[Gastbeitrag] Manga Review: Jünger als ich Band 1

Die geschätzte Lesezeit für diesen Beitrag beträgt 5 Minuten.

Hallo ihr Lieben! Ich bin Olga-chan, 22 Jahre alt und Studentin. Seit über 7 Jahren beherrschen Anime, Manga, Serien, Filme und anderer cooler Kram mein Leben. Um mich über meine Hobbys auszutauschen, habe ich vor ein paar Jahren die Plattform twitter für mich entdeckt, wo ich als speckolga unterwegs bin. Mittlerweile hat sich dort eine tolle Community entwickelt, mit denen ich zusammen den Hashtag #EveryDayManga etabliert habe. Ich durfte bereits Gastbeiträge für Mia und Fuma schreiben, wie zum Beispiel zum tollen Manga Say I Love You oder zu Anonymous Noise. Ich freue mich sehr, dass ich euch heute wieder eine Review vorstellen darf. Viel Spaß beim Lesen!

Sobald die neuen Programme der Verlage herauskommen, informiere ich mich darüber, welche Manga mich interessieren. Da mein Fokus hauptsächlich auf Shojo-Manga liegt, schaffte es auch „Jünger als ich“ auf meine Liste. Allerdings war ich noch etwas skeptisch, denn die Inhaltsangabe klingt nach etwas, das ich normalerweise nicht so mag: Eine Protagonistin, die älter ist als ihr Verehrer. Das ist natürlich mein rein persönlicher Geschmack und hat mich deshalb auch nicht davon abgehalten, den Manga trotzdem zu kaufen. Zum Glück, kann ich im Nachhinein sagen, denn der erste Band hat mir einiges Herzklopfen verschafft! Ich stelle euch also den ersten Band des Manga von Chihiro Hiro vor, der in Japan bereits mit 3 Bänden abgeschlossen ist. Im Juni und August erscheinen hierzulande die beiden letzten Bände bei Kazé.

Die fürsorgliche Mihoro, die sich stets um ihre vier Brüder kümmert, trifft auf ihrem Schulweg einen Jungen, der zusammengekauert vor seinem Fahrrad sitzt. Aus ihrer Gewohnheit heraus, helfen zu wollen, spricht sie ihn an. Es stellt sich heraus, dass der Junge, Chiei, eine Fahrradpanne hat. Da Mihoro die Schuluniform ihrer Schule bei ihm erkennt, fahren sie kurzerhand zusammen mit Mihoros Fahrrad zur Schule. Die beiden verstehen sich gut und so kommt es dazu, dass Chiei ab diesem Tag mit Mihoro zusammen in ihrem Klassenraum die Mittagspause verbringt.

Mir hat der erste Band von „Jünger als ich“ erstaunlich gut gefallen. Er konnte mich definitiv überraschen und hinterließ mich mit einem wohlig-warmen Gefühl. Warum das so war, versuche ich euch nun zu erklären.

Die Geschichte um Mihoro und Chiei ist sehr simpel und auch nicht weiter besonders. Mädchen trifft Junge, sie kommen gut miteinander aus, sie verlieben sich. Allerdings ist das Drumherum der Beiden schon etwas Besonderes. Zum einen haben wir die Protagonistin Mihoro. Mit ihr konnte ich mich extrem gut identifizieren, da ich ebenfalls eine typische große Schwester bin. In wenigen Panels wird hier vermittelt, dass sie sich sehr viel um ihre Geschwister kümmert, da ihre Mutter arbeitet (was mit dem Vater ist, weiß man nicht). Sie empfindet diese Fürsorge keinesfalls als Belastung, sondern sie ist gern hilfsbereit. Auch ihre Freunde bestätigen das nochmal, als sie ihr sagen, dass sie sich viel zu viel um alle kümmert, gleichzeitig aber auch super dankbar ihr gegenüber sind.

Zum anderen haben wir Chiei. Er ist wie bereits erwähnt ein Jahr jünger als Mihoro und wirkt sehr unbeschwert. Mihoro vergleicht ihn zu Anfang recht häufig mit ihrem kleinen Bruder, was Chiei gar nicht gefällt. Er zeigt Mihoro offen, dass er sie mag, was er mit seiner fehlenden Zurückhaltung begründet. Mit seiner sorglosen Art nimmt er nach und nach Mihoros Herz für sich ein. Und meins auch. Denn die Situationen, die er herbeiführt, haben auch mir oft Herzklopfen bereitet. Ein Beispiel dafür ist die Szene, in der er sich für Mihoro einen Spitznamen ausgedacht hat und sie darum bittet, sie „Miho“ nennen zu dürfen. Die Art und Weise, wie er das macht und auch Mihoros Reaktion darauf waren einfach süß.

