Manga Review: Keine Cheats für die Liebe Band 1

Der neue deutsche Manga Verlag Altraverse hat eine wunderschöne Liebesgeschichte zwischen zwei Otakus veröffentlicht. Der erste Band ist offiziell am 26. April erschienen, der zweite wird am 21. Juni 2018 erscheinen. Wie ihr von unseren Anime Season Beiträgen schon wisst, schauen wir auch gerade den Anime. Da hat es also gut gepasst, dass der Manga hier erschienen ist. Vielen herzlichen Dank an Altraverse, dass sie uns den ersten Band zur Verfügung gestellt haben.

Narumi hat ihren ersten Arbeitstag bei einer neuen Firma, wo sie im Büro arbeiten wird. Als sie gerade von einer netten Kollegin durch die Firma geführt wird, entdeckt sie ein bekanntes Gesicht: ihr Kindheitsfreund Hirotaka arbeitet auch hier! Sie haben sich ewig nicht mehr gesehen, dennoch verstehen sie sich gut. Das hat auch einen Grund: sie sind beide Otakus. Er ist eher der Zocker, während sie ein stolzer Fujoshi ist. Beide verstehen sich trotzdem sehr gut und trinken auch hier und da mal ein Bier nach der Arbeit. Ob sich daraus noch mehr entwickeln kann?

   

Wie auch beim Anime, war ich sehr aufgeregt wegen des Manga. Ich hatte Sorge, dass er mir nicht gefällt. Vom Setting her ist es genau das Richtige für mich: eine Liebesgeschichte zwischen Otakus. Das kann doch nur gut werden, oder? Ich denke ja. Und das hat der Manga auch sehr gut beweisen können. Der Manga ist auf jeden Fall etwas besonderes. Er kostet mit 10€ mehr als die anderen Altraverse Mangas, weil er im Großformat ist. Noch dazu hat er 8 Farbseiten am Anfang vom Band um die Story einzuleiten.

Ich liebe das Setting sehr und auch die Charaktere haben es mir angetan. Wer wünscht sich nicht, mit anderen Nerds im Büro zusammenzuarbeiten, mit denen man den Feierabend oder die Mittagspause verbringen kann? Nunja, Narumi wünscht sich das nicht. Sie ist die Hauptcharakterin des Mangas und sie möchte nicht als Nerd auf der Arbeit hervorstechen. Da kann man an ihrer Stelle fast schon von Unglück sprechen, dass ihr Kindheitsfreund Hirotaka auch hier bei ihrer neuen Arbeitsstelle arbeitet und sie direkt vor ihren Kollegen fragt, ob sie zur Comiket gehen wird.

Vielleicht war das aber auch gut so für Narumi. Ihre letzten Beziehungen waren alle mit “Normalos” und jeder hat sie verlassen, als es raus kam, dass sie ein Otaku ist. Die logische Schlussfolgerung ist, dass sie jetzt einen Freund bekommt, der über sie Bescheid weiß und bei dem sie sich so geben kann, wie sie wirklich ist. Aus Kollegen wird so eine Beziehung, welche auch im Büro nicht die einzige Beziehung von Otakus ist. Die vier verbringen seitdem viel Zeit miteinander, gehen nach der Arbeit was trinken oder treffen sich gemeinsam für einen Spieleabend.

Es gibt so viele Gründe, warum ich diesen Manga mag und froh bin, ihn gelesen zu haben. Der Manga ist eine Mischung aus Comedy und Romance, ich bin eh ein großer RomCom-Fan. Ich lese zwar auch Romance Mangas, aber viele sind über die Schulzeit oder generell mit zu jungen Charakteren, da kann ich mich nur schwer rein finden. Hier geht es aber endlich mal nicht um die Schule, sondern um die Arbeitswelt mit erwachsenen Charakteren. Narumi und Hirotaka sind 26 Jahre alt und somit genau in meinem Alter. Das freut mich wirklich sehr. Außerdem arbeiten beide genauso wie ich im Büro und sie gehen auch auf Conventions, die Parallelen hören nicht auf. Es ist wirklich schön und ein großer Unterschied, endlich mal etwas erwachsenes und mit vielen Otaku Anspielungen zu lesen.

Der Manga macht auch kein Halt vor Parodien oder aktuellen Witzen. So streiten sich alle auf einer Seite, welche Fraktion bei Neon Genesis Evangelion am Besten ist, Ayanami, Asuka, Mari oder Einheit 01 oder zwei der Charaktere zeigen ein Kabedon. Solche Sachen werden dann auch immer erklärt, damit man diese auch ohne Vorwissen verstehen kann, was ich sehr gut finde. Es handelt sich hierbei um das Erstlingswerk der Mangaka, die damit ihr Debüt in Deutschland und in Japan feiert. Der Manga läuft seit April 2014 und ist noch nicht abgeschlossen, in Japan sind bisher 5 Bände erschienen. Sie hatte den Manga ursprünglich privat auf Pixiv veröffentlicht, dank dem Verlag Ichijinsha ist die Geschichte aber auch als Manga im Taschenbuchformat erschienen.

