Manga Review: Tanya the Evil Band 1

Seit ich den Anime von The Saga of Tanya the Evil gesehen habe, wünsche ich mir eine Fortsetzung der Story. Viel zu kurz waren die 12 Folgen und die Wahrscheinlichkeit auf eine zweite Staffel sind nun leider nicht die größten. Also muss ich mir ja zwangsläufig anderweitig aushelfen, was dazu geführt hat, dass ich mir bereits die ersten beiden Bände der Light Novel besorgt habe. Nur kam ich einfach nicht dazu sie zu lesen.

Eine weitere Möglichkeit bietet mir Egmont Manga, die den Manga lizensiert haben und der bereits seit ein paar Tagen überall vorhanden ist. Da es meist ein recht heikler Pfad zwischen den Adaptionen ist, bin ich natürlich gespannt wie sich der Manga im Vergleich zum Anime schlägt (auch wenn mir aktuell noch der Vorlagenvergleich fehlt). Ein großes Dankeschön also an Egmont Manga für das bereitstellen des ersten Bandes und viel Spaß bei meiner Review.

Ist das Leben eines japanischen Angestellten nicht hart? Tag ein Tag aus schuftet man sich zu Tode und dann kommt solch ein dahergelaufener externer Mitarbeiter und feuert dich. Wer könnte es einem also verdenken, sich an dieser Person zu rächen und selbige mal eben vor den einfahrenden Zug zu werfen? Selbst Gott sollte solch einer Sünde doch gnädig gestimmt sein?

Noch während des Falles wird der Externe Mitarbeiter in einer Zeitblase eingesperrt und führt ein Zwiegespräch mit Gott. Doch dieser ist erzürnt über den verlorenen Glauben der modernen Welt. Zur Strafe schickt er den Mann nicht etwa in die Hölle, er schenkt ihm ein neues Leben, als Mädchen in einer Welt voller Magie und in einem Land das unmittelbar vor Kriegsbeginn steht.

Unter dem Namen Tanya Degurechaff muss der Angestellte nun um sein Überleben kämpfen und das nicht nur gegen die Kriegsgegner sondern auch gegen das mächtige „Wesen X“, welches ihn egal zu welchen Kosten, am Ende doch noch zu einem Gläubigen machen will.

   

Drei Adaptionen, drei verschiedene Startpunkte. Während uns der Anime zu Beginn im Schatten lässt wer oder warum Tanya ist wer sie ist, geht die Light Novel einen sehr ähnlichen Weg. Diese beginnt allerdings mit der Geburt von Tanya und wirft uns nicht so ins geschehen wie der Anime. Der Manga wiederum geht eine völlig andere Route. Hier beginnen wir in „unserer“ Welt und bekommen direkt am Anfang erzählt um wen es sich bei dem Protagonisten handelt. Mein persönlicher Favorit dürfte hier denke ich der Anime sein, dicht gefolgt von Light Novel und zum Schluss der Manga.

Das ist aber komplett persönliches Empfinden. Meine Probleme mit dem Manga haben leider eine etwas tiefere Natur und es tut mir wirklich leid, dass ich das ganze hiermit schon anfangen muss. Dabei ist der Manga grundsätzlich keine allzu schlechte Adaption (zumindest was ich soweit vom Anime kenne). Allerdings kommt es mir so vor, als wäre die Zielgruppe des Manga keineswegs ein neues frisches Publikum, sondern jene Leute die eine der anderen beiden Adaptionen bereits kennen.

Denn genau hier liegt das Problem des Manga in meinen Augen. Ein geradliniger Storyverlauf ist soweit zwar weitestgehend vorhanden, allerdings fühlt es sich alles unglaublich gehetzt an und so als würden mittig einfach so viele Sachen fehlen. Als würde der Manga viele der bekannten Stationen abklappern um seine „Mission“ zu erfüllen. Mir ist zwar bewusst, das solche Adaptionen häufig von Nachwuchskünstlern übernommen werden um erste Erfahrungen zu sammeln, manchmal frage ich mich dann aber doch, in wie weit der zuständige Redakteuer hier wohl eingegriffen hat.

Wie gesagt, ist die Story der größte Schwachpunkt am Manga, für all jene, die hier also den Startpunkt suchen, könnte der Manga eventuell etwas verwirrend und stationär wirken. Tanya klappert einen Ort nach dem nächsten ab und steigt ohne großes Zutun stetig weiter auf. Etwas schade, denn würde sich der Manga ein klein wenig mehr Zeit lassen, könnte er echt bombastisch sein.

Denn eins der größten Pluspunkte des ganzen sind die wirklich sehr gut gelungenen Zeichnungen. Diese sind selbst in heftigen Action-Sequenzen noch sehr übersichtlich und unheimlich detailliert. Ich liebe es ja abgrundtief wenn Zeichnungen so gut sind, dass es Spaß macht sie ein paar Minuten länger zu betrachten und genau das hat der Mangaka hier auf jeden Fall herausragend umgesetzt. Selbiges gilt für das Charakterdesign. Wie auch der Anime schafft es der Manga hervorragend den Wahnsinn der einzelnen Charaktere darzustellen und die schönsten Grimassen zu zaubern.

Genau deshalb finde ich es ja so schade, dass der Manga im Story Segment versagt, denn zeichnerisch gibt es wirklich wenig zu meckern. Wobei sie ja ein paar gute und interessante Stationen bereits in diesem Band abgeklappert haben, wie etwa ihre Zeit in der Traningseinheit für die Experimentellen Waffen und ihr Solo-Manöver welches ihr den tollen Zweitnamen „Silberschwinge“ eingebracht hat. Dabei macht der Manga auch einen guten Job was die inneren Monologe und die psychologischen Kämpfe zwischen Tanya und ihren Vorgesetzten angeht.

Ebenfalls sollte hier wohl lobend erwähnt werden, dass sich der Manga auch die „Zeit“ nimmt Referenzen/Anspielungen näher zu erläutern und zu erklären. Von einer Vorstellung von Nietzsche mit seinem Zitat „Gott ist Tot“, über die „Gebrüder Wright“ bis hin zu „Sieg oder Walhala“ ist eine ganze Menge vertreten. Seinen Lernauftrag erfüllt der Manga hier auf jeden Fall!

Zusammengefasst bleibt also die große Frage offen, wer den die Zielgruppe des Manga ist und wem ich den Manga empfehlen würde. Ich persönlich denke, dass er für Neueinsteiger in das Franchise nicht so günstig ist. Daher würde ich ihn wohl in erster Linie all jenen empfehlen, die bereits den Anime kennen. An alle die nichts desto trotz daran Interesse haben, kann ich nur sagen: Wenn ihr actionreiche Kriegsszenarien mögt und es für euch akzeptabel ist, dass sich die Ereignisse etwas übereilt anfühlen schlagt ruhig zu.

Wer sich noch unsicher ist, kann gerne mal bei Crunchyroll, die den Anime im Sortiment haben reinschnuppern. Als Ergänzung/Wiederholung finde ich den Manga aber durchaus gelungen und die ganzen Erklärungen wirklich ein interessanter Einwurf. Ich hatte soweit also meinen Spaß und denke das ich trotzdem zumindest mal in den zweiten Band reinschnuppern werde.

Euer


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