Anime Review: Wotakoi – Keine Cheats für die Liebe

Die geschätzte Lesezeit für diesen Beitrag beträgt 7 Minuten.

Hier geht es zu unserer Review zum ersten Band vom Manga

Ich wollte den Anime unbedingt ansehen! Aber ich wollte ihn auch nicht ansehen. Ich hatte Angst, dass er mich enttäuscht. Bei dem Titel und dem, was ich über den Anime und den Manga bisher gehört habe, konnte er meine Erwartungen eigentlich gar nicht erfüllen oder übertreffen. Der Anime hat es aber tatsächlich doch geschafft. Daher bin ich unfassbar froh, dass wir ihn im Rahmen der Anime Season wöchentlich geguckt haben! Der Anime heißt im Japanischen übrigens Wotaku ni Koi wa Muzukashii, was mit Wotakoi abgekürzt wird. Im Englischen heißt er Love is Hard for Otaku. Die deutsche Übersetzung Keine Cheats für die Liebe finde ich um einiges schöner!

Bei dieser Review handelt es sich um eine gekürzte Zusammenfassung meiner wöchentlichen Beiträge im Rahmen unserer Anime Spring Season 2018 Beiträge. Das, was ich dort geschrieben habe, beläuft sich auf insgesamt 3000 Wörter und wer das nicht wöchentlich mitverfolgt hat, kann das selbstverständlich auch nicht so einfach nachlesen. Daher hier eine gekürzte Variante, ohne zu viel zu verraten und selbstverständlich ohne Spoiler.

Narumi hat ihren ersten Arbeitstag bei einer neuen Firma, wo sie im Büro arbeiten wird. Als die gerade von einer netten Kollegin durch die Firma geführt wird, entdeckt sie ein bekanntes Gesicht: ihr Kumpel aus der Mittelschule Hirotaka arbeitet auch hier! Sie haben sich ewig nicht mehr gesehen, dennoch verstehen sie sich gut. Das hat auch einen Grund: sie sind beide Otakus. Er ist eher der Zocker, während sie ein stolzer Fujoshi ist. Beide verstehen sich trotzdem sehr gut und trinken auch hier und da mal ein Bier nach der Arbeit. Ob sich daraus noch mehr entwickeln kann?

   

Ich liebe Anime über Otakus. Ich meine, ganz ehrlich, wir leben unsere Hobbys sehr stark aus, warum also nicht einen Anime ansehen, wo Charaktere dieselben Hobbys ausleben? Ich mag es einfach, während ich einen Anime ansehe und damit meinem Hobby nachgehe, dabei zuzusehen, wie Charaktere ihrem Hobby nachgehen. Das macht mich irgendwie glücklich. Ich finds cool, dass man diese Leidenschaft teilen kann, auch wenns “nur” mit Anime Charakteren ist.

Hirotaka ist ein cooler Typ. Ich mag ihn richtig, richtig gerne. Er ist so der Typ “harte Schale, weicher Kern”, das gefällt mir an ihm richtig gut. Man weiß nie so recht was er denkt, er hat aber auch keine Hemmungen davor, es auszusprechen. Das macht ihn richtig sympatisch. Und generell, er ist ein richtiger Otaku und steht dazu! War total cool und süß, wie er in der ersten Folge um Punkt 12 ganz selbstverständlich seine Switch und die Kopfhörer rausholt, um zu zocken. So muss das! Nehm ich mir definitiv zum Vorbild.

Mit Narumi als Main bin ich auch zufrieden. Und das, obwohl ich auch ein paar Probleme mit ihr habe. Was ihr Tollpatschigkeit angeht kann ich super mit ihr harmonieren. Ich bin ebenso tollpatschig. Bei ihr war es aber auch nur am Anfang so “schlimm” und wurde weniger, das war interessant. Die Szene am Anfang, wo sie am Drucker steht und überall die Blätter rumfliegen hat mich so an meine Arbeit letztens erinnert, wo ich am Drucker was machen wollte und mir ein ganzer Stapel Papiere runtergefallen ist, der am Drucker lag. Oder das mit dem verschlafen am ersten Tag. Narumi, I feel you! Wo ich sie auch verstehen kann: auf der Arbeit nicht zu sagen, welche Hobbys man hat. Ich habe über ein Jahr gebraucht, um mich zu trauen, etwas Nerd-mäßiges auf meinen Schreibtisch zu stellen. Und selbst ein Jahr später hat mich noch keiner drauf angesprochen.

