Film Review: Die Unglaublichen 2

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Hier geht es zu unserer Review zum ersten Film

Vor gut 14 Jahren war ich im Kino als „Die Unglaublichen“ lief und war an sich gut unterhalten. Leider hatte der Film damals keinen allzu guten Eindruck hinterlassen, sodass ich ihn nicht gerade als „Must see/watch“ betrachten würde. So vergingen auch die Jahre und auch als die Ankündigung zum 2. Teil kam, lies mich das ziemlich kalt. Um es noch ein wenig weiter zu spinnen, konnte ich den ganzen Hype weder nachvollziehen noch darin eintauchen.

Als wir dann die Chance bekamen den Film vorab zu sehen war ich erst etwas skeptisch und da Mia den ersten noch nicht gesehen hatte, fiel er eigentlich fast schon raus. Auch im Freundeskreis war der erste Film nicht aufzutreiben und weder Amazon noch Netflix hatten ihn. Als wir uns dann bereit machen wollten lediglich den 2. zu sehen, schaute Mia morgens vor der Pressevorführung noch mal bei Netflix rein und plötzlich war er drin.

Somit hatten wir also das unglaubliche „Glück im Unglück“ das wir beiden Filme nacheinander sehen konnten und das war meiner Meinung nach auch echt eine gute Idee, denn das die Macher tatsächlich unmittelbar an das Ende des ersten Teils anknüpfen und das ganze 14 Jahre später ist bemerkenswert. Somit möchte ich mich also für die Chance der Pressevorführung bedanken und wünsche viel Spaß mit meinem kleinen Einblick.

Nachdem die vereinte Familie Parr unter größten Anstrengungen den Bösewicht Syndrom bekämpft und bezwungen hatte, sollte für sie eigentlich wieder der normale Alltag beginnen. Aber wie einfach ist das wohl, wenn man ein Superheld ist? Die nächste Gefahr ließ auch nicht allzu lange auf sich warten und mit dem Tunnelgräber stand bereits die nächste Gefahr für Metroville im Haus.

Auch diese Gefahr konnten sie als Team (relativ) erfolgreich bannen, doch verursachten sie dabei erhebliche Kollateralschäden. Erneut entflammte die Debatte über die Superhelden und ihre Daseinsberechtigung. Bis Winston Deavor, der Chef einer großen Telekommunikationsfirma, der seit seiner Kindheit ein Superheldenfan ist, eine PR Kampagne über Superhelden startet.

Da ihre Kostenbilanz deutlich besser ist, soll Hellen alias Elastigirl, das Gesicht der Kampagne werden. Die ersten Missionen laufen auch hervorragend, bis plötzlich ein Bösewicht auftaucht, dem Helen nicht alleine gewachsen ist. Erneut muss die Familie zusammen arbeiten um am Ende den Tag zu retten….

   

Wie oben schon geschrieben, waren meine Erinnerungen an den Film nun leider nicht die beste. Oder sagen wir mal eher meine Meinung. Denn die Grundhandlung hatte ich noch ziemlich gut im Kopf. Dennoch muss ich auch gestehen, das es echt sinnig ist, sich den ersten Film zeitnah vor dem zweiten noch mal an zu sehen. Unter anderem, weil er unmittelbar an den zweiten Teil anknüpft. Daher hat man ein wenig das Gefühl als würde man 2 Folgen einer Serie oder einen Langen Film sehen.

Hin und wieder macht es ja Sinn, wenn zwischen zwei Einträgen in einer Reihe auch Storymäßig Zeit vergangen ist. Wie etwa bei Drachenzähmen leicht gemacht. Hier hätte ich das vielleicht auch gesagt, wenn nicht ganze 14 Jahre zwischen den zwei Filmen liegen würden. Die Lösung gefällt mir ziemlich gut. Allerdings merkt man dann doch auch den Unterschied zwischen den beiden Filmen. Schließlich entwickelt sich die Technik natürlich auch kontinuierlich weiter.

Vor allem bei Helen und bei Jack-Jack fiel das ganz besonders auf. Denn dadurch das der Fokus im zweiten Teil die Hauptrolle inne hat, sieht man es doch offensichtlicher. Augen sind etwas größer, alles ist etwas runder und nicht so „kantig(?)“ wenn ihr wisst was ich meine. Selbst verständlich sieht man es aber auch an Jack-Jack´s Fähigkeiten extrem. Gerade im Vergleich wirkt es im ersten Teil als hätte man lediglich das vorhandene Budget noch einbringen wollen und etwas gespielt, während es im zweiten Teil natürlicher wirkt.

Storytechnisch wusste der Film aber auch zu überzeugen. Während sich der erste Teil ja sehr stark um Bob aka. Mr. Incredible dreht, hat man hier einen unterschiedlichen Ansatz genutzt und sich diesmal an Elasticgirl gehalten. Das machte den Film einfach deutlich frischer, ein weiter Film in dem der Fokus auf Bob gelegen hätte wäre wohl auch zu eintönig gewesen. Aber auch Baby Jack-Jack mit dem Pixar ja viel Werbung zum Film macht, durfte in diesem Teil glänzen. Aus ihm kann in zukünftigen Filmen noch was ziemlich interessantes bei raus kommen.

