Manga Review: Interviews mit Monster-Mädchen Band 1

Nein, Interviews mit Monster-Mädchen hat nichts mit dem Manga die Monstermädchen zu tun. Das dachte ich aber zuerst, als ich den Titel gelesen hatte. Jedoch hat eine Recherche Licht ins dunkle gebracht. Der Anime lief Anfang 2017 mit 13 Folgen und kann bei Crunchyroll mit japanischer Synchronisation und deutschen Untertiteln angesehen werden. Wir hatten ihn damals nicht im Simulcast gesehen, den Anime wollte ich aber gerne irgendwann noch schauen. Aber erst einmal haben wir den Manga gelesen, weil Altraverse diesen in seinem Programm aufgenommen hat. Wir danken Altraverse für das Rezensionsexemplar, damit wir uns Band 1 mal anschauen konnten.

Unter den Menschen gibt es einige besondere Exemplare. Es handelt sich dabei um Ajins, die jedoch von den jungen und hippen Menschen Demis genannt werden. Sie sind zwar Menschenähnlich, aber unterscheiden sich dennoch auf ihre ganz eigene Art und Weise. Die Rede ist von Vampiren, Dullahans, Sukkuben, Schneefrauen und weiteren Arten. Der Biologielehrer Tetsuo Takahashi möchte sein Leben lang schon Ajins erforschen und interviewen. Das hat  bisher nicht geklappt, bis drei seiner Schülerinnen und sogar eine Lehrerin sich als Ajins preisgeben. Zu Studienzwecken interviewt er sie nun.

   

Ein Mann, der sein Leben lang davon träumt, Demis kennen zu lernen, trifft auf einen Schlag und ganz plötzlich vier ganz unterschiedliche Exemplare. Mir persönlich kam das viel zu plötzlich. Er hat grad mal grob davon erzählt, schon trifft er eine nach der anderen und es sind natürlich alles Mädels. Ich persönlich hätte es viel besser gefunden, wenn eine nach der anderen aufgetaucht bzw. sich gezeigt hätten. Aber okay, ich kam da beim Lesen schnell drüber hinweg. Die Mädels haben nämlich im ersten Band ihre eigenen Kapitel wo man etwas mehr über sie erfährt.

Insgesamt weiß der Manga durch seine Comedy zu überzeugen. Dazu gibts liebenswerte Charaktere, die alle ganz eigene Probleme haben. Zwischen drin werden Themen wie das alleine sein und Mobbing thematisiert, was sehr gut in die Story rein passt und sorgfältig behandelt wird. Fand ich sehr positiv und auch gut gemacht. Da es ein Schul-Setting mit jungen Mädels ist kann man so Sachen sehr gut einbauen.

Was man natürlich auch gut einbauen kann, sind Momente zwischen den Mädels und dem Lehrer. Beim Lesen hatte ich dann teilweise das Gefühl, ich würde einen nicht so guten Harem lesen. Aber Ecchi oder ähnliches hat man hier überhaupt nicht, alles sehr unschuldig. Dafür wirken die einzelnen Interviews mit den Mädels eher wie Sprechstunden beim Doktor. Eine nach der anderen kommt dran, erzählt von sich, beantwortet fragen, und das wars dann auch schon. Zwischen drin gibts lustige Szenen und am Ende von jedem Kapitel eine 4-koma-Seite.

Durch diese Art, wie er die Mädels nacheinander “abhandelt” wirkt alles sehr zusammenhanglos. Es ist kein richtiger roter Faden zu erkennen, es dümpelt alles eher so vor sich hin, von Comedy Szene zu Comedy Szene, mit ernsten Stellen dazwischen. Leider ist das ein großes Problem von vielen Comedy Mangas und ich persönlich mag es nicht so gerne. Nicht falsch verstehen, ich liebe das Genre Comedy bei Mangas sehr, aber hier wirkt es eben eher wie ein zusammengewürfelter Haufen ohne Plan und das mag ich nicht so gerne.

