Manga Review: Mein erstes Mal Band 1

Ich war skeptisch, ob ich den Made in Germany Manga Mein erstes Mal von Zeichnerin Niloo lesen soll. Vor vielen Jahren hatten es Made in Germany Mangas nicht geschafft, mich zu überzeugen. Die letzten, die vor allem vermehrt im Jahr 2017 erschienen sind, haben mir aber gezeigt, dass es auch sehr gute Mangas aus Deutschland gibt. Und Niloo hat so einen gezeichnet, die Story des Mangas hat sich ihr Ehemann Millus ausgedacht. Bei dem Titel kann man sich eigentlich schon denken, worum es hier geht. Es geht aber um so viel mehr. Ich danke Egmont Manga sehr herzlich, dass sie uns den Manga als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

Kathrin ist ein typisches Mädchen mitten in der Pubertät. Sie wird von ihren Freunden Kiki genannt. Während ihre Mitschülerinnen schon damit angeben, dass sie keine Jungfrau mehr sind, wartet Kiki auf den Richtigen. Und der neue Junge in der Klasse verdreht ihr ganz schön den Kopf. Aber, ist er auch der Richtige für sie? Plötzlich dreht sich ihr Alltag um Themen, an die sie vorher nicht gedacht hatte. Ihre Freunde Melly und Charly stehen ihr jedoch unterstützend zur Seite. Doch, was, wenn da schon ein Junge ist, der ein Auge auf Kiki geworfen hat? Auf einer Geburtstagsfeier spitzt sich die Situation zu…

    

Wie gesagt, bei dem Titel weiß man schon, worum es in dem Manga geht. Es ist aber auf keinen Fall eine Art Aufklärungsbuch. Stattdessen steckt hier eine wunderschöne Geschichte dahinter. Es geht nämlich um mehr als nur Sex, es geht um die erste Liebe und die Gefühle, die man dabei hat. Es geht um Freundschaft, um Zusammenhalt, um Zicken in deinem Umfeld, um die Wichtigkeit von Verhütung, um Selbstbefriedigung, um die Kommunikation mit den Eltern, darum, dass jemand in dich verliebt ist, der dich nicht liebt, um Mut und darum, seine Jugend zu genießen. Ich nenne die Dinge lieber mal beim Namen, dann ist auch niemand überrascht.

Es gibt einige Dinge, die ich an der Story sehr gut finde. Von der Anzahl der Charakter wurde ein gutes Mittelmaß gefunden. Es sind nicht zu viele und nicht zu wenige. Jeder von ihnen hat seine Sorgen und Ängste, auch, wenn man es auf den ersten Blick nicht sieht. Und ich empfand es auch nicht so, dass hier jemand zu kurz gekommen ist. Insgesamt von der Charakterdarstellung also sehr gut gemacht. Die Charaktere unterscheiden sich auch so gut, dass man sie nicht so leicht verwechseln kann. Außerdem sind mir die Charaktere auch sehr sympathisch.

Ich habe mich beim Lesen sehr gut in meine Schulzeit zurückversetzt gefühlt. Dabei ging es mir aber weniger um das, was genau im Manga passiert ist. Das ist hoffentlich nur wenigen Personen so passiert. Allerdings finde ich, dass das Gefühl von einem Jugendlichen sehr gut transportiert wurde. Beispielsweise, dass man in der Klasse bloßgestellt wird, weil man anders ist. Oder die Gefühle, die man bei der ersten großen Liebe damals hatte. Diese rosarote Brille. Dieser Junge der in dich verliebt ist und es dir nie oder erst viel zu spät gesagt hat. Solche Dinge. Obwohl ich meine Schulzeit gerne verdränge, musste ich wohl oder übel an damals zurückdenken. Das in einem Leser auszulösen gelingt aber nicht jedem. Daher auch hier, sehr gut gemacht.

Man merkt schon, dass der Manga kein “typischer” Manga ist. Vor allem merkt man es daran, dass die Leserichtung dem deutschen Standard entspricht und nicht dem japanischen. Das war für mich eine kleine Umstellung, da ich solche Mangas oder auch Comics viel weniger lese, als japanische Mangas. Daher war es eine Umstellung, die Leserichtung der Panels richtig zu deuten. So bin ich an der ein oder anderen Stelle mal kurz hängengeblieben und habe gestutzt, habe mich dann aber genauso schnell auch wieder eingefunden. Da sehe ich also kein Problem.

