Light Novel Review: That Time I Got Reincarnated as a Slime – Band 1

Vor einer gefühlten Ewigkeit habe ich mir den ersten Band zu „That Time I got Reincarnated as a Slime!“ bestellt und war nach So I´m a Spider, so what? unglaublich gespannt auf eine weitere Isekai Geschichte rund um ein Monster. Als der Band dann endlich hier war, musste ich feststellen, das ich die englische Manga-Adaption und nicht etwa die Light Novel bestellt hatte.

Obwohl ich an dem Manga riesigen Spaß hatte, hielt ich natürlich weiter den Blick gen Light Novel gerichtet, die dann ja auch etwas später erschien. Leider hat es bis heute gedauert, sie endlich auch zu beenden, aber glücklicherweise wurde in der Zwischenzeit bereits der Manga von Altraverse veröffentlicht und ich freue mich somit euch heute schon mal einen kleinen Einblick in die Vorlage zu gönnen.

Satoru Mikami ist ein 37 jähriger Mann in der Blüte seines Lebens. Sein berufliche Zukunft sieht recht gut aus und auch mit seinen Mitarbeitern kommt er gut zu recht. Doch dieses ruhige Leben nahm ein jähes Ende, als er bei einer Verabredung mit seinem Untergebenen plötzlich abgestochen wird und stirbt.

Doch das Schicksal meint es gut mit ihm. Während er stirbt, hört er eine göttliche Stimme, die zu ihm spricht und seine letzten Gedanken und Wünsche in Fähigkeiten umwandelt. Ohne das ganze tatsächlich mit zu bekommen, wird ihm eine zweite Chance unter besseren Bedingungen, die er selbst mit beeinflusst hat geschenkt.

Als er wieder zu sich kommt und sich bereits tot wähnt, stellt er schnell fest das er noch immer unter den lebenden weilt, auch wenn er weder Beine noch Arme spüren kann. Da er aber dennoch in der Lage ist sich zu bewegen, erkundet er seine Umgebung. Schon bald trifft er den Drachen Veldora, der in jenem Dungeon versiegelt ist und geht mit ihm einen Pakt ein. Dank dem neu gefundenen Freund, erfährt er von der Welt und macht sich auf den Weg sein neues Leben als Slime, in vollen Zügen zu genießen.

   

Nachdem So I´m a Spider, so what? solch eine grandiose „from Zero to Hero“ Geschichte ist, hatte ich bei einer Geschichte rund um einen Schleim eine ähnliche Erwartungshaltung. Was das angeht, wurde meine Erwartungshaltung mit Füßen getreten. Denn im Vergleich zu Spider ist Slime eine der Serien bei der der Hauptcharakter unproportional Overpowered ist und mit gefühlt jeder Seite und jeder Entscheidung nur noch stärker wird.

Das kann durchaus lustig und gut sein. Es kommt letztendlich aber auf den Fokus des ganzen an. Nehmen wir Beispielsweise „In another World with my Smartphone“ oder auch Overlord in denen das OP sein gut umgesetzt ist. Während ersteres einen hohen Fokus auf Comedy legt und sich selbst nicht ernst nimmt, ist das alles vollkommen okay. Overlord hingegen setzt seinen Fokus auf Action/Abenteuer und kommt daher mit dem OP Main auch ganz gut zu recht.

Bei Slime habe ich leider etwas das Problem, das ich das Gefühl habe, das gerade am Anfang der Autor Fuse nicht so recht wusste in welche Richtung die Story gehen soll. Daher ist Satoru oder auch Rimuru wie er jetzt heißt, leider keine allzu gut geschriebener Charakter und da die Story keinen rechten Fokus auf eine Ausrichtung legt, fühlt sich das OP leider etwas träge an.

Denn in meinen Augen sind Charaktere denen einfach alles zufällt leider nicht so spannend zu lesen, wie jene die hart dafür arbeiten müssen. Allerdings könnte aber auch genau hier der Knackpunkt liegen. Denn was mich in der LN stört, finde/fand ich im Manga gar nicht so markant und störend, dort fühlte sich das OP sein deutlich organischer an. Vielleicht ist das also wirklich ein Problem des Mediums? Den Anime zu Death March to the Parallel World Rhapsody fand ich nun auch deutlich besser oder eher unterhaltsamer als die Lightnovel, die ich ja ebenfalls rezensiert habe.

Wo Slime also mit seinem Hauptcharakter versagt, macht es aber einen sehr guten Job mit dem Side-plot, in dem ein weiterer Charakter eingeführt wird. Mit Shizu erleben wir eine weitere kleine Story eines wiedergeboren Japaners. Doch sie wurde von dem Dämenlord beschworen um den Feuergeist Ifrit in ihr zu versiegeln und sie so zu knechten. Dahingehend war sie zumindest der interessantere der beiden Charaktere, auch wenn ihre Story in einem immer stärkeren Zeitraffer erzählt wurde, letztendlich aber schon in diesem Band ihr aufeinandertreffen mit Rimuru erzählt.