Wie Mia oben bereits geschrieben hat, bin auch ich sehr froh über das neue und recht erfrischende Setting. Es tut gut auch einfach mal ältere Charaktere in ihrem normalen Otaku-Alltag zu sehen, da fühlt man sich einfach etwas mehr zu hause. Bei mir ist mein letzter Schulbesuch (und ich rechne die Berufsschule jetzt nicht mit) mittlerweile auch gut 14 Jahre her…. Ach ja man wird eben nicht jünger… kann ich mal bitte mit Benjamin Button tauschen? Aber ob das besser ist? Naja wie gesagt, mir gefällt es auch super endlich mal einen neuen Blickpunkt serviert zu bekommen.

Dabei gefällt mir gerade auch Hirotaka sehr gut, da ich mich stellenweise sehr gut mit ihm identifizieren kann. Wobei ich gerade solche Handlungen wie das Rauchen nun so gar nicht verstehen kann und das irgendwie ein wenig out of Charakter finde. Im Gegensatz dazu finde ich persönlich Narumi äußerst unangenehm. Sie ist egoistisch und Super-oberflächlich, was in meinen Augen jetzt nicht die besten Werte bei einer Frau sein sollten. Dazu kommt natürlich ihr Fujoshi-tum welches ihrem Charakter nicht gerade gut tut….^^”

Dazu kommt die Sache mit den Charakterbögen die Mia bereits erwähnt hat. Die fand ich zwar auch sehr cool, allerdings bin ich der Meinung das sie ein komplett falsches Bild von den Charakteren vermitteln. Wenn ich da allein Hirotaka´s Freund und Kollegen Kabakura, nehme, der im Charakterbogen als Normalo mit winzigen Anleihen zum Otaku vorgestellt wird, in den Storys selbst aber Teil der Szene ist. Das finde ich unglaublich widersprüchlich, ich vermute aber das die Bögen eher ein grobes Indiz sind und vermutlich vorab existiert haben.

Auch wenn es jetzt aus sieht als hätte ich viel gemeckert, wurde ich von diesem ersten Band/wie auch vom Anime sehr gut unterhalten. Das Fehlen des roten Fadens/der durchgängigen Handlung ist hier auch verschmerzbar, da es wie Mia schon geschrieben hat, sehr Sketchlastig ist. Damit finde ich zwar den Überblick wo ein Kapitel anfängt und aufhört etwas schwer aber es passt zur Story glaube ich besser als es eine durchgängige Handlung getan hätte.

Der Manga hat selbst keinen roten Faden, d. h. die Charaktere leben eher vor sich hin, mit einzelnen Sktechen, die manchmal nur eine Seite lang sind, aber manchmal auch länger. Für die vier Hauptcharaktere gibt es jeweils eine Seite mit einer äußerst ausführlichen Vorstellung. Da gibt es dann einen kurzen Steckbrief und einen langen Text, um sie zu beschreiben. Das fand ich echt schön, da das im Anime zwar auch zwischendrin eingeblendet, jedoch nicht übersetzt wurde. Wer also mehr ins Detail gehen möchte und die Charaktere besser kennen lernen möchte, sollte sich unbedingt den Manga holen.

Der Anime hat zwar auch seinen Charme, es gab aber dort ein paar Stellen, die ich im Anime nicht verstanden hatte. Diese waren dann im Manga doch etwas deutlicher zu verstehen dargestellt, das fand ich positiv. Ob man zuerst den Anime sehen oder zuerst den Manga lesen sollte, kann ich euch gar nicht beantworten. Jeder wie er möchte, der Anime legt aber mit dieser Vorlage eine sehr gute Umsetzung vor und lässt nur weniges weg, dichtet aber auch ein bisschen was dazu.

Ich kann den Manga wirklich nur jedem Nerd oder Otaku empfehlen, besonders wenn man schon etwas älter ist und genug von Schulsettings hat. Ich freue mich sehr auf den zweiten Band und bin jetzt schon traurig, dass der Anime nur 11 Folgen haben wird. Ganz klare Empfehlung meinerseits!

Eure


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1 Antwort

  1. hellspawn2501 sagt:

    Gute Entscheidung von Altraverse hier den Manga zu veröffentlichen. Storymäßig brauch ich ja nichts groß zu sagen. Was mir im Anime sehr gefiel, weiß auch in der gedruckten Fassung zu überzeugen. Wenn ich die Texte mit dem Anime vergleiche hat man auch gute Übersetzerarbeit geleistet anscheinend (vorausgesetzt die Untertitel des Anime waren halbwegs gut ^^). Die Entscheidung “Asashi Suuuuuper Dryyyyy” in den hier bekannten Sail Away Spot umzuwandeln fand ich ebenfalls gut angepasst und behielt den gag der Szene bei. Da dürften die meisten Leser wohl mehr mit anfangen können. Wobei ich mir vorstellen kann das darüber einige rummaulen könnten. ^^”
    Druck und Format sagten mir auch sehr zu und ich fand es auch nett, das man die kleinen Bemerkungen der Autorin unter der Seite beibehielt. Erst verwirrte mich das was, aber dann gefiel es mir mit fortschreitenden Lesen im Band, da witzige Bemerkungen wie “Vor einen Boss Battle kann man nicht fliehen dabei sind”.
    Nachdem Altraverse hier und bei Gancrest so gute Arbeit geleistet hat, schaue ich auch voller Erwartung dem nächsten Schwung Titel entgegen.

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