Ich muss allerdings auch davor warnen, eine zu große Geschichte zu erwarten. Die Stärke des Manga liegt eindeutig in solchen Herzklopf-Momenten und nicht in der Geschichte an sich. Das merkt man auch daran, dass der Manga beispielweise das Thema Altersunterschied anspricht, es aber nicht groß ausspielt. Ich habe bis zum Ende des Bandes vollständig vergessen, dass Chie jünger ist als Mihoro. Wer also Lust auf diese Thematik hat, wird hier eher selten auf seine Kosten kommen. Dafür finde ich allerdings die Umsetzung der „Mihoro als große Schwester“ sehr gelungen. Es dauert eine Weile bis sie Chiei als Jungen wahrnehmen kann und nicht mehr als Bruder. Sobald sie das jedoch tut, kann sie differenzieren. Trotzdem spielen ihre Geschwister auch weiterhin eine Rolle. Zum Beispiel trifft sie zusammen mit Chiei im Kino auf einen ihrer Brüder. In solchen Szenen werden dann die Beziehungen zwischen den Geschwistern mit ins Spiel gebracht, was ich sehr gut finde.

Bisher sind die Geschwister von Mihoro auch die einzigen wichtigen Nebencharaktere. Es werden in der Schule noch ein paar Freundinnen von ihr gezeigt, die aber nicht weiter wichtig zu sein scheinen. Der Fokus ist ganz klar auf die beiden Hauptcharaktere gesetzt, was ich bei einer drei-bändigen Mangareihe auch absolut sinnvoll finde.

Auch der Zeichenstil unterstützt dies, denn besonders die Gesichtsausdrücke der Protagonisten werden stark in Szene gesetzt. Der Zeichenstil ist an sich eher schlicht gehalten, es gibt wenig aufwendige Hintergründe und die Dialoge der Charaktere stehen im Fokus. Besonders auffällig sind die Nahaufnahmen der Gesichter, wobei die Augen am meisten herausstechen. Für mich ist das immer ein Indiz dafür, dass die Gefühle der Figuren im Mittelpunkt stehen und das kann man auch hier sehr gut erkennen. Der Textaufwand ist nicht groß, wie es für Shojo-Mangas typisch ist. Der Manga lässt sich also leicht lesen.
Zuletzt möchte ich noch kurz etwas zum Ende des ersten Bandes sagen. Mich hat das Ende sehr überrascht. Die Geschichte verläuft eigentlich die ganze Zeit recht vorhersehbar und wie man es schon aus anderen Manga kennt. Der Schluss jedoch ist mal etwas anderes. Ich möchte ihn noch nicht verraten, aber ich denke, es wird sowohl Leute geben die sagen „Cool, mal was anderes (nicht unbedingt neues)“ und auch welche die sagen „So kann man einen Manga auch künstlich in die Länge ziehen“. Mir persönlich hat es ganz gut gefallen und ich bin gespannt, wie es im nächsten Band weitergeht.

Wir haben hier einen klassischen Shojo-Manga, der Leserinnen und Lesern gefallen wird, die gern süße Liebesgeschichten lesen. Die Geschichte hält keine großen Überraschungen bereit, kann aber mit vielen schönen Szenen der Hauptcharaktere überzeugen. Mihoro und Chiei sind mir bereits im ersten Band ans Herz gewachsen und auch die Zeichnungen sind durch ihre minimalistische Schönheit ein echter Hingucker. Wer so wie ich ein Problem mit Altersunterschieden hat, braucht keine Angst haben, das Thema wird nicht zu sehr ausgereizt. Außerdem werden sich die fürsorglichen großen Schwestern und Brüder von euch angesprochen fühlen, davon gehe ich aus.

Für diese herzerwärmende Geschichte gebe ich daher als Ersteindruck 8 von 10 Herzchen.


*

[amazon_link asins=’288951031X,2889510328,2889510336′ template=’ProductCarousel’ store=’de-1′ marketplace=’DE’ link_id=’540ef133-5240-11e8-a919-4dacbae3a4d7′]

*Diese Links führt direkt zu Amazon. Wir nehmen am Amazon Partnerprogramm teil. Für dich bedeutet das, wir erhalten für über diesen Link gekaufte Produkte eine Provision, es entstehen aber keine Mehrkosten für dich.


Diese Rezension spiegelt lediglich die persönliche Meinung des Autors wider und nicht die von House of Animanga.

Unterstütze uns durch das Teilen dieses Beitrags.
Loading Likes...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.