt hat und danach einfach mal viel zu sehr ins Schwimmen geriet. So wünsche ich mir doch meine Zeitreiseplots.

Ebenfalls macht die Serie soweit einen ganz guten Job was das Ende angeht. Ich hatte ja eigentlich nicht mehr damit gerechnet, dass die Serie einen vernünftigen Abschluss hin bekommt, aber auch ohne die Zusatz-OVA und den Film könnte die Serie so als geschlossener Kreis fungieren. Diese werden wir dann aber bald auch noch sehen. Den Film habe ich mir nämlich schon ausgeliehen und er liegt hier bereit.

Spoiler

Hier noch eine kleine Frage an all diejenigen die die Serie gesehen haben. Rintarou versucht alles um die Zeitlinie zu verändern und von der Alpha auf die Beta-Zeitlinie zu springen. Dafür muss er ja den Divergenzwert über ein Prozent bringen. Nun aber zurück zu meiner Frage. Was alle zu vergessen scheinen. Rintarou kommt ursprünglich von der Beta Zeitlinie und nicht von der Alpha Zeitlinie.

Sollte tatsächlich die E-Mail das er Kurisu hat sterben sehen 1% ausgemacht haben, damit er damit aus die Alpha Zeitlinie gelangt. Irgendwie etwas absurd, wenn man bedenkt, das Suzuha ja erwähnt hat, wie unglaublich schwer es sein würde diese Hürde zu knacken. Ich glaube da haben sie sich ein wenig verrannt.

Daneben wäre ja auch noch der Gedankengang zu überlegen, das er mit jeder Veränderung, ja scheinbar die Alpha Zeitlinie gefestigt hat. Der Divergenzwert ist ja schließlich kontinuierlich gen 0 gefallen. Das würde ja bedeuten, das die Linie die er am Ende erschaffen hatte, die „richtige“ Alpha Zeitlinie oder eher ihr sehr nahe dran, war. Schließlich war der Wert ja am nahestehen gen 0.

Es gibt noch ein paar andere Sachen die mich gerade zum Ende beschäftigten, aber ich glaube da gehe ich besser nicht näher drauf ein, das würde den Rahmen hier sprengen und in pures Fach simplen abdriften. Das es sich aber bei Itaru um Suzuhas Vater handelte, war mir dafür schon viel zu früh klar ^^“

    

Ich kann Fuma wirklich nur zustimmen. Ein Meisterwerk war es für mich nicht, aber es war ein sehr guter Anime mit einigen Schwächen. Ein Meisterwerk muss mich von vorne bis hinten überzeugen. Dafür ist aber gerade der Anfang zu belanglos, da er erst später viel mehr Bedeutung bekommt. Also muss man sich, obwohl die ersten Folgen nicht so gut sind, dennoch drauf konzentieren, um den späteren Verlauf gut zu verstehen. Klingt etwas durcheinander – ist es in dem Sinne aber auch. Es ist immerhin eine Story über Zeitreise und dieser Aspekt wurde wirklich grandios umgesetzt. Der Anime konnte mich trotz skepsis überzeugen und mir Lust auf den Film, Stein;Gate Zero und die Light Novel machen. Irgendwas hat er also definitiv richtig gemacht.

Ist Steins;Gate das Meisterwerk, als das es mir verkauft wurde? Nein, definitiv nicht!! Tut mir leid es so direkt sagen zu müssen, aber dafür hat der Anime einfach zu viel schwächen. Auf der anderen Seite kann ich ihn aber nicht als schlecht bezeichnen, da es ab der Mitte ja immerhin relativ spannend wurde.

Nun die große Frage, würde ich den Anime weiter empfehlen und wen ja, wem? Ich denke ja, da es sich um einen relativ guten Science-fiction Anime handelt, der die Zeitreise Thematik sehr gut umsetzt. Das freut mich sehr, da es eigentlich viel zu wenig Vertreter dieses Genre gibt. Wer also Spaß an solchen Serien mit durchaus tiefgreifender Philosophie hat, ist hier genau richtig.

Allerdings sollte man dazu sagen, dass es erst mal gilt die ersten 12 Folgen zu überstehen, um dann belohnt zu werden.