Das Thema an sich ist aber cool. Wer wollte nicht schon immer mal einen waschechten Vampir Fragen stellen? Oder das Gefühl kennenlernen, wenn man von einem Sukkubus berührt wird? Generell finde ich solche Monster unheimlich interessant und von daher interessiert mich die Thematik schon sehr. Das ist aber wohl auch einer der einzigen Gründe, warum ich weiter lesen möchte. Die Mädels an sich sind süß und lieb, aber gefunkt hat es bei keiner von ihnen. Da ist vom Charakter her leider keine dabei, wo ich denke “Die mag ich total, von der möchte ich noch viel mehr erfahren!”.

   

Interviews mit Monster Mädchen gehörte auch zu meinen Favoriten beim ersten Line-up. Ich hab gelegentlich gutes über den Anime gehört und relativ wenig schlechtes, also war ich durchaus gespannt. Das die Reihe aber selbstverständlich nichts mit Monster Mädchen zu tun hat, war mir von Anfang an klar. Das war mir auch etwas abstrus als Mia mir dass beim schreiben dieses Betrags ganz Stolz verkündete. Das es aber ein Comedy Manga ist, war mir klar, abgesehen davon, war es mir aber nicht so klar, was mich denn wohl erwartet.

Leider muss ich gestehen das mir die Struktur des Manga so gar nicht gefällt. Mia hat oben ja bereits meine Worte eines Arzt-Besuches verwendet. So fühlte es sich für mich als Leser aber auch an. Als wäre ich gerade bei einer Sprechstunde und würde nach und nach die Probleme der Damen anhören. Das fand ich durchaus Schade, da so einfach kein rechter Erzählfluss entstehen wollte und alles so abgehackt und eigenständig wirkt. Wotakoi hat dort in meinen Augen leider einen viel besseren Job gemacht, obwohl das auch so Episodisch aufgebaut ist.

Leider ging mir auch keiner der Charaktere so sonderlich nah, sodass ich auch auf dieser Ebene keinen wirklichen Anker-Punkt für mich finden konnte. Der Gedanke rund um die Demi´s sind ja durchaus nett, aber wie Mia geschrieben hat, ist es teils einfach nur Absurd. Erst beschwert sich Takahashi darüber noch nie einem Demi über den Weg gelaufen zu sein und plötzlich sprießen die Dinger wie Unkraut aus dem Boden? Ein schwerer Fall von Plot würde ich da sagen. Dazu kommt das Sache mit dem Dullahan, dessen Existenz und gerade hier auch weibliche Darstellung mich irgendwie ein gutes Stück mehr verschreckt, als es eine Lamia oder ein Slimegirl machen würden.

Abgesehen davon ist der Manga ganz okay. Er ist in meinen Augen leider nichts besonderes und vielleicht macht der Anime hier einen deutlich besseren Job. Soll es ja auch geben. Meinen Nerv hat der Manga aber leider nicht so recht getroffen. Vielleicht liegt das auch daran, dass mir Yokai lieber gewesen wären als die A-typischen westlichen Monster. Kommt in Band 2 wohl noch ne Mumie und ein Werwolf hinzu… vermutlich. Wer also auf kurze Rom-com Stöße steht, wird hier sicherlich genau den richtigen Manga vor finden.

Auch wenn mich die Tatsache mit dem fehlenden roten Faden, den zusammenhanglosen Kapiteln und dem fehlenden Interesse an den Hauptcharakteren stört, wurde ich dennoch gut unterhalten und musste oft schmunzeln. So gesehen macht der Manga also im Kernpunkt alles richtig und bietet zeitlich sogar noch eine gute Aufarbeitung von ernsten Themen und die Monster stehen im Vordergrund. Wer also an genau solchen Monstern interessiert ist und dabei gerne noch lachen möchte, ist hier richtig. Süße Mädels, die über ihr außergewöhnliches Leben sprechen reichen eben manchmal auch aus, um gut unterhalten zu werden.

Eure


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