Anime Movie Review: Batman Ninja

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Habt ihr euch schon mal vorgestellt, wie es wäre, wenn Batman, seine Leute und einige Bösewichte aus Gotham ins alte Japan teleportiert werden würden? Ich auch nicht. Aber genau das müssen sich wohl einige der besten Künstler Japans gedacht haben und haben es kurzerhand einfach als Animationsfilm umgesetzt.

Ich hatte bereits relativ früh von dem Projekt durch einen Trailer in meiner Twitter Timeline erfahren und endlich ist es so weit. Gestern ist der Film hierzulande mit deutscher Synchronisation auf Blu-Ray erschienen und wir haben ihn uns direkt angesehen. Und ich muss ganz ehrlich sagen: ich habe was völlig anderes bekommen, als ich vermutet hätte. Aber war trotzdem geil. Und ich erkläre euch gerne, warum.

Batman trifft Anime. Eine neue Geschichte sorgt dafür, dass der Dunkle Ritter in das Land der aufgehenden Sonne reist. Oder besser gesagt, er wird mit einer Zeitreisemaschine dorthin befördert. In Gotham City ist Gorilla Grodd damit beschäftigt, seine Zeitreisemaschine an einer Truppe von Gothams Schurken in die Vergangenheit zu befördern. Alles kommt jedoch anders als geplant und plötzlich befinden sich Grodd, die Bösewichte und auch Batmans Gefolgsleute im alten Japan wieder. Dort regiert der Lord Joker und terrorisiert die Bewohner mit seiner Herrschaft, Harley Quinn steht ihm zur Seite. Er fordert die Vernichtung von Batman, hat da aber die Rechnung ohne die Unterstützer des Dunklen Ritters gemacht. Wird er Joker und die anderen Schurken aufhalten können, die Geschichte neuzuschreiben?

   

Ich nehme mal an, die meisten von euch kennen Batman. Den Mann mit der tiefen Stimme, dem Fledermaus-Anzug und den coolen Gadgets. Doch was passiert, wenn er sich plötzlich im alten Japan wiederfindet? Ich finde dieses Setting echt cool. Und die Art und Weise, wie sie nach Japan kommen ist auch vollkommen okay. Ich habe mich schon gewundert, wie das denn sinnvoll eingebaut werden soll. Eine Zeitmaschine ist da aber definitiv ein gutes Stilmittel.

Am Anfang sieht man eine kurze Sequenz im Arkham Asylum mit Grodd und der Zeitmaschine, dann zieht sich das ganze Ding zusammen wie bei einem schwarzen Loch und das nächste was man sieht ist dann Batman auf einer Straße in Japan. Die Menschen haben erfurcht vor ihm und schließen bei seinem Anblick sogar die Fenster. Batman bekommt auch recht schnell raus, wieso: Joker ist der Herrscher der Region. Batman trifft auch relativ schnell auf eine seiner Verbündeten, nämlich seine langjährige Freundin Selina alias Catwoman. Sie erzählt ihm dann, dass er erst 2 Jahre nach den anderen in Japan angekommen ist.

Joker hat diese 2 Jahre sehr gut genutzt. Er lebt mit Harley in einem riesigen Schloss, dass in dieser Zeit umgebaut wurde. Er kann das Gebäude nämlich in einen Gundam verwandeln. Ja, kein Scherz, ein Gundam. Man muss wirklich dazu sagen, dass der Film total verrückt ist. Er ist aber auch sehr schwer mit anderen Batman Animationsfilmen zu vergleichen. Das hat den Hintergrund, dass es sich hier tatsächlich um einen Animefilm handelt, was für das Batman Franchise äußerst selten, wenn nicht sogar einzigartig, ist. Dadurch ist der Film aber auch sehr eigenwillig. Die Charaktere sind in einem besonderen Look und kommen im schicken Cellshading-Design daher. Man gewöhnt sich recht schnell daran. Um diesen Kontrast zu zeigen ist es ein wirklich tolles Stilmittel. Ich hätte es zwar gerne komplett im Anime-Stil gehabt, aber so war es auch mal was anderes. Außerdem sind die Hintergründe auch sehr Animelastig gehalten und dadurch oftmals wunderschön. Gerade, wenn sich der Himmel verändert oder generell Natur zu sehen ist, sieht man, wie viel Mühe sich hier gegeben wurde. Es sieht wirklich atemberaubend aus an einigen Stellen.