Ich vermute ohnehin das sich der 3. Film sofern denn einer kommen wird der nicht wieder 1 ½ Jahrzehnte auf sich warten lässt ganz um die Kinder der Familie dreht. Auch wenn die Möglichkeiten die Fähigkeiten von Violetta und Flash zu präsentieren eher begrenzt sind. Aber das ist ein Thema für einen anderen Tag.

Auch der Humor hat im Laufe der Jahre gar nicht gelitten und funktioniert auch hier (wenn teilweise auch etwas moderner) hervorragend. Gerade eine der wichtigsten Szenen von Jack-Jack hat mich herausragend amüsiert und Lust auf mehr gemacht. Wer den Film gesehen hat/sieht wird genau wissen welche Stelle ich hier meine. Auch die ganze Sache Rund um die Rehabilitierung der Superhelden fand ich absolut organisch in den Story-Verlauf eingebaut und bildete damit einen sehr großen Meilenstein für eventuell kommende Abenteuer der Familie.

Einen kleinen Minuspunkt bekommt der Film von mir leider was den Bösewicht angeht. Obwohl ich diesen zwar besser finde als Syndrom im ersten Teil, fand ich das Mysterium das ihn umhüllt relativ offensichtlich und hatte es bereits (relativ) zu Beginn des Filmes raus. Aber das mag auch an meiner Auffassungsgabe und meinem Gespür liegen. Da kann ich dem Film keinen Vorwurf für machen. Auch, dass sie den Synchronsprecher von Frozone gewechselt haben, fand ich im ersten Moment etwas störend. Bis ich mich daran gewöhnt hatte und letztendlich sagen muss, das mir der aktuelle dann doch deutlich besser gefällt.

Zu guter Letzt vielleicht noch ein paar Worte zum extrem süßen Kurzfilm der vor dem Hauptfilm lief, Bao. Diesmal entführte uns Pixar mit einer abstrakten aber rührenden Geschichte in das Moderne China. Dort fühlt sich ein Mütterlein von ihrem Mann vernachlässigt und findet ihre Berufung im Teigtaschen (Baozi oder auch Bao) machen. Als eines Tages plötzlich einer dieser Baozi lebendig wird findet sie sich in einem neuen Frühling des Lebens wieder. So erleben wir das Leben der beiden, bis zu dem Tag an dem der kleine in die Pubertät kommt und abhaut nur um mit einem Mädel zurück zu kommen und mit ihr dann abhauen zu wollen. Versehentlich verspeist das Mütterlein dann ihr vermeintliches Kind und ist daraufhin am Boden zerstört.

Erst im großen Höhepunkt erfährt man, das “Bao” letztendlich nur als Metapher für den richtigen Sohn stand und wir hier eigentlich retrospektiv nochmal die Geschichte der beiden erzählt bekommen haben. Wirklich unheimlich süß erzählt und so tiefgründig. Noch besser fand ich dann nur, das man im Ending auch die Schwiegertochter noch mal gesehen hat, die ebenfalls eine Leidenschaft für das Teigtaschen machen hat und somit das Mütterlein fair beerbt. Der Kurzfilm hat mir unheimlich gut gefallen und war sehr rührend! Bitte weiter so Pixar!

   

Der Film hat mich sehr begeistert. Da mir der erste ja schon so gut gefiel, war ich natürlich sehr neugierig auf den zweiten. Der Kinobesuch war auf jeden Fall eine richtig schöne Sache, ich wurde sehr gut unterhalten und ich musste so oft lachen! Er war sehr gut durchdacht und hatte wirklich tolle Aspekete eingebaut. Es war alles zudem auch sehr zeitgemäß. Und der Fokus war viel auf Elasticgirl, die anderen Charaktere wurden aber ebenso gut eingebaut und auch Nebencharakteren wurde die benötigte Aufmerksamkeit geschenkt. Außerdem war die Story mitreißend und gut gemacht. Ich kann den Film Jung und Alt mit Vorliebe für Animationsfilme definitiv empfehlen, ein schönes Erlebnis! Und der Kurzfilm Bao war auch wirklich wundervoll und mit seinen 8 Minuten hatte er eine tolle Länge.

Zusammen gefasst muss ich sagen, hat mich der Film wirklich sehr sehr gut unterhalten. Der Fokus auf Helen hat dem Film keinesfalls geschadet und dies ist eine der wenigen Fortsetzungen, die es schaffen ihren Vorgänger zu überflügeln. So wünsche ich mir das und nach dem ich jetzt beide Teile noch mal gesehen habe, habe ich auch eine deutlich bessere Meinung zu dem Film/den Filmen.

Allen Zuschauern des ersten Teils, wird auch dieser sicherlich gefallen, aber auch Neulinge könnten an diesem Film (vor allem dank Jack-Jack) ihren Spaß haben. Hier würde ich aber dennoch den ersten Teil vorab empfehlen. Von mir gibt es hier 8 von 10 Unterschriften für neue Helden-Gesetze.

Euer


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