Anime Review: The Eccentric Family (Uchouten Kazoku) Volume 1

Die geschätzte Lesezeit für diesen Beitrag beträgt 6 Minuten.

Als großer Fan der Japanischen Yokai- und Fabel-Welt bin ich sehr offen, für so ziemlich alle Manga & Serien die sich darum drehen. Gerade die süßen Tanuki, mit ihrer angedachten Fähigkeit sich in alles zu verwandeln, haben es mir da ganz besonders angetan. Vielleicht sollte ich ein paar Bestrebungen angehen, als Nachfolger unserer Katzen einen Maderhund (Tanuki) als Haustier zu gewinnen… aber ob das mit der deutschen Bürokratie überhaupt was wird, bezweifle ich ja irgendwie 😉

Aber egal ich schweife ab. Denn im Jahr 2013 gab es eine Serie mit dem übersetzten Titel „The Eccentric Family“, die schon mit dem ersten Trailer mein Interesse gewonnen hatte. Eine Serie rund um einen Tanuki und sein Leben zwischen Artgenossen, Tengu und natürlich den Menschen. Wir hatten damals nur die erste Folge gesehen und uns vorgenommen sie am Stück zu sehen, wenn sie mal komplett erschienen wäre. Dabei blieb es dann auch, bis Universum Anime das ganze nun auch hierzulande veröffentlicht. Freundlicherweise haben sie uns auch die erste Volume zur Verfügung gestellt die ich euch heute hiermit präsentieren möchte. Viel Spaß also.

© Tomihiko Morimi, GENTOSHA / Uchoten-Kazoku Committee

Kyoto ist eine alte und traditionsreiche Stadt in der es an jeder Ecke etwas zu Entdecken gibt. Doch auf den ersten Blick ist gar nicht so offensichtlich, das sich nicht nur Menschen sind die sich in den Straßen tummeln. Auch Tanuki und Tengu wandern unter ihnen und lenken damit die Geschicke der Stadt. Doch dieses Gleichgewicht wurde vor einer Weile stark erschüttert, als der Anführer der Tanuki von den Mitgliedern des Freitagsclubs beim jährlichen Eintopf verspeist wurde.

Sein Dritter Sohn Yasaburo ist ein sorgenfreier Jüngling, der eine absolute Faszination an den Menschen gefressen hat. Er liebt es sich in einen zu verwandeln und in die Menge einzutauchen. Er vertreibt sich die Tage damit seinem Meister, dem Tengu und Professor Akadama, mit kleinen Geschenken bei Laune zu halten. Doch seit seine andere Schülerin die Menschenfrau Benten ihn verlassen hat, leidet er konstant unter schlechter Laune.

So begleiten wir Yasaburu bei seinem sorglosen Leben, welches schon sehr bald von den Ereignissen um ihn herum jäh gestört wird. Denn die Tanuki-Gemeinde braucht einen neuen Anführer und auch wenn er seinem Vater unheimlich ähnelt, hat er kein Interesse für dieses Amt. Da er seinem Onkel diese Position aber ebenfalls nicht gönnt, unterstützt er seinen Bruder bei dessen Kandidatur. Wird Yasaburo es letztendlich doch noch schaffen ein gemütliches Leben zu führen, oder wird er letztendlich wie sein Vater im Tanuki-Eintopf des Freitagsclubs enden…

© Tomihiko Morimi, GENTOSHA / Uchoten-Kazoku Committee

   

Bereits von Anfang an gibt die Serie einen ganz offensichtlichen Ton an, in welcher Richtung man sich denn eigentlich bewegt. Denn es handelt sich hier ganz klar um ein Slice-of-Life Drama mit einer sanften Prise Comedy um das ganze zu garnieren. Die Comedy hat (also zumindest bei mir) meist eher eine schmunzelnde Natur, tatsächliche Lacher habe ich jetzt eher weniger gehabt. In meinen Augen ist das aber auch wirklich nichts schlimmes, denn gute Slice-of-Life Serien wissen durch eine gute Stimmung und sympathische Charaktere zu überzeugen.

Genau hier gewinnt „The Eccentric Familie“ in meinen Augen auch die meisten Punkte für sich. Denn die Stimmung ist locker Flockig und es macht Spaß nach einem stressigen Arbeitstag (oder davor) zum Ausspannen ein oder zwei Folgen zu sehen. Klar gibt es durchaus Serien mit besserer Stimmung, aber SoL Serien sind ohnehin meistens Hit-or-Miss Serien. Kommt meist auf den Fokus der Serie an. Dramen treffen hier in meinen Augen aber meist eher das Ziel.

Ich glaube aber auch das SoL Serien gerade deshalb leider nicht bei jedem Fruchten. Bei mir ist es an sich auch ironisch, da ich ja häufig darüber meckere, wenn Serien keinen Roten Faden oder nur ne zu banale Story haben. Gerade bei SoL Serien, die Wohl die Ausnahme sind, die die Regel bestätigen, ist mir dieser aber meist nicht so wichtig. Hier MUSS einfach die Stimmung passen und die passt hier auf jeden Fall.