Was die Charaktere angeht erleben die wirklich einiges komplett verrücktes. Wir bekommen hier nicht nur Actiongeladene Kämpfe zu sehen, sondern auch ein Batmobil im Einsatz, viel, viel Gundam Action und auch einiges tierisches zu sehen wie Fledermäuse und Affen. Der Film wirkt an vielen Stellen auch sehr überzeichnet, was aber zum gesamten Setting umso besser passt. Ich würde einige Stellen auch als Trash bezeichnen, aber gut gemachter Trash. Einfach so bekloppt und unpassend, dass es schon wieder passend ist. Interessant war auch eine längere Szene im Film, die aufgrund ihrer Beschaffenheit der Story in einem komplett anderen Zeichenstil gehalten ist. Sehr wahrscheinlich, um die Szene besser zum Ausdruck zu bringen. Die Zeichnungen hatten auf jeden Fall etwas, auch wenn ich den normalen Zeichenstil der übrigen Szenen schöner fand.

Animiert wurde der Film vom Studio Kamikaze Dōga, während der Vertrieb über Warner Bros. Entertainment erfolgte. Kazuki Nakashima, bekannt durch Kill la Kill, war verantwortlich für das Drehbuch, während das Characterdesign von Takashi Okazaki stammt. Er dürfte einem durch Afro Samurai ein Begriff sein. Der Film war seit 2014 in Entwicklung. Kein Wunder, denn die Kampfszenen wurden mit realen Darstellern choreographiert und anschließend in animierte Bilder umgewandelt. Man merkt einfach auch, wie viel Liebe hier rein gesteckt wurde. Die Originalsprache ist übrigens Japanisch und der Film erfüllt ansonsten alle Kriterien, um als Animefilm bezeichnet zu werden. Der Film ist auch bei My Anime List gelistet.

   

Das der dunkle Ritter seine Künste nicht allzu weit entfernt von den Japanern gelernt hat, dürfte offensichtlich sein. Die Batarangs sind eindeutig an Ninjasternen bzw. Kunai angelehnt und auch die Gadgets wie die Rauchbombe stammt daher. Somit war es nur eine Frage der Zeit, bis irgendwann mal ein solches Werk entsteht. Allerdings muss ich gestehen ist es etwas anderes geworden als ich erwartet hatte. Meine Erwartungen gingen eher in Richtung Basilisk, während das Endergebnis eher eine Art Gurren Lagann ist. Was ja per se nichts schlechtes ist.

Damit einhergehend ist es unvermeidlich dem Film eine gewisse Trashigkeit anzuerkennen. Wenn auch Edel-Trash. Wenn man aber im Hinterkopf hat, dass Kazuki Nakashima verantwortlich ist, war eigentlich nichts anderes zu erwarten. Teilweise sitzt man während des Filmes da und denkt sich nur so “What the Fuck?!?!?” gucke ich hier grade? Und, dass es gar nicht mehr absurder werden kann. Nur damit es eine Sekunde später getoppt wird. Ich habe den halben Film grinsend hier gesessen und war mehr als köstlich amüsiert.

Der Animationsstil war schlichtweg der Hammer und gerade auch die Kampfszenen hätten nicht besser aus einem Anime stammen können. Dabei fand ich es auch super, dass sie den harten Kern der Batfamilie mit genommen haben. Alle 4 Robins waren in ihren jeweils aktuellen Rollen (Nightwing, Red Hood, Red Robin & Robin) vertreten und selbst Alfred ist mit von der Partie. Dabei habe die Japaner auch die Charaktere sehr gut getroffen. Allen voran natürlich auch einen grandiosen Joker, der von einer treudoofen Harley begleitet wurde. Der Film ist einmalige Kost und absolut empfehlenswert!!

Insgesamt muss ich sagen, dass der Film sehr schnelllebig ist. Es geht Zack von einem Geschehen ins nächste und der Höhepunkt am Ende ist sehr, sehr lang und auch ein bisschen langatmig. Insgesamt ist man aber so in der Story gefesselt, dass das im Nachhinein mehr negativ im Kopf bleibt, als es tatsächlich beim Ansehen war. Hier wurde einfach ein komplett beklopptes Konstrukt erschaffen und ich muss sagen, dass ich mich dadurch köstlich unterhalten gefühlt habe. Von daher hat der Film in meinen Augen am Ende, gerade durch seine seltsame Art und Weise, alles richtig gemacht. Vor allem, wenn ihr Animes mögt und Batman Fan seid, solltet ihr euch den Film unbedingt ansehen. Gerne auch, wenn ihr nur Anime mögt und gar kein Batman Fan seid, vielleicht lernt ihr dann durch den Film, dass Batman auch anders kann, als man es sonst von ihm kennt. War auf jeden Fall eine schöne Erfahrung und wird garantiert nicht das letzte Mal gewesen sein, dass wir den Film gesehen haben! Von mir bekommt der Film 8 von 10 coolen Gadgets.

Eure


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Mia

Hallo ihr lieben. Mein Name ist Mia und ich bin 25 Jahre alt. Ich liebe Animes und Mangas über alles, bin aber auch ein absoluter Film- und Serienjunkie oder lasse meinen Abend auch gerne mit zocken ausklingen und habe auch nichts gegen ein gutes Buch am Wochenende.

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