Zudem ist der Manga etwas kürzer, als andere. Wenn man alle Mangas nebeneinander im Regal stehen hat, ist dieser also etwas kürzer als die anderen. Das fand ich aber ebenfalls nicht schlimm. Was mir auch aufgefallen ist, ist der “Untertitel”, das kommt auch eher selten bei Mangas vor. In Band 1 ist der Untertitel “Schmetterlinge im Bauch”, in Band 2 ist es “Von Bienen und Blumen”. Der zweite Band erscheint übrigens im November 2018. Und im ersten Band ist etwas schönes für Egmont Manga Fans dabei: zwei Match Me Karten von Kiki und Luke. Übrigens meine ersten Match Me Karten (passt zum Titel). Was ebenfalls selten vorkommt sind Ortsbezeichnungen bei Szenenwechsel. Fand ich aber sehr angenehm, das kenne ich meistens nur aus Anime.

Was den Zeichenstil angeht, muss ich wirklich sagen: Hut ab. Der Manga weist einen enorm hohen Detailgrad auf. Die Zeichnungen von Niloo die ich bisher gesehen habe, hatten alle unfassbar viele Details. Und eine unfassbar schöne Coloration. Daher habe ich mich zu Recht gefragt, wie denn dann der Manga von ihr aussieht. Sie hat es aber tatsächlich richtig gut geschafft, ihrem Zeichenstil treu zu bleiben. Vor allem die Augen und das Gesicht der Charaktere sind so unfassbar detailliert. Ich finde, das sieht man selten in Mangas. Was man auch selten sieht: Lippen. Die meisten Mangacharaktere haben einfach keine Lippen, sondern Striche, anders kann man das kaum beschreiben. Aber ihre Charaktere haben alle volle und schöne Lippen. Das war am Anfang etwas komisch für mich, man gewöhnt sich aber sehr schnell daran. Niloo hat es mit ihrem Zeichenstil richtig toll geschafft, ihren Charakteren Leben einzuhauchen und lebendig wirken zu lassen. Das betrifft auch die Haare und die Kleidung. Wirklich beachtlich.

Insgesamt kann man also sagen, dass Niloo ihr ganz eigenes Ding bei dem Manga gemacht hat. Und das war auch gut so! Ich kenne Niloo noch nicht lange und bin hauptsächlich wegen des Mangas auf sie aufmerksam geworden, auch wenn ich hier und da schon Zeichnungen von ihr auf Twitter oder Facebook gesehen habe. Aber es scheint einfach alles gut zu ihr und ihrem Zeichenstil zu passen, insgesamt hat sie also die richtigen Entscheidungen getroffen. Die Story macht Spaß, es sind negative aber auch positive Seiten vorhanden. Und ich mag unbedingt weiterlesen. Es dauert zwar bis der nächste Band erscheint, aber ich bin mir sicher, dass sich das Warten lohnt. Auf jeden Fall hat sie es geschafft die Gefühle der Charaktere gut rüber zu bringen und sie hat sogar hinten im Manga Steckbriefe zu allen wichtigen Charakteren integriert, wo man diese nochmal etwas besser kennenlernen kann. Insgesamt bin ich froh, den Manga gelesen zu haben. Wer Lust auf eine süße Liebesgeschichte unter jungen Erwachsenen mit einer sympathischen Hauptcharakterin hat, sollte hier auf jeden Fall zugreifen.

Eure


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3 Antworten

  1. speckolga sagt:

    Ich hätte nie gedacht, dass dir der Manga gefällt, das weißt du ja! Umso mehr freue ich mich aber, dass du Niloos ersten Manga so zu schätzen weißt wie ich, denn trotz einiger Schwächen ist er echt gut geworden!

    • Mia sagt:

      Hehe, beim Lesen musste ich an deine Worte bei dem Egmont Treffen denken xD hat mich aber selbst suuuper überrascht, dass ist ihn gut fand o_o ich war mir eigentlich echt sicher, dass das nichts für mich ist. Aaber schön, wenn man noch überrascht werden kann ;) Was empfandest du denn als Schwächen? :)

  2. paufisblog sagt:

    Danke für die schöne Review, ich freue mich das er dir auch so gut gefält :D

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