Auch die Charaktere sind durch die Bank weg sympathisch. Ich mag Yasaburo mit seiner lockeren, sorglosen Einstellung. Ich selbst könnte so wohl nie leben, vielleicht fasziniert es mich an ihm gerade deshalb so sehr? Denn seine Handlungen sind oft gar nicht so planlos wie sie scheinen. Oft schwingt auch tiefe Fürsorge und Zuneigung in seinen Aktionen mit. Auch, wenn er das natürlich nie zugeben würde. Das beste Beispiel dürfte hier vor allem sein Meister Professor Akadama sein, den er liebevoll umsorgt, trotzt dessen unfairen und provokanten Verhaltensmustern.

Akadama ist eigentlich auch der einzige Charakter den ich (durch seine Art) nicht so sonderlich gut leiden kann. Es gibt immer noch nen Unterschied zwischen Härte und Verbitterung und auch wenn ich seine Verbitterung nachvollziehen kann, muss man das doch nicht unbedingt an der einen Person auslassen, die immer noch für einen sorgt oder?

Die menschliche Benten dürfte aktuell aber mein Favorit im Cast sein. Die geheimnisumwitterte Atmosphäre die sie umgibt, ist einfach unglaublich gut dargestellt. Auch ihre direkte-indirekte Art mit der einfach nie so recht klar ist, wann sie denn sagt was sie denkt und wann sie denn einen Scherz macht finde ich unglaublich ansprechend. Wobei ich mir aber sicher bin, dass ihre Gefühle für Yasaburo echt sind. Ob sie ihm wohl je offen sagen wird, was sie so denkt?

Auch die Sache rund um den Freitagsclub finde ich unglaublich interessant. Das es sich hier um die „Elite“ handelt, die die Geschicke Kyoto´s steuern und jährlich einen leckeren Tanuki Eintopf schlemmen ist an sich ja cool. Aber mir fehlt hier noch die ein oder andere Erklärung. Warum muss es denn tatsächlich Tanuki sein? Diese Frage wird ja auch innerhalb der Serie gestellt. Aufgrund ihres nachgesagten Glücks wird hieran wohl der Hund begraben liegen. Wobei das eine Mitglied des Clubs schon ziemlich kurios ist.

Neben der an sich eher ungewöhnlichen Story, bietet die Serie aber auch auf der Animationsseite einiges. Denn der Zeichenstil sticht doch recht gut aus der Masse hervor, vor allem natürlich beim Charakter-Design. Denn wie Mia euch noch sicherlich erzählen wird, haben ihr die Ohren der Charaktere so gar nicht gefallen. Mich hat das ganze jetzt gar nicht so gestört, mir hat es sogar gefallen. Dazu kommt, dass für die Kolorierung aus vielen ruhigen und matten Farben besteht und damit die Stimmung noch weiter unterstreicht. Kräftige Farben, werden nur in spektakulären Szenen benutzt in der etwas zur Schau gestellt werden soll.

Auch die musikalische Untermalung und Vertonung gefallen mir sehr gut. Gerade das Thema, welches immer wieder wiederholt wird, geht mir schon den ganzen Tag und auch während ich den Beitrag hier schreibe durch den Kopf. So soll es doch sein, da merkt man schließlich, das alles richtig gemacht wurde. Auch die deutsche Synchronisation gefällt mir sehr gut und keiner der Charaktere wirkt auf mich unpassend besetzt.

© Tomihiko Morimi, GENTOSHA / Uchoten-Kazoku Committee

   

Ich kann Fuma in seinen angesprochenen Punkten nur Recht geben. Der Anime ist echt schön! Mir gefällt er bisher sehr gut. Einzig, womit ich nicht so zufrieden bin, sind die Animationen. Oftmals wirken diese recht unsauber. Das mag bei einem Slice of Life Anime nicht so schlimm sein und hier geht es ja sowieso sehr fanatsievoll zu. Aber die Ohren finde ich bei den Charakteren wirklich schrecklich geworden. Meist viel zu groß und Prominent im Gegensatz zum Rest vom Gesicht. Was aber die Farben angeht wurde wirklich tolle Leistung erbracht, es passt sehr gut zum Anime und den liebevollen Charakteren! Es ist schön mehr über ihre Lebensweise zu erfahren. Ich freu mich auf die zweite Volume.

© Tomihiko Morimi, GENTOSHA / Uchoten-Kazoku Committee

Ich hatte an der ersten Hälfte der Serie großen Spaß und freue mich jetzt schon auf die zweite Hälfte. Aus meiner Sicht, würde ich die Serie grundsätzlich jedem empfehlen, der Spaß an ruhigen Storys und der japanischen Mythologie hat. Auch für jene, die bisher noch keinen wirklichen Kontakt mit Slice of Life Serien hatten, dürfte diese Serie vielleicht genau das richtige sein.

Ich war bestens amüsiert und freue mich schon sehr bald den Abenteuern von Yasaburo und Benten beizuwohnen. Und vor allem bin ich so neidisch auf Benten!! Ich will auch fliegen können. Wo ist nochmal der nächste Tengu-Meister bei dem mal fliegen lernen kann?

Euer


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