Obwohl ich natürlich viel gemeckert habe, liegt das in erster Linie daran weil ich erklären/aufzeigen wollte, warum es sich bei der Serie nicht um ein Meisterwerk, aber um eine gute Sci-fi Serie handelt. Von mir gibt es an dieser Stelle 8 von 10 Zeit-paradoxen.

Euer


*Dieser Link führt direkt zu Amazon. Wir nehmen am Amazon Partnerprogramm teil. Für dich bedeutet das, wir erhalten für über diesen Link gekaufte Produkte eine Provision, es entstehen aber keine Mehrkosten für dich.

Unterstütze uns durch das Teilen dieses Beitrags.
Loading Likes...

4 Antworten

  1. Landstreicher sagt:

    Habt ihr den Anime eigentlich wirklich verstanden? Irgendwie ist die Hälfte der erklärten Dinge absolut falsch und zusammenhangslos zusammengewürfelt. Zum Beispiel ist Okabe nie durch die Zeit gereist, sondern hat nur seine Erinnerungen an diese behalten. Später hat er dann zwar seinen Verstand zurückgeschickt, ist aber nie direkt zurückgereist. Der Divergenzwert beschreibt übrigens nicht die Zeitlinien, sondern die Abweichungen von der ursprünglichen Zeitlinie (aka Folge 1). Mich würde mal interessieren, wie nach solchem Gebashe eine 8 von 10 rauskommen kann. Klingt ja allerhöchstens nach einer zwei.

    • Fuma sagt:

      Also er ist schon relativ offensichtlich mit Suzuha durch die Zeit gereist… mit ihrer Zeitmaschine…?^^ Nur dadurch konnte er ja das “Happy End” erreichen. Das mit dem Divergenzwert stimmt so nicht. Würde die Abweichung die Beta-Line betreffen, wäre es ja “gut” wenn der Wert unter 1 Prozent wäre (In Mathe lernt man ja schließlich das ein Wert je kleiner er ist, umso näher ist). Was mein “Gebashe” angeht, habe ich dies lediglich gemacht um zu verdeutlichen das der Anime kein Meisterwerk und weeeeeeit entfernt von Perfekt ist.

      • John Titor sagt:

        Ich muss Landstreicher schon Recht geben. Außer in der letzten Folge hatten wir nie eine physikalische Zeitreise. Und obwohl das Reading Steiner an die 100 mal getriggert durch die D-Mails und später durch das Senden der Erinnerungen der letzten 2 Tage zurück sollen die 3 Male die in der letzten Folge in die Vergangenheit (mehr als 2 Tage, da das die Grenze der Telefonmikrowelle (temp) ist) gereist wurde die wichtigsten sein? Da könnte man gleich mal nur Folge 1 und 24 schauen und sagen “och ja. Das war toll. Jetzt kenn ich die ganze Story”. Denn so einfach wie ihr es ausmacht war der Sprung von Alpha nach Beta dann doch nicht. Es war keine einzelne Textnachricht die alles gelöst hat, sonder die die alles ausgelöst hat. Kleiner aber enormer Unterschied.

        Was mich auch ein bisschen sehr stört ist dass ihr schreibt Okabe hätte Kurisu rekrutiert, weil sie Erfahrungen in dem Gebiet hatte. Kurisu ist Neurowisschenschaftlerin und hat nur eine Studie darüber veröffentlicht wie unmöglich Zeitreisen wären. Die “Zeitreiseerfolge” gibt es schon bevor Kurisu überhaupt einen Fuß ins Zukunftslabor setzt und sie lässt sich nur wegen den Gelbananen überreden überhaupt zu bleiben. Den einzigen Fortschritt bei dem Kurisu mithilft ist die Time-Leap-Maschine, da sie es schafft 2 Tage an Erinnerungen in die 36Bytes grenze zu komprimieren, die das Microwave’o’phone (name acceptable to change) hat. Alles andere passiert schon vorher.

        Aber zurück zum Anfang und dem ersten Problem: Ihr habt definitiv was Divergenz angeht nicht aufgepasst (und Landstreicher hat es auch nicht wirklich richtig erklärt).

        das was du als “Originale Zeitlinie” (Beta) und “Zeitreise Shenanigans Zeitlinie” (Alpha) bezeichnen könntest und das Divergenz-Meter ist die Abweichung zwischen beiden (zwischen 0 und 1%) ist deinem Verständnis nach so nicht korrekt. Um auf Kurisus ziemlich ausführliche Erklärung auszuweichen (im “Langweiligen” Part des Anime):

        Das was du als Beta-Line bezeichnest ist genauso wie Alpha ein Cluster an Zeitlinien (wie wohl richtig erkannt wurde von 0 bis 0.999999) Allerdings bedeutet das nicht das die eine oder andere Linie näher an Alpha oder Beta dran ist als eine andere. Ein solcher Cluster bedeutet nur dass es einen Konvergenzpunkt gibt, in dem ein bestimmter Cluster immer endet bzw durch den dieser Zeitstrang (man erinnere sich an die verwobenen Wollfäden) immer durchmuss. So ist die Divergenz als Abweichung nur in der ersten Stelle relevant (0 oder 1. 2 und 3 und sogar -1 wenn man Zusatzcontent wie die anderen VNs dazunimmt), alles andere zeigt nur die unterschiedlichen Möglichkeiten innerhalb dieses Clusters an. Also ob jetzt Mayuri von nem Auto, nem Zug oder nem Motorrad todgefahren wird ist egal, die Konvergenz bedeutet sie stirbt am 13ten August.

        Somit folgt eine kurze Plot-Zusammenfassung (Spoiler möglich):

        Die erste D-Mail, die Okabe verschickt lässt ihn also aus seinem originalem Cluster (Kurisu “stirbt” am 28ten Juli, Beta-Cluster, wie richtig erkannt wurde) in den Alpha Cluster (Kurisu lebt, Mayuri stirbt am 13ten August, dem selben Tag an dem die Time-Leap-Maschine fertiggestellt wurde, der “Satellit” landete auf dem Center von dem ich den Namen immer vergesse ) “springen” Nur aufgrund seiner bald benannten “Reading Steiner”-Fähigkeit weiß er überhaupt dass es eine Veränderung gab. Dieser Cluster-Change wirkt einfach, ist aber nur deswegen so ausschlagekräftig weil SERN die D-Mail abgefangen hat und damit herausfand dass es jemanden gibt der wirklich bereits Zeitreisen kann
        Von da weg durchläuft er jede Menge Zeitlinien (zwischen 0 und 0.999999) in denen die Möglichkeiten eines Clusters aufgezeigt werden. Luka ist wirklich ein Mädchen, Faris hat ihren Dad wieder, solche Dinge halt, bis zum 13 August, an dem Mayuri das erste Mal stirbt. Es folgt der Versuch alles wieder rückgängig zu machen, wobei Okabe natürlich versucht sowohl Kurisu (die seinem Verständnis zu diesem Zeitpunkt nach ja zu diesem Zeitpunkt stirbt) als auch Mayuri zu retten. Was aber als einziges nicht rückgängig gemacht werden kann ist die erste D-Mail, die die SERN abgefangen hatte. Für diese verwenden sie den IBN5100, um die Mail von SERNs Servern zu löschen bevor sie Schaden anrichten kann. Gleichzeitig versucht er Kurisu vor ihrem durchgeknallten Vater zu retten.
        Was er zweimal probiert, dann bricht er zusammen weil es unmöglich scheint und erst die jetzt erst anschaubare D-Mail, die bisher immer corrupted war, bringt ihn dazu die zündende Idee zu haben wie er sie retten kann, ohne sein Verständnis der Geschehnisse zu verändern und damit genau die gleichen Voraussetzungen zu schaffen ohne die Fakten zu ändern. Diese D-Mail kommt aus der Zeitlinie von Steins;Gate 0, aber das wäre ein zu großer Exkurs.

        Ich hoffe das konnte ein paar der “Unklarheiten” die der Anime bei euch ausgelöst hat bereinigen.

  2. speckolga sagt:

    Ich danke euch sehr für eure Meinung! Wenn ich nämlich sage, dass mich der Anime nicht wirklich überzeugt hat, sind immer alle geschockt. Für mich gilt aber einfach die gleiche Argumentation wie bei euch, plus, dass es mir zu verwirrend war.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich akzeptiere