Auch was die Welt angeht, finde ich macht die Light Novel einen sehr guten Job. Mit unzähligen kleinen Einwürfen wird uns die Welt und ihre Regeln näher gebracht. Gerade das Gilden-System, die außerhalb von Landesgrenzen als eigenständige Organisation fungieren, fand ich unglaublich interessant. Ich hoffe doch das Rimuru hier im nächsten Band vielleicht noch etwas mehr erleben wird.

Aber auch das Klassensystem für Monster und Helden setzt auf gewisse Weise schon ein Bild der Welt im Leser fest. Auch wenn es durch Rimuru´s absurdes OP-Dasein gleichzeitig entkräftet und denunziert wird. Werden Monster mit B oder gar A als Naturkatastrophen dargestellt und man ließt wie nebensächlich der Slime sie Onehittet wird das ganze irgendwie ad-absurdum geführt. Irgendwie etwas schade, aber wer weiß, vielleicht hat der Autor hier ja noch nen geheimen Masterplan.

Auch das ganze Level-System bzw. Rimuru´s Cheat-Skill Sage finde ich ein sehr zweischneidiges Schwert. Es ist zwar echt cool, das er mit Sage seinen ganz persönlichen Life-Coach hat, der ihn vollends berät und ihm Tips gibt wie er noch Overpowerter sein kann. Nicht dass er das tatsächlich brauchen würde, aber cool ist es an sich schon. Ich finde nur hin und wieder „Sage“ vieeeel zu mächtig. Obwohl wir natürlich alle solch einen Skill haben wollten wenn wir schon in solch einer Welt wiedergeboren werden…. oder?

Wie gesagt fühlt sich die Story stellenweise etwas planlos/träge an, da der Fokus fehlt. Auf der einen Seite ist es ne Isekai Story alla Spider, im nächsten Moment will es ein Society-Builder sein und setzt Rimuru hier in bester Suikoden (RPG Reihe in der man in der ganzen Welt Charaktere sammelt und mit ihnen eine Schloß/Land/whatever aufbaut) Manier an die Spitze mit dem Ziel sein eigenes kleines Reich zu errichten. Streckenweise ist das echt interessant zu lesen…. und dann wieder voll tröge und langwierig. Echt schade das der Autor hier nicht so recht den Balance-Akt schafft.

Ich bin auch der Meinung das er hier und da etwas zu tief ins Detail geht, was das ganze wiederum unnötig verlängert und eine kurze spannende Szene unnötig in die Länge zieht. Hier und da ein Absatz weniger, würde hier sicherlich wahre Wunder bewirken. Vielleicht tut sich hier ja noch was im laufe der kommenden Bände, ich werde jedenfalls mal dran bleiben.

Leider muss ich zum Abschluss auch noch ein wenig über das Ende der Story meckern. Selbstverständlich kommt der Band mit großem und spektakulärem Endkampf daher. Warum sollte eine Abentuer/Action Geschichte auch darauf verzichten um es ausklingen zu lassen? Leider führen die Skills die er durch den Kampf lernt auch etwas dazu, dass ich mit gemischten Gefühlen gen zweiten Band blicke. Ich habe einfach das Gefühl das der Autor es sich hier etwas zu leicht macht und den einfachsten weg geht.

Ja ich weiß, ich habe jetzt relativ viel über die Story gemeckert, muss aber sagen dass ich lieber aufzeige was ich nicht so gut fand, als etwas unnötig zu loben. Denn der erste Band kommt mit einer relativ spannenden Story daher, die einen großen Fokus auf World-Building legt und dahingehend im zweiten Band umso mehr Zeit auf die Story aufbringen kann.

Somit bin ich trotzt der Tatsache das ich nicht so ganz grün mit dem Hauptcharakter Rimuru bin, sehr gespannt auf den zweiten Band und natürlich auch den deutschen Manga noch mal zu lesen und in die Anime-Adaption die im Oktober startet rein zu schauen. Wer also Spaß an Overpowerten Charakteren hat und mal wieder Lust auf ein Fantasy-Setting, der ist hier genau richtig. Ich denke persönlich zwar das So I´m a Spider, so what? hier ganz klar die Nase vorne hat und das es auch andere, bessere Isekai (wie etwa The Rising of the Shield Hero) gibt, Slime aber an sich eine recht stabile Story bietet.

Euer


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2 Antworten

  1. pensylcat sagt:

    Wollte mir das Novel eigentlich kaufen, bin jetzt aber doch nicht mehr ganz so sicher und denke, ich werde eher “So I´m a Spider, so what?” mal eine Chance geben, wenn du schon so davon schwärmst. Top Review!

    • Fuma sagt:

      Das ist eine absolut gute Entscheidung!! Spider ist hier einfach das bessere Werk. Würde mich natürlich dann über einen Kommentar zu Spider freuen, wenn du es gelesen hast und danke für das Lob.

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