Dann gibt es aber auch wieder Punkte, wo ich sie so gar nicht verstehen kann. In der ersten Folge wurde Narumi mehrfach von Hirotaka als Fujoshi bezeichnet, also als Otaku, der auf Boys Love steht. Das wird wohl ein Punkt werden, wo ich nicht so recht mit ihr harmonieren kann. Und, dass sie unbedingt einen Freund möchte, der kein Otaku ist, kann ich nicht nachvollziehen. Ist das nicht der Traum schlechthin, einen Menschen an seiner Seite zu haben, der dieselben Interessen hat wie man selbst? Ich habe diesen Mr. Right ja schon gefunden, ihre Meinung dazu habe ich aber gerade deshalb nicht nachvollziehen können.

Es ist unfassbar schön, wie viele Anspielungen in dem Anime vorkommen. Gerade Neon Genesis Evangelion war in einer Folge sehr prominent. Aber auch ansonsten macht es sehr viel Spaß mal auf den Hintergrund in den Zimmern der Charaktere zu achten, da entdeckt man oft Poster von anderen Animes. Es sind auch ein paar mal Figuren zu sehen zu Charakteren aus Animes, das sind echt coole Eastereggs!

Ich mag es wirklich sehr, wie hier das “Otaku-sein” in den Vordergrund gestellt wird. Und wie die Charaktere miteinander agieren und Gefühle zeigen… Ich will mehr, mehr, mehr davon! Das ist so eine tolle Darstellung, die eine Hälfte der Folge mache ich nur “aww” und die andere Hälfte muss ich einfach nur lachen wegen den tollen Anspielungen.

Man hat in dem Anime teilweise die Charaktere oft lebhafter gesehen, wenn es um ihre Hobbys ging im Vergleich zu ihnen während der Arbeit. Das habe ich mit offenen Armen begrüßt. Nach der Arbeit mit den Kollegen in den Animate, wie wundervoll! Wie sehr ich bei sowas doch wieder beneide, dass ich nicht in Japan lebe. Trotzdem kann ich mich irgendwie mit allen vier Charakteren an der ein oder anderen Stelle total gut identifizieren. Das macht es umso schöner. Ich kann mir vorstellen, dass der Anime für Nicht-Fans der gezeigten Medien recht langweilig sein muss.

Es ist und bleibt halt Slice of Life, aber gerade, dass man sich so gut identifizeren kann mit den Charakteren, macht es irgendwie nochmal ein ganzes Stück schöner. Wie sehr ich Narumi doch darin verstehen kann, dass sie endlich froh ist, eine Freundin zu haben, mit der sie über Mangas, etc quatschen kann. Und dann sieht man sich auch noch jeden Tag auf der Arbeit, wie cool ist das bitte?

In der einen Folge ging es um eine Convention. Genau dasselbe kenne ich schon von anderen Anime, wie z. B. Genshiken oder von Mangas wie z. B. Comic Party: Die Comiket. Es ist interessant, dass die Messe meistens sehr ähnlich dargestellt wird in Anime und Manga. Das heißt ja, das muss ziemlich nah an der Realität dran sein. Finde ich cool, dass sowas auch hier gezeigt wird. Jetzt hat man auch zum ersten Mal so richtig gesehen, dass Narumi selbst zeichnet. Und oha, wie süß ihr Nifuji geholfen hat. So ein Freund ist da wirklich Gold Wert. Die Szenen auf der Messe fand ich aber auch allesamt super witzig, ich habe in dieser Folge so unfassbar viel gelacht. Wirklich schön.

Obwohl ich mich vom Charakter her besser mit Narumi und Nifuji identifizieren kann, kann ich mich von der Art der Beziehung von Hanako und Kabakura besser identifizieren. Fuma ärgert mich auch die ganze Zeit und treibt mich so oft in den Wahnsinn, aber am Ende ist doch alles gut. Kompromisse in einer Beziehung sind unverzichtbar und das zeigen die beiden echt schön. Kein Mensch ist mit jemand anderem zusammen und auf Dauer passt es an allen Ecken und Enden. Es wird immer irgendwas gebeben, wodurch man Kompromisse eingehen muss. Das hat die ein oder andere Folge echt schön gezeigt.

Generell haben die Charaktere echt coole Zeiten miteinander erlebt. Wie bereits gesagt waren sie auf einer Convention, sie waren im Freizeitpark, mehrfach Bier Trinken nach der Arbeit, haben zu Hause miteinander gezockt und sogar auch ein MMORPG, und und und. Ich wollte von Anfang an nicht, dass der Tag kommt, an dem der Anime vorbei ist. Vor allem endet er sehr offen. Das ist kein Wunder, weil der Manga, sprich die Vorlage, sehr viel weiter geht. Da bleibt also für alle Fans des Animes und der Charaktere nur die Möglichkeit, sich den Manga zu kaufen. Gott sei Dank erscheint dieser bei dem neuen Verlag Altraverse. Das rettet mir dann ja doch die Laune wenn ich ehrlich bin. So muss man nicht ganz auf die Charaktere verzichten.

Ich habe wenig Kritik an den Anime. Er gibt mir vor allem mit seiner Story und den Charakteren genau das, was ich sehen will. Wobei ich doch zugeben muss, dass an einigen Stellen die Animation nachlässt. Das ist aber so ziemlich der einzige Knackpunkt für mich, ansonsten kann ich wirklich nicht meckern und wurde total mitgerissen von der Story und den Geschehnissen. Ein absolut gelungener Slice of Life Anime, gepaart mit einer Prise Romance.

Der Anime trifft einfach genau meinen Nerv. Kein Wunder, es ist endlich mal eine Erwachsene Story und sie spielt mal nicht in der Schule. Außerdem geht es endlich mal um richtige Pärchen und nicht nur um das zusammenkommen von zwei Menschen. Genauso ist es interessant, dass man hier ein Paar hat, was schon länger zusammen ist und ein Paar hat, was erst frisch zusammenkam. Streit gibt es bei beiden, genauso aber auch das Versöhnen und Spaß miteinander haben. Für mich persönlich ist es ein sehr gut gelungener Anime zu den Hobbys Animes, Mangas, Games und wer davon nicht genug bekommen kann, sollte hier unbedingt mal reinschauen! Von mir bekommt der Anime 8 von 10 Zocknächten bei Nifuji.

Eure


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Mia

Hallo ihr lieben. Mein Name ist Mia und ich bin 25 Jahre alt. Ich liebe Animes und Mangas über alles, bin aber auch ein absoluter Film- und Serienjunkie oder lasse meinen Abend auch gerne mit zocken ausklingen und habe auch nichts gegen ein gutes Buch am Wochenende.

2 Antworten

  1. Luziferian sagt:

    Sehr schön! Ich mochte die Serie auch sehr und würde mich über eine Fortsetzung freuen. Heute kam ich auch endlich dazu ein paar Worte drüber aufzuschreiben (Link als “Website” angegeben.)

  2. hellspawn2501 sagt:

    Ich war ja auch von der Serie begeistert, wie du schon aus meinen On Air-Kommentaren zu euren Beiträgen weißt. War tatsächlich auch mal eine sehr schöne Abwechslung Erwachsene Otakus hier zu sehen, statt irgendeinen Schulclub, vor allem da ich Anime-Opa mich ja auch besser mit denen identifizieren kann, auch weil diese im Berufsleben stehen. Kenn ich sonst nur von Makoto und Fafnir (gut, der olle Drache arbeitet nicht, aber ist ein grummeligerer Nifuji ^^) aus Kobayashi-san Chi no Maid Dragon.
    Das Narumi keinen Freund wollte, der auch ein Otaku ist, führe ich jetzt mal auf das Ansehen in der japanischen Gesellschaft zurück. Ich persönlich verstehe es aber auch nicht. Wie du schon sagst, ist es doch optimal einen Lebensgefährten zu haben, der die Interessen